"Perfektes" Mauerwerk, innen? Kalk, der Gesundheit und Wärme zur Liebe?

25.10.2010



Hallo,

ich beschäftige mich seit relativ kurzer Zeit mit Altbauten. Um genau zu sein: Seit ich Eigentümer eines, immerhin, 100 Jahre alten Hauses bin.
Es handelt sich zwar nur im Anbau um Fachwerk, doch das soll jetzt auch nach und nach ausgebaut werden.

Was hat das mit einem perfekten Mauerwerk zu tun?

Ich überlege seit Wochen, aus welchen Materialien ich meinen zukünftigen Lebensbereich bauen möchte. Nach längerem Lesen, bin ich zu dem Entschluss gekommen, dass eine Mauer aus Kalksandstein, höchstes 3DF (bei 24cm), mit Luftkalkmörtel vermauert so ziemlich das Optimum darstellt. Und zwar in Hinsicht auf Schalldämmung, Wärmespeicherung bzw.Pufferung, aus gesundheitlichen Gründen (sowohl bei der Verarbeitung als auch langfristig durch ausbleibende Ausdünstungen im Gegensatz zum Zementmörtel) und nicht zuletzt aus thermodynamischen Gründen, da Kalkmörtel, eine gute Verarbeitung vorausgesetzt, weniger zur Rissbildung neigt.

Sehe ich das als eigentlicher Laie soweit richtig?

Ich rede hier nur von Innenmauern.

Da ich Musik liebe, und mit Strahlungsheizungen heizen möchte, überlege ich den Großteil der Mauern in 24er Bauweise und kleine Stücke, entweder in 17,5 oder 11,5er Stärke zu mauern. Davon Abhängig natürlich die Wahl des Steines. KS-NF oder KS-DF3.

Die längste Mauer wird die ungefähren Maße 5x3 Meter haben.

Ist meine Entscheidung bis hier hin ok?

Für kurze Anregungen und Meinungen wäre ich sehr dankbar.

Auch dankbar wäre ich, wenn mir jemand einen Link nennen kann, wo ich nachlesen kann welche Sandkörnung ich zum Beispiel nehmen müsste? Hängt das vom Stein ab? Von der Dicke der Mauer? Ich weiß bis jetzt nur das ich, beim Putz, eine nach außen hin mit einer feiner werdenden Körnung arbeiten muss...

Entschuldigt meine vielleicht ungenauen und zahlreichen Fragen. Es ist Anfangs immer schwer sich in ein neues Thema einzuarbeiten...

Grüße,

Mathias



Mauerwerk



Hallo Matthias,
vorab erst mal:
Es gibt kein perfektes Mauerwerk.
Die Umhüllungskonstruktion eines Raumes ist immer ein Kompromiss zwischen einander widerstrebenden Materialeigenschaften und gegensätzlichen Anforderungen.
Da gibt es keine alleinseiligmachenden Wahrheiten bzw. Wandkonstruktionen.
Was Sie mit "langfristig durch ausbleibende Ausdünstungen im Gegensatz zu Zementmörtel" meinen bitte ich mir zu erklären.
Ich kenne weder aus der Fachliteratur noch aus meiner beruflichen Praxis "Ausdünstungen", also gasförmige Emissionen bei Zementmörtel (außer denen, die beim Abbinden des Kalkanteils im Zement entstehen, also Wasser).
Nun zur eigentlichen Frage:
Ehe man dazu etwas sagen kann, sollten Sie Ihr Vorhaben etwas genauer beschreiben.
Wollen Sie Gefache ausmauern?
Soll es eine neue Innenwand zur Teilung eines vorhandenen Zimmers werden?
Wird das eine tragende Wand?
Wird das eine Außenwand?

