Massive Fehlstellen im Blockbau füllen

28.08.2018



Grüß Gott,
Mein Allgäuer Bauernhaus ist Baujahr 1689 und als Blockbau mit einer Wandstärke von 14 cm erstellt. Da die Verschindelung von 1922 total desolat ist, mache ich einen Teil der originalen Fassade (erster Stock und Giebel) wieder sichtbar. Der Erdgeschossbereich ist teilweise durch Wasserschäden, Fäulnis und Holzschädling so stark geschädigt, dass ganze Bereiche fehlen (es gibt teilweise Handflächen große Löcher). Da die Fehlstellen in der Wand partiell durchgehend nach innen sind will ich diese mäusedicht verschließen. Langfristig wird es zu einer Erneuerung dieser Außenwand kommen, dies aber erst bei einer Generalsanierung des Hauses (wenn eines meiner Kinder das Haus übernimmt). Zunächst will ich das Erdgeschoss mit einem Holzschirm aus Lärche verkleiden, darum spielt das Aussehen der Reparatur keine Rolle. Ich hätte die Löcher mit Hasengitter gegen Mäuse armiert und dann mit Montageschaum ausgefüllt.
Ist das sinnvoll? Oder gibt es bessere Alternativen ?

Danke für Eure Antwort



Kalkputz



Mein Restaurator der sich die Schäden bei mir im Fachwerk angeschaut hat meinte ich solle reinen Kalkputz für die Holzfehlstellen verwenden. Feuchtigkeit wird kapillar abgeleitet und so bleibt die Ausgleichsfeuchte im Holz im vernünftigen Rahmen. Ich bezweifle mal, ohne es wirklich zu Wissen, dass Bauschaum diese kapillare Leitfähigkeit hat um die Schwankungen in der Holzfeuchte ausgleichen zu können.

Das wird auch die Mäuse etwas behindern, die jedoch immer einen Weg durch kleinste Spalten finden und auch mal vorgeschädigte Holzbalken durchnagen.



Mäusegitter sinnvoll



Hallo, ich denke ein Mäusegitter ist sinnvoll, die Löcher würde ich aber auch mit Kalkmörtel zuwerfen.

Wenn das ganze eh nur eine temporäre Reparatur ist, würde ich statt den Lärchenbrettern Fichtenbretter verwenden.



Noch etwas:



Mir ist nochwas eingefallen: Wenn die Verschindelung total defekt ist, kommt das von der Wetterseite her?

Wenn die Verschindelung defekt ist, würde ich die originale Fassade nicht sichtbar machen. Ansonsten wird auch diese geschädigt werden?



Massive Fehlstellen im Blockbau füllen



Die Ortslage bei uns ist relativ wettergeschützt. Die Verschindelung bestand aus kleinen Allgäuer Rundschindeln, die nur 5 cm breit sind und wenige Millimeter stark. Von 1972 bis wir das Haus im Jahr 2002 erworben haben, wurden die Schindeln nicht mehr gestrichen. Durch den Wechsel von Feuchtigkeit und starker Sonneneinstrahlung sind dann vermutlich viele Schindeln an der Nagelstelle gespalten und aus der Fassade gerutscht. Der zutage getretene Blockbau ist im ersten Stock und im Giebelbereich ist für das Alter von 320 Jahren in sehr gutem Zustand. Nur der Erdgeschossbereich ist durch Spritzwasser, Bodenfeuchtigkeit und Insektenfraß stark geschädigt worden. Es gibt Allgäuer Häuser die auf einem Natursteinsockel stehen und relativ gut gegen aufziehende Feuchtigkeit geschützt sind. Bei meinem Haus liegt der erste Holzkranz leider bodeneben und befindet sich daher in der Auflösung. Daher will ich die Erdgeschossfassade verkleiden. Diese Lösung wurde in meiner Nachbarschaft auch gewählt, und wenn nach ein paar Jahren das Holz sonnenverbrannt wird ist das auch optisch eine ansprechend Lösung.

Schöne Grüße



OT Material



Jetzt habe ich am Wochenende mal wieder Holzreste für die thermische Verwertung in meinem Ofen aufbereitet und habe dann die eine oder andere lackierte Latte für meinen Müllcontainer gefunden. Tja, mit den Latten mit anhaftenden Bauschaumresten ist das leider genauso gewesen. mit größeren Mengen Bauschaum kann man so potenzielles Brennholz in Sondermüll verwandeln.



Blockhaus-Fehlstellen ausbessern



Montageschäume würde ich auf keinen Fall verwenden, auch wenn allseits von Bauhand- und Hobbywerkern geliebt wegen schnellem Ergebnis.

Schaum zieht Feuchtigkeit (und führt dadurch zu schnellerer Verrottung), außer Brunnenschaum und dieser nur dann nicht, wenn der Überstand nicht abgeschnitten wird.

Mit Kettensäge oder FEIN-Säge lassen sich die umgebenden Holzteile ziemlich genau und schnell herausschneiden, sodass anschließend etwas keilig geschnittene Holzteile eingesetzt werden können. Dann sind auch keine Drahtgeflechte notwendig.
Kaninchendraht ist ohnehin viel zu grobmaschig- besser Drahtgewebe verwenden.

Kleine Stellen können mit Kalkmörtel, evt mit etwas Öl- und Hanffaserzugabe ausgefüllt werden

Gegen Spritzwasser entweder das umgebende Gelände tiefer legen,
eine umlaufende, breitere Rinne Verlegen oder zumindest Rundkies verwenden.

Schindeln sollten ohnehin nicht gestrichen werden, was bei Dachschindeln völlig ausgeschlossen ist.

Andreas Teich