KfW "Energieeffizient Sanieren" 151/152 & Ausnahme bei Denkmal

20.11.2011



Hallo,

bei so einer Fachwerkhaus-Sanierung muss man sich echt in 1001 Thema einarbeiten... puh! Grade komme ich beim Thema Kredit mit & ohne KfW nicht weiter: Die Konditionen für einen KfW Kredit im Programm "Energieeffizient sanieren" (151 und 152) sind wirklich interessant. Für denkmalgeschützte Häuser gibt es Ausnahmen, die in einem Dokument der dena beschrieben werden:
http://www.kfw.de/kfw/de/I/II/Download_Center/Foerderprogramme/versteckter_Ordner_fuer_PDF/Leitfaden_Denkmalschutz_Dena.pdf

Viel Stoff zum Lesen. Und es klingt nach viel Papierkram und vermutlich auch Kosten für Gutachter und Bestätigungen.

Welche Erfahrungen habt Ihr denn mit der Beantragung von Ausnahmen zu den KfW Programmen? Lohnt sich der Aufwand aus Eurer Sicht?

Vielen Dank & viele Grüße

Dirk



Moin Dirk,



mach' doch erstmal die Gegenrechnung: Normaler Ausbaukredit deiner Hausbank inkl. Zinsen über die gesamte Laufzeit gegen Kfw + konservativ gerechnete Anschlussfinanzierung (wenn nötig).

Dann hast du mal eine Hausnummer, wieviel Zeit/Geld die Begutachtung kosten darf.

Die Frage bleibt, ob du nicht sowieso in den nächsten Jahren deine "Ausnahme" irgendwo darlegen musst. Den Job hättest du dann gleich miterledigt.

Gruss, Boris



KfW 151/152 und Sonderförderung 431



das ist relativ einfach, die Fördermittel über den Sachverständigen zu beantragen.

Denkmalschutz/Ausnahme interessiert die KfW nicht, denn die Vorgaben der KfW müssen erfüllt werden.

Also entweder Einzelmaßnahmen oder Kfw 115 oder besser.
Wobei ab KfW 115 gibt es einen Zuschuss von 2,5% der Baukosten von max. 75.000 € pro Wohneinheit.

Bei dem Zins von 1.0 Prozent ist über die Energieeinsparung und Werterhaltung/Steigerung eine Investition durchaus sinnvoll. (Stand 21.11.2011)

Die Kosten für den Sachverständigen betragen je nach gewählter Modernisierungsvariante ca. 800 - 1.400 €, wobei über die Sonderförderung KfW 431 bis 2.000 € zu 50% bezuschusst werden, hierdurch ist eine Baubegleitung durch den Sachverständigen enthalten.

Falls weitere Informationen oder Fördermittelberatung gewünscht werden, dann direkt unter post@reselw.de

Gruss Peter Grolms



Habe ich anders verstanden?



Hallo,

danke für die Antworten!

Peter Grolms schrieb: "Denkmalschutz/Ausnahme interessiert die KfW nicht, denn die Vorgaben der KfW müssen erfüllt werden."

Das habe ich aber nach Lesen der KfW-Seite und des dena-Leitfaden (oben verlinkt) anders verstanden. Wenn ich das richtig sehe, könnte man ein Denkmal darüber in ein besseres Niveau einstufen lassen als es tatsächlich erreicht - was z.B. einen höheren Tilgungszuschuss bedeuten würde.

Viele Grüße



Ausnahmen KFW



Klar gibt es Ausnahmen für Denkmalsanierungen bei den KFW-Förderprogrammen.
Es können prinzipiell für alle Bauteile Ausnahmen beantragt werden, wenn man das begründen kann. Die Nachweise werden durch lokale Partner der DENA geprüft, bei uns über die hiesige Energieagentur. Die DENA hat dazu entsprechende Leitfäden.
Die Ausnahmen so zu begründen, dass der Antrag mit Abweichungen durchgewunken wird, wird aber eine Herausforderung für Ihren Energieberater und den Denkmalpfleger.
Denkmalschutzanforderungen und Wärmeschutz sind oft konträr und die Kollegen, die die Nachweise prüfen sind sehr kritisch. Viele geforderte Maßnahmen sind auch baulich (z.B. wegen Traufdetails/niedriger Sparrenhöhe/schmaler Gaubenhölzer/etc.) nicht wie gefordert umsetzbar.
Ich kenne aus meiner beruflichen Praxis nur 4 Bauvorhaben, die trotz teilweise erheblicher Abweichungen in den Genuss der KFW-Förderung gekommen sind.
Meist ist es sinnvoller den Weg über die Förderung für Einzelmaßnahmen zu gehen (Fenster 1,3 im Denkmal, 8-9cm Dämmputz innen, evtl. Fußbodendämmung im EG, etc.). Effizienzhaustandard sind im Denkmalbereich eh kaum realisierbar und wenn dann nur mit tiefergehendner Fachplanung (Architekt+Bauphysiker+Haustechnik).