Viele Grüße



Grundsätzlich



muss beim nachträglichen Einziehen von Zwischenwänden die Statik beachtet werden. Da werden erhebliche zusätzliche Lasten in´s Bauwerk gebracht, die auch sicher bis in die Fundamente geleitet werden müssen.
Und im übrigen gibt es "die perfekte Wand" nicht, das richtet sich immer nach den gewünschten Eigenschaften.
Bei den hier angestellten Überlegungen ist KS-Mauerwerk sicher eine gute Wahl. Allerdings ist die Angst vor Zement bei Innenwänden hier unbegründet. Zement setzt keine Ausdünstungen frei, das kann bestenfalls bei kunstharzvergüteten Fertigmörteln passieren. Kalk- oder Kalkzementmörtel werden durch die statischen Anforderungen vorgegeben. Als Mauersand ist gewaschener Sand mit 4 mm Grösstkorn geeignet, am besten beim Baustoffhändler "Putz- und Mauersand" bestellen, dann kommt das richtige.
Sauber verarbeitetes KS-Mauerwerk im eigenen Saft verfugt bietet natürlich auch sehr dekorative Gestaltungsmöglichkeiten, in Kombination mit einer sauber ausgeführten Aufputzinstallation hat schon was sehr dekoratives. Oder aber ganz trickreich mit einer gleich beim Mauern vorbereiteten verdeckten Installation.
Empfehlen würde ich hier 2DF und 3DF als Steinformate, der NF lässt sich aufgrund der Schichthöhe schlechter einbinden. Diese Formate gibt´s jeweils als Loch- und Vollsteine und in unterschiedlichen Festigkeiten und Rohdichteklassen.
MfG
dasMaurer





Ich würde, wenn ich die Wahl hätte, statt KS ein Material wählen, das grosse Mengen Wasserdampf speichern und abgeben kann, weil dies bei gleicher Mauerwerksmasse ein ausgeglicheneres Innenklima ergeben wird. Hier wären niedrig gebrannte mauerziegel aus Ton oder Stampflehm erste Wahl.
Aber wie bereits erwähnt, es gibt nicht nur eine gute Lösung.
Wenn Sie viel Musik hören oder machen und Nachbarn in Hörweite haben, hat Schallschutz höchten Vorrang, weil Nachlässigkeiten hierin sich indirekt auch gesundheitlich sehr nachteilig auswirken könnten.



Erst einmal danke!



Danke für die schnellen Antworten!


"Die Umhüllungskonstruktion eines Raumes ist immer ein Kompromiss zwischen einander widerstrebenden Materialeigenschaften und gegensätzlichen Anforderungen."

Deswegen dachte ich, an KS mit Kalkmörtel. Möglichst homogen und dadurch bei Wärme gleich dehnend.

Mit dem Ausdünstungen kann ich leider gerade keinen direkten Link nennen,doch dem Interessierten kann ich nur folgende Seite empfehlen:

http://www.konrad-fischer-info.de

Hier findet man, zwischen ein wenig Sarkasmus versteckt, mehrere negativen Eigenschaften von Zement.
Ich bin mir relativ sicher, das mit den Ausdünstungen auch dort gelesen zu haben.


"Wollen Sie Gefache ausmauern?
Soll es eine neue Innenwand zur Teilung eines vorhandenen Zimmers werden?
Wird das eine tragende Wand?
Wird das eine Außenwand?"

1. Nein, das Gefache haben schon (andere Idioten) vor Jahren mit Ziegeln ausgemauert und damit es schön schimmelt mit Zementputz verputzt. :(
Das Gefache welches sich im Ramen eines Türeinbaus zeigte, war gut als Torf zu gebrauchen...
Das ist aber alles ein anderes Problem.
Meine Mauerplanung bezieht sich zur Zeit lediglich auf Trennmauernin einer großen Halle (ursprünglich Stallungen)
Die Außenmauern bleiben erst einmal unverändert.

2. Genau.

3. Da es sich um eine 3m hohe Halle handelt, bleibt es eingeschossig. Somit soll die Wand nicht tragend sein. Außer die spätere Decke wird dort nichts auffliegen.

4. Nein, reine Innenwand.

Ich möchte mich erst einmal mit Kalkmörtel im Innenbereich versuchen. Langfristig möchte ich aber auch die Schadsalzbelastete Außenmauer erneuern....

Vielen Dank bis hierhin an Herr Böttcher!


