Natursteinmauer wird nass - welche Versiegelung ist passend ?

20.06.2011 stephan



Meine Natursteinmauer ist nass, erst habe ich gedacht es zieht von unten rein da die Horizontalsperre fehlt aber Heute konnte ich beobachten wie sich der seitliche Regen durch die 70cm starke Mauer saugt.
Ich hab mal gegoogelt und habe das hier gefunden ->
http://www.norax.de/mem-abdichtung/fassadenabdichtung/mem-tiefenimpraegnierung.html
Im Prinzip suche ich sowas für meine Mauer, hat da jemand Erfahrungen gesammelt und kann eine Empfehlung abgeben ?
Viele Grüße
Stephan





Hallo Stephan,

- steht die Wand frei oder liegt diese bereichsweise im Erdreich?
- ist die Wand außen verputzt oder unbekleidet?
- sind die Fugen in Ordnung?

Wenn dieses Bild tatsächlich nur bei Regen auftritt musst Du das Problem von Außen lösen. Putz kann eine Abhilfe schaffen, besser ist noch eine Verschalung. Es kommt etwas darauf an wie der Raum später einmal genutzt werden soll. Wie wurde der Raum früher genutzt?

Im Datenblatt des Herstellers der Tiefenimrägnierung ist nicht ablesbar, was genau Du Dir da auf die Wand schmierst, wie lange das halten soll, ob die Maßnahme reversibel ist, nur dass vor der Anwendung ein Gummimörtel? in die Fugen geschmiert werden soll. Das dünkt mir spanisch. Bei Bedarf kann ich mir das mal anschauen.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Natursteinmauer wird nass - welche Versiegelung ist passend ?



Hallo Christoph,

Ja, bei Regen kommt es durch - hält sich aber dann auch recht lange bis die Wand wieder abtrocknet.
Ich hab schon mal angefangen das Fundament freizulegen dabei bin ich nach einer recht trockenen Schotter/Sandschicht auf erfeuchten Mutterboden gestoßen.
Der Bereich mit der höchsten gefühlten Feuchtigkeit liegt ca. 50 cm ober halb vom Boden.
Das ganze ist eine Scheune die in den letzen 50 Jahren nur als Abstellplatz, Lager, Werkstatt genutzt wurde. Baujahr 1880 mit früherer Tierhaltung - wahrscheinlich Pferde in dem Bereich.
Das ganze in Idstein Eschenhahn. Wenn du Lust und Zeit hast kannst du gerne mal einen Blick drauf werfen.
Ich hab Heute noch mal ein bißchen weiter im Netz gesucht und bin auf "Remmers Fassadenimprägnierung SNL" mit "Remmers Fugenmörtel Trass-Kalk" gestoßen das macht wirklich einen besseren Eindruck.
Ich hätte natürlich gerne die Wand wegen der Optik so erhalten wie sie jetzt ist, ohne zu verputzen. Nur ist das fraglich ob das Sinn macht.
Gruß
Stephan



Ganz hydrophob



Hallo Stephan,

auch wenn solche Hydrophobierungen funktionieren können sind sie oftmals nicht die wirklich gute Lösung, sondern nur ein Herumdoktern am Schadensbild. Es gilt eher die Ursache abzustellen.
Bei Deinem porösen Natursteinmauerwerk kannst Du davon ausgehen, dass Du mindestens 1,5l / qm von der Flüssigkeit benötigst. Wie tief das in den jeweiligen Stein oder die Fugen eindringt ist durchweg nicht zu kontrollieren und bei unterschiedlichen Steinen auch unterschiedlich. Vor einer Behandlung sollten die Fugen auf alle Fälle instandgesetzt werden.
Wenn eine frühere Stallnutzung und somit Salze im Mauerwerk vorhanden sein könnten, würde ich von einer hydrophobierenden Behandlung gar absehen.

Ich glaube ich kenne die Lage. Handelt es sich um das Anwesen neben dem ehem. Hirschen? Was verbirgt sich hinter der Folie / Bitumenbahn auf der Straßenseite? Wie sieht das Fachwerk dort aus? Wie soll die Scheune später einmal genutzt werden?

