Wärmedämmung eines Fachwerkhaus (Fassade)




Hallo,
Habe mir ein altes Bauernhaus gekauft und wollte dies von außen (Fassade) Wärmedämmen.
Das Haus ist 20m X 10m.
Baujahr unbekannt, Ca. 1800 ???
Der linke Teil ist das ursprüngliche Wohnhaus (Fachwerk), der rechte Teil (ehemalige Scheune) wurde in den 70ern mit Koffersteinen, Bruchsteinen, Ziegelsteinen usw. zu einem Wohnraum umgebaut.
Die Fassade ist derzeit mit Eternit und Bitumplatten (graue Klinker Atrappe aus den 70ern) zugepackt.
Das Haus hat also keine schöne Fassade weder mit Eternit als auch im Orginal Zustand da wirklich im Mauerwerk alles was Griffbereit war, verbaut wurde.
Es besteht auch kein Denkmalschutz.
Jetzt meine Frage:
Ich wollte im Frühjahr das Haus mit Styropor/Neopor im WDVS System dämmen.
Meine bedenken liegen im linken teil des Hauses, dort ist Fachwerk und ich befürchte,dass das Fachwerk ständig feucht sein wird, innen Schimmel weil teilweise noch Lehm in den Wänden ist.
Habe schon Architekten, usw. vor Ort gehabt die keine bedenken haben.
Ich hoffe das mir einer hier aus dem Forum helfen kann der event. in der gleichen Situation war und Styropor verbaut hat und Erfahrungen sammeln konnte.
PS. Habe auch von den Holzfaserplatten gehört und in der Hand gehabt, ist nicht mein Ding.



Wenn Holzfaserplatten nicht Dein Ding sind....



... und Du berechtigte Zweifel an den Schaumplatten pflegst, dann würde ich mir alternativ mal überlegen, ob nicht eine hinterlüftete Boden-/Deckelschalung Sinn macht.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Hallo Styropor



Ich kann ja das sterben nach Wärmedämmung in den Grundzügen verstehen auch wenn man den Effekt meist stark überbewertet.
Da werden sie aber doch gerade die hässliche alte Verkleidung los, und wollen direkt wieder das Fachwerk verstecken ?



R.i.P.



"... das sterben nach Wärmedämmung..."



ich



habe mein Haus gedämmt (WDVS; 2003), aber nicht mit Styropur, sondern mit Steinwolle. Besser wäre wohj gewesen Hanf oder Weichfaserplatte. Dem ganzen Gebäude könnte man dann aber eine einheitliche Optik geben.
Bin aber bisher mehr als zufrieden und würde Dir nicht abraten wollen. Konnte aber alles selber machen.



Wärmedämmung eines Fachwerkhaus (Fassade)



Hallo Olaf aus Sachsen,
Genau das habe ich vor und zwar gibt es so Fachwerkhäuser am Nürburgring (Eifeldorf) mit einer Fachwerk Atrappe.
Kannst das ja mal bei google eingeben und dir Fotos ansehen.
Schick mir doch mal bitte deine mail adresse und wir tretten in kontakt.



Meintest Du etwa...



... das Pappmaché-Partydorf "Grüne Hölle"?



Wärmedämmverbundsystem auf Fachwerkwand



Hallo Stefan,

die Dämmung eines Gebäudes besitzt nicht ausschließlich positive Aspekte, sondern kann – falsch montiert, falsch dimensioniert, falsch endbehandelt – nicht nur zum Verlust der beabsichtigten Dämmwirkung, sondern sogar dauerhaft zu Schäden an Gebäude und nicht zuletzt an der Gesundheit führen.

Wenn im Fachwerkbereich unbedingt außen wärmegedämmt werden soll, ist eine Wärmedämmebene mit vorgesetzter hinterlüfteter Fassade verm. die einzige Möglichkeit zu dämmen ohne auf Dauer die Substanz zu schädigen, da einmal in die Dämmebene gelangte Feuchtigkeit dort wieder abtransportiert werden kann.

Aus letzt genanntem Grund ist bei einem Wandaufbau immer zu beachten, dass die Bauteilschichten nach außen hin immer diffusionsoffener werden. Ist dem nicht der Fall (z. B. Kunstharzputz auf WDVS) kann hinter die Putzschicht gelangtes Wasser (durch Rissbildung, Diffusion, ..) die letzte außenliegende Schicht schwieriger passieren. Durch Frost beispielsweise kann die Putzschicht in Ablösung geraten.

Wenn sich nun dauerhaft Feuchtigkeit ansammelt, oder auch durch nicht fachgerechte Montage ein WDVS auf einer Fachwerkwand von Außenluft hinterströmt wird, kann dies zu Schäden am Fachwerk führen, die über einen längeren Zeitraum nicht bemerkt werden können.