Nun zur nächsten Antwort:

Es handelt sich um einen nicht unterkellerten Anbau. Der komplette Boden, im Anbau aber auch auf dem Hof, ist aus Betonplatten. Und zwar nicht die kleinen Gartenplättchen, sondern ca. 7x2m große Betonplatten mit einer ungefähren Stärke von 15-20cm.
Auch wenn diese Platten teilweise kleine Risse aufweisen, brauche ich mir in diesem Fall wahrscheinlich keine Gedanken zur Statik machen.

Das mit der "perfekten Wand" ist wohl auch eher ein "Eyecatcher" in der Überschrift. ;)

Wie bei allem anderen im Leben auch, ist "perfekt" sehr individuell und letztendlich auch immer subjektiv.

Für mich bedeutet Perfektionismus in diesem Zusammenhang:

Eine Mauer die akustisch und thermisch gute Eigenschaften besitzt. Also Masse zum Blocken der Akustik und zum Speichern der Kaminwärme. Darüberhinaus möchte ich relativ "naturnah" bauen. (Aber ohne Lehmputz)
Wenn ich in die Welt schaue, welche großen Bauwerke zum Teil nach tausenden Jahren noch stehen, sehe ich Gebäude die mit Kalkmörtel gebaut wurden. Der römische caementum hatte ja schließlich auch nichts mit unserem Zement zu tun.
Durch die möglichst große Homogenität der Materialen werden Dehnungsrisse vermieden, oder deren Gefahr minimiert.
Die Mauer soll leicht und problemlos zu entsorgen sein, falls sie einmal ausgedient hat. Und genauso problemlos auch 100 Jahre halten, falls sie bleiben soll.

Eigentlich dachte ich auch, dass gerade aus Gründen der Feuchteregulierung der Kalksandstein besser geeignet ist, als ein Tonziegel.

Und schließlich ja auch die spätere Handbarkeit. Ich denke, in ein KS-Mauerwerk lässt sich eine Unterputzinstallation leichter "integrieren" als in ein Ziegelmauerwerk. Oder?

Naja, das sind jetzt die Dinge die mir spontan zu einer perfekten Mauer einfallen.

"Allerdings ist die Angst vor Zement bei Innenwänden hier unbegründet. Zement setzt keine Ausdünstungen frei, das kann bestenfalls bei kunstharzvergüteten Fertigmörteln passieren."

Nach dem Studium der Seite von Konrad-Fischer bin ich sehr sehr skeptisch gegenüber Zement und auch Kunstharzprodukten!
Hinzu kommt, dass ich hier in meinem Haus sehe, welche tolle Wirkung Mörtel (MGIII) auf einer alten Ziegelmauer hat.
Risse, Schollenbildung, abgeplatzte Stellen...
Und dort wo der Putz nicht von alleine Abplatz, bekommt man ihn überhaupt gar nicht runter... Ein echtes Scheißzeug.

Entschuldigt meine Ausdrucksweise...

"Als Mauersand ist gewaschener Sand mit 4 mm Grösstkorn geeignet, am besten beim Baustoffhändler "Putz- und Mauersand" bestellen, dann kommt das richtige."

Ich liebäugle die ganze Zeit mit dem Mörtel der Firma Solubel. Den gibt es ja auch mit verschiedenen Körnungen. Intuitiv hätte ich den 0-6mm gewählt.
Auch wenn das alles preislich wahrscheinlich wesentlich günstiger geht, denke ich mir, ist es vielleicht besser mit einer fertigen Mischung anzufangen.
Gerade als Laie kann man bei der Mischung wohl auch einiges falsch machen... Ich suche diesbezüglich auch noch immer eine gute Anleitung im Netz.

"Sauber verarbeitetes KS-Mauerwerk im eigenen Saft verfugt bietet natürlich auch sehr dekorative Gestaltungsmöglichkeiten, in Kombination mit einer sauber ausgeführten Aufputzinstallation hat schon was sehr dekoratives. Oder aber ganz trickreich mit einer gleich beim Mauern vorbereiteten verdeckten Installation."

Hehe... im eigenen Saft... Wir kochen uns eine Mauer. ;)
Ja, gerade durch die Möglichkeit des Einfärbens der Steine und des Mörtels lassen sich bestimmt "traumhafte" Mäuerchen bauen.

