Dielenfußboden

17.08.2011



vielleicht erscheint die Frage merkwürdig, ich stelle sie trotzdem.

Ist-Zustand: Dachgeschoss, Fußboden ist eine Balkenlage mit Fehlboden und Lehmstrohfüllung. Damit das ganze begehbar wird, wurde ein Rauhspundfußboden verlegt, allerdings ohne Höhenausgleich. Trockenbau der Wände ist grob fertig. Von unten ist's eine Kölner Decke.
Ziel: Aufbau zweier Jugendzimmer im Anschluss an einen Giebel, Herstellung des Fußbodens.

Geplant (aber noch nicht ausgeführt) ist eine Schüttung zum Höhenausgleich, dann Trockenestrich. Über den endgültigen Fußboden war zunächst noch nicht entschieden.

Bei der heutigen Diskussion ging es darum, zu klären, ob die Verlegung von Hobeldielen an dem o.g. Plan Änderungen erfordert (oder ermöglicht?).

Mir ist der Vorschlag angetragen worden, den Aufbau so wie geplant fortzuführen und später die Dielen vollflächig zu verkleben.

Nun weiß ich, dass man Fertigparkett o.ä. durchaus so Verlegen kann, bei raumlangen Hobeldielen würde ich aber annehmen, dass duch Schwund und Schwellung mit einiger Sicherheit Verwerfungen auftreten werden.

Ausgehend vom heutigen Zustand: wie wäre es richtig?

Dank und Gruß



Zuviel bunter Ramsch im Unterbau...



...für die Verlegung von Hobeldielen.

Wie groß sind denn die nicht nivellierten Höhendifferenzen?

Ist eine Trittschalldämmung wirklich erforderlich?

Grüße

Thomas





Höhendifferenzen müsste ich mal nachmessen, geschätzt etwa 5 cm.

p.s. gemessen sind's 6 cm.



Den Ausgleich der Balkenlage



würde ich mit mit keilförmig zugeschnittenen Kanthölzern machen, dazwischen eine Dämmschüttung. Darauf Sparschalung mit zölligen Brettern, Trittschalldämmung und Trockenestrich.
Die Dielen kann man in der N+F Verbindung zusätzlich verleimen, von einer Verklebung mit dem Trockenestich rate ich ab. Befestigung der Dielen mit sog. Zierkopfschrauben verdeckt in der Feder. Randabstände zu den Wänden unbedingt einhalten!

Viele Grüße



Ähm, Gerhard,



Dielenlegen ist nicht so Dein Ding, oder?

"Dielen kann man in der N+F Verbindung zusätzlich verleimen"

Wir reden hier von massiven, also unabgesperrten Dielen. Und die Verleimung derer in Nut und Feder ist nicht nur sinnlos, sondern auch das Falscheste, was bei der Dielenverlegung möglich ist. Dann arbeitet der Dielenboden plötzlich als Ganzes, statt brettweise, und wird an den Stellen mit den schlechtesten Verleimungen reissen und übergroße Fugen bilden.

"Befestigung der Dielen mit sog. Zierkopfschrauben verdeckt"

Stuß pur - verdeckte Zierköpfe!!! Die Dinger heißen Dielenschrauben, und haben besonders kleine und unauffällige Köpfe, damit sie in der Feder versenkt werden können.

"Darauf Sparschalung mit zölligen Brettern, Trittschalldämmung und Trockenestrich."

Wozu der Kram, wenn Du schon mit "keilförmig zugeschnittenen Kanthölzern" sauber ausgeglichen hast? Und wie willst Du die Hobeldielen auf dem Trockenestrichgedöns befestigen? Bitte nicht mit Schrauben! Da wird mit immensen Kosten ein Unterbau hergestellt, auf den Hobeldielen allenfalls noch mit zweifelhaftem Erfolg geklebt werden könnten.

Wenn man das Ausgleichen mit "keilförmig zugeschnittenen Kanthölzern" beherrscht und diese gut mit der Balkenlage verbindet, wird die Dielung exakt darauf geschraubt, verdeckt oder sichtbar, und fertig ist die Laube.

Und für die Ersparnis aus weggelassener Sparschalung + Trockenestrich springen locker die Mehrkosten für eine Eichendielung 'raus, oder für einen Urlaub fern der Baustelle.

Grüße

Thomas



Bei 6cm Höhendifferenzen



kann die beschriebene Keilleistennivellierung gemacht werden. Ist etwas Gefummel und zeitaufwändig, aber am preiswertesten bei Eigenleistung. Die Leisten müssen gut mit dem Balken verbunden werden.

Sind die Seitenflanken der Balken glatt gesägt, können auch 40er Bohlen seitlich angeschraubt werden, vom höchsten Punkt der Balkenlage her nivelliert. Dazu müsste aber möglicherweise der Fehlboden ausgebaut oder tiefergelegt werden, ein erheblicher Aufwand.

Diese Aufbauten entkoppeln nicht, können aber über weitere Masse im Balkenzwischenraum die Schwingung der Balkenlage dämpfen. Sollte eine Entkopplung unabdingbar sein (Vermietung), halt nochmal melden.

