Materialauswahl rund um die oberste Geschossdecke

24.02.2015 1939



Hallo Ihr Lieben!

Wir möchten demnächst unsere oberste Geschossdecke "bearbeiten". Derzeit sieht der Aufbau wie folgt aus:
Zwischen den Geschossdeckenbalken sind mittig auf Kanthölzern Dielen, darauf ist Lehm eingebracht (keine Lehmwickel) und zum Abschluss noch Dreck bzw. Sand. Die Balken sind von unten nochmal mit genagelten Dielenbretter versehen. Und darunter ist ein Stroh-Putzgemisch aufgebracht. Letztgenanntes soll demontiert werden. Gleiches gilt für den Sand, der soll auch raus. Auch die unteren Dielen sollen runter und oben auf die Balken gelegt werden. Die Zwischenräume zwischen Lehm und Dielenbretter wollten wir mit einer Schüttdämmung versehen. Der Zwischenraum unter den Dielenbrettern und dem nachfolgenden Trockenbau (Lattung und Regipskarton) soll mit einer Dämmung (Klemmfilz?) und darunter mit einer Dampfbremse versehen werden.

Also erstmal würde ich gerne eure Bedenken zum geplanten Aufbau hören und vorallem Eure Vorschläge zu Fabrikaten bezüglich der Dämmung und Dampfbremse.

Achso, Dach ist nicht gedämmt und soll eventuell mal als Ablagefläche dienen. Das Baujahr vom Haus ist 1939 und steht in Berlin.

Ich freue mich auf eure Ideen und Anmerkungen.



Deckendämmung



Alles so lassen wie es ist.
Als Dachdämmung oben trittfeste Holzfaserdämmplatten auflegen.
http://www.steico.com/fileadmin/steico/content/pdf/Marketing/German/Product_information/top/STEICOtop_de_i.p
http://unger-diffutherm.de/fileadmin/downloads/de/broschueren/UdiDAEMMSYSTEME_FINAL_web.pdf
Falls erforderlich mit Direktabhängern, Traglattung und Gipskarton eine Trockenbaudecke unterhängen.



Holzfaserdämmplatten



Warum sollte der Putz drauf bleiben? Macht für mich kein Sinn.

Die Holzfaserdämmplatten müssten ja komplett auf die unterschiedlichen Balkenabstände angepasst werden (unglaublich viel Verschnitt). Oder werden die auch zwischen die Balken gelegt? Dann befürchte ich, dass die Dielenbretter mit der Lehmschicht nicht lange mitmachen.



DG- Decke



Haben Sie die obere Dielenlage bereits demontiert?
Dann muß wieder was drauf, vorzugsweise Rauhspund 35 mm.
darauf dann die Dämmung.
Das was Sie als Decke haben nennt sich Einschubdecke. Eine bewährte Konstruktion an der nichts zuviel ist und alles seine Funktion hat.



...



Es gibt derzeit noch keine obere Dielenlage. Ich wollte die von unten nach oben bringen. Die zweite Dielenlage mit dem Lehm (Einschubdecke) bleibt natürlich definiv drin. Wenn ich an die Dielen, welche von unten an die Balken genagelt sind, ran will. Ist der Putz mit dem Lehm auch weg.





Ich kann mir kaum vorstellen das unten Dielen dran sind. Wir haben hier Schalbretter von ca. 20mm.
Ansonsten teile ich Georgs Meinung. Lassen wie es ist. Dämmung oben drauf.



Deckenaufbau



Was willst du denn damit erreichen?
Bessere Wärmedämmung?

Welchen Abstand haben die Balken, da sich hieraus der obere Aufbau ergibt.

Warum soll unten die Decke demontiert werden?
Gibt's hier Schäden?

Fotos wären hilfreich

Soll oben nie Wohnraum entstehen? Sonst wäre es günstig auch die Schalldämmung zu verbessern.

