Macht eine Fensterhöhe von 85 cm Sinn

08.10.2012 Jan



Hallo,
ich überlege derzeit, welche Fenster in das Fachwerkhaus reinkönnten, das ich betreue. Nachdem ich mir mal ein paar Standartmaße angeschaut habe (u.a. bei pj-fenster.de) bin ich grade zum Haus und habe die Fensteröffnungen mal nachgemessen und war recht verwundert.
Ursprünglich waren die Fensterhöhen ca. 120 cm (Erdgeschoss) bzw. ca. 107 cm (erster Stock)
Der Architekt, der das Haus zur Ruine verwandelt hat, hatte die Ambition sämtliche Fensterhöhen zu ändern und hat sie auf 85 cm reduziert.

Macht das irgendeinen Sinn? Hier mal vor allem die Fenstermacher gefragt. Ist das irgendein Standartmaß? Hatte der Architekt bestimmte Fenster im Auge.

Oder ist das im Grunde genommen großer Schmu, weil dies KEIN Standartmaß ist und somit nur Sonderanfertigungen in Frage kommen???

Abgesehen davon finde ich auch 85 cm ziemlich klein.
100 cm wären vom Bauchgefühl her Mindest-Wohlfühlmaß (niedrige Decken).

Bei uns stellt sich dann die Frage - auch die anderen (noch vorhandenen) Fenster austauschen und das Maß verkleinern, oder die reduzierten Fenstermaße wieder zurückbauen und entweder auf das ursprüngliche Maß bringen, oder ein neues Wohlfühlmaß festlegen?!

Auf dem Bild seht ihr links die alten Fenster, der Rest ist Provisorium/Witterungsschutz.



bei



dem fensterbauer, wo ich meine Fenster herbeziehe hier in Sachsen, hat kein Standartmaß - da wird jedes Fenster auf den Millimeter angefertigt - mit den gewümschten Rahmenbreiten usw.!!!!
Ich würde mich nach dem Maßen der Gefache richten, das Wohngefühl ist doch sehr relativ.
Schau mal hier: http://www.panoramio.com/group/28221,
hier siehst Du genug Fensteröffnungen und wie bunt es da mal zugehen kann.
Ich nehme auch an, daß nicht in allen Feldern früher ein Fenster war, ein solches war eine ware Kapitalanlage.
Was der alte Architekt wollte - das mußt Du ihn schon selber fragen....



Vielleicht..



..spielt die Brüstungshöhe ja eine Rolle?
Wenn hinter der Haustür keine Stufe nach unten kommt, kann man aus dem linken Fenster ja bequem rauslaufen.

Gruß



die Brüstungshöhe ...



... ist ok. Das täuscht auf dem Bild.

Trotzdem bleibt die Frage: warum 85 cm????

90cm hätte ich noch verstanden. 100 cm auf jeden Fall - dafür finde ich überall Fenster, aber 85 cm????
Ich versteh den Sinn nicht!
Habe bisher auch noch kein einziges Fenster für das Maß gefunden.

Meine Vermutung ist eher, dass der Herr Architekt sich wie bei allem anderen überhaupt keine Gedanken dazu gemacht hat, sondern erstmal sich nur auf 85 cm festgelegt hat - weil die Brüstungsbalken so nett in dieser Höhe aussehen - und was Fenster angeht - Geld ja keine Rolle spielt. Ist ja nicht seines (als er damit abgehauen ist, dann schon).

ALSO, irgendein Hinweis warum 85 cm Sinn macht und nicht z.b. ein Standartmaß wie 90 cm??? Oder erst recht 100 cm?



Fenstermaß



Die Erbauer des Gebäudes hatten noch keine Normen, nur praktischen Sachverstand. Sonst wäre das Haus schon umgekippt!
Nach dem dadurch entstandenem Raster des Gebindewerkes wurden die Öffnungen für Türen und Fenster einzeln angefertigt.In diesem Fall ergibt sich fürs EG eben ein Mittel von 84 bis 88 cm. Alte Häuser kann man nicht/sollte man nicht mit 08/15 Fertigteilen verschlimmbessern. Wenn dort zweiflüglige aussen-schlächtige Sprossenfenster drin sind gewinnt das Haus !