Und Sie haben recht. Lieber den DF2er als den NF. Das macht Sinn.

Bis hierhin danke an Herrn Warnecke!


Und nun zur Antwort von Herrn Paulsen:

"Ich würde, wenn ich die Wahl hätte, statt KS ein Material wählen, das grosse Mengen Wasserdampf speichern und abgeben kann, weil dies bei gleicher Mauerwerksmasse ein ausgeglicheneres Innenklima ergeben wird."

Eigentlich dachte ich, dass genau aus diesem Grund ein KS besser wäre. Zumindest besser als ein normaler Tonziegel.
Denn schließlich sollen ja keine großen Mengen an Feuchtigkeit eingelagert werden, sondern bei Bedarf schnell aufgenommen und ebenso schnell (am besten noch schneller) wieder abgegeben werden...

Und akustisch zählt im Endeffekt eh fast ausschließlich die Masse der verwendeten Steine. Zumindest was die Dämmung nach außen anbelangt. In dem "Musikraum" an sich, wäre ein weicher Ziegel wegen der Absorption optimal...
Also aus der Sicht wäre wohl Stampflehm eine gute Wahl.
Wenn er denn eine vergleichbare Dichte wie ein Vollstein hat...

Vielleicht noch ein wenig Hintergrund:

Ich suche jetzt nicht wirklich DIE perfekte Mauer. Ich bin noch relativ jung, und habe hier in meinem alten Häusschen die Möglichkeit Erfahrungen zu sammeln.
Heute ist es eine kleine Trennmauer, nächste Woche ein Gästeklo, usw...
Ich möchte mir nachhaltiges Bauen angewöhnen, und mich nicht in 5-10 Jahren wegen Rissen aufgrund schlechter (ungleicher) Materialeigenschaften aufregen müssen.

Im Keller des Haupthauses befindet sich eine Kappendecke mit Stahlträgern. Dank übereifriger Maurer (das Wort dumm möchte ich mal vermeiden) die einen komplett hydrophoben Zementputz auf eine 100 Jahre alte, feuchte Kellerwand gehauen haben,
hat sich der komplette Keller "feuchtgezogen". Natürlich haben die Vorbesitzer auch im absoluten Hochsommer gelüftet damit noch mehr Feuchtigkeit in den Keller kommt...

Naja, solche Fehler möchte ich von vorne herein vermeiden!
(Nicht nur den mit dem Lüften)

Deswegen vielleicht die Frage nach der perfekten Mauer...
Jetzt gerade fällt mir dazu ein:
Perfekte Mauern sind z.B. die des Kolosseums.
Einfach Mauern, die stehenbleiben bis jemand kommt und sie abreißt.
Und nicht eine Mauer, die nur stehenbleibt, wenn man alle Dekaden mal die zerplatzen Fugen ausbessert oder den Putz erneuert. ;)
Ich hoffe, ihr versteht was ich meine.

Noch einmal Danke für alle Antworten, und die, die vielleicht noch kommen werden.

Grüße,

Mathias



Mauerwerk



Einer der Hauptbestandteile von hydraulischen Bindemitteln ist Dicalciumsilikathydrat.
Steckt im römischen hydraulischen Mörtel des Colosseums (das auf einem kolossalen Betonfundament steht), im Zement, im Kalksandstein.
Das mit den Ausdünstungen von Konrad Fischer sollten Sie nicht so ernst nehmen.
Kann jedem mal passieren.

Viele Grüße





"Einer der Hauptbestandteile von hydraulischen Bindemitteln ist Dicalciumsilikathydrat.
Steckt im römischen hydraulischen Mörtel des Colosseums (das auf einem kolossalen Betonfundament steht), im Zement, im Kalksandstein."

Danke für die keine Nachhilfestunde, die nichts anderes besagt, als das das Bindemittel normaler KS-Steine dem des Kolosseums gleicht.

Heutiger Zement ist aber ein Gepansche aus moderner Chemie.
Die Gefahrenkennzeichnung beim Zement rührt nicht nur vom hohen PH-Wert eventuell verbliebenen Kalkes her...

