Nasser Keller - Stampfbeton - Kann da Feuchtigkeit aufsteigen ?

25.05.2010



Hallo,

eine Frage an die Experten.

Die Kellerwände meines Hauses bestehen aus "Stampfbeton". Sie befinden sich ca. 1,30 m tief in der Erde. Raumhöhe ist ca. 2 m.

Wenn es sehr stark geregnet hat (und ich meine wirklich sehr stark) bilden sich an einigen Stellen Pfützen auf dem Boden.

Die Wände selber sind feucht - an einigen Stellen laufen bei erwähnten Regenfällen Rinnsale aus der Wand.

Messungen wurden von Sachverständigen durchgeführt. Derzeit wird durch Probeausschachtungen der Zustand des Betons von außen und von einem Geologen die Grundwassersituation überprüft.

Hierzu werde ich dann entsprechend berichten.

Das hier auch Kondenswasser eine Rolle spielt ist mir übrigens klar, daß scheint mir aber nicht das wesentliche Problem in meinem Keller zu sein.

Mir geht es grundsätzlich um folgende Frage:

Kann in Stampfbeton Feuchtigkeit Horizontal aufsteigen ?

Auf den Bildern ist zu sehen, daß die Feuchtigkeitsbildung exakt auf Außenbodenniveau aufhört. Daher nehme ich an, daß da nichts aufsteigt sondern direkt durchdringt.

Hintergrund ist, daß sich in meinem Haus vermutlich keine Horizontalsperre befindet (1933) - wohl sehr sicher sogar nicht.

Jetzt lese ich bei allen "flüssigen" Lösungen immer vom Einsatz in Kellermauerwerk. Von Beton ist da nie die Rede.

Vorausgesetzt ich habe kein Grundwasserproblem (wovon ich zu 99% ausgehe) denke ich darüber nach eine Innenlösung durchzuführen. 50m außenrum aufmachen begeistern mich momentan nicht wirklich.

Kürzlich hatte ich einen Handwerker da, der meinte ein Sperrputz z.B. von Sotano sei hier das Mittel der Wahl - ob dann die Feuchtigkeit weiter steigen könnte wußte er in diesem Fall nicht zu sagen.

Zu den Fotos: Ich habe die Wände so gut es geht von der alten Farbe befreit, weil es teilweise heftig geschimmelt hat - ganz ist mir das nicht gelungen.

Schimmelausbildungen (weißer Pelz) saß übrigens auch direkt auf dem blanken Beton.

Wer kann helfen ?

http://www.flickr.com/photos/50070888@N08/4628989926/
http://www.flickr.com/photos/50070888@N08/4628387455/

Die Wände sehen nicht überall so aus wie auf dem folgenden Bild !
http://www.flickr.com/photos/50070888@N08/4628387581/

http://www.flickr.com/photos/50070888@N08/4628990388/
http://www.flickr.com/photos/50070888@N08/4628387685/



Aufstauendes Sickerwasser



In Ihrem Fall handelt es sich offensichtlich um zeitweise aufstauendes Sickerwasser. Wenn Sie sich für eine Innenabdichtung entscheiden, dann müssen Sie sicher sein das unterhalb der Kellerdecke eine funktionstüchtige Horizontalsperre vorhanden ist.
Weiter müssen Sie hinnehmen, das sich das Wasser was jetzt durch die Wand durchläuft in der Wand aufstaut. Das schlimmstenfalls bis unter die OK Gelände.
Hier währe die Außenabdichtung das Mittel der Wahl.




Grüße aus Schönebeck



Aufstauendes Sickerwasser



Hallo,
in Ihrem Fall handelt es sich offensichtlich um zeitweise aufstauendes Sickerwasser. Wenn Sie sich für eine Innenabdichtung entscheiden, dann müssen Sie sicher sein das unterhalb der Kellerdecke eine funktionstüchtige Horizontalsperre vorhanden ist.
Weiter müssen Sie hinnehmen, das sich das Wasser was jetzt durch die Wand durchläuft in der Wand aufstaut. Das schlimmstenfalls bis unter die OK Gelände.
Hier währe die Außenabdichtung das Mittel der Wahl.




Grüße aus Schönebeck





Hallo Stephan,

bevor Du etwas unternimmst wirst Du gewiss die Ergebnisse der Messungen und Untersuchungen abwarten. Das Ergebnis wird entweder beim aufstauenden Sickerwasser oder bei einer (ggf. auch nur zeitweise) wasserführenden Schicht liegen.
Da im alten Stampfbeton kaum eine Trennlage/kapillar brechende Schicht zu erwarten ist, wäre ein Aufsteigen der Feuchtigkeit in diesem relativ homogenen Bauteil durchaus denkbar. Andererseits scheint bei Dir ein klarer Feuchtehorizont in Höhe des äußeren Bodenniveaus erkennbar.

