Fußbodenheizung im Trockenbau?




Einen wunderschönen Tag an alle!

Möchte mich im Forum vorstellen, nachdem ich schon eine Weile mitgelesen habe.

Haben uns ein schönes Haus aus der Jahrhundertwende im Schwarzwald gekauft. Bundsandsteinkeller mit Kappendecke, 2 Geschosse mit Fachwerk und Holzschindeln, Böden mit Holzbalken, Dach mit 4 Giebeln.

Bin jetzt mit dem Architekten durchgegangen, Sanierungsplan zu erstellen.

Meine Frage: Er meinte, dass für dieses Haus eine Fußbodenheizung im Trockenbau mit Noppensystem und Massivparket nicht geeignet sei, da wegen der geringen Trägheit des Aufbaus zu große Temperaturschwankungen aufträten und die Heizung zu viel arbeiten müsste. Dies sei für das Holz nicht gut.

Was meint ihr?

Danke für euere Kommentare.

András



Ablehnen hilft nur weiter, wenn es eine Alternative gibt....



... und da wäre schon mal interessant, was der Architekt als Fachmann vor Ort als Lösung sieht.

Evtl. wär ein Konzept mit Wandheizung besser. Dazu bräuchte es aber noch ein paar Angaben über Wandaufbau und die Planung wieweit da etwas an der Außenwand verändert werden soll.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Bodenheizung



Bodenheizungen sind tatsächlich sehr träge beim Heizen und mit Holzfussboden erst recht. Des weiteren kann die Heizung keine hohe Leistung abstrahlen, da einem dann die Füsse "kochen" Deshalb lohnt es selbst bei gedämmten Neubauten nicht sie Nachts runter zu regeln. Da bei einem Altbau hoher Wärmeverlust vorhanden ist, lässt sich dieser nicht ausgleichen.
Die Bodenheizung ist nur wegen der Optik im Handel technisch ist sie ein Nachteil auch beim Neubau.

Ich würd mich mal nach Radiatoren erkundigen die in den Boden eingelassen werden können. Dann befinden sich im Fensterbereich Lüftungsgitter im Boden.



@Hardy:



"Dann befinden sich im Fensterbereich Lüftungsgitter im Boden."

....wo der ganze Staub und Dreck reinfällt.....und aufgewirbelt wird bei HT-Betrieb......gehen auch nich so doll zwischen die Bodenbalken, oder?

Gruss, Boris





Von den meisten Parkettherstellern wird empohlen den Parkett vollflächig zu verkleben. Wobei es hier auf das Heizsystem ankommt.
Eine Fussbodenheizung die in einen Nassestrich eingbunden ist funktioniert mit vollflächig verklebeten Parkett durchaus, da keine zusätzlichen Luftschichten eingebaut sind.

Grüsse Thomas



Der Architekt...



...kennt sich mit diesem Thema nicht aus. Und Hardy auch nicht.

An welches System hatten Sie gedacht?

Ist massive oder Dreischichtdielung eine Option?

Grüße

Thomas





Danke schon mal für euere Antworten.

Ich war mir auch nicht ganz sicher. Andereseits hat er bei dem was er sagte, einen für mich plausiblen Eindruck hinterlassen (neben der Bezeichnung: "Ökologisch bauen). Er sagte, dass der Nachteil in der geringen thermischen Trägheit des Trockenaufbaus mangels Masse läge. Dadurch käme es zu häufigen und größeren Temperaturschwankungen. Dadurch müsse das Holz zu stark arbeiten.

Herr Böhme, welchen Einwand haben Sie gegen seine Darstellung?

Nassestrich kommt m.E. wegen des Gewichtes und des Feuchtigkeitseintrags wohl nicht in Frage. Der momentane Aufbau sieht im EG folgendermassen aus:

- Kellerdecke Kappendecke, Keller eher feucht.
- Ein Totraum von etwa 40 cm, Ziegelwände nach Außen, ungedämmt.
- Bodenbalken 24 x 10 cm, Abstand ca. 50 cm (geschätzt, werde noch nachmessen).
- Dielung, > 20mm (auch geschätzt), mit Kleberresten und unansehlich.
- Raumhöhe > 320 cm.

habe ursprünglich beabsichtigt, darauf Verlegeplatten oder OSB zu legen, dann die FBH (z.B. ripal?? - geht auch ein billigeres System??), darauf Trockenestrichplatten und dann geklebtes Stabparkett Eiche 22mm.