Maurerkretze ist wohl nicht umsonst die Berufskrankheit unter Maurern, und Einatmen von Zementstaub verursacht nicht umsonst Krebs. Ich denke alleine die beiden Aspekte sollten einem schon zu denken geben.
Man schaue einfach mal hier:

http://de.wikipedia.org/wiki/Chromate

Diese sind in Zement vorhanden. Und nicht nur die...

Also selbst wenn Zement nicht ausdünstet, was ich mir aber irgendwie nicht vorstellen kann, gibt es für mich persönlich genug Gründe die gegen den Einsatz sprechen...

Ich denke, damaligen Zement kann man nicht mit heutigem vergleichen...

Vielleicht, wenn es Sie wirklich interessiert, werfen Sie mal einen Blick auf die Seite. Ich denke, jemand der seit 30 Jahren Fachwerkhäuser, Klöster, Kirchen und Schlösser saniert, wird schon ein wenig Erfahrungen gemacht haben...

Es gibt, so finde ich, nicht einen einzigen Grund bei einer einfachen Mauer Zementmörtel zu nehmen. Vielleicht einzig in der, im Gegensatz zum Luftkalkmörtel vereinfachten, Anwendung.

Also zumindest kommt es mir im Moment so vor...

Grüße,

Mathias



Zement



Lieber Mathias,
also ich habe in dem Wikipedia- Eintrag nichts über irgendwelche schädlichen Ausdünstungen bei erhärtetem Mörtel oder Beton gelesen.
Ob das ein Gepansche moderner Chemie ist ist Ansichtssache. Ich denke viele Produkte der modernen Lebensmittelindustrie auf Ihrem heutigen Abendbrotstisch entsprechen da eher diesem Klischee.
Das mit der Zementkrätze ist ein alter Hut, die heutigen Zemente sind chromatarm. Übrigens betrifft das nur den frischen Zement, nicht den abgebundenen.
Also, wo sind denn nun die schädlichen Ausdünstungen?
Wie wirken Sie?

Viele Grüße





Ich war auch mal jung,
kann deshalb sagen-
keine Angst,diese Art von Infizierung vergeht wieder.
:-)



und



als zementverarbeitender Handwerker frage ich mal ketzerisch: bist Du auch so sorgsam bei der Wahl der Materialien für Deinen fahrbaren Untersatz oder bist Du zum Fußgänger auf reinen Lederschuhen geworden...
Nichts gegen deine gut gemeinte Vorsätze, aber das Beton / Zement im Wohnberich schädlich ist, ist mir völlig neu ...
Und die Hintergründe von KF`s Gedanken sind mir ohnehin nicht verständlich. Ich betrachte das aber als freie Meinungsäußerung.
Als Material würde ich die üblichen Ziegel nehmen, die Rohdichte kann wegen Schallschutz entsprechend ausgewählt werden, bei den Außenwänden wären hochdämmende HLZ-Ziegel möglich und am Ende hätte man einen einheitlichen Putzgrund für einen Kalkputz.
Im übrigen - was für Möbel stellst Du dann in Deine Küche - hoffentlich aus reinem Holz und keine aus Spanplatte .....



Im



eigenen Saft soll er schmoren. Wenn er vom Mauern keine Ahnung hat, soll er sich sach- und fachkundig machen, also 3 Jahre Lehrzeit, 3 Gesellenjahre, dann die Meisterprüfung. Und wenn er dann noch 30 Jahre auf Baustellen auf dem Buckel hat, kann er gerne lästern.
Und die alten rissigen Betonplatten will er drin lassen??? Mein Gott, wat dat ausdünsten tut ;-)). Da gehört ein klassischer Terazzoboden rein, mit Branntkalk und Marmorsplitt, anschliessend mit `nem Granitbrocken nass von Hand geschliffen.
MfG
dasMaurer





Lieber Mathias,
da das Maurerhandwerk auf eine jahrtausendealte Tradition zurückblicken kann, gibt es auch reichlichst Erfahrungen über den Zusammenhang von Material und Wohnklima. Man muss nicht alles neu erfinden.
Besuche doch mal fleissig Gebäude verschiedenster Bauart, und wenn Du ein Dir zusagendes Objekt findest, frage nach den verwendeten Materialien und der Bauweise.
Beachte: das Material ist wichtig, die Architektur ist es noch mehr!

