Risse im Mauerwerk nach Wassereinbruch im Keller

29.03.2010



Hallo in die Runde!
Bin neu hier und komme gleich mit einem Problem:
Wir haben 2008 ein privat renoviertes Fachwerkhaus gekauft. Der Vorbesitzer hat vor 10 Jahren einen Teil des Hauses nachträglich und ich würde sagen auch fachgerecht unterkellert. 10 Jahre gab dieser keinen Anlass zur Sorge. Nach einem ziemlichen Unwetter letzten Herbst bildete sich innerhalb von einer Nacht ein horizontaler Riss in der gesamten linken Kellerwand, durch den Wasser eintrat. Das passierte auch noch einmal und seither nicht mehr. Der Riss ist auf der Höhe, wo die Betonwanne des Kellers aufhört und auch an den übrigen Wänden ist mittlerweile ein Haarriss zu sehen.
Seit ca. 3 Monaten stellen wir nun im Haus vermehrt Risse in den Wänden fest - sowohl vertikal wie auch horizontal. Offensichtlich setzt sich eine innen liegende tragende Wand infolge der durch das Wasser veränderten Bodenverhältnisse. Eigentlich können wir fast täglich neue Risse feststellen.
Wer hat so etwas schon mal erlebt bzw. Erfahrung damit? Wie lange kann das so weitergehen? Was kann man dagegen tun? Angeblich gibt es aus statischer Sicht keine Probleme. Die Risse seien nur Schönheitsfehler...
Bin dankbar für Eure Meinungen!





Wenn da fast täglich neue Risse hinzukommen, dann wäre es doch nun höchste Zeit, sich diesen 'Schönheitsfehler' mal durch einen Baustatiker begutachten zu lassen. Im besten Fall ist es wirklich nur ein Schönheitsfehler, dann schläft man besser, und sonst kann und sollte man handeln, und zwar rasch.
Dass der Vorbesitzer die Sache verharmlosen will, ist verständlich, spricht aber nicht gegen einen ernsten Schaden und auch nicht unbedingt dafür, dass die damalige Unterkellerung sachgerecht durchgeführt wurde. Die Unterlagen dieser Massnahme sollten sie dem Fachmann bei der Besichtigung vorlegen können.





Eine nachträgliche Unterkellerung stellt einen masiven Eingriff in die Statik des Hauses dar. Das Gebäude stand ja vor der Unterkellerung schon auf verdichtetem Boden. Jetzt, nach der Unterkellerung und Wassereinbruch setzt sich das Haus wahrscheinlich unregelmäßig. Dadurch kommt es zu Rissen.
Also umgehend einen Statiker beauftragen.

Viele Grüße aus Ermershausen



Keller



Gibt es eine Dränanlage am Haus bzw. Keller?
Können Sie einige Fotos vom Zustand einstellen?

Viele Grüße



Risse im Mauerwerk



Hallo,

der Statiker könnte wenigstens eine Ersteinschätzung liefern, möglicherweise ist aber ein Grundbauer oder Geologe gefragt.
Denn so einfach eine Kiste unter ein Haus zu stellen ist abenteuerlich.
Tglich neue Risse sind auf jeden Fall ein sehr ernstes Zeichen.



Risse im Keller



Hallo Wackeliese,
Die Ursache des Schadens haben Sie selber genannt:
" Unter der Keller- Bodenplatte liegt eine Drainage, die gut funktioniert und reichlich Wasser zieht."
Diese ständige Wasserentnahme unter dem Keller führt zu einem Absenktrichter um den Keller, Wasser strömt ständig nach. Strömendes Wasser besitzt eine Schleppkraft, kleine Bodenteilchen werden mitgeführt, umgelagert, mit dem Wasser ausgespült.
Falls unter dem Keller bindiger Boden ansteht, wurde der in den letzten Jahren langsam aufgeweicht.
Sie sollten als erste Maßnahme die Pumpe abschalten und kein Wasser mehr fördern.
Auch wenn Ihnen das keine Freude bereitet, aber der Keller wurde fehlerhaft errichtet, hier wurde gegen Regeln der Technik und der Baukunst gröblichst verstoßen.
Die verlegte Dränanlage ist üblich bei der (kurzzeitigen) Trockenlegung einer Baugrube, sie ist keinesfalls dafür geeignet, ständig Wasser unter dem Keller zu fördern.
Ohne Pumpe wird der Keller langsam vollaufen.
Wird er gedichtet, dann besteht die Gefahr des Aufschwimmens unter hydrostatischem Druck.
Pumpen Sie weiter, gefährden Sie die Standfestigkeit Ihres gesamten Hauses
Sie sollten sich mit der Problematik an einen Tiefbauplaner wenden, der sich mit solchen Verhältnissen auskennt.

Viele Grüße