Andreas Teich





Danke für eure Hilfe! Man kann nie nie sagen. Eventuell soll ja wirklich mal mehr aus dem Dachboden werden. Aber das ist derzeit wirklich nicht absehbar. Primäres Ziel ist natürlich eine Wärmedämmung einzubringen. Aber auch die Raumhöhe auf ein Maximum zu vergrößern.
Was bringt der Putz unter den Schalbrettern, wenn an die Schallbretter noch eine Lattung mit Regipsplatten befestigt wird?
Schäden gibt es keine!
Also oben Rauhspund drauf.
Macht es Sinn dennoch Schüttdämmung einzubringen und oben noch trittfeste Dämmung drauf zu legen? Oder macht es Sinn Einblassdämmung unter der Einschubdecke einzubringen?
Die Dampfbremse kommt dann unter die Schallbretter?
Danke nochmal für eure Hilfe!





Der Putz sorgt für Winddichtheit. Kannst ja auch die Latten abmachen und den Putz ausbessern/neu machen.
Dampfbremse ist nicht zwingend notwendig wenn du eine passende Dämmung/Aufbau wählst. Die Holzfaserplatte wurde schon genannt. Du kann auch mit Kanthölzern und Steicoflex oder vergleichbaren aufbauen. Oben dann Schalbretter mit leichten Abstand zueinander montieren damit die Feuchtigkeit besser abtrocknen kann. Falls dann mal doch der Dachboden ausgebaut wird, kann die Dämmung dann dort zwischen den Sparren oder beim Trockenbau verwertet werden.



Deckenaufbau



Warum sind Sie so heiß darauf Sparschalung, Putzträger und Putz abzubrechen?
Wer so etwas schon einmal gemacht hat wünscht sich das nie wieder.
Das diese Bauteile nicht überflüssig sind hatte ich schon geschrieben. Die Sparschalung sorgt für eine zusätzliche Queraussteifung, der Putz für Winddichtigkeit, Masse und Brandschutz. Falls sie abgebrochen werden muß man sie wieder ersetzen.
Falls (aus optischen Gründen) eine Unterhangdecke gewünscht wird kann man die mit Direktabhängern auch ohne große Schäden der Deckenunterseite anbringen. Sie kann den Deckenunterbau nicht ersetzen, nur den vorhandenen verbessern.





Jetzt bin ich tendenziell ratlos. Schalbretter sind zur Aussteifung da? In welche Richtung steifen Sie denn aus? Nach unten ja wohl nicht. Ich dachte, die Bretter wären nur als Putzuntergrund da. Und Winddichtigkeit bekomme ich doch mit ner Dampfbremse realisiert. Ich möchte einen möglichst geringen deckenaufbau, damit über den Fenstern möglichtst viel Platz ist und das ganze nicht so gedrungen über den Fenstern wirkt. Warum geht keiner auf die Schüttdämmung ein? Oder kann ich die Zwischenräume mit Mineralfaser verfüllen und darauf Rauspundbretter verlegen? Darauf würde ich dann auch trittfeste Dämmung legen. Kann man die dann auch im Nachgang zwischen die Sparren verlegen? Was passiert, wenn der Dachboden doch mal ausgebaut wird, dann hab ich laut eurer Meinung Schallbretter, keine Dampfbremse und somit später als Fußbodenbelag Parkett im Dachraum? Nur damit alles nach oben diffusionsoffen ist? Also ich möchte auf alle Fälle alles so haben, dass ich auch irgendwann 100% Kunststoff ( Teppich oder PVC) Verlegen könnte. Lieber hole ich den Putz runter und fluche ein bis zweimal, als dass ich später sagen muss, hätte ich mal...



Deckenaufbau



Längsrichtung= Balkenachse. Die Sparschalung unten an den Balken steift QUER zur Balkenachse aus. Das merken sie wenn Sie versuchen sollten eine schwere Einzellast wie z.B. eine Trennwand auf einen Balken zu stellen. Ohne Queraussteifung biegt sich der Balken durch da nur er die Last aufnimmt. Die Sparschalung hilft die Belastung auf die anderen Balken zu verteilen.
Ich lasse es damit mit Tipps bewenden.
Was lässt Sie so überzeugt davon sein das Sie mal so auf die Schnelle einen neuen Deckenaufbau entwickeln können, ohne Kenntnise darüber wie eine Geschossdecke überhaupt funktioniert?