/Ironiemodus ein
Wenn die Mauer reisst, kann es auch an der Musik liegen.
/Ironiemodus aus



....



Ein kurzes Danke an Herrn Paulsen. Endlich mal wieder ein objektiver Beitrag hier!
Ich muss sagen, dass ich mir schon relativ viel angeschaut habe. Und ich muss sagen,dass auch in diesem Gebiet uns die Holländer um einiges voraus sind! ;)
Es ist wirklich unglaublich wie viel Individualismus auch in den kleinsten Örtchen zu finden ist...
Leider hatte ich noch nicht die Gelegenheit einmal ausgiebig mit einem holländischen Ingenieur zu quatschen...


Und zum vorherigen Post:

"3 Jahre Lehrzeit, 3 Gesellenjahre, dann die Meisterprüfung"

... *gähn*

Vielleicht studiere ich anstatt Physik und Elektrotechnik besser Bauingenieurwesen.
Eine Ausbildung habe ich eh schon in der Tasche.
Und vom 3 Jahre Säcke schleppen lernt man eh nichts.

Ich bevorzuge es, erst zu denken, dann zu handeln. Also warum soll ich handeln bis ich denken kann?

"Und die alten rissigen Betonplatten will er drin lassen??? Mein Gott, wat dat ausdünsten tut ;-)"

Drinne lasse will er die? Ach nei, wie putzig.

...also für den Schenkelklopfer haben Sie wahrscheinlich sogar die Auskunft angerufen, wa?

Oh mann...nur dumme Sprüche... ich weiß schon,warum ich wirklich lieber selbst aktiv werde, bevor ich noch so lustige und hilfreiche Menschen engagiere und für den Mist bezahle, den die Handwerk nennen... Mein Haus ist voller Beispiele grenzenlosem fachmännischen Können...

Aber egal, in der ersten Hälfte konnte ich ein wenig zum Thema lernen, und in der Zweiten, das es immer wieder die lustig ist sich mit einer Sache an ein Forum zu wenden.

Herr Böttcher möchte ich noch kurz antworten:

"also ich habe in dem Wikipedia- Eintrag nichts über irgendwelche schädlichen Ausdünstungen bei erhärtetem Mörtel oder Beton gelesen."

Und wenn bei Wikipedia schon nichts zu finden ist, muss das ja stimmen. ;)

http://www.crtib.lu/Leitfaden/content/DE/116/C519/

Hier steht etwas zum Thema Chromate. Und weiteren Links findet man auch noch mehr.... Klar "sollen" eingesetzte Zemente chromatarm sein... Klar "sollen" mögliche Zuschläge gering sein. Klar ist rauchen nicht schädlich... ach ne, dass war eine andere Zeit....

Fakt ist, dass man keine wirkliche Auflistung der Zuschläge der einzelnen Firmen bekommt. Außer bei Firmen wie z.B. Solubel... Bei Probau erfährt man nichts.
Eigentlich wie bei Zigaretten... Was genau drin ist...

Es gab doch "letztens" erst ein großen Skandal in,ich glaube, Baden Würtemberg, wobei giftige Stoffe beim Brennen von KS-Steinen verwendet wurden. Im gleichen Zusammenhang wurde von dem Versuch erzählt, Hausmüll in Ziegel einzuarbeiten. Es lebe die Moderne...

Ich glaube, das Thema ähnelt ein wenig dem des Amalgams.
Oder vielleicht doch eher dem des Asbestes?

Wie lange wurde dies genutzt, bis gemerkt wurde wie schädlich das Zeug wirklich ist? Also das Asbest...

"Ob das ein Gepansche moderner Chemie ist ist Ansichtssache. Ich denke viele Produkte der modernen Lebensmittelindustrie auf Ihrem heutigen Abendbrotstisch entsprechen da eher diesem Klischee."