Nochmal zur Klarstellung - dort wo die Fensteröffnungen nur noch eine Höhe von 85 cm haben, wurden die Brüstungsriegel erst vor 2 Jahren auf die entsprechende Höhe gesetzt - es sind nicht die historischen Positionen.

Die Erbauer kannten auch noch keine Fensterrahmen - (bzw. sahen keine vor - war nur ein Arbeiterhaus), Rahmen waren die Balken. In die wurde eine Nut geschnitten und darein kam ein Fenster passend.

Ebendso eine Nut hat der Herr Architekt auch bei all seinen neuen Fensteröffnungen geschnitten.
Macht nur überhaupt keinen Sinn, weil Fenster heutzutage alle Rahmen hatten. Außer er wollte sich selber nach Mittelaltersitte welche basteln. Traue ich ihm zu.

Also ich gehe dann mal davon aus, dass es Schwachsinn war die Brüstungsbalken so zu versetzen, dass sich eine Fensterhöhe von 85 cm ergab.



Die neuen Fenster...



...sehen wirklich hinterletzt aus, verhunzen die Fassade. Ich würde rückbauen.

Im Fachwerkbau gibt es keine Fensternormen. Zudem: die eh schon nicht großen Fenster noch kleiner zu machen, macht die Zimmer völlig sinnfrei dunkler.

Grüße

Thomas



hier



ein gutes Beispiel:
http://www.baudenkmalpfleger.de/BAUDENKMALE/articles/hofanlage_bei_leichlingen_fachwerkhaus.html

das ist die Seite eines Mitgliedes hier.



... uui



schön, aber die Fenster ein bissl klein. Aber ging hier natürlich nicht anders weil so "vorgegeben".

Das ärgerliche bei "unserem" Fachwerkhaus ist, dass der sog. Architekt so herumgefuscht hat (er hat alle Holzarbeiten privat selbergemacht - und wohl zum ersten Mal in seinem Leben nen Hammer in der Hand gehabt) dass man die Sache weder einfach so lassen, noch einfach wieder ändern kann.

-> siehe Bild

Und die Dame vom Denkmalamt stand daneben und hat das beobachtet, und der Hausbesitzerin nicht bescheid gegeben dass sie der Meinung ist, dass hier Murks gemacht wird. Dafür blockiert sie jetzt alles - wo kein Murks mehr gemacht wird. *ärger* - aber das nur nebenbei.

Gibts nicht nen Handwerker auf Wanderschaft, der mal Lust hat sich daran auszutoben?



Göttlich:



Das bisschen Handwerk macht der Architekt gleich 'mal mit.

Verbreitet, solche Selbstüberschätzung.

Grüße

Thomas



Schlimm ! - Diese ehemals so schöne Fassadenansicht wurde leider --



-- verstümmelt und ist zu einer Fratze degradiert worden.
-
Möchte einfach nur daraufhinweisen, daß zur Entstehungszeit
der meisten Fachwerkhäuser streng nach Elle oder Fuss
gerechnet wurde, - natürlich auch in Zoll.
-
Seinerzeit gab es noch keine einheitlichen " genormte " Masse und auch keine metrische oder zölligen Maßvorschriften.
-
Zumal sich durch die damalige Kleinstaaterei keine einheitlichen Maßangaben in Zoll oder Elle oder Fuß
durchsetzen liessen.
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Der Englische Zoll misst ca 25,4 mm - der Französische 27,2 mm.
-
Dann die sächsische Elle - so 52,6 cm - die Hessische Elle -
die Bayrische Elle ???
-
-
Grundsätzlich wurden seinerzeit NIEMALS Fenster im liegenden Format eingebaut.
-
- Immer aufrecht stehend, wie der Mensch auch ! .