Ich sehe dass so wie Herr Struve, dass hier eine Außenabdichtung ansteht. Auch wenn 50m aufgraben keine Begeisterungsstürme entfachen wird, ist das doch die zuverlässigere Methode.

Sperrputze, Schleierbehandlungen o. vgl. dürften das Problem nur nach oben verschieben – und das ist gewiss das letzte was hier gewünscht wird.

Ohne es vor Ort genau gesehen zu haben und das Umfeld zu kennen erscheint hier aber eine schrittweise Vorgehensweise angebracht wenn o. angef. Ursachen vorliegen:

- aufgraben, abtrocknen, äußere Abdichtung
- wenn richtig ausgeführt sollten die Wände trocken bleiben und eine HZ-Sperre dürfte überflüssig sein
- auf Kondensat prüfen

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Rinnsale aus der Wand.



Diese Problem kenne ich, hier hilft nur wie von meinen Vorrednern geschrieben eine Abdichtung von aussen.

Grüsse Thomas



Mir durchaus klar - aber ...



der Hintergrund meiner Frage war ja, ob die Feuchtigkeit im Stampfbeton überhaupt aufsteigt.

Wenn nicht, wäre die Horizontalsperre ja überflüssig und die Innenlösung käme zum Zug, die vielleicht 10% an Kosten produziert.

Wie geschrieben, die Feuchtigkeit endet schlagartig ab Gelände-Oberkante (s. Bild). Wenn man nun hingehen würde und einen Raum testweise mit einer Putzsperre versieht und zwar bis knapp über diese Kante ? Dann hätte ich im Raum noch ca. 70 cm Luft nach oben und könnte sehen ob da was aufsteigt oder nicht - Guter Plan ? Oder eher nicht :(

Danke für die bisherigen Antworten.





Hallo Stephan,

wenn zur Zeit das Wasser "durch die Wand fließt" und auch jetzt nicht aufsteigt – weshalb sollte etwas aufsteigen, wenn die Wand später von außen abgedichtet ist?

Eine HZ-Sperre erscheint mit nach einer solchen Außen-Maßnahme überflüssig.

Wichtig ist aber, dass die Wandinnenseite diffusionsoffen und nicht hydrophobiert verbleibt (ein absperrender Putz ist definitiv falsch). Ansonsten wie oben beschrieben.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Hallo Stephan,



ob bei der Deiner bestehenden Stampfbetonwand eine HZ-Sperre erforderlich ist oder nicht kann man nicht sagen. Ob hier Wasser kapillar aufsteigen kann oder nicht liegt am Beton und am Verdichtungsgrad. Wie diese Komponenten aussehen kann aus der Ferne niemand sagen.
Wasser kann in jedem Fall auch im Beton aufsteigen. Wie hoch hängt von Beton selbst ab und vom Verdichtungsgrad des Betons.
Bei WU-Beton (also wasserdichter Beton) darf das Wasser bis maximal 5,0 cm im Beton aufsteigen bzw. eindringen. Bei Magerbeton o.ä. lässt es sich so leicht nicht bestimmen.
In jedem Fall ist eine vertikale Abdichtung von außen, auch wenn diese wenig Spaß macht, unverzichtbar,
Das Problem mit der eventuell aufsteigenden Feuchtigkeit ist bei diesem Objekt nur im Sägeverfahren wirklich lösbar.

Mit freundlichen Grüßen

Jens Zinke



Sickerwasser



Der teilweise groben Stuktur des Betons nach zu urteilen, ist es durchaus möglich, dass auch in der Wand selbst sich teilweise noch Luftlöcher befinden könnten. Wer weiss was in den Beton, ausser Kies noch beigemengt wurde.
Bei unserem Fall befanden sich ausser Kies auch noch Kalk- und Sandsteine im Beton.
Hinsichtlich der groben Struktur schliesse ich anhand der Bilder aufsteigende Feuchtigkeit weitgehend aus.
Ich bezweifle, dass in einem solchen Fall eine Massnahme mit Sperrputz von innen das Richtige ist. Schlussendlich löst dies ja das eigentliche Problem nicht, was passiert mit dem bisher eindringendem Wasser? Bleibt die Feuchtigkeit in der Wand führt dies zu einem gravierenden abfallen der Oberflächentemparatur und somit zu einem vermehrten Kondenswasserausfall.
Daher rate ich zur einer Massnahme von Aussen.

