massivholzdämmung

13.07.2009 Guido Boschert



hallo, ich wollte gern meine dachschrägen isolieren.
der momentane Aufbau von außen nach innen: Gips mit gitterdraht, dachpappe, zwischen den Balken Unterspannbahn aus dachpappe. der vorschlag meines Berater ist: mit massivholzbohlen 4cm stark einmal längs und dann quer Verlegen dazwischen eine Winddichtung mit rieselschutzpapier und zum schluß eine 2 cm starke gipskartonplasse.
hat jemand schon Erfahrung mit so einer konstruktion? bedanke mich vorab für unterstützung.



Der Aufbau ist OK



Der beschriebene Aufbau ist vollkommen in Ordnung.
Halten Sie sich bitte an Ihren Berater der weiss was er tut und lassen Sie sich (auch allen Unkenrufen zum trotz) nicht ! von diesem Weg abbringen.
Bedenken Sie, wenn die Bohlen auf dem Dach verlegt sind, dann haben Sie nicht nur Masse für den Dämmschutz, sondern auch noch ein regensicheres Dach.

Grüsse HP



Soll das Dach...



...komplett als Aufsparrendämmung gedämmt werden, oder soll der Aufbau zwischen den Sparren erfolgen?

Unabhängig davon halte ich von einer direkten Befestigung von Gipskarton auf einer Holzschalung gar nichts, das Arbeiten des Holzes sorgt für zuviel Bewegung.

Grüße

Thomas



Massivholzdämmung



Hallo,

solch ein Bohlendach leistet eine ganze Menge im Hinblick auf Festigkeit, Satbilität gegen Sturm und Regendichtigkeit.
Über den Wärmedämmwert soll man sich aber keine Illusionen machen, er liegt für 8 cm Nadelholz bei u = 1,324, moderne Dachkonstruktionen haben u-Werte um 0,20.
Wie wäre es mit Zusatzdämmung zwischen und unter den Sparren ?
Der Einwand mit der reißenden GK-Platte wurde zu recht gemacht. Abhilfe: doppelt beplanken und verschrauben.

Grüße vom Niederrhein



massivholzdämmung



vielen dank für die antworten, ich beschreibe nochmals von außen nach innen. hab es ein bißchen verdreht eingangs.
ziegel, lattung, sparren, dazwischen dachpappe, links und rechts eine Leiste an die sparren, 4 cm bohlen zw. den sparren, rieselschutzpapier,, 4 cm bohlen und zuletzt eine gipskartonplatte.
ich glaube es ist eine sehr gute idee doppelt zu beplanken.
noch zu erwähnen ist, das das haus nächstes jahr 100 jahre alt wird und wir denken dass das bisherige system nicht so falsch gewesen sein kann. wir wollen eher etwas mehr Heizöl verbrauchen, als das ganze haus luftdicht isolieren. aber ich selbst hab mich nur in die materie eingelesen und hab nicht wirklich praktische langzeiterfahrung, deshalb die fragen. vielen vielen dank für eure idenn und beratung.



Massivholzdämmung



Ich sehe bei Ihrem Aufbau Fehler in der Winddichtigkeitsebene.
Die gehört an die Außenseite.
Mittig liegend wird der Dämmwert im Winter praktisch halbiert.
Ob das Rieselschutzpapier wirklich winddicht und diffusionsoffen ist, weiß ich nicht und kann es mir auch nicht vorstellen.
Ob die Lüftungsebene zwischen Dachpappe (wobei ich mir nicht vorstellen kann, das zwischen Sparren und Dachlatten nur Dachpappe liegt)und der Außenseite der Dämmung ausreicht, ist ein weiterer kritischer Punkt.