Naja, das Sie dieses als reines Klischee sehen, zeigt schon, wie sehr dieses Thema wirklich eine Ansichtssache zu sein scheint.
Wenn sich Pharmaindustrie und Lebensmittelindustrie zusammentun, sollte man schon überlegen was man so isst...

Aber bevor hier mancher noch ein Feuerchen macht und aus Gewohnheit anfängt im Kreis zu tanzen:

Ich bin doch schon von den Ausdünstungen weg! ;)
Einen Vorteil von Zement konnte mir trotzdem noch keiner nennen...

Also warum sollte ich nochmal Zement nehmen? Weil schulhofwürdige Schenkelklopfer gute Argumente darstellen?

Egal. Vielen Dank euch allen! ;)

Grüße



Wandaufbau



Lieber Mathias,
anscheinend verwechseln Sie dieses Forum mit einem Glaubensstreit unter religiösen Eiferern.
Niemand will Sie dazu bringen irgendetwas zu nehmen.
Mich regt es einfach nur auf, wenn hier munter mit unbewiesenen Behauptungen um sich geworfen wird.
Das heißt noch lange nicht, das man im Umkehrschluß alles mit Zement bauen sollte. Genau das ist es, wogegen ich mich hier im Forum immer wehre: die Verteufelung oder Seligsprechung bestimmter Baumaterialien unabhängig vom Verwendungszweck.
Alles hat seinen Platz, ob ich Kalk oder Zement oder beides oder andere als Bindemittel einsetze, hängt vom Zweck ab, den dieses Material erfüllen soll.
Wenn Sie wissen wollen mit was und wie die Wand aufgemauert werden soll dann schauen Sie im Internet beim Hersteller des Wandbaustoffes nach. Dort finden Sie Produktdatenblätter mit Verarbeitungshinweisen und Angaben zu dem dazu passenden Mörtel. Damit sind Sie auf der sicheren Seite.
Falls Ihnen der Preis für KS zu teuer erscheint dann sollten Sie über billigere Alternativen nachdenken.
Ich hätte mir Abbruchsteine besorgt und die Wand mit selbstgemischtem Kalkmörtel aufgeführt.

Viele Grüße

p.s. Zu einer Wand dieser Größe gehört auch ein Fundament und eine Einspannung bzw. Haltung zur Minderung der Knicklänge. Wenn Sie Schallschutz wollen, ist die Decke der Schwachpunkt, nicht die Wand.





Lieber Mathias,
viel Text ...

Wilhelm Busch: "Wer durch des Argwohns Brille schaut, findet Raupen selbst im Sauerkraut"

Wo Materialien, egal ob Lebensmittel oder Baustoffe, in grossindustriellem Masstab hergestellt und gehandelt werden. kommt immer wieder mal einer in Versuchung, seinen Gewinn durch Zumischung minderwertiger Zuschläge oder durch "Optimierung" von Prozessen in illegaler Weise zu verbessern. Das sollte man dann aber nicht pauschal dem Material anlasten.

Die Art, wie Du Dich hier über handwerkliche Praxis auslässt, wirkt auf mich etwas, na ja, unreif. Stell doch lieber das eine oder andere Bild ein von dem, was Du schon gemacht hast, statt auf die Praktiker zu lästern - damit wir auch aus unserer Froschperspektive mitbekommen, welche Talente hier Beiträge schreiben.





Mathias-
warum stellst du deine Fragen nicht K.F. persönlich?
Der hat ein Telefon, und es läßt sich angenehm mit ihm sprechen.Dann brauchst du dich auch nicht mit nur Mist zusammenbringenden Handwerkern in diesem Forum abgeben.
Holländische Ingenieure müßten doch auch leicht im Internet zu finden sein? Da würd ich schon mal nachsuchen, vor allem wenn sie den unsrigen(?)so weit voraus sind. Da kann man doch hoffen das sie einen 100-jährigen Altbau mit Fachwerkanbau wieder hinbringen oder?
Ulrichs Beitrag hab ich übrigens nicht auf dich gemünzt verstanden, bitte nochmal langsam durchlesen, vielleicht schnackelts dann?
Und glaub mir, die Infizierung vergeht wieder! :-)