Massive Wand auf Holzbalken

28.08.2018 LenaB.



Wir haben in unserem Haus eine ziemlich Massive Wand(ca. 25cm) im DG, darunter im OG ist eine dünne Wand ca. 10cm) im EG ist an dieser Stelle keine Wand. Nun biegt sich im OG an der Stelle mit der dünnen Wand der Boden durch. Ich denke die ganze Last liegt auf einem Holzbalken im OG. Hier kann mir wahrscheinlich nur ein Statiker Auskunft geben ob die Wände raus müssen, oder?
Der Kaufpreis ist noch nicht vollständig bezahlt, ist das ein grober Mangel?
Liebe Grüße
Lena



Balken



Die Last muss nach unten abgetragen werden. Ich habe bei mir im Dachgeschoss einen starke Fachwerkwand und im Erdgeschoss war die Wand um etwa einen Meter verschoben. Beim Freilegen des Balkens wurde klar, dass dieser einmal der obere Balken einer Fachwerkwand war. Der Balken war aus Eiche und gut überdimensioniert und so kam das Problem wohl erst Jahre später zu Tage, als der Balken durch ein undichtes Dach einen Wasserschaden bekam. Damals wurde dann eben das kleine Räumchen noch einmal durch eine Trennwand unterteilt, die diesen Balken stützte.

Ohne Statiker ist da nichts zu machen. Die Last der Wand muss abgefangen werden. Bei mir wurde der Balken mit U-Eisenträgern und Winkeln stabilisiert und die Kraft über einen Pfosten nach unten abgeleitet. Bei mir waren die betroffenen Außenwände nur bedingt tragfähig. Für den 3,5 meter langen Raum entstanden Kosten im mittleren vierstelligen Bereich. Bei mir wurde aber beim Verkauf direkt auf den Balken hingewiesen und damit hat der Vorbesitzer den Mangel klar angezeigt.

Viele Glück



Deckendurchbiegung



Statische Mängel sind fast immer grobe Mängel.
Wie das rechtlich einzuordnen ist müßte anwaltlich geklärt werden und hängt von den Umständen ab.
Evt ist es insgesamt kostengünstiger und einfacher, den Aufwand für eine Sanierung abschätzen zu lassen und dann dem Verkäufer einen Vorschlag zur Kaufpreisreduzierung zu unterbreiten.

Eine dicke Wand auf eine dünne Wand ohne Unterstützung zu setzen ist per se äußerst zweifelhaft.
Es ist vermutlich am besten, die dicke Wand abzutragen und ggf durch eine Leichtbauwand zu ersetzen.
Wieweit danach die Durchbiegung ausgeglichen werden kann hängt auch von der Optik ab.
Details zum genauen Bestand wären zur besseren Beurteilung notwendig- ggf per E-Mail.

Andreas Teich



Massive Wand auf Holzbalken



Danke Herr Teich.
Die Wand im DG soll eh raus und an diese Stelle auch keine neue.

Diese Vorgehensweise bzgl des Mangels wäre vermutlich die klügste.
Da das Haus momentan in einem desolaten Zustand ist, wäre die Frage ob der "noch Eigentümer" hier überhaupt mit sich reden lässt. Jede Frage wurde mit "das war schon immer so" beantwortet.

Leider kann ich nur schätzen wie dick die Mauer im Obergeschoss ist, da von allen Seiten verbaut.
Die Durchbiegung im OG ist deutlich zu erkennen. Auch an der Mauer im OG erkennt man dass diese in der Mitte tiefer läuft, dort ist ein Durchgang.
Das Haus im allgemeinen ist ein Reihenmittelhaus, massiv gebaut von ca. 1900 und war mehrere Jahre unbewohnt.

Gerne kann ich ihnen noch mehr Details per Mail senden.

Grüße
Lena