wir haben 152 (Einzelmaßnamen) beantragt, das war auch nicht schwierig.
Die (durchleitende) Bank benötigt eine Bescheinigung von einem Sachvertändigen, welche Maßnahmen geplant sind und später eine Bestätigung, dass das auch geschehen ist.
Sachverständig in diesem Sinne ist jeder Architekt (und BauIng??).
Mit den Kosten für denkmalgerechte Fenster und Türen, Dämmung (wie auch immer), eine moderne Heizungsanlage hat man die Fördermittel ohnehin rasch ausgeschöpft, wenn man eine komplette Sanierung macht.

Das PDF Formular für die Bescheinigung der geplanten Einzelmaßnahmen gibt's auch auf der KFW Seite (oder von mir per mail)

Gruß und viel Erfolg

wünscht Götz.



Kfw war kein Problem



Hallo Dirk,
wir haben auch über das Programm 152 die neuen Fenster und die Heizungsanlage finanziert. Ohne Sachverständigen. Den braucht man glaub ich nur, wenn man zum Energieeffizienzhaus umbaut. Wir brauchten lediglich die Bestätigung unseres Heizungsmenschen, dass alle Maßnahmen von einem Fachbetrieb ausgeführt wurden. Irgendwo auf den Anträgen gibts auch das Häkchen für Denkmalschutzhaus, damit fällt Energieffizienz ja weg :-)
Viele Grüße
Marion



Fachunternehmererklärung versus KfW Bestätigung zum Antrag



Der Heizungsbauer bestätigt mit seiner Fachunternehmererklärung und Unterschrift die Einhaltung der gültigen EnEv 2009.
Insofern der Heizungsbauer die Zulassung nach EnEV 2009 §21 - Ausstellungsberechtigung für bestehende Gebäude hat; kann er als Sachverständiger den KfW-Antrag wie hier angesprochen unterschreiben, jedoch das ""Häckchen"" Denkmalgeschützt gibt es nicht.

Es müssen die Anforderungen hier erwähnt - KfW 151/152 erfüllt werden.

Die Ausnahmeregelung bzw. Befreiung gilt nur für die EnEV 2009 §24 und §25 und nicht für die KfW.

Es werden Stichproben gemacht, wobei der Hydraulische Abgleich für Zwei-Rohr-Systeme gleichzeitig schriftlich nachgewiesen werden muss (ausser Ein-Rohr-Systemen) Das heißt der Nachweis der Heizlastberechnung (für KfW/BAFA Fördermittel) einschließlich der U-Werte der Umfassungshüllen, stellen eine seperate Dienstleistung eines Heizungsbauer/Sachverständigen dar. Alleine über den Hydraulischen Abgleich werden bis zu ca. 15 Prozent Heizenergie reduziert.



... anscheinend ist 151 schwieriger...



Zunächst vielen Dank für die Antworten, das hilft mir schon ein gutes Stück weiter!

Programm 152 kann man anscheinend relativ einfach auch für ein Fachwerkhaus nutzen - spannend ist Programm 151, da sind die Hürden wohl deutlich höher. Wobei mir 151 natürlich deutlich besser gefällt: Kredit bis zu 75.000 Euro statt 50.000 und Tilgungszuschuss von 2,5 - 12,5% - also zwischen 1875 und 9375 Euro "geschenkt". "Genug" Geld brauchen wir für unsere Sanierung auch; Architekt, Energieberater etc. sind sowieso mit dabei. Wir haben unser Haus für 1 Euro gekauft, dementsprechend gründlich müssen wir sanieren...

