Mauer feucht (Langzeittest mit Innenverkleidung )?

17.09.2018 herblume



Guten Tag,

wir besitzen ein Bauernhaus, BJ 1914, außen Backsteinmauer 36 cm, innen Fachwerk. Die Außenwand einer Seite ist seit langer Zeit bis ca. 50 cm Höhe feucht/klamm. Jetzt wird saniert, die betroffenen Räume sind leer, loser Putz entfernt u.s.w.. Ein Bautechniker hat in Messungen Feuchtigkeit im genannten Umfang nachgewiesen.
Jedoch wurde ein Teil dieser feuchten Wand (ca. 30 %) beim Einzug vor 20 Jahren (!) mit Femacell und einer leichten Dämmung, 4 cm Glaswolle, keine Dampfbremse/-sperre verkleidet. Diese Verkleidung ist natürlich jetzt auch entfernt worden und das Ergebnis ist, dass es hinter dieser Verkleidung staubtrocken ist. Weder die Holzkonstruktion noch die Gipsplatten sind in irgendeiner Weise geschädigt oder von Schimmel befallen oder feucht. Auch die Wand selbst hat keinen weiteren Schaden ( weiterer Putzabfall, Schimmel o.ä.) genommen und ist trocken ! Die Holzkonstruktion sieht so aus, als hätte ich sie gestern eingebaut.
Ich hatte erwartet, dass hier viel verfault oder gammelig/feucht ist. Im Gegenteil ist dieser Abschnitt im Gegensatz zur unverkleidet gebliebenen Wand trocken.
Kann ich nun daraus schließen, dass die Feuchtigkeit Kondenswasser ist, was aus dem Raum sich an der Wand abschlägt und keine aufsteigende ist ?
Die Wand ist süd-ost ausgerichtet, Fugen sind vor Jahren erneuert und es ist keine Schlagregenseite.
Das würde m. E. nach bedeuten, dass die vorhandene Horizontalsperre (Teerpappe) doch noch intakt ist und nicht erneuert werden müsste, wie zunächst geplant(Injektionsverfahren).
Was wären dann die geeigneten Maßnahmen ? Innenverkleidung wie an der jetzt trockenen Wand bereits vor 20 Jahren durchgeführt ?
Ich möchte keine Außendämmung.

Vielen Dank schon mal für Ihre freundliche Einschätzung.

MfG



Wenn eine Sperre eingebaut ist braucht es keine neue, wie auch immer ausgeführte Sperre!



Auch wenn dies oft behauptet wird.
Ich tu mir ein bisschen schwer wenn Sie schreiben "es ist trocken". Es gibt kein "trocken" weil immer etwas Feuchte aus der Luft an die Wände kommt.

Wie wurde denn die Feuchte gemessen?



Ist doch "feucht"



Hallo Hr. Bromm, vielen Dank für Ihre Antwort. Die jetzt geöffnete Wand ist doch feuchter. Hier messen wir 65 - 70 Digits. Die gleiche Wand auf der anderen Seite des Hauses mit gleichem Aufbau ist mit Werten um 40 "trocken". Auffällig ist, dass die Backsteine dier Wand, nachdem der Putz seit 14 Tagen entfernt ist, gut abtrocknen, die Fuge aber nach wie vor Werte über 80 bis 100 Digits anzeigt. Die Fuge ist ein Zement-Sand-Lehmgemisch, wurde mir gesagt.
Was meinen Sie damit, es braucht keine neue Sperre ? Die eingebaute ist 100 Jahre alt und besteht aus gestärkter und geteerter Jute. Wenn die nicht porös ist, dann weiß ich nicht.
Schönes Wochenende noch !