feuchte Grundmauer

06.07.2005


Unser Fachwerkhaus (ca. 120 Jahre) wurde im Erdgeschoß in massiver Bauweise (Ziegel/Feldbrand) und im OG als Fachwerk erstellt.Es ist nicht unterkellert. In einer Erdgeschoßwand (Wetterseite) zieht Feutigkeit die Wand hoch.
Die Wand habe ich nun freigelegt. Ein Voreigentümer hatte von außen eine doppelte Dachpappen-Lage an der Wand angebracht, die ca 50-60 cm in die Erde reichte. Die Dachpappe war horizontal, als oberer Abschluß, mit einer Alu-Schiene und viel Silikon an der Wand befestigt.
Die Grundmauer reicht ca. 1,5 Meter ins Erdreich. Die Dachpappe habe ich entfernt und die Grundmauer komplett freigelegt.Die Grundmauer besteht ebenfalls aus Ziegeln (Mörtelmauerwerk).Nach Entfernung der Erdreste von der Mauer habe ich festgestellt, das die Fugen sparsam mit Mörtel verfugt wurden.Aus den Fugen konnte ich 1-3 cm Lehm entfernen bis der Mörtel sichbar wurde.
Zwei Fragen habe ich nun :
1. Mit welchem Mörtel kann ich die Fugen wieder verfüllen? Kann ich einen Mörtel auf Trasszement-Basis benutzen ?
2. Wie kann ich die Grundmauer von außen vor Feuchtigkeit schützen. Bei einem anderen Haus habe ich gute Erfahrungen mit einer Kunststoff-Noppen-Wand gemacht. Durch die innen liegenden Noppen bleibt vor dem Mauerwerk eine Luftschicht, die eine Luftzirkulation gewährleistet.



nasse kellerwand



Guten tag,

das geht so. Trasszementmörtel ist im Prinzip richtig für kellermauerwerk, weil hier eine gewisse Beständigkeit erzielt werden muß. Andere Bedingung ist aber die Leitfähigkeit der Wand für Wasser, das nicht in jeder Fuge als Sperrschicht stehen soll. Ich würde den Mörtel daher elastischer einstellen: als MG II aus hydraulischem Kalk mit Zugabe von Traßzement.
Die Noppenfolie wird gerne genommen und funktioniert auch.
Eine Einschränkung muß ich machen: Eine regelgerechte Abdichtung gegen nichtdrückendes Wasser ist das natürlich nicht. Dafür brauchen Sie noch einen schwarzen bituminösen Überzug, aufzubringen mit dem Glätter. Bei Remmers oder Deitermann werden Sie fündig.

Gutes Gelingen



Ich würde an Ihrer Stelle gem. Bestand vermörteln,



also erst mal rauskriegen, welcher Mörtel im Original verwendet wurde. Wenn Luftkalkmörtel - so weitermachen. Hydraulmörtel können mit Sulfatbestandteilen bei vorliegender Feuchte zu Etrringit reagieren - ein Treibmineral mit hohem Schadenspotential.

Außerdem liegen nur Kalkmörtel in ihrer Entfeuchtungsleistung unter dem Ziegel, wenn Sie zementäre Systeme verwenden, halten die bis ca. 10fach länger das Wasser. Dann muß alle Feuchte nur noch über den Ziegel raus, was Frostprobleme wie Mauerwerksabscherbeln bringen kann. Auch bezüglich thermische Dehnung liegen Hydraulmörtel über dem Wert der Ziegelsteine - das bringt Rißgefahr. Die entscheidenden Zahlenwerte im Detail finden Sie auf meinen "Altbau und Denkmalpflege Informationen" ("Homepage").

Anstelle der Schwarzabdichtungen mit all den umfangreichen Vorarbeiten am Altmauerwerk könnte man auch preisgünstig mit Ton Abdichten - nach alter Väter Sitte und unter Mißachtung der DIN.

Um die Grundmauern vor Feuchteandrang zu schützen, sollte das Eindringen von Wasser bodenseits durch entsprechende Gefälleausbildung und Abdichtmaßnahmen wie Pflasterung positiv beeinflußt werden.



Grundmauer



Mörtel entsprechend Antwort von Herrn Fischer beachten.
Dann Dickschichtbeschichtung
Folie mit Flies und Abrutschfolie (also eine dreilagige Folie mit Flies, Drainschicht u. Abrutschfolie z.B. Delta Geo Drain)
Dann Drainage einbauen.

Viel Erfolg



na ja, so ne echt funktionierende Drainage ist nicht billig und trotzdem später oft sehr riskant.



Man müßte erst die Bodenverhältnisse besser kennen, um zu wissen, ob in einer dichten Badewannenbaugrube oder einem sandigen, gut versickerfähigen Boden agiert wird.

Und aus Sicht der Kosten sind fachgerecht eingebaute Erdbaulösungen besonders vorteilhaft. Dichter als (billiger) Ton geht doch gar nicht, und bei Beachtung der Durchdringungsproblematik auch gut beherrschbar.



Abdichtung von Streifenfundamenten?