Grüße

Thomas



Ach Herr Böhme,



wenn wir Sie nicht hätten..............

Bei meinem Schraubenlieferanten heißen die Dielenschrauben wirklich so, außerdem schrieb ich nicht von Zierschrauben.

Verleimung von N+F Dielen wird hier in Bayern öfters praktiziert, hauptsächlich wenn der Boden schwimmend verlegt werden soll.

Wenn Sie lesen könnten, schrieb GEhlerding von einer Lehmstrohfüllung. Wie sollen da Bohlen seitlich an die Balken geschraubt werden?

Und - Eichendielen sind in der Regel auch nicht so teuer, wenn man sie direkt vom Hersteller besorgen kann.

Viele Grüße von einem, schon seit 40 Jahren praktizierenden Zimmerermeister mit viel Erfahrung in der Denkmalpflege (Bayern)



Na,



wer lesen kann, ist klar im Vorteil.

"Bei meinem Schraubenlieferanten heißen die Dielenschrauben wirklich so, außerdem schrieb ich nicht von Zierschrauben."

Auch ich schrieb nicht von Zierschrauben. Und ich hab' sie wortwörtlich zitiert, nicht mehr. Und wenn da, wo Sie Ihre Dielenschrauben kaufen, die Dinger Zierkopfschrauben heißen, sollten Sie die Dinger statt im Blumenladen zukünftig im Fachhandel erwerben.

"Verleimung von N+F Dielen wird hier in Bayern öfters praktiziert, hauptsächlich wenn der Boden schwimmend verlegt werden soll."

Es ist wirklich Wurscht, was in Bayern Ihrer Meinung nach öfters praktiziert wird. Das Holz hat in Bayern keine anderen Eigenschaften als in den restlichen Bundesländern, und die von Ihnen empfohlene "Verlegeweise" widerspricht eklatant den Verlegerichtlinien des Parkettlegerhandwerks, den aktuellen Regeln der Technik, der holztechnischen Tradition und dem gesunden Menschenverstand.

Und wenn Sie lesen könnten, würden Sie feststellen, daß ich mich der Sache mit der Lehmstrohfüllung durchaus angenommen habe.

Ihre behauptete Erfahrung in allen Ehren (Sie müssen's ja wissen), aber bei Ihren Dielengeschichten in diesem thread verbergen sie diese sehr gekonnt.

Erheitert

Thomas



wenn ich gewusst hätte,



dass diese Frage so eine Welle auslöst, hatte ich vielleicht doch eher PVC in Holzoptik genommen.

Da über die Keilleistennivelierung aber doch wohl Konsens herrscht werde ich mich damit mal befassen.

Dank und Gruß



@GE



Es gibt auch Fliesen in Parkettoptik :-(

Grüße

Thomas



Am besten



Sie besorgen sich einen Linienlaser (im Baumarkt oder ebay um die 50 Euro), mit diesem den höchsten Punkt im Raum suchen dann jeden Balken in einem festgelegten Raster (ca. 50 cm) nivellieren und die unterschiedlichen Maße auf den Kanthölzern antragen. Diese dann mit der Kreissäge zuschneiden.

Viele Grüße aus Unterfranken





@thomas
es geht aber noch mehr: Laminat in Cotto Optik und Sandstein von der Rolle!

@gerhard
als Ausstattungsfetischist bin ich selbstverständlich im Besitz eines solchen Gerätes.

Ich war heute abend mit meiner liebsten noch einmal die Böden besichtgen. Dass schon Rauhspund verlegt ist, hatte ich ja erwähnt. Der Eindruck reicht aber aus für den Beschluss, Dielen zu verlegen, wenn möglich ohne jeden Schnick-Schnack.
Wir könnten uns sogar vorstellen, die Unebenheiten in den Zimmern weitgehend zu tolerieren. Lediglich an den Türschwellen gibt's Stufenbildungen, der Flur müsste also angepasst werden, hat aber das niedrigste Niveau.
Nötig wäre allerdings noch etwas Tritt-Schallschutz (oben Jugendzimmer, unten Schlafzimmer).
Der Rauhspund ist ürigens fest auf die Balken genagelt.

So ein bisschen Bastelarbeit über ein paar Tage würde mich nicht schrecken.

Dannk und gute Nacht

wünscht

Götz



Bin...



davon ausgegangen, daß der Rauhspund entfernt wird. Man kann auch darauf mit Keilleisten nivellieren - aber es geht Höhe verloren.

Für eine Entkopplung gäbe es freilich einen anderen Aufbau: Es sollte eine nivellierte Montageebene geschaffen werden (Rauhspund, OSB). Soll der alte Rauhspund bleiben, gäbe es eine Nivellierschüttung mit interessanten Eigenschaften, Mehabit. Das sind bitumierte Hänfschäben, die verdichtet werden und zusammenkleben. Andere (lose) Schüttungen würde ich meiden.

Auf die nivellierte Montageebene könnte mit Holzweichfaserplatte mit eingeschobener Verlegeleiste (h 40mm) eine Dielung montiert werden, das wäre dann eine recht gut schallhemmender Aufbau.

Grüße

Thomas