Drei Fuss breit und vier Fuss hoch - wenn wir die
Maßeinheit Fuss mit ca. 30 cm annehmen.
-
Dann klappt es auch mit dem " Goldenen Schnitt " , der seinen Ursprung in den Maßen eines Menschen hat !!
-
Beste Grüße, Andreas Milling.
-
Hier ein Foto von einem Fenster 2 x 3 Fuß groß ! -
das Verhältnis macht den Unterschied !



Butter bei die ...



Hallo Olaf,

mein Favourite ist da eher das Fachwerkhaus bei Witzhelden (Funny Heroes?):
http://www.baudenkmalpfleger.de/BAUDENKMALE/articles/fachwerkhaus_bei_witzhelden.html

AN ALLE ANDEREN:
vielleicht könnt ihr/wir mal Butter bei die Fische tun (wie man hier so sacht). Ich hänge nochmal die Maße der anderen Seite dran und ein VORHER-Bild.

Vielleicht könnt ihr ja mal ein paar Vorschläge machen, welche Maße und Änderungen ihr hier nun konkret machen würdet.

Was wäre von 100 cm angestrebter Einheits-Höhe x 100 cm Breite zu halten. Oder vielleicht 105 Höhe - nur dafür gibts keine Standartfenster. Aus Kostengründen müßten auch erstmal Plastikfenster rein. Das Baubudget hat der "Architekt" verprasst, bzw. mitgehen lassen.



Giebel nun



Und so sieht der Giebel aktuell aus (nur zur Info). Zum Glück ist hier in den Gefachen nicht rumgefuscht worden.

Im letzten Bild ist natürlich einmal (132 x 102) zuviel eingezeichnet.



Giebel Stiftseite/Strassenseite



zur Erinnerung



Vor der Sanierung



Und hier das Haus Hier das Hau vor der "Sanierung".

Im Giebel (der nun offen steht) habe ich angedacht 4 Fenster unterzubringen. Grund ist der romantische Ausblick auf "Den Stift" den man bei den bisherigen beiden Fenstern kaum sehen kann. Anschliessend soll auch der restl. Giebel (Wetterseite) verbrettert werden.



nochmal



kein Einheitsmaß für alle Fenster - nur nach vorhandenen Balken und -wie Andreas M. schreibt - anderes Seitenverhältnis. Das kann bedeuten 2-4-6-10 einzelne Fensterbestellungen ......
Heutzutage kein Problem. Ansonst bist Du nicht besser als Dein Vorgänger !



zurück



Zurückgebaut werden muss. Auch weil die "neuen" Verbindungen übelst sind und teils Regen IN die Verbindungen bringen der nun nicht mehr abfliessen kann (konstruktionsbedint).
Die "alten" Balken sind nun teilweise nicht mehr da, die alten Verbindungsstellen auch nicht mehr. Also kein einfacher Rückbau in den Vorzustand möglich. Woran orientiere ich mich dann?
Ich nutzte absichtlich die Formulierung "angestrebte" Einheitshöhe. Natürlich richte ich mich da an vorhandenem aus. Aber ein paar cm kann man immer ausgleichen, z.B. durch eingeschobene Bretter unter oder oberhalb, so dass man es nicht sieht - weil entweder durch Rahmen, "Regenfalz" etc. oder einfach durch gleichen Farbanstrich verdeckt. Und wenn sowieso an manchen Stellen die Verbindungen neu gemacht werden müssen ...



dann



konzentriere dich aufs Fachwerk und die damit verbundenen Probleme, die Fenstermaße stellen nicht das Problem dar - die gibt es auf den Millimeter - nur die Proportionen beachten (Seitliche Wandfelder platzieren).