Vielleicht habe ich grad einen Blackout, aber wieso sollten Streifenfundamente von außen mit einer Dickbeschichtung verschmiert werden. Das verlangt doch selbst bei neuen Häusern (abgesehen davon, dass die Fundamente so gut wie nie gemauert werden heutzutage) noch nicht einmal eine DIN, oder? Das müsste dann doch gleichermaßen für Betonfundamente gelten!
Die Streifenfundamente wurden doch auch früher nie in irgendeiner Weise abgedichtet. Horizontalsperren aus Mörtel kenne ich bei alten Häusern, aber die Fundamente blieben "nackt". Oder ist das nur bei uns Fischköppen so?

Zur Drainage sehe ich die Problematik wie Herr Fischer.





Die wichtigste Massnahme zur Trockenlegung ist m.E. bereits gemacht: Die Papplagen sind entfernt. Alles zum Mörtel ist gesagt. Und zum Fernhalten der Ursachen auch.
Keine chemischen zusätzlichen Abdichtungen.



feuchte Grundmauer



Hallo zusammen,
zunächste bedanke ich mich für die bisherigen hilfreichen Antworten.
Zu den Bodenverhältnissen:
Das Haus steht in/auf einem natürlichen, festen Lehmboden.
Beim Freilegen der Grundmauer konnte ich den Lehm mit dem Spaten Schicht für Schicht abtragen.
Mit der Dickschicht (ob Bitumen oder Ton) habe ich ein Problem.
Ich gehe davon aus, daß die Innenseite der Grundmauer, also direkt unter dem Haus, ebenfalls nicht isoliert ist und dort ebenfalls feuchter Lehmboden direkt an der Wand liegt.
Wenn ich nun die Außenseite isoliere, befürchte ich, daß die Mauer weiterhin von innen Feuchtigkeit zieht. Diese kann dann aber nicht mehr über die Außenfläche entweichen. Besteht dann nicht die Gefahr, daß das Wasser dann wieder vertikal in der Mauer aufsteigt und ich den gleichen negativer Effekt habe wie bisher mit der Teerpappe. Als ich die Pappe entfernte kam zunächst ein richtig nasses Mauerwerk zu Vorschein.
Deshalb kam mir auch die Idde mit der Noppenfolie.Sofern die Grundmauer über die Innenseite weiterhin etwas Feuchtigkeit zieht, kann diese über die Außenfläche mit hilfe der Laufschicht zumindest teilweis wieder entweichen.Ein Flies wäre hier m. E. auch störend.
Vielen Dank für weitere hilfreiche Antworten.



Sehe ich auch so



Hallo Herr Vieren, das sehe ich genauso. Wenn sichergestellt werden könnte, dass auf der Innenseite kapillarbrechende Schichten eingebaut sind sähe das anders aus. Früher hat man es auch nie versucht dichtzumachen. das günstigste ist die Fugen wieder zu verschließen, eine Dränmatte kann nicht schaden.
Wenn Sie rauskriegen könnten, wie dick die Lehmschicht ist, lässt sich diese evtl. durchstoßen, um so für einen schnelleren Wasserabfluss zu sorgen.



Wenn Sie eine Noppenbahn mit Verbindung zur Außenluft einbauen,



garantiere ich Ihnen eine gigantische Dauerkondensation in ihre naturgemäß gegenüber Außenluft meist kühlere Grundmauer. Oder wollen Sie die den ganzen Sommer über heizen???

Bitte schauen Sie mal um 5 Uhr früh das Gras an. Dann bekommen Sie eine gelinde Vorstellung, was Sommerkondensat alleine auf der Erdoberfläche bewirkt.

Tip: Nicht am Fundament basteln! Bauen ist ein komplexes Ding, da braucht es mehr als ein bisserl Verstand und allzu leicht täuschendes Bauchgefühl.



Luftschichten



an Grundmauern sind in der Tat eher Be- als Bntwässerungsprojekte und in dieser Hinsicht absolut mit den früher eingebauten Belüfterröhrchen vergleichbar. Noch schlimmer: die Menge des eingebrachten Kondensats ist bedeutend höher als die Verdunstungsmenge.
Rechnen Sie mal: 1 m³ gesättigte Luft von 30 Grad enthält (typischerweise vor einem Sommergewitter) 30,3 g Wasser,
solche von 15 Grad nur 12,8 g, die Differenz fällt ungefähr als Tauwasser auf der Kellermauer an und kühlt infolge des Verdunstungseffekts diese weiter herunter. In kurzer Zeit ist die ganze Wand klatschnaß.

Gruß



Zirkulation



Woher soll denn die zirkulierende Luft herkommen. Ich halte das für echte Panikmache. Es war nicht die Rede von Lüftungskanälen, die dafür sorgen sollen, dass die warme Sommerluft an die kalten Fundamente herangeführt wird. Dann hielte ich das vorgenannte für berechtigt. Durch Thermik lässt sich auch nicht erklären dass die Luft zu den Fundamenten hinkommt.



