Aufbau Dachdämmung

22.04.2013 Torsten B.



Guten Morgen an Alle.

Wir haben ein altes Bruchsteinhaus (Bj. 1830) gekauft und sind es z. Zt. energetisch am ertüchtigen. Die Sanierung wird von einem Architekten sowie einem Energieberater begleitet. Das Haus wird nach der Sanierung den KFW 115 Standard erreichen.

Ich würde gerne unseren geplanten Dachaufbau vorstellen und eure Meinung dazu hören. Von aussen nach innen:

Naturschiefer, diffusionsoffene Unterspannbahn, Schalung 24mm, Sparren 10x10cm Bestand (60cm Abstand), Aufdoppelung mit Bohlen 4x32, Zellulosedämmnung als Zwischensparrendämmung, 2,5cm Holzfaser als Untersparrendämmung, Dampfbremsfolie, Konterlattung und Gipskarton.

Was haltet ihr von dem Aufbau, wird er funktionieren? Der Raumverlust ist kein Thema. Uns ist es wichtig, dass die sommerliche Hitzeeinwirkung stark gemindert bzw. verzögert wird und das der Aufbau funktioniert. Der Aufbau von Aussen bis zur Schalung ist Bestand.



Ein Schieferdach ...



... auf Schalung, nicht hinterlüftet, ist konstruktiv nicht dazu geeignet, unterseitig gedämmt zu werden. An der Unterseite der Schalung kann es durch Taupunktunterschreitung zu Kondensatausfall und Durchfeuchtung der Dämmung kommen.

Die Dampfbremsfolie hilft da nicht zuverlässig: Verarbeitungsfehler, Beschädigungen und Flankendiffusion sind zu erwarten. Hier kann, wenn überhaupt, nur mit einer feuchtevariablen "Zauberfolie" (variabler sd-Wert) gearbeitet werden, die eine Rücktrocknung in den Raum ermöglicht.

Soll nach Prüfungen des fraunhofer-Institutes funktionieren ...

Aber das sollte eigentlich Ihr Architekt und Ihr Energieberater auch alles wissen.



Dachdämmung



Hier fehlt die Hinterlüftung!



nicht nur HInterlüftung …



fehlt hier …
… sondern …

entweder Vertrauen zu dem Architekten und dem Energieberater (denn auch der muss technisch einwandfreie Massnahmen vorschlagen) …
oder
auch fachliche Kompetenz der beiden …

Da ich ja ein Kritiker der Dämmorgien und der Köderei mit "billigen Krediten" bin, die am Ende wesentlich teurer sind als sinnvolle Maßnahmen mit Geld vom normalen Markt … würde ich diese Dämmerei lassen …

Florian Kurz





Hallo Thorsten,

Das Vertrauen auf den Planer sollte das Vertrauen auf die Dampfbremse deutlich übersteigen. Mit der Hinterlüftung liegt man hinsichtlich Feuchtigkeit und bei ausreichender Dimensionierung auch hinsichtlich des sommerlichen Hitzeschutzes auf der sicheren Seite. Das Funktionieren des Bauteils "Dach" sollte nicht auf dem Funktionieren eines einzigen Bestandteils "Folie" gründen. Wenn hier ein Verarbeitungsfehler vorliegt oder nach ein paar Jahren sich die Weichmacher verflüchtigt haben beginnt man wieder von vorne.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Hallo Torsten,



da gibt es noch ein Aufdachdämmsystem Thermo SklentD von Rathscheck. Ein Dämmelement mit BFU-Platte in Verbindung mit PUR Hartschaum ringsum Nut/ Feder und Alukaschierung. Darauf läst sich direkt Schiefer aufbringen.
http://www.rathscheck.de/Produkte/Daemmsysteme/ThermoSklent-D/

Zu Ihrem Aufbau würde ich mich meinen Vorrednern anschließen.
Eventuell würde ich jedoch 28mm Rauhspund anstatt 24 mm Schalung nehmen, darauf läst sich der Schiefer besser bearbeiten und befestigen. Diffusionsoffene Schalungsbahn ND Nageldicht( Unterdeckbahn) verwenden.

Mit Grüßen Danilo



Mit jedem Nägelchen,



mit dem der Schiefer befestigt wird, wird die Unterspannbahn durchlöchert.
Ouh Mann, .....und wir pappen immer Nageldichtband unter die Konterlatten!
Ich könnte mir vorstellen, dass Weichfaserplatten anstatt Brettern mit Unterspannbahn, darauf Konterlatten ( mit Nageldichtband) darüber Bretter (oder Rauspund) darauf der Schiefer funktionieren würde. Da muss dann noch was gebastelt werden, damit die Luft für die Hinterlüftung ein- und austreten kann.
Ralph Schneidewind