Fachwwerksanierung



Auch wenn jetzt ein Aufschrei wegen Erhalt des kulturellen Erbes u.s.w. losgeht:
Als Planer und Baubetreuer würde ich dem Auftraggeber davon abraten dieses Gebäude zu sanieren.
Ich stehe nämlich auch dafür in der Pflicht und Haftung, Auftraggeber vor vermeidbaren finanziellen Verlusten zu schützen.
Letztlich wird der Aufwand nie dem zu erwartenden Gebrauchs- und Verkehrswert entsprechen.
Damit meine ich auch die sichtbare Gesamtsituation (Lage, Größe, verkehrstechnische Erschließung, Zustand insgesamt).

Man muß sich auch mal von was trennen können.
Das gehört dazu.
Anders gesagt: Der Eigentümer sollte seinem schlechten Geld nicht noch gutes hinterherwerfen.

Viele Grüße



Wenn ..



... die Besitzerin es in diesem Zustand erworben hätte würde ich evtl. zustimmen. Allerdings wurde für den Kauf und die bisherige "Sanierung" die gesammte Altersversorgung der selbstständigen Mutter aufgewendet. D.h., wird jetzt aufgehört bleibt nur eine Ruine und ein Berg von Schulden.

Aus ökonomischer Sicht lohnt eine Investition solange der Grenzertrag größer 0 ist. D.h. wenn ich für jeden Euro, den ich jetzt reinstecke zukünftig mind. etwas mehr als einen Euro bekomme.
Wieviel mag man aktuell für das Gebäude bekommen? Wohl irgendwas zwischen 10 und 30 Tausend. Weitaus weniger als den Grundstückswert. Die ertragsreichste Investition wäre aktuell wohl ein Streichholz.
Wenn man das Haus - selbst mit marginalem Anspruch an Wohnkomfort - wieder bewohnbar machen kann, dürfte sich die Investition lohnen weil Verkaufswert mehr als zusätzlich eingesetztes Kapital (die "gesunkenen" Kosten einmal herausgenommen). Und sollte man es dann auch noch vermieten können, dann erst recht. Vor allem lassen sich dann auch die bisher eingesetzten Kosten Einkommenssteuermässig absetzten. Hier lassen sich immerhin 75.000 nachweisen, was in etwa 37.000 Steuererstattung entspricht (ja nach Steuersatz).

Denkmalromantisch lohnt sich eine Investition solange der Grenzertrag nicht unter Null geht, also solange ich für jeden eingesetzten Euro zukünftig noch mind. einen Euro Gewinn zu erwarten habe.

Recht gebe ich Herrn Böttcher insoweit als dass man hier streng kalkulieren muss, welche Ausgabe notwendig, welche sinnvoll und welche "nett" wäre - und sich zunächst auf die Notwendigen konzentriert. Darum wirds zunächst, auch wenns im Herzen weh tut, erstmal nur Plastikfenster ohne Sprossen geben. Einbau und Auswahl aber stets mit dem Hintergedanken einen späteren Austausch mit Holzfenstern leicht möglich zu machen.

Auch wenns natürlich am einfachsten wäre jetzt einfach alle hinzuschmeissen, wäre das ökonomisch eine Katastrophe für die Besitzerin. Darum MUSS weitergemacht werden, selbst wenn eigentlich kein Geld da ist.
Natürlich eine riesige Herausforderung. Aber was soll man machen?!

Alternative wäre natürlich - das nächste Fachwerk.de Treffen steigt am Haus, geht 1-2 Wochen und jeder zeigt am lebendigen Beispiel seine Fähigkeiten. Wie wärs? ;-)



Maßordnung im Hochbau



Hallo Jan,

Wenn es "Baumarktfenster" werden sollen, machen die 85 cm schon Sinn.
Öffnungsmaße im Mauerwerksbau sind: Das vielfache von 12,5 cm + 1cm Fuge .
Dann wäre das lichte Öffnungsmaß 88,5 cm . 85 cm passen da gut rein.

viele Grüße



Öffnungsmaß



Öfnungsmaß (Höhe) ist 85 cm, bei Unebenheiten im Holz oder leicht krummen Einbau auch schon mal ein paar mm weniger.

