Sandsteinhaus Ende 19. Jhd. - Grundlegende Fragen zum Mauerwerk

18.08.2011



Hallo,

wir stehen vor der Entscheidung, ein altes Sandsteinhaus (BJ Ende 19. Jhd., Region Mittelfranken, unter Denkmalschutz) zu erwerben. Dazu habe ich grundsätzliche Fragen, die den Aufbau des Mauerwerks betreffen. Da mich die Suchmaschinen bei meinen Recherchen oft in dieses Forum geleitet haben, hoffe ich hier auf hilfreiche Kommentare. Es handelt sich dabei um unser vorraussichtlich erstes und möglichst auch letztes Immobilien-Projekt.

Nach Aussagen des Besitzers bestehen die Aussenwände aus einer Ziegelmauer (hochkant, 70 mm) innen, einer Sandsteinmauer (geschätzt 300-350 mm) aussen und dazwischen ca ein 50 mm breiter Luftspalt. Das Luftpolster scheint ruhend zu sein. Jedenfalls kann ich weder innen noch aussen Lüftungsöffnungen erkennen. Es gibt lediglich zwei Öffnungen im östlichen Haussockels mit einem Durchmesser von ca. 60 mm und Lochblechabdeckung, deren Nutzen ich bis jetzt nicht erkennen konnte (darunter ist kein Kellerraum, darüber im EG befindet sich die Küche). Mir liegt ein Grundriss vor, der aus einer Zeit vor der Modernisierung stammt. Aus den dort eingetragenen Maßen kann ich schliessen, dass diese Hohlwandkonstruktion schon viele Jahre, vielleicht sogar von Anbeginn, besteht.

Auf Basis dieser Daten habe ich auf u-wert.net ein Glaserdiagramm erstellt:

http://www.stroemlinge.de/Glaserdiagramm.pdf .

Daraus entnehme ich, dass die Wärmeisolation der Wand wegen der hohen Wärmeleitfähigkeit des Sandsteines dem Baujahr entsprechend, aber nach heutigen Massstäben eher schlecht ist. Mit der Tatsache könnte ich mich abfinden. Beunruhigender finde ich aber, dass auf der Innenseite der Sandsteinmauer offenbar die durch den Ziegel diffundierende Feuchtigkeit kondensiert, was auch gleich zu meiner ersten Frage führt:


Wie würdet ihr generell den Aufbau dieser Mauer nach heutigen Maßstäben der Bauphysik und Baubiologie beurteilen? Ist die Wahrscheinlichkeit hoch, im Hohlraum zwischen den Wänden ein Feuchtbiotop vorzufinden? Oder wird die Feuchtigkeit durch die hohe Saugfähigkeit des Sandsteins so schnell abtransportiert, dass das System im status quo stabil und gesund ist?

Wie wurde bei so einer Wandkonstruktion erwartungsgemäß die Lagerung der Decken-/Bodenbalken ausgeführt? Sind hier die Balkenenden durch eventuelle Feuchte besonders gefährdet?

Ich denke, dass die innere Ziegelmauer keine tragende Funktion besitzt und somit irgendwie in regelmässigen Abständen an die Sandsteinmauer gekoppelt sein sollte. Wie vermutet ihr, könnte so eine Kopplung zwischen Sandstein und Ziegel damals ausgeführt wurden sein? Sind hier Probleme z.B. durch Korrosion zu befürchten?

Wie hoch schätzt ihr die wahrscheinlichkeit ein, den Hohlraum zwischen den Wänden ohne negative Auswirkungen mit einem feuchtigkeitsbeständigen Dämmstoff, wie z.B. Perlite befüllen zu können.

Mit freundlichen Grüssen,
Martin.



Quakende Unken



… werden Sie nicht finden.

Höher ist die Möglichkeit von Schäden an Balkenköpfen.

Aber da kann man nur fabulieren ohne Einblick und Ansicht des Objektes.

Alles andere ist Kaffesatzleserei!

Bei Bedarf bitte melden

FK





Vielen Dank für das Angebot. Wir werden ggf. darauf zurückkommen.

Grüsse,
Martin




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