@Peter Grolms: Im von der KfW bei Programm 151 verlinkte Ratgeber der dena steht: "Im Rahmen der Förderprogramme der KfW Privatkundenbank besteht die Möglichkeit, für denkmalgeschützte Gebäude, die energetisch saniert werden sollen, Ausnahmegenehmigungen vom Anforderungsniveau zugewähren." Das hat also alles nichts mit Heizungsbauer, Heizlastberechnung und co. zu tun.

@Thomas Leyh: Vielen Dank für diese Einschätzung - auch wenn sie meine Vermutung bestätigt, dass die Vorteile von Programm 151 mit großer Wahrscheinlichkeit teuer erkauft werde müssen.


Daher meine erste Frage nochmal konkreter: Welche weiteren Erfahrungen gibt es mit der Beantragung über Programm 151 bei einem Denkmal? Kostet einen am Ende die Beantragung / Bestätigungen etc. mehr als der Vorteil von Programm 151 gegenüber 152?

Viele Grüße

Dirk



Guter Rat ...



... gute Frage? Wie wird eigentlich festgelegt, wann eine Maßnahme begonnen wird? Als Laie vermute ich, dass für die KfW damit der Beginn der Arbeit an dem entsprechenden Gewerk gemeint ist?

Wir haben letztes Jahr mit Sicherungsmaßnahmen begonnen (Genehmigung der unteren Denkmalschutzbehörde lag vor). Dieses Jahr ging es dann mit Baugenehmigung an weitere wichtige Gewerke: Unter anderem wurden einsturzgefährdete Mauern abgerissen und neu aufgemauert, Bodenplatten gegossen etc.

Die - vielleicht - über kfw-Kredite finanzierten Aufgaben wurden aber bisher noch nicht begonnen. Dazu gehören zum Beispiel ein komplett neues Dach (Bieberschwanzdeckung und nach gut 300 Jahren erstmals gedämmt), eine Heizung (das Haus hatte zuletzt wohl Ölöfen), Dämmung (Sichtfachwerk mit Innendämmung und verputztes Fachwerk mit Außendämmung), Dachboden (zur Zeit 11 Meter hoher offener Scheunenbereich), neue Holzfensterfenster (die alten Fenster waren nicht alt genug und komplett "durch") etc.

Falls unsere abgestimmten & genehmigten ersten Arbeiten bereits als "Beginn der Maßnahme" auch für die noch offenen Gewerke gelten würden, wäre das für uns ärgerlich und vielleicht auch teuer. Falls das relevant ist: Die erste Beratung zu KfW-Krediten hatten wir bereits vor Beginn des ersten Spatenstichs. Einen "Subventionsbetrug" haben wir garantiert nicht vor, die Sanierung unseres "Ruinchens" kann jeder vor Ort und im Internet verfolgen...

Viele Grüße

Dirk



Moin Dirk,



bei der KFW haben die eine sehr kompetente Hotline (so meine Erfahrung)......die solltens wissen.

Ich hatte vom Banker teilweise ungenügende Infos und hab lieber direkt nachgefragt. Die PDF's von denen sind manchmal etwas mehrdeutig, einzelne Parameter von Programm zu Programm unterschiedlich, genau genommen zum verrücktwerden....;-)

Nach meinen Recherchen gilt der Arbeitsbeginn der abzurechnenden Gewerke wie du vermutest. Was du bis zu diesem Termin bereits anderweitig erledigt hast ist ja nicht Bestandteil der gegenüber der KfW abgerechneten Massnahme.
Wir haben z.B. die Perimeter- und Sockeldämmung selbst vorm Termin gemacht, Rest der Wand haben insgesamt 3 Firmen nach der Bewilligung erledigt - kein Problem (Programm 130).

Gruss, Boris



KfW ist das eine



hallo,

eine Fachwerksanierung ist recht komplex, die Fördermittelakquise auch.
Aus langfristiger Betrachtung gesehen würde ich erst abwägen, was machbar ist. Ist das Haus unbewoht, würde ich eine umfassende Innendämmung usw. vorsehen - das kostet zwar, aber nach einem Bezug ist sie nicht mehr sinnvoll ausführbar. Zudem würde sich bei einer mehr oder weniger umfassenden Sanierung die Wohnqualität erhöhen, der Energieverbrauch sich reduzieren, Gefahr von Bauschäden wären minimiert usw. Der Hauswert ist auch von der energetischen Qualität abhängig - bitte an einen späteren Wiederverkauf unter dem Gesichtspunkt der immer anspruchsvolleren energetischen Vorgaben denken!