Hier bei Max Bahr, Hellweg, Hagebau und Bauhaus sind die Standarthöhen 60, 90, 100, 120 cm. Ich könnte höchstens ein Fenster mit 80cm Breite quer einbauen. 8-D

Ich gehe einfach mal davon aus, dass sich der Herr Architekt noch keine konkreten Gedanken über die Fenster gemacht hat sondern nur mal eine Öffnung gefunden hat, an der vor 150 Jahren ein Fenster mit Höhe 85 gewesen sein könnte - daraufhin wollte er alles andere auch "historisch" machen - egal ob es dafür Hinweise gab oder nicht. :-(

Für mich stellt sich nun aber die Frage - was mache ich nun?

Der Hinweis Höhe >= Breite war schonmal gut. Für das Erdgeschoss ergeben sich damit mögliche Höhen von 100, 110 oder 120. So wäre z.B. möglich:
100x100: Hier gibt es Standartfenster
110x110: Passt breitenmäßig am besten in vorhandene bzw. ursprüngliche Gefache. oder 100x110 (etwas schmaler als hoch)

Ideen für den Giebel:
Giebel vorne: 4x 100x90cm (Giebel wird verkleidet)
Giebel Garten: 2x 120x80cm

(Link: http://www.discounto.de/Prospekte/Bauhaus-2012-09-03_2012-09-29_840/seite:1/)



Giebel



willst Du wirklich in einen Giebel 4 fenster einbauen ?
2 wären für mein Gefühl ok., 4 säh grottenschlecht aus,

bei uns sind solche Giebelfenster etwa 60 x 80, das käme dem letzten fenster im EG rechts etwa gleich, 100 x 110 wäre der optische Tod für das Haus !



Jan --



-- will ja eigentlich aus Kostengründen nur Rahmen mit Glas drin in sein Haus einbauen -- weil es billiger ist .
-
Mit Fenstern haben diese angedachten Gebilde nun wirklich nichts zu tun.
-
Ausklink, A. Milling



das



Problem ist, das Jan jemanden helfen will und um Rat fragt, die Ratschläge dann aber völlig ignoriert. Das er geld sparen will/muß, sehe ich ein. aber billig ist nicht preiswert und am Ende geht es aus wie beim Vorgänger. Die, die nach Jahren das Haus sehen, wissen nicht warum so "billig" gebaut wurde, da sagt man dann nur, Tja, das war der Jan .....
Auch das sollte man als Handwerker im Auge behalten.



Fenster



Vermietung heißt, im Gegensatz zur Eigennutzung, Baugenehmigung, Nachweise zur Tragfähigkeit, Einhaltung der geltenden Vorschriften hinsichtlich Brandschutz, Schallschutz, Wärmeschutz (ENEV!).
Vermietung heißt insbesondere Abgeschlossenheit, Einhaltung der Mindestmaße bei Raumhöhen, Belichtung, Steigungsverhältnisse und Laufbreiten der Treppenanlage...

Lieber Jan, wenn Sie sich großzügigerweise über einige dieser einzuhaltenden Gesetze und Vorschriften hinwegsetzen wollen dann sollten Sie sich auch im Klaren sein das Sie dafür die Verantwortung tragen, nicht die Oma.
Das kann angefangen von Geldstrafen, Baustopps und Rückbaugeboten bis zu einer gar nicht netten Begegnung mit einem Staatsanwalt führen.
Vom finanziellen Ruin der Oma ganz zu schweigen.
Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.

Viele Grüße



Nicht falsch verstehe - es sollen Holzfenster rein!!! - später.



@ Herrn Böttcher:
Die "Oma" ist 40, alleinerziehende Mutter, selbstständig und hat das Haus vor 3 Jahren gekauft, dafür ihre gesammte Altersversorgung hergegeben und einen riesen Kredit aufgenommen. Initiator dieses Hauskaufes war ihr damaliger Freund, nun Ex-Mann mit der Berufsbezeichnung "Architekt im Konkurs".
Die Baumaßnahmen selbst müssen natürlich (gezwungener Maßen) mit Bau- und Denkmalamt abgesprochen sein.