Grüsse Thomas



Vielen Dank



bis hierher. Alles geschriebene leuchtet mir soweit ein.

So ganz vom "Innenthema" bin ich allerdings noch nicht ab.

Natürlich bleibt die Wand weiterhin feucht und kalt - Kondenswasser fällt aus etc.

Aber das war doch bisher auch immer schon so (seit Jahrzehnten). Mir geht es zunächst einmal darum, dem von außen eindringenden Wasser einen Riegel vorzuschieben. Mir ist bewußt, daß dieses Thema zu endlosen Diskussionen führen kann - die hier ja teilweise auch schon geführt worden sind. Insofern reichen mir die bisherigen Antworten aus, mal sehen was daraus wird.

Werde entsprechend schreiben, wenn geöffnet worden ist.

Eines noch: Muß ich mir Sorgen um die Statik machen, wenn ich ein so altes Haus "ausbuddele" ?



Pudelnass



Hallo Stephan,

Du schreibst, es geht "zunächst einmal darum, dem von außen eindringenden Wasser einen Riegel vorzuschieben." Und genau das wird Dir nur von außen gelingen. Bisher ist es so, dass das von außen eindringende Wasser in den Innenraum fließen kann und nachdem der Regen aufgehört hat, die Rinnsale versiegen und die Wand in gewissen Maße abtrocknen kann.

Zum "Innenthema": Nach einer Absperrung der Innenseite wird zwar der Durchfluss unterbunden, doch die Wand wird nun permanent feucht gehalten und ist zudem noch kälter als zuvor. Durch das nun geringere Abtrocknungsvermögen besteht die Wahrscheinlichkeit, dass die Feuchtigkeit im Bauteil soweit aufsteigen wird bis Sie einen Wandbereich erreicht, an dem Sie ausdiffundieren kann und dort zu Tage tritt.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Möglichkeit



Eine Möglichkeit wäre aufgraben, Drainage legen, mit grobem Schotterkies auffüllen somit kann das Oberflächenwasser versickern bevor es die Wand erreicht. Da es sich um Stampfbeton handelt ist oft nur von innen eine Schalung angebracht und gegen das Erdreich gestampt worden. Anhand der Probeschachtung kann dies kontrolliert werden.

Von innen macht es sinn, die Wände mit Luftkalkmörtel zu verputzen, dieser fördert das abtrocknen der Wand.

Grüsse Thomas



Hallo Thomas,



wenn hier das Ausschachten schon angepriesen wird, dann Bitte mit ordentlicher vertikalen Abdichtung und nicht nur Drainage, Kies und fertig. Das Funktioniert so nicht!
Und weiter, das Gefüge des Stampfbetons sollte in jedem Fall untersucht werden, ob aufsteigende Feuchtigkeit möglich ist.

MfG
J. Zinke



Stampfbeton



Gegen eine Untersuchung des Stampfbetons spricht ja nichts,
aber wegen "aufsteigender" Feuchtigkeit? Wie weit sollte diese in einem solchen Gefüge aufsteigen? und vor allem wo, wenn schon Rinnsale bei starkem Regen in den Keller laufen?

Wie die Aussenseite der Kellerwand sollte beschaffen ist sollte geprüft werden, hier handelt es sich um Stampfbeton, da war es früher nicht immer üblich innen und aussen einzuschalen, oft wurde nur innen eine Schalung errichtet und gegen den blanken Erdboden gestampft. Wie soll dann an einer vermutlich sehr rauhen und ungleichmässigen Wand eine vernüftige Abdichtung angebracht werden ohne den Kostenrahmen zu sprengen?

Warum soll das Verlegen einer Drainage und das auffüllen mit grobem Schotterkies nicht funktionieren?

Grüsse Thomas



Nasser Keller - Stampfbeton - Kann da Feuchtigkeit aufsteigen ?



Hallo,
um das Problem am einfachsten zu lösen - falls es noch nicht geschehen ist nach fast 1 Jahr- würde ich die Verwendung der Produktpalette Xypex empfehlen. Mit Xypex kann man nachträglich eine weiße Wanne herstellen , wenn man die Wände und den Betonfußboden durchgängig beschichtet. Auf die Wände danach noch einen Sanierputz zur Regulierung des Luftfeuchtehaushaltes und auf dem Fußboden einen Schutzestrich herstellen und schon ist das Problem gelöst. Da Xypex wasserunlösliche Kalkkristalle in den Kapillaren durch die Wand wachsen läßt, ist nachhaltig auch nicht mit aufsteigender Feuchtigkeit im EG zu rechnen. Bei Fragen einfach mal melden!
Mfg Frank Tabatt
www.bau-sanierung-tabatt.de