Zudem gibt es viele Wettbewerbe über die man sich bei entsprechend stimmiger (nicht unbedingt teurer) Ausführung beteiligen kann und mit etwas Glück auch Geldpreise gewinnen kann. Das Gebäude hätte m.E. relativ viel Potential, schöne Proportionen und Details, einfache Geometrie, um hier ein richtiges Juwel herauszuarbeiten.
Natürlich sind hier gewisse Investitionen notwendig - und bauen ist gerade wenn man Spezialisten benötigt, teuer - aber ggf. 2x rangehen ist noch viel teurer.

VG

C. Hauss



Zu spät



Nochmals Danke für die Hinweise! Vieles davon hilft mir sehr weiter.

@Christian Hauss: Wir haben bisher nur (teilweise sogar erfolgreich :-) ) versucht Fördermittel einzuwerben. Auf Wettbewerbe sind wir bisher nicht gestoßen. Haben Sie Tipps wie wir solche Wettbewerbe finden können? Und ja: Wir glauben auch seit dem ersten Tag an das Potential das in unserem "grauen Entlein" steckt!

Aber: ein paar der Hinweise kommen wirklich zu spät ;-)

Zum Hintergrund: Wir haben unser Haus Ende 2009 das erste Mal gesehen und dann unter anderem mit Denkmalpflegern und einem Fachwerkhaus-erfahrenen Architekten der IGB besichtigt. Dann haben wir - als Laien - ein erstes Sanierungskonzept begonnen und mit allen Beteiligten abgestimmt. Nachdem wir darauf sehr positive Rückmeldungen bekommen haben, haben wir vom Architekten eine nach Gewerken gegliederte Kostenschätzung aufstellen lassen. Mit diesen Unterlagen haben wir dann die Stadt überzeugt uns das Haus für einen Euro zu verkaufen. Seit Juni 2010 sanieren wir das Haus, die gesamte Planung und Baubegleitung erfolgt durch den über die IGB gefundenen Architekten. Untere Denkmalschutzbehörde und Landesamt für Denkmalpflege betreuen uns - und haben uns sogar Fördermittel von Kreis und Land zugesagt. Wie auch die Stiftung Denkmalschutz, die nach Besichtigung ebenfalls eine Förderung zugesagt hat. Weitere Infos zu unserem "Ruinchen" findet man zum Beispiel im Holznagel 4/2011 und in der Zeitung des Landesamts für Denkmalpflege Hessen zum Tag des offenen Denkmals 2011. Oder schauen Sie einfach auf unserer Webseite vorbei (in meinem Profil verlinkt).

Wir haben auch garantiert nicht vor, unser "Traumhaus" billig zurecht zu dengeln. Aber da die Sanierung sehr viel Geld verschlingt, muss ich alle Alternativen und Ideen prüfen. Und KfW-Kredite sind so interessant dass ich sie unbedingt auch jetzt noch für die Finanzierung prüfen muss. Da "normale" Bankberater sehr selten mit 1-Euro-Häusern zu tun haben, habe ich hier im Forum gefragt.

Sprich: Ich hoffe bei uns ist kein Kind in Gefahr in den Brunnen zu fallen.

Viele Grüße

Dirk



KfW 151 vs. KfW 152



Ich habe das mal ganz überschlägig kalkuliert:

a) KfW 151, 75.000€ zu 1% ./. 2,5% Tilgungsbonus für KfW-Effizienzhaus 115

versus

b) KfW 152, 50.000€ zu 1% plus konventioneller Kredit 25.000€ zu 3%

Bei zehn Jahren Laufzeit komme ich auf 6.875€ Differenz. Ok, ich hab u.a. die Tilgung nicht berücksichtigt... nehmen wir einfach an die Differenz zwischen a) und b) wäre nur 50% davon - dann geht es immer noch um einen Betrag, für den man etwas Zeit investieren kann... (und KfW-Kredite kann man kostenfrei zu 100% tilgen, auch nicht unwichtig)

Ich bin mir wirklich noch nicht sicher, welche Variante wir versuchen werden.



...



> Mit Verlaub, Sie haben meiner Meinung nach nicht verstanden, worum es geht.

