Feuchte Wände und bröckelnder Putz

30.09.2008



Hallo an alle,
auch uns hat das Nässeproblem ereilt!
Die Situation ist folgende: Unser Haus ist zweigeschossig, dabei ist das Erdgeschoss aus Sandstein (ca 80cm dick), der erste Stock ist Fachwerk, das ist der typische Stil hier im südlichen Sachsen-Anhalt. Das Haus ist seit ca. 30 Jahren unbewohnt. Im Ergeschoss beginnt nun der Putz in erheblichem Maße von den Wänden zu fallen, und zwar sowohl innen als auch außen.
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Wir wollen zunächst eine Dachrinne einbauen, die es bislang zumindest auf einer Seite noch nicht gibt, um das Wasser ein wenig in den Griff zu bekommen.
Bleiben folgende zwei Probleme:
1. Wie bekommt man die Wände wieder trocken? Hierbei scheiden folgende Lösungen aus: Bautrockner (Kosten, kein Stromanschluss), Heizen von innen (Heizmöglichkeit ist nicht vorhanden), Feuchtigkeitssperre in die Wände einbauen (Kosten, Wandstärke), planmäßiges Lüften (sind max. ein mal pro Woche dort).
2. Womit können wir die Wände wieder verputzen. Bislang ist Kalkmörtel(?) drauf, z.T. ist außen mit Zementmörtel nachgebessert, der aber noch schlimmer abbröckelt als der viel ältere Kalkmörtel.
Da das Haus nur als Wochenendhaus dient und nicht mehr regulär bewohnt werden soll, muss es also keine "perfekte" Lösung sein. Die Wände wollen wir von innen später nur streichen, Tapete kommt dort sowieso nicht in frage.
Auf Eure Ideen freuen sich
Helgard & René



Wie



krieg ich meine Wäsche trocken, sie soll aber nich aus´m Zuber.
Da wird sich im Lauf der Jahre jede Menge Wasser in den Wänden niedergelassen haben. Und alle Trocknungsmöglichkeiten entfallen. Da bleibt nur abwarten und auf den Klimawandel hoffen.
koppschüttelnde Grüsse
dasMaurer



Nasses haus



So isses, und eigentlich ist dem nichts mehr hinzuzufügen.

Schaffen Sie erst einmal eine Heizmöglichkeit und heizen Sie ein Jahr kräftig durch, dann wird man weitersehen.

Falls Sie auch das nicht wollen, können Sie der Landschaft noch was Gutes gönnen und die Hütte abbrechen, denn es scheint sie ohnehin niemand zu brauchen.

Grüße vom Niederrhein



Entfeuchtungsputz



Hier mein Rat:
1. die Wasserschaeden beseitigen, Fallrohre, etc...
Dann wurde ich innen beginnen, aussen wohnen sie ja nicht.
Putz abschlagen und einen Kalk-Putz auftragen der ein hohem Masse die Feuchtigkeit aus dem Mauerwerk zieht.
Hierzu kann ich klimasan RK, ein zementfreier Romankalk-Perlite Putz empfehlen, siehe www.klimasan-perlit.de

Gruss N. Hoepfer



Weder heizen noch neu verputz ist hier geeignet



Wenn oben mehr verdunstet - entweder durch lüften aber erst recht durch einen Putz - kommt doch umso mehr von unten nach.
Nun wäre dies nicht so schlimm, wenn nicht auch bauschädliche Salze "mitgesaugt" würde.
.
Hier stimme ich eher Herrn Warnecke zu, nämlich nichts zu machen.
Evtl. ein wenig Kosmetik mit Farbe - das wars dann auch.



Mit dem Kopf geschüttelt



haben wir auch, als wir die Situation gesehen haben, und das die Lage mit den fehlenden Trocknungsmöglichkeiten nicht optimal ist, wußten wir, ehrlich gesagt, auch schon vorher.
Nun steht das Haus seit 300 Jahren, die meiste Zeit davon ohne Dachentwässerung, Zentralheizung, Bautrockner oder ähnliches. Und hat die allerlängste Zeit auch ohne derlei Zutaten gehalten. Ohnehin verfügen nur zwei Räume überhaupt über einen Ofen, der Rest war nie beheizt. Daraus ließe sich jetzt folgern, dass die fehlende Beheizung und Entwässerung nur ein Teil des Problems sind.
Falls jemand noch eine gute Idee hat, wie man auch den Rest einigermaßen wieder hinbekommt, freuen wir uns, wenn er sie uns zukommen läßt.
Abschließend noch ein Kommentar zu Herrn Beckmann und dem Thema "Abriss": Welches alte Haus wird den wirklich noch gebraucht? Wer braucht schon alte Scheunen, wenn es eine Stahlhalle doch viel besser tut? Wer braucht alte Kirchen, in die ohnehin keiner mehr geht. Der Landschaft etwas gutes tun, "blühende Landschaften" schaffen. Eine echt tolle Idee hier im südlichen Sachsen-Anhalt, wo außer ein paar sanierten Plattenbauten bald ohnehin nicht mehr viel steht...Insbesondere wenn noch mehr Leute so denken!
Helgard & René





Neben den genannten Sanierungsmassnahmen könnten mehrere "SolarVenti" -Module helfen. Bei Sonneneinstrahlung wird erwärmte Luft ins Haus geblasen, auch wenn man nicht da ist. Die Dinger sind sau häslich. Ich habe keine Erfahrung damit, aber vielleicht ist es eine Überlegung wert.

Viel Erfolg!