Spachtelmasse unter Linoleum

06.11.2012



Guten Abend,

Beabsichtige in meinem Haus dort, Wo die alten Dielen verloren gegangen sind, Linoleum Verlegen zu lassen. Dunkelrot ähnlich der alten Ochsenblutfarbe. Untergrund zur Zeit OSB.
1 . Im Kostenvoranschlag ist nun von Spachtel auf Zementbasis und von Fließzement unter dem Linoleum die Rede. Nun lässt das Wort Zement mir gleich die Nackenhaare hochstehen. Zu recht auch in diesem Fall?
2. In einem Zimmer biegen sich die Dielen extrem durch, so dass der Raum für eine krankheitsbedingt eingeschränkte Bewohnerin nicht nutzbar wäre. (Sturzgefahr)
Mir wurde geraten, nicht an die Dielen ranzugehen, um die Wickeldecke nicht zu gefährden.
Meine Vorfahren hatten eine Masse ähnlich sehr feinem Sägemehl auf den Dielen und dann Linoleum drauf.. Der fußbodenleger will nun mit OSB ausgleichen bis 50 mm und dann noch den Zementspachtel aufbringen, dann das Linoleum. Das kommt mir extrem schwer vor und nicht gut für die Wickeldecke.. Gibt es nicht leichtere Alternativen?

Freue mich über Einschätzungen und Tipps.

Friederike Sittler



Fußboden



Hallo Frederike,
da läuft einiges schief.
Erst einmal muss!!! die Ursache der Durchbiegung geklärt werden. Die liegt an der Decke und nicht an den Dielen. Dann kann man über einen neuen Fußbodenaufbau nachdenken.
FALLS das Problem mit der Tragfähigkeit der Decke geklärt ist UND bauphysikalisch die Voraussetzungen für einen diffusionsdichten Belag gegeben sind
DANN kann man einen Trockenestrich aufbauen, der ist dann Träger für das Linoleum.
Keine Spachtelmasse!
Kein Sorelzement!


viele Grüße



80 Jahre alte Biegung



Vielen dank schon mal.
Dass die Dielen nicht ohne Grund durchhängen, ist schon klar. Die Decke darunter hat sich durchgebogen - vor mindestens 80 Jahren,, denn da haben meine Vorfahren eine Art Holzmehl als Ausgleich aufgebracht und darüber Linoleum verlegt. Das war dann bis jetzt drin und plan. Daher haben wir uns nach der Freilegung und Untersuchung entschieden, die Decke so zu belassen.
Ich dachte nur, dass heute auch wieder eine ähnliche und somit leichte Ausgleichsmasse wie früher genommen werden könnte. Gibt es so was?
Fragt Friederike



Noch Mitte der 1990er-Jahre ...



... hat ein Handwerker bei uns so eine selbstnivellierende Ausgleichsmasse aus Sägemehl und einem Bindemittel, dass ähnlich wie Holzleim riecht, benutzt, um einen Boden mit durchhängenden Dielen wieder plan zu bekommen. Ich gehe also davon aus, dass es so ein Produkt wahrscheinlich auch heute noch zu kaufen gibt, kenne aber keinen Handelsnamen. Über Sinn und Zweck einer solchen Maßnahme in Eurem speziellen Fall maße ich mir jedoch kein Urteil an. Warum ist denn die alte Masse bei Euch überhaupt entfernt worden?



Altes vorschnell weg



Dumm gelaufen, aber wir dachten die Dielen frei zu legen und aufzuarbeiten - und dann kam die Delle zum Vorschein und wir vertagten das Problem - gab genug anderes zu tun. Und nun der Kostenvoranschlag mit OSB und Spachtel auf Zementbasis.
Telefonierte heute mit der Firma, allerdings war der Chef nicht da. Gibt wohl noch eine Möglichkeit auf Gipsbasis, braucht nur länger zum Trocknen. Hat jemand Erfahrung?
Außerdem gibt es wohl auch noch eine leichtere Variante mit Kügelchen drin - ist dann aber wieder auf Zementbasis. Hmh
Auf so Material wie früher genutzt würde die Firma Linoleum nicht verlegen - nach zwei Jahren würde ich mich nämlich beschweren, meinte der Mitarbeiter.
Freue mich weiterhin über Einschätzungen und Erfahrungen
F.S.



Fußboden



Falls das Problem mit der Tragfähigkeit der Decke nun geklärt sein sollte(ich habe da erhebliche Zweifel)können Sie einen Trockenestrich auf Trockenschüttung als neuen Fußboden aufbauen.
Andere Variante:
Alte Dielung raus, Höhenausgleich durch beidseitig angeschraubte Bohlen an den Balken, Einbau neuer Dielung.

Viele Grüße