Das Fachwerkhaus und seine Schränke

Der Tag des Einzugs naht. Monate sind für die Renovierung oder Sanierung verwendet worden. Im Kopf wurde das Haus schon während der Bauphase ein- und umgeräumt. Die Zimmer wurden zugeteilt und – obwohl der Lehmstaub noch in der Luft lag – Möbel im Geiste in den Zimmern verteilt. Welche der vorhandenen Möbel können wo und wie untergebracht werden, was muss neu gekauft werden und wenn neu, dann in welchem Stil oder aus welchem Material. Waren zu Beginn der Bauphase Statik, Baustoffe und Steckdosen die großen Fragen, so stehen nun die alltäglichen Belange im Vordergrund.

Eine besondere Aufgabe kommt den Schränken zu, denn hier wird der Alltag hinter Türen verstaut. Von den Socken, bis zum guten Geschirr der Großmutter soll alles seinen Platz finden. Schränke sind der Stauraum für die Bettwäsche, Hemden, Hosen, Kleider, Schuhe, Teller, Tassen und natürlich all das ganze Krimskrams, welches man schon seit den Kindertagen mit sich umziehen lässt.


Ungewöhnliche Raummaße

Warum dem Schrank in einem Fachwerkhaus eine ganz besondere Rolle zukommt, ist der Tatsache geschuldet, dass viele dieser Häuser zu Zeiten erbaut worden, welche an den Wohnraum andere Ansprüche stellten. Die Menschen waren im Durchschnitt kleiner und die Deckenhöhe häufig niedriger. Dem Wohnen wurde weniger Raum gegeben, als dem Arbeitsplatz. Das heutige Wohnzimmer war ursprünglich vielleicht der Stall, eine Werkstatt oder ein Handelsraum. Diese ursprüngliche Raumaufteilung wurde im Laufe der Jahre natürlich den jeweiligen Bedürfnissen angepasst, aber häufig sind kleinere Zimmer, niedrige Deckenhöhen oder kleine Fenster verblieben. Mit diesen Gegebenheiten ergeben sich häufig Probleme, der sich die moderne Möbelindustrie kaum annimmt.


Die Deckenhöhe und der Kleiderschrank

Da hat man nun den schönen Resthof oder das bezaubernde Stadthaus rausgeputzt und das Schlafzimmer in einem Zwischenschoss geplant, weil es schön ruhig gelegen ist, und dann das: Die Deckenhöhe liegt bei 1,95m. Da gehen die Probleme los, weil die modernen Schränke auf heutige Deckhöhen von 2,40m bis 2,50m geplant sind. Jetzt ist Kreativität gefragt oder man erlangt relativ schnell die Erkenntnis, dass jetzt Material und Stil eine Lösung sein können.

Erstaunlicherweise sind viele Schränke im Landhausstil in der Tat niedriger gebaut oder, was der Sache mit der Deckenhöhe sehr entgegenkommt, mit Schrankkronen versehen. Diese Schrankkronen können dann einfach weggelassen werden und schon passt der Schrank in das Zimmer. Weiterhin sind viele dieser Schränke aus Massivholz. Diese stabilen Möbel vertragen es, mehrfach auf-, ab- und umgebaut zu werden. Ein unschätzbarer Vorteil für Besitzer von nicht DIN-Häusern. Auch die Schranksockel können – wenn notwendig – gekürzt werden, womit sich wieder ein paar Zentimeter gewinnen lassen, ohne dass man an den Korpus muss.

Massivholz – nicht nur eine Stilfrage

Wer mit viel Augenmaß sein Haus hergerichtet hat, hat den Blick auch auf gesunde Baustoffe gelegt. Diese Einstellung zum gesunden Wohnen sollte sich auch in der Wahl der Materiealien wiederspiegeln, aus denen die Möbel gefertigt sind. Massivholzmöbel, sofern sie nicht lackiert sind, bewahren die positiven Eigenschaften des Holzes. Sie wirken feuchtigkeitsregulierend, sind nicht elektrostatisch und vergleichsweise nachhaltig produziert.