Das Vorhaben erscheint mir nicht als ein guter Plan.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



AW von Stefan an Christoph Kornmayer



Sehr geehrter Hr. Kornmayer,
Bei einem Mauerwerk von 17cm. bleibt mir nichts anderes übrig als zu dämmen.
Habe mich heute bei den Steinwolle Herstellern erkundigt.
Die Steinwolleplatten sind fast genau so hart wie Neopor und bieten eine WLG von 0,35 was ebenfalls Neopor entspricht.
Es gibt sogar ein komplettes WDVS System mit Steinwolle (Kleber, Gewebe, Dübel, Putz, usw.)
Was das System pro Quadratmeter erfahre ich gleich.

Bei dem Foto was sie unten beigefügt haben handelt es sich meines erachtens um einen Einbaufehler.
Der ausführende "Handwerker" hat wohl mit dem Quarzgrund gespart oder nicht richtig Armiert.


mfg Stefan Berg.





Letztlich ist es hinsichtlich des Tauwasserproblemes gleichgültig, ob Styropor oder Mineralwolle an die Wand gefriemelt wird. Ab 14cm Wolle wird zwar bei Deiner Wand etwa die EnEv erfüllt, aber der Tauwasserausfall findet in der kältesten Schicht des Bauteiles statt, dem Kunstharzputz. Dieser wird sich im Laufe der Jahre verabschieden. Das der Tauwasserausfall dort stattfindet kannst Du inzwischen an zahllosen älteren WDVS-Systemen beobachten, wenn die Tellerdübel sichtbar werden.

Derzeit besitzt das Haus scheinbar eine Eternitbekleidung. Dies ist zwar nicht schön anzusehen, schützt aber die Konstruktion vor äußeren Einwirkungen wie Schlagregen etc.
Wenn denn gedämmt werden soll bietet sich an vor der Dämmlage eine Hinterlüftungsebene vorzusehen, die eingedrungene Feuchtigkeit abtransportieren kann und die Dämmlage vor dem direkten Kontakt mit Regen schützt. Unbedingt sollte ein Material gewählt werden, dass Feuchtigkeit kapillar an dessen Oberfläche transportieren kann.
Mineralwolle oder Styropor fallen da aus. Wenn beispielsweise bei Mineralwolle Feuchtigkeit in der Dämmlage kondensiert bildet sich hier eine Art "Nest", Tropfen, der die Dämmlage mangels transportfähiger Kapillaren nicht mehr verlassen kann. Ausgefallenes Kondensat kann hier nur wieder in der Dampfphase entweichen.

Wenn Schäden auftreten (vor allem vor Erreichen des Endes des Amortisationszeitraumes) ist die Enttäuschung groß, doch Enttäuschung ist oft nur die Folge falscher Erwartungen. Deshalb sollten vorprogrammierte Schäden unbedingt vermieden werden um zusätzlich finanzielle Belastungen möglichst auszuschließen. Gespart wird ohnehin nichts, es findet eher eine "Ausgabenverschiebung" von Gasanbieter hin zum Handwerk/Bank statt.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Bei WDVS auf Fachwerkwand



Sollte beachtet werden, dass Holz und Mauerwerk unterschiedlich auf Feuchtigkeit reagieren.
Der Untergrund muss so vorbereitet sein, dass die Dämmplatten vollfächig ohne Lufteinschlüsse montiert werden können.
Sämtliche Anschlüsse müssen Wärmebrückenfrei ausgebildet sein.
Bei der mechanischen Befestigung der Dämmplatten sollte bedacht werden, dass die Befestigung sich teilweise im Gefache und teilweise im Holz befindet d.h. die Gefache müssen fest in der Konstruktion verankert sein.
Wichtig bei einer Außendämmung ist nicht nur die WLG und Diffusionsoffenheit, sondern auch die Masse und Putzstärke.
Um eine Algenbildung zu vermeiden ist die Masse ausschlaggebend, je grösser die Speichermasse umso besser trocknet die anfallende Feuchtigkeit (bei Nebel, Regen etc.) ab. Ein dünnlagiger oft auch dichter Putz (wie sehr oft bei WDVS verwendet) kann mangels Maße nicht nicht viel Wärme speichern und anfallende Feuchtigkeit abtrabsportieren.
Was die Kosten einer solchen Maßnahme anbelangt, sollte man die Sowiesokosten ( z.B. komplette Putzerneuerung ohne Dämmung) von den gesamten Maßnahmekosten (WDVS) abziehen.
Diese Differenz ergibt den Betrag der sich energetisch amortisieren muss.