Das beruht auf Gegenseitigkeit.

Wir haben einen Plan welche Maßnahmen noch erledigt werden müssen, bis unser Haus bewohnbar ist. Die Kosten - auch wenn man nur Maßnahmen zur energieeffizienten Sanierung ansetzt - liegen deutlich über 75.000 Euro. Fenster, Toranlage (verglast), Heizung, Dach, Dämmung (Dach, Keller, Innen- und Außendämmung) - alles noch nicht angefangen (falls Sie sich wieder Sorgen wegen Sanierungsbetrug machen). Diese Kosten müssen wir aufbringen.

Ist-Zustand: Offene Gefache, keine Fenster mehr (früher: Einfachverglasung), Fachwerkwände ohne Dämmung, Heizung war früher wohl mal Ölofen (als wir das Haus gekauft haben stand ein Öltank in der Scheune), 11 Meter lichte Höhe im Scheunenbereich (Ställe, Scheune und Hausbereich gehen ineinander über - ein "Einhaus"), Dach mit halben Baustämmen als Sparren komplett ungedämmt und alte Bieberschwänze. Energetisch: Es gibt kaum Häuser mit mehr Potential zum Energiesparen...

Ziel-Zustand ist prinzipiell festgelegt, aber wie weit wir von KfW-Effizienzhaus 115 etc. weg sind muss ich bei unserem Architekten nachfragen (Fachwerk-kundiger Energieberater war für den Bauantrag etc. beteiligt). Um abschätzen zu können um wie viel Geld es mindestens geht - Gegenrechnung wie von Boris Webler vorgeschlagen - habe ich 115 als erstes Ziel angenommen.



EnEv und KFW



Hi Dirk

Ein Zimmererkollege besuchte im Herbst einen Vortrag des "Netzwerks Ländlicher Raum" in Romrod und berichtete mir, das im nächsten Jahr die unsäglichen EnEv-Vorschriften/Ansprüche für Fachwerkhäuser gesenkt werden.

Ich gebe das hier jetzt ungeprüft weiter.

Aber vieleicht, wenn es denn so ist, führt das ja auch bei der KFW zu einer Veränderung der Bedingungen der Förderkreditbewilligung.

Nur so als Gedanke und vieleicht Möglichkeit, das es im neuen Jahr etwas einfacher sein könnte. Ist ja nicht mehr so lang hin.

Ich habe das Haus einige Zeit leer stehen und verfallen sehen und bin auch irgendwann mal drin rumgestolpert.
Mir hätte die Stadt was zahlen müßen (und zwar mehr als nen Euro), um es zu nehmen.
Daher habe ich höchsten Respekt vor Eurem Mut, dieses Projekt anzugehen und wünsche Erfolg von ganzem Herzen.

Mit handwerklichen Grüßen
ollerich



"was nichts kostet ist nichts wert"



Hallo ollerich,

> Daher habe ich höchsten Respekt vor Eurem Mut, dieses Projekt anzugehen und wünsche Erfolg von ganzem Herzen.

herzlichen Dank für die Nachricht - das tut richtig gut! Wir können uns gern mal auf der Baustelle treffen, jetzt sieht man wirklich sehr gut wie es voran geht. Und im Vergleich zu 2009 können sich jetzt auch viel mehr Besucher vorstellen, warum das "Ruinchen" unser Traumhaus ist.

Der Tipp zu Vorschriften für Fachwerkhäuser ist sehr interessant, ich versuche mal dazu weitere Informationen zu bekommen. Bisher wussten Denkmalpfleger, Architekt und Bankberater nichts davon, aber vielleicht kann ich über die KfW bei gezielter Nachfrage mehr erfahren.

@Peter Grolms: Danke für den Hinweis auf KfW 155, das Programm hatte ich tatsächlich aus irgendwelchen Gründen nicht "auf dem Plan". Sie scheinen aber aus welchem Grund auch immer zu meinen, dass wir kein Geld in die Hand nehmen wollen. Wir haben schon sehr viel Geld (und Schweiß, Nerven, Ideen, ...) in unser Haus gesteckt - und werden noch viel mehr investieren.
Ich hatte bereits mehrere Termine mit unterschiedlichen Banken zum Thema Finanzierung und KfW. Leider kennen sich Finanzierungsexperten aber halt mit solchen "Spezialfällen" kaum aus (was aber auch völlig verständlich ist!). Mit Ausnahmegenehmigungen für KfW-Effizienzhaus 115 hatte noch niemand zu tun den ich kenne.

