Gartenmauer und Lehm

10.09.2005



Hallo Gemeinde,
wir mauern grad die ersten Feldsteine für unsere neue Gartenmauer auf. Die Mauer soll natürlich über jahrzehnte fest und standhaft sein aber gleichzeitig vielen Tieren eine neue Heimat, Brutplatz und Zuflucht bieten.
Meine Vorstellung ist es deshalb viele Löcher und Durchgänge zu schaffen, Pflanzen einzubinden und auch diverse Steine nur in Lehm zu mauern.
Frage: Welche Plfanzen eignen sich dafür besonders und wie sollte ich am Besten vorgehen??
Danke für Eure Hilfe.
Gruß
Helmut



gartenmauer



hallo,
obwohl ich ein Buch über alternative Gartengestaltung geschrieben habe, bin ich kein Gartenspezialist. Ich lasse die Natur ihren Gang gehen. Ich würde raten mit Leichtlehm zu mauern, kein fetten Lehm verwenden, das Mauerwerk breit genug zu machen (mind. 30cm), die Steine stoßfugenversetzt einbauen, keine Wackelige Punkte lassen und als Fundament eine Kieslage (Schotterlage, Ziegelsplitt, etc.) von 10 bis 20 cm, damit kein Wasser sich dort sammeln kann. Als Bepflanzung: Steinbrechpflanzen und abwarten. Jede Pflanze sucht ihr Umfeld. Vermeiden Sie Efeu (ich habe den Fehler einmal gemacht).
Und keine Pflanzen, die eine zerstörerische Verwurzelung haben können (obwohl das gehört auch zur Natur)einsetzen.
M.f.G.
J.E.Hamesse



ich



würde zunächst überlegen, was ich will und das hängt halt auch vom standort ab: handelt es sich um schatten oder halbschatten oder um sonne? will ich eine mauer mit trockenflora und -fauna oder einen rückzugsort für vögel und spinnen und anderes getier, was es gern feucht und schattig hat? (dann wäre auch efeu ganz augezeichnet). letzteres wird am vollsonnenstandort eh nicht funktionieren, ersteres nicht in schattenlage (hier kommt der efeu - falls sie nicht in einem sterilen neusiedlungsumfeld wohnen, eh von ganz allein). in extremlagen wirds die natur von selbst richten, das wechselspiel der einzelnen pflanzenarten ist viel zu kompliziert, als das man es imitieren könnte. trotzdem kann man natürlich gelegentlich regulierend eingreifen: wenn ich bei mir im weinberg z.b. den wilden wein (der botanisch gar kein wein ist und in selbstaussamung wächst), nicht im zaum halten würde, hätte ich da bald nix anderes mehr wachsen, das zeug macht an klimatisch begünstigten standorten alles platt. allerdings lasse ich auch einen teil wegen der vögel als nistplatz (und als ansitzplatz für die stare, die derweil auf den richtigen wein starren und sich die schnäbel wetzen :-))) ).
insgesamt denke ich, man muss wohl unterscheiden zwischen dem bewuchs der mauer an sich - da würde ich wirklich absolut nichts machen und jenem bewuchs, der die mauer vorzugsweise als rankhilfe benutzt. hier kann man - je nach standort und gusto - schon gestalterisch eingreifen; auch durch anpflanzung, schnitt und kontrolle - denn eine Trockenmauer ist letztlich keine natur, sondern teil der menschlichen kulturlandschaft, die viele arten eben auch zum leben benötigen, vor allem kulturfolger des menschen (ein paar davon sind ja durchaus auch lästig, aber eben nicht alle).
sie sollten sich mit der typischen (kultur)vegetation ihrer gegend auseinandersetzen, die ja sicher eine ganz andere ist, als in einer weinbauregion und danach dann handeln. wichtig wäre in jedem fall sicher auch, düngemitteleintrag nach möglichkeit zu begrenzen.