Dann sollte diese Winddichtigkeitsebene unbedingt diffusionsoffen, aber winddicht sein.
Ersteres sichert das Trocknung der Dämmung, das Zweite verringert Wärmeverluste im Winter durch Transmission.
Das trifft auch für die innere Verkleidung mit dem Gipskarton zu, der ebenfalls winddicht eingebaut sein sollte.
Wenn draußen Wind weht, kann im Dachbereich zwischen Luv und Lee ein erheblicher Druckunterschied entstehen, der kalte Luft hinein und, was gefährlicher ist, warme Luft durch die Dämmlage drückt. Auskühlung und Kondensatbildung ist die Folge. Deshalb werden üblicherweise bei Dämmungen im Dachbereich Dampfbremsen eingesetzt.
Dann sehe ich noch einen weiteren kritischen Punkt, das ist die Verarbeitung der Dämmlage.
Holz ist keine Dämmmatte oder Weichfaserplatte, die ich leicht anpassen und eindrücken kann.
Fast jedes Stück muss milimetergenau zugesägt und eingesetzt werden; die Sparrenabstände sind nie ganz gleich und die Sparren liegen nie ganz parallel.
Größere Lücken, die durch das Einpressen oder Einblasen von weichen Dämmaterialien leicht vermieden werden, können bei Holz nur mit hohem Anpassungsaufwand verhindert werden. Zu große Lücken begünstigen Transmissionsverluste und Feuchteeintrag.

Mein Fazit: Ihr geplanter Aufbau wird einen recht guten sommerlichen Wärmeschutz bieten, aber eine jämmerliche Dämmwirkung im Winter. Feuchteeintrag und -akkumulation ist nicht auszuschließen.
Sie werden beim Einbau einen hohen Arbeitsaufwand haben.

Viele Grüße



Wenn das also...



...zwischen die Sparren kommen soll, sehe ich sie selben Probleme wie Georg, und würde davon Abstand nehmen, stattdessen zu einer Holzweichfaserplatte greifen.

Grüße

Thomas



massivholzdämmuing



vielen dank für die anregungen und vorschläge.
ich möchte hinzufügen dass das haus 100 jahre alt ist
und dass das system wohl funktioniert hat, bisher. ich beschreibe den ursprünglichen aufbau: biberschwanzziegel,
lattung dachpappe, sparren, 1,5cm starke bretter auf den sparren, dachpappe, drahtgitter mit gips und fertig.
die sparren und die bretter sind alles 100%ig in ordnung, was darauf schließen läßt dass es nirgends Kondenswasser gab. natürlich ist der isoliereffekt nicht der beste aber das haus steht in einem guten zustand da. und ich möchte nicht mit dämmmaterialien Feuchte in den wänden zurückhalten. lieber heize ich ein bißchen mehr.
ich denke die oben beschrieben variante weicht von dem herkömmlichen baustiel nicht ab, oder?
mfg



@ landhaus1910



Dass der Aufbau funktioniert durfte ich vor kurzem auch feststellen, ein Kunde von mir hat den von Ihnen beschriebenen Aufbau und ist zufrieden.

Wenn Interesse bestehet, kann ich den Kontakt mal zustandebringen.

Grüsse Thomas



Sie verändern da einiges grundsätzlich...



...und das bisherige Nichtvorliegen von Schäden läßt keinerlei Schlüsse auf die Wirksamkeit und Dauerhaftigkeit der angedachten Veränderungen zu.

Die saubere Anbindung an die vorhandenen Sparren ist zumindestens problematisch, wenn nicht gar unmöglich. Was haben Sie gegen eine Holzweichfaserplatte? 100% Holz, elastischer als ein Brett, deshalb an die Konturen der Sparren gut anzupassen, diffusionsoffen...

Wenn Sie unbedingt mit Massivholz arbeiten wollen, sollten sie konsequent sein: Deckung abnehmen, Bohlen nach Konsultation eines Statikers AUF die Sparren.

Grüße

Thomas



massivholzdämmuing



vielen dank für die anregungen und auch für die kritik.
thomas ich wäre sehr dankbar für die herstellung einen kontaktes. es ist natürlich das beste überhaupt mit jemanden reden zu können der diese konstruktion schon erprobt hat. wie gesagt das wäre einfach klasse wenn dies möglich wäre.
zu einer holzweichfaserplatte hab ich kein vertrauen
und die bohlen werden längs und quer verlegt und falls dochmal feuchte von außen kommen sollte, trocknet so eine Bohle wieder, und ich weiss nicht wie so eine holzweichfaserplatte danach aussieht wenn ein Ziegel marode ist. außerdem sollen die bohlen mit nut und feder verlegt werden, und das ganze soll ja auch nicht luftdicht sondern eben nur winddicht gemacht werden.so jedenfalls mein berater
und ich kann diese methode bisher am besten nachvollziehen.
dämmung von außen auf die sparren geht momentan nicht, da müsste das ganze dach abgedeckt und mit neuen ziegeln usw.
ist im budget nicht drin.
vielen dank für die vorschläge,
mfg
guido