Da hier Feuchte über Noppenbahnbereich angeblich "entweichen" soll,



gibt es Luftverbindung von Noppenfolienbereich zur Außenluft, oder? Und dann soll mir einer erklären, wieso im Wege des natürlichen Konzentrationausgleichs nicht Luftfeuchte der im Noppenbereich abkondensierenden Luft "nachstoßen" und folglich auch einkondensieren soll.

Dem Kollegen Beckmann stimme ich also grundsätzlich zu und halte es keinesfalls für Panikmache, sondern der weiteren Aufklärung der Frage zweckdienlich.



Noppenbahnen



Noppenbahnen haben doch in erster Linie die Funktion eines Schutzes, in zweiter Linie der Abführung des Wassers nach unten.
Dass Noppenbahnen der Verdunstung von Feuchtigkeit aus dem Erdreich dienen soll ist mir neu. Der Effekt kann auch nur minimalst sein. Nochmals: es gibt keine echte Luftbewegung, also auch nicht die Gefahr einer Vernässung durch Kondensat. Hirzu müssten größere Mengen an Luft an das Fundament herangeführt werden.



Warum



zerbrecht Ihr Euch über unnützes Zeugs den Kopf und spekuliert, wie sich wohl welches Molekül verhalten könnte, sollte.... ?
baut doch einfach: Vermörteln, Dickschichplempe drauf, Noppenfolie vor. Jedes Teil erfüllt dann seinen Zweck:
die Noppenfolie schützt die Abdichtung, die Abdichtung schützt das Mauerwerk.
Nur halbe Sachen bringen später dreifache Arbeit.

Gutes Gelingen



Wozu Dickbeschichtung?



Nochmals die Frage: wozu??
Nach meiner Ansicht spricht dagegen: 1. teuer, 2. bringt nichts (warum siehe oben)



Glaubensfrage?



Die Frage, wie Grundmauern gegen Feuchtigkeit gesichert werden können, bleibt offenbar strittig.

Meine Erfahrungen und intensive Beschäftigung mit dem Thema bestätigt: Entlüftungsversuche durch Noppenpahnen, Wellplatten und dergl. vor der Grundmauer funktionieren nicht, sondern verschlimmbessern die Situation. Ob durch Thermik oder andere Kräfte, warme Luft scheint so an die Mauer zu gelangen und zu kondensieren. Darüber hinaus wird das Wasser, das an der Fassade herunterläuft direkt in diese Luftschicht geleitet und die Wand säuft mitunter regelrecht ab. Die Untauglichkleit solcher Massnahmen wird auch in der mir bekannten Fachliteratur dargestellt (Claus Arendt, Frank Frössel...)
Hinzu kommt, dass dieser Bereich bald zuwächst, Dreck sammelt sich an und Flora und Erdfauna freuen sich über diesen unkontroliuerbaren Hohlraum.

Noppenbahnen und co. sind daher nur im System als Schutz einer Abdichtungsbeschichtung sinnvoll.

Ob dieser Aufwand gerechtfertigt ist, müssen Sie letztlich als Bewohner entscheiden. Die Feuchtigkeit dringt prinzipiell über die gesamte erdberührte Fläche ein, also von aussen, von innen und von unten. (Vorausgesetzt es ist gleichmässige Erdfeuchte vorhanden, und nicht stellenweise Schichtenwasser.) Mit einer vertikalen Aussenabdichtung wird man also nur einen gewissen Teil der eindringenden Feuchte verhindern können. dann stellt sich also die Frage nach einer nachträglichen Horizontalsperre, und man kommt (auch kostenmässig) vom Hundersten ins Tausendste.

Daher würde ich es mit den Kollegen halten: Gemäss Bestand verfugen, Kiesschicht als Kapillarbrechende Schicht einbauen (wenn sowieso die Grube für das Verfugen ausgehoben ist), Oberflächenwasser fernhalten, Regenwasser vom Dach weit weg führen, offene Anstichsysteme innen und aussen wählen.



Warum imm er eine Kiesschicht am Haus eingebaut wird ist mir immer noch schleierhaft.



Auch hier wird doch das Tauwasserproblem nicht aufgelöst.
Im Kiesgraben ist die Luftfeuchte fast ständig nahe 100 %.
Dies kommt in jedem Falle auch auf die Wandoberfläche.
Außerdem wird das Wasser eingeleitet - wozu?
Warum wurde denn dieser Aufwand überhaupt betrieben.
Ich denke man hat es einfach gemacht ohne darüber nachzudenken woher die Feuchte kommt.
Das Fundament soll doch feucht bleiben.
Weder der Stein noch der Mörtel fault.
Warum also überhaupt aufgraben?
Bei Ziegel ist es doch einfach eine Horizontalsperre mit Chromstahlplatten einzubauen. Der Rest der Feuchte verdunstet. Die Wand wird "trockener" und bekommt auch dadurch eine Verbesserung der Wärmedämmung.
Und wenn, durch den Salzgehalt oder die Restfeuchte noch ein Problem bleibt - erfolgen weitere Masnahmen.
Aber erst mal Geduld, weil die Feuchte nicht von heute auf morgen aus der Wand verdunstet. Dies kann Jahre dauern.