Sie nehmen Geld in die Hand um Energie einzusparen, wäre es dann nicht ein Gedanke wert, darüber nachzudenken wie Sie Ihre Fassade vllt. etwas anders gestalten könnten oder nur Teilbereiche zu verändern oder vllt. sogar die Möglichkeit zu schaffen jederzeit die Fassade verändern zu können ohne in die Dämmebene eingreifen zu müssen(z.B. Balkon, Vordach etc.)?
Auch den Aspekt der Wartungintervalle sollte man in die Planung auch mit einbeziehen.

Wie Sie sich schlussendlich entscheiden ist Ihre Sache, ich denke nur dass es wichtig ist nicht nur über die Energieeinsparung nachzudenken, sondern auch darüber wie man das Heim auch neu gestalten und das Wohnklima verbessern könnte.

Grüsse



Dem



Standpunkt zu negativen Folgen bei Kunztharzputzen stimme ich zu. Dámals habe ich bei mir ein 3 cm Dickputz aufgetragen, das Foto von CM ist nach meiner Meinung nur ein Beispiel für schlechte Verarbeitung - Armierungsmörtel zu gering oder Gewebe zu weit oben.
Selbstverständlich muß eine Außendämmung gut geplant und ausgeführt werden. Die Optik aber ist jedermanns eigene Sache.



BERICHT AN ALLE LESER!!!



Hallo,
Habe gestern mehr Infos zum Thema Steinwolle vom Großhändler für Dämmsysteme erhalten.
Das WDVS System mit Wolle ist exakt das gleiche wie bei Neo/Styropor.
Nur die Dübel sind anders bzw. wird eine dickere U-Scheibe/Teller verwendet ansonsten Putz, Kleber, usw. alles das gleiche Programm auf Mineral-basis.
Habe mal mit meinem Vater gesprochen, jetzt kommt ein Bericht für Christoph Kornmayer!
Mein Vater hat eine Immobilie an der das gleiche System verwendet wurde (Steinwolle), mein Vater hat das Haus 18 Jahre und mit Dämmung gekauft also ist diese bestimmt/mindestens 20 Jahre drauf, schäden sind keine sichtbar!!!

PS. Die Steinwolle kostet in etwa das doppelte wie Neopor (WLG035)



Äpfel und Birnen



Beim Haus Ihres Vaters handelt es sich ebenfalls um ein Fachwerkhaus?
Wie stark ist die Dämmschicht?

Ein funktionierendes System steht auch im Zusammenhang mit dem Aufbau der Wandinnenseite. Gipskarton, Lehm, Kalkzement haben unterschiedliche Einflüsse hinsichtlich Feuchtigkeitsaufnahme / -abgabe, Diffusion und Gestalt.

Vergleichen Sie Ihren (geplanten) Wandaufbau mit jenem Ihre Vaters.

Gibt es Bilder?

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Ich frage mich was das soll



Zitat
"Meine bedenken liegen im linken teil des Hauses, dort ist Fachwerk und ich befürchte,dass das Fachwerk ständig feucht sein wird, innen Schimmel weil teilweise noch Lehm in den Wänden ist"

Dies war mit In Ihrem Eingangspost.
Sie haben selbst bedenken bei einer solchen Ausführung!

desweiteren:

Ich hoffe das mir einer hier aus dem Forum helfen kann der event. in der gleichen Situation war und Styropor verbaut hat und Erfahrungen sammeln konnte.

Man versucht Ihnen zu helfen, oder nicht?

PS. Habe auch von den Holzfaserplatten gehört und in der Hand gehabt, ist nicht mein Ding.

Dass dies so ist kann ich verstehen und akzeptieren.

Und dennoch hat Herr Kornmayer mit seiner Aussage recht, man sollte Birnen mit Birnen vergleichen und nicht Birnen mit Äpfeln.
Ein Fachwerkhaus, dessen Holzanteil (vorallem in der Wand) bei weitem höher ist als bei einem Massivbau kann nicht miteinandr verglichen werden und sind beide vollkommen unterschiedlich zu betrachen, tut mir leid.

Sie schreiben sie waren beim Grosshändler und haben mehr Infos zu Steinwolle als WDVS erhalten. Was hat er ihnen alternativ angeboten? Hat er Sie darüber informiert, dass es auch noch andere Möglichkeiten gibt zu dämmen, ausser mit Steinwolle?
Man kann es ihm nicht verdenken, er will verkaufen, von dem lebt er ja. Sie haben hier nachgefragt um weitere Ansichten und Meinungen zu hören, die haben Sie bekommen und zwar unabhänig.
Selbstverständlich können Sie tun was Sie wollen, aber es wurden nun mal berechtigte Bedenken geäussert ob es nun dem Fragesteller entgegenkommt oder nicht.