Was wäre die Alternative? Die bisher eingesetzen 250.00 Euro (!!!) in den Wind schreiben und das Haus verschenken?

@ Milling:
Aktuell geht es grundsätzlich um die Fenstermaße. Ich "will" Holzfenster mit Sprossen drin haben. Aus Budgetgründen müssen (!) ersteinmal "Rahmen mit Glas" rein - als Platzhalter. Die sollen dann, wenn die finanzielle Lage in ein paar Jahren weniger angespannt ist, durch Holzfenster (schön mit Sprossen) ersetzt werden. Hauptsache ist derzeit die Haushülle überhaupt wieder zubekommen.
Was wäre die Alternative? Das Haus so lassen, bis sich die Lage entspannt hat und dann erst "richtige" Fenster rein?

@ Olaf:
Deinen Post verstehe ich nicht richtig. Ich erinnere mich an zwei konkrete Vorschläge:
1. Fenster nicht breiter als hoch
2. Sich an vorhandenen (bzw. ursprünglich vorhandenen) Balken orientieren.
Das habe ich beides versucht in meinem Vorschlag zu berücksichtigen.
Welchen Ratschlag habe ich ignoriert?
Und was ist daran billig!
Um es noch einmal zu betonen - die "Rahmen mit Glas" sind Platzhalter und sollen in ein paar Jahren ausgetauscht werden. "Echte" Fenster, die das 4-5fache kosten sind in der aktuellen Krisensituation nicht drin.
Was wäre deine Alternative?

@ Olaf2:
Zu den 4 Fenstern im Giebel habe ich irgendwo noch ein Referenzfoto wo es so realisiert wurde. Sieht garnicht so übel aus. Der Grund ist einfach der Ausblick auf "den Stift". Den wunderschönsten Blick in der Gegend. Der aber bei zwei Mittelfenstern völlig verloren geht, was schade wäre. Aber ich verstehe deinen Einwand. Meinen wirst du wahrscheinlich erst verstehen, wenn du selber IM Haus im Giebel stehen würdest. Aber ich werde ein paar Dummys basteln und probeweise im Giebel aufhängen um die optimale Größe fürs optische rauszufinden.

Aber es gibt ja noch Alternativen (siehe Bild).



Alternativen zu "Glas mit Rahmen"



Natürlich gibt es in der aktuellen Situation noch andere Alternativen an Stelle von "Glas mit Rahmen". Ist außerdem viel farbenfroher.

Jetzt noch ne Werbetafel dran und es kommt trotzdem kommt Geld in die Kasse.



Giebel verkleidet - 4 Fenster



Als Beispiel - Giebel verkleidet mit vier Fenstern. So schlimm find ichs nicht.
Das Fenster erste Stock links ist schlimmer (breiter als hoch).

Fenster unten links ist quadratisch, find ich optisch ok. Das Fenster ist kleiner als das Gefach, der "fehlende" Teil wird durch einen Rahmen verdeckt.



da



sieht man wieder, wie man bei viel Text aneinandet vorbeischreibt:
"Aus Kostengründen müßten auch erstmal Plastikfenster rein" -
und dann noch mal Holz ????????????????
.... können sich das die Bauherren wirklich leisten ?

"wie Andreas M. schreibt - anderes Seitenverhältnis" = "Drei Fuss breit und vier Fuss hoch - wenn wir die
Maßeinheit Fuss mit ca. 30 cm annehmen.
-
Dann klappt es auch mit dem " Goldenen Schnitt " , der seinen Ursprung in den Maßen eines Menschen hat !!"
da ist nichts mit 100/110 !!

Im Bild "vor Sanierung" sind neben den fenster noch Hilfsbalken zu sehen, die die fenstermaße völlig anders begrenzen.

außerdem- am Bestand orientieren.