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Natursteinmauer wird nass - welche Versiegelung ist passend ?



Ich kenne mich dort leider (noch) nicht aus ... liegt direkt an der Hauptstraße / Schwalbacher Str. / B275, ich gehe mal davon aus der der Hirsch zwei Häuser weiter ist.

Ursache ist vermutlich der zu kurze Dachüberstand, aber ein neues Dach ist nicht im Budget eingeplant.

Ja - Fachwerk - Ich hab schon einen Zimmermann da gehabt und die Wand zur Straße hat Sanierungsbedarf, der Balken der auf den Fundamentsteinen aufliegt ist nicht mehr zu retten und muss komplett raus, einige Ausfachungen wurden ausgemauert und dort sind die Balken auch angegriffen. Aber der Zimmermann meinte ist nicht so schlimm wie es aussieht.
Steht auf jedenfall in der ToDo list und ich warte noch auf das Angebot, bei der Gelegenheit auch noch eine Decke im Mittleren Bereich eingezogen werden soll.

Nutzung - der gesamte untere Bereich wird Garage/Werkstatt für Oldtimer (trocken ist wichtig) oben kommt später eine Wohnung mit Gallerie aber erst im zweiten Schritt.

Gruß
Stephan





Ich würde trotzdem ("ein neues Dach ist nicht vorgesehen") einen anständigen Dachvorsprung anbringen. Vermutlich kann man die Sparren ansetzen, muss also nicht den ganzen Dachstuhl demontieren.
Zuerst und vor allem gehört da eine Dachrinne hin! So wie das jetzt ist, geht alles Wasser der gesamten Dachhälfte unmittelbar beim Mauerfuss in den Boden. Das sind je nach Gegend mindestens 600 Liter pro Quadratmeter Dachfläche und Jahr. Wenns nur nach Regen drückt scheint der Boden einigermassen durchlässig zu sein.
Dann noch den Mauerfuss von aussen trockenlegen, d.h. dafür sorgen, dass das Oberflächenwasser vom Haus wegfliesst, bevor es versickert, z.B. mit einer Reihe nach aussen geneigter Gehwegplatten.
Dann dürfte vermutlich schon gut sein. Innen am Fundament herumzugraben wenns aussen so aussieht ist keine gute Idee (ist es generell nicht).
Nächste Massnahme wäre dann, aussen aufgraben (nicht unter das Fundament!!!), und die Wand mit einer Noppenfolie oder extra dafür erfundenen Betonformsteinen gegen zufliessendes Hangwasser zu schützen.





Hallo,

jede "Imprägnierung" wäre der falsche Weg, da es hierbei zu lokalen Verdichtungen in oberflächennahen Bereichen kommt, die bei Frost scherbenartig abgesprengt werden.

Richtig ist der konstruktive Schlagregenschutz, wie schon vorgeschlagen, eine Niedertemperatur-Flächenheizung und eine kontrollierte Lüftung, die bei Bedarf anspringt.
Die NT-Heizung hilft, Kondensate auf den wertvollen Metalloberflächen zu vermeiden, die Lüftung führt Feuchtigkeit der Luft ab.

Grüße vom Niederrhein





Ja, bei der Dachverlängerung und Regenrinne stimme ich voll und ganz zu - ist aber nicht so einfach umsetzbar da schon jetzt die letzte Ziegelreihe nicht auf den zu kurzen Sparen aufliegt sondern nur auf Dachlatten hängt.
Ist auf jedenfall auf meiner Liste.
Das Aufgraben außen - schade um die Bepflanzung - wird noch dieses Jahr umgesetzt, ordentlich geschottert und die Fläche mit Neigung um das Wasser abzuleiten.
Nur das eigentlich Problem das die Wand bei seitlich Regen Das Wasser aufnimmt ist damit noch nicht gelöst.
Ich hab mir Gestern noch mal die Fugen angeschaut, ich denke mal das der jetztige sehr stark ausgewaschene Zustand auch zu dem Effekt beiträgt. Die Arbeiten an den Fugen mit Trass-Kalk-Fugenmörtel sollte ich auch schnellsten in Angriff nehmen.