> Jedoch fragen Sie Ihren Architekten nach der energetischen Berechnung Ihrer Immobilie.
> Diese haben Sie meiner Meinung nach nicht erhalten; weder beauftragt noch wurde darauf hingewiesen.

Da haben Sie etwas grundlegend falsch verstanden. Die energetische Berechnung haben wir für die Baugenehmigung erstellen lassen und auch tatsächlich bezahlt... Ehrlich gesagt haben mich aber die genauen Zahlen bisher nicht interessiert: Wichtig war mir zu verstehen was unser Haus braucht. Sprich wie wir Innendämmung (Sichtseite zur Straße), Außendämmung (zu den nicht sichtbaren Seiten) ausführen lassen können, dass sie unserem Haus nicht schadet - dass wir dabei aber nicht die ganze Stadt mitheizen und an den Heizkosten Pleite gehen. Unser Architekt hat denke ich gute Kompromisse gefunden, den Denkmalpfleger und Heizungsbauer ebenfalls sinnvoll finden. Aber ja: Im Rahmen der Überlegungen zu KfW 115 habe ich jetzt die "Hausaufgabe" zu verstehen wie weit wir von den Standards abweichen.

Und da Sie anscheinend Mitleid mit unserem Architekten haben: Wir bezahlen ihn. Regelmäßig und pünktlich. (Ok, wegen unserer vielen Laien-Fragen kann man schon mit ihm Mitleid haben ;-) )

Viele Grüße

Dirk



Tilgungsplan?



Moin Dirk,

"Ok, ich hab u.a. die Tilgung nicht berücksichtigt...".....deshalb is das halber Kram.

Mein Tipp: Mach dir eine Excel/Calc-Tabelle mit dem genauen Zahlungsverlauf bis auf "0". Für die Anschlussfinanzierung des KFW-Darlehens nimm 2-3 mögliche Zinsverläufe. Die "Nebenkosten" (Abschlussgebühren, Wertermittlung, Zinsen vor Beginn der Abzahlung) bitte nicht vergessen. Über evtl. Einnahmen für Sondertilgungen kann man sich freuen, wenn sie kommen, aber nicht damit rechnen.

Die Effektivzinsberechnung der Banken nimmt einen sehr günstigen Anschlussfinanzierungszins an hat mich mal ein Ex-Banker aufgeklärt - das kann über die gesamte Laufzeit also durchaus teurer werden.

Mir hat das jedenfalls geholfen schnell zu entscheiden, wenn Handwerker nachgefragt haben, ob man nicht hier und da noch was verbessern sollte, bzw. weitere Ausbaupläne zu knicken und auf später zu verschieben.

Ich wünsch' euch viel Erfolg und möglichst viel Haus am Ende des Geldes.

;-), Boris



"KfW-Effizienzhaus Denkmal"



Ich bin auf weitere Infos zu KfW und Denkmälern gestoßen, vielleicht für andere Fachwerk-Liebhaber interessant:

Die KfW wird wohl zum 1.4.2012 einen neuen Effizienzhausstandard "KfW-Effizienzhaus Denkmal" einführen (http://www.kfw.de/kfw/de/Inlandsfoerderung/Aktuell_im_Fokus/Oktober_2011/20111017_54126.jsp). Eventuell ist das auch auf die Initiative verschiedener Organisationen im Bereich Denkmalschutz zurückzuführen, Positionspapier 2011 "Denkmalschutz ist Klimaschutz" u.a. hier: http://www.dnk.de/archiv/n2413/?node_id=2399&from_node=2413&beitrag_id=735

Darin steht: "Von der bestehenden Ausnahmeregelung für Baudenkmäler im Programm "Energieeffizient Sanieren" wurde bislang kaum Gebrauch gemacht. In den Jahren 2007 bis 2010 sind nur 35 Ausnahmeanträge eingereicht worden - bei einem Denkmalbestand von rund einer Million!"

Schade, April 2012 ist für uns wahrscheinlich zu spät - und das mit den Ausnahmen ist anscheinend zu aufwändig.