.. ich lese gerade beim Schreiben Dein Beitrag zum Mustergiebel - ich denke, da kommen noch ein paar Meinungen - ich finde das unpassend ! Muß aber auch sagen - mir egal, ich wohne nicht dort. Frage doch mal die vom Stift, was die zu Deinen Plänen sagen würden! Die müssen ja die Ansicht auf Jahre erdulden.

Beispiel eines alten Giebel, gemalt um 1900 - also alter Bestand



Fenstergrößen



Fenstergrößen scheinen (ähnlich wie das Fachwerk) regional zu differenzieren.

Danke für den Hinweis mit dem Goldenen Schnitt.

Nach deinem Beitrag habe ich mal mein regionales Fotoarchiv durchwühlt und nachgemessen.

Das typische Fenster scheint hier 5:6 zu sein.

Bei Herrenhäusern findet man auch schon mal höhere Fenster (3:4 oder mehr), aber die haben auch höhere Decken.

Bei Arbeiternhäusern eher 5:6 und 1:1 (meist in Kombination - Erdgeschoss 5:6, erster Stock 1:1)
Eins der ältesten Fachwerkhäuser, die Alte Schule, hat 1:1.

Manchmal findet man auch Fenster die höher als 5:6 sind, die sehen jedoch aus als wären sie nachträglich eingebaut worden (Indiz u.a. fehlende Holznägel).

Danke trotzdem - durch deinen Beitrag weiss ich nun zumindest was hier typisch ist und kann mich daran orientieren. Entsprechend könnten die Maße 100:120 (Erdgeschoss) und 100:110 (erster Stock) sogar stimmen. Werd mir mal anschaun, was die Holznägel mir erzählen.

Anbei übrigens ein Bild aus Herdecke (hier umme Ecke). Du siehst, vorne, die Fenster 1:1 (Arbeiterhaus). Im Haus rechts (Denkmalamt - leider nicht für uns zuständig, sonst wäre wahrscheinlich mehr Wissen über Fachwerk da) 3:4, das Haus im Hintergrund 5:6.

P.S.: Die Idee mit dem 4-Fenster Giebel kommt auch daher, dass die Fenster die einzige Lichtquelle für das Stockwerk sind (incl. Flur). Vorher gabs wenigstens noch Dachfenster, aber die hat der Herr Architekt entfernt. Nun muss ich irgendwie Licht in die Bude bekommen. Beim Gartengiebel sind die Schlafzimmer, da ist nicht so schlimm, dass die Räume ziemlich funzelig sind. Aber im Wohnbereich!? Mir wäre ein Dachfenster oder eine Gaube auch lieber, aber das geht, dank neuer Dachdämmung, nun nicht mehr.
Ich find 4 Fenster auch kritisch, aber akzeptabel. Wie gesagt, ich werd mit ein paar Dummys aus Holzleisten noch ausprobieren, wie's optisch wirkt. Historisch (1850-1900) war hier eh Heuboden. Der Ausbau war erst zwischen 1900-1920.

P.S.: "Erstmal Plastik - und dann noch mal Holz ???????????????? .... können sich das die Bauherren wirklich leisten ?"
Die Rechnung ist einfach. 11 Fenster müssen mind. rein (bei 2 Giebelfenster). Die bekomme ich für je 110-120 Euro (nach genauen Maßen-nicht aus dem Bauhaus). Also 11*120=1320 Euro. Für den Preis bekomme ich alternativ etwa zwei einbaufertige Holzfenster.
Ob ich nun erstmal 11 Fenster habe und das Haus dicht (und bewohnbar) machen kann oder 2 Fenster und auf den Rest warten muss bis das Geld dafür da ist, macht einen kleinen Unterschied.
Die Frage ist nicht, was ich will, sondern was sinnvoll und machbar ist. Da muss man manchmal Einschränkungen bei den Idealausführungen machen.



Okay



die Maße scheinen so wirklich zu passen. Ist in unserer Gegend fast nicht zu finden.
....
daß die einbaufertigen Fenster bei Euch so teuer sind, habe ich nicht geahnt.

Viel Glück und beste Wünsche fürs weiter Bauen