Wo und wie sollte ich die Dämmung und die Feuchtigkeitssperre bei diesem Aufbau legen? (Totraum mit Bitumenfarbe streichen, Schüttung vs. Platten)

Einen schönen Sonntag bei diesem herrlichen Wetter!!



"Ökologisch" bauen...



...wollen jetzt alle. Als Trendbegriff ist das genauso verschlissen wie "Bio". Es ersetzt nicht die detaillierte Beschäftigung mit der Aufgabenstellung. Von Ihrem Architekten sind bisher nur (falsche) Allgemeinplätze gekommen.

Eine sehr gute (gleichmäßige) Wärmeverteilung vorausgesetzt (was Ripal im besonderen Maße leistet), kann die Vorlauftemperatur auch mit einer Holzoberfläche i.d.R. in den niedrigen bis mittleren 30er Graden gehalten werden. Eine FBH läuft ohnehin durch, man stellt sie nicht 'mal schnell für 10min an. Woher also sollen die "häufigen und größeren Temperaturschwankungen" kommen, die tatsächlich zum erhöhten Arbeiten des Holzes führen können.

Im Fußbodenbereich ist Speichermasse eher hinderlich infofern, als daß das System regelträger wird. Der Estrich strahlt auch dann noch, wenn die Morgensonne für Wärme von außen sorgt, und die FBH heruntergeregelt hat. Und er braucht seine Aufwärmzeit auch dann noch, wenn's draußen schon kalt ist. Ich vermute daher, daß die FBH im Trockenaufbau sparsamer sein kann.

Statt Trockenestrich und Stabparkett würde ich über raumlange massive Dielung, 24-28mm nachdenken. Die würde direkt auf die Lagerhölzer der FBH geschraubt und vermeidet den Kleber.

Den Aufbau würde ich mit Holzweichfaserplatten Rohdichte um 0,25 ausführen (DOSER DHD N oder glw.). Schüttungen neigen immer 'mal wieder dazu, sich zu setzten, HWPL nicht.

Grüße

Thomas



Parkett geht aber?



Klasse, also würde FBH so wie angedacht doch gehen! Wir wollen aber keine Dielung, sondern klassisches Fischgrätmuster als Parkett. Geht auch?

Ripal hat mir von Internetauftritt her auch ganz gut gefallen, wie stehts mit der Konkurrenz?

(Ich glaube, ich muß mein Motto ändern: "Ein Narr fragt mehr, als zehn Weise antworten können".)

Grüsse

András



Parkett...



direkt auf Ripal geht nicht. Es müsste als Montageebene eine 22er OSB, in Nut und Feder verklebt, auf die Lagerhölzer geschraubt werden. Dann 15er Parkett. Sind dann aber schon wieder 10mm mehr, durch die die Wärme hindurch muss. Das sollte vom Heizungshersteller am konkreten Objekt gerechnet werden.

Mit der Konkurrenz befasse ich mich nicht mehr, ich verlege nur auf Ripal, m.E. nicht wesentlich verbesserbar, weil die Wärmeverteilung optimal gelöst wurde.

Grüße

Thomas



22mm?



Hallo Herr Böhme,

Danke für die schnelle und kompetente Antwort.

Habe mir ein Handbuch für Parkett- und Bodenverleger geliehen, darin steht, dass die Parkettstäbe bei FBH 22mm betragen sollten, da sonst das Holz zu dünn sei und sich deshalb leicht schüssele. Ob die Berechnungen auch von ripal erstellt werden können , werde ich da nachfragen.

Ein Frohes .....

András



Sie sollten...



...die FBH beim Systemhersteller berechnen lassen, der kennt seine Technik am besten.

Soweit die Parkettstäbe aufgeklebt werden, geht deren Freude am Schüsseln zurück. Alternative wäre ein 2-Schichtparkett. Das ist noch etwas weniger hoch (11mm), und es arbeitet kaum noch. So Sie den Boden ölen, werden Sie ihn sowieso kaum 'mal Schleifen müssen.

Grüße

Thomas



Alles klar,



damit sind meine Fragen erschöpfend beantwortet, nochmals merci!

András