@Boris: Naja, das mit der Tilgung sollte ich in mein Excel / Calc noch einbauen, mit der überschlägigen Rechnung wollte ich zunächst die Größenordnung abprüfen. Vielleicht komme ich auch mit den Tools und Rechnern der KfW weiter (Tipp für andere KfW-Interessenten: http://www.kfw.de/kfw/de/I/II/Service/Rechner_und_Tools/index.jsp)



Eigenleistung



Hallo,

wollte nur informieren, das ein handwerklich begabter Sanierer durchaus Eigenleistung erbringen kann. Die FAchgerechte Ausführung muss vom Energieberater bestätigt werden. Somit kann man auch mit 75.000€ sehr viel erreichen.

Gruß



bzgl. Wettbewerben und anderes



Hallo,

einerseits gibt es Wettbewerbe bzgl. energetische Sanierungen und dann auch bzgl. Sanierungen von Denkmalen und zu Farbfassungen usw.

Auf unserer Rheinseite z.B. www.unserEner.de von Seiten der Landesregierung. Wenn man hier mit einer gelungenen Sanierung aufkreuzt, hat man bei all dem Mittelmass gute Chancen. Dann fiel mir kürzlich eine Ausschreibung der Sparkasse ausdrücklich für privat sanierte Denkmale in die Hände. Dann schreiben regelmäßig Herstellerfirmen Wettbewerbe aus - aus dem Stegreif fallen mir sto und brillux ein. Natürlich ist hier die Frage, ob die auslobenden Firmen Produkte für Ihren Fall anbieten. Aber bei gleichwertigen Produkten ist es ggf. schon von Interesse, abzuklären, ob sich hier ein Türchen öffnet ...

Nun habe ich aber auch eine Frage. Was verbirgt sich hinter IGB? Und wie haben Sie es geschafft, dass bei einem privaten Gebäude die Stiftung Denkmalschutz einsteigt? Erfahrungsgemäß unterstützen diese - zumindest in unserer Region - nur Projekte mit großer Aussenwirkung, wie Speyrer Dom usw. Wir haben hier bei einer Sanierung, die von der Landesdenkmalpflege als Mustersanierung angesehen wurde, schon vom Denkmalpfleger diesbezüglich im Vorfeld geringe Chancen in Aussicht gestellt bekommen. So kam es dann auch - aber immerhin war die Denkmalpflege außerodentlich großzügig.

Mit freundlichen Grüßen

C. Hauss



IGB, Stiftung Denkmalschutz und co



Hallo,

www.unserEner.de kannte ich noch nicht, klingt für mich nach einer sehr sinnvollen Maßnahme. Würde unser Haus in Rheinland-Pfalz stehen, hätten wir da sicher mitgemacht.

IGB steht für die "Interessengemeinschaft Bauernhaus" (http://www.igbauernhaus.de/). Als der Verein Anfang der 70er Jahre gegründet wurde ging es hauptsächlich um Bauernhäuser, heute finden sich dort Experten, Handwerker und auch Laien, die sich allgemein mit alten Häusern beschäftigen.

Stiftung Denkmalschutz: Wie wir das geschafft haben ist eine gute Frage! Wir hatten zwischendurch auch mehrfach überlegt den Antrag liegen zu lassen. Aber uns wurde von der für unsere Region zuständigen Ansprechpartnerin der Stiftung und vom Landesamt für Denkmalpflege Mut gemacht. So haben wir unter anderem unsere eigenen Sanierungsideen, in Archiven gefundene Informationen, Finanzierungsplan und vom Architekten erstellte Unterlagen eingereicht. Auch bei uns handelt es sich wohl aus Sicht der Denkmalpfleger um eine "Mustersanierung": Unser historisch interessantes Haus stand vor dem Verfall, es verschandelt bisher eine wichtige Straße mit mehreren Einzeldenkmalen - und nicht zuletzt: wir haben so früh wie möglich untere Denkmalschutzbehörde und Landesamt in alle Überlegungen einbezogen.

Von der Stiftung Denkmalschutz, Landesamt und Kreis zusammen haben wir Fördermittelzusagen die knapp 8% unserer Sanierungskosten betragen. (Dabei hat uns der Kreis eine Rechnung für den Bauantrag geschickt, die höher ist als die von ihnen zugesagten Fördermittel...)

Um das in Relation besser einschätzen zu können: Was meinen Sie mit "außerordentlich großzügig"?

Viele Grüße

Dirk