Vollziegel und Dämmung

04.12.2007



Hallo,
ich möchte ein altes Haus sanieren: Baujahr 1926, Vollziegelmauerwerk (EG 36cm, DG 24cm). Als Heizung möchte ich eine Sole-Erdwärmepumpe einbauen lassen. Wie sollte ich das Mauerwerk am besten dämmen?
Gruß
Markus Frohnhöfer



Nachdem



du die oberste Geschoßdecke und den Erdgeschoßboden gedämmt hast. Die bringen i.allg. mehr. Für die Wand gilt die EnEV. Achte dabei aber auf den Taupunkt! Kein Kondenswasser in der Dämmung!!! Fenster i.O.? Nimm dir einem Fachmann und lasse den schauen und rechnen!

Sole-Erdwärmepumpe schön. Lohnt sich dass? Schon mal gerechnet? Wenn du auf Passivhausstandart dämmst brauchts du kaum noch Energie! Das heißt, wenig Ersparnis(wenn überhaupt) im Jahr. Bei uns ist der Gaspreis in der letzten 2 Jahren um ca.0,5 Cent/kWh gestiegen, Strom um über 2Cent/kWh Cent. Dabei sagen doch WP-Hersteller immer dass die fosielen Energieträger teurer werden? Naja, vielleicht hätte denen mal jemand sagen sollen, dass diese mit einem vergleichsweise schlechten Wirkungsgrad zur Spitzenlastabsicherung verstromt werden. D.h. fosiele Energie teurer=> Strom teurer.

Wird alles in allen ein verdammt teurer Spaß. Vielleicht ist da ein neues Haus besser?

Mist! Du wolltest eine Antwort und hast mehr Fragen bekommen!
Entschuldigung!!!

Marko



Es gilt die EnEV



und ich rate zu einer umfassenden Energieberatung. Zum Betreiben einer Wärmepumpe ist es wichtig ei ausreichend gedämmtes Haus zu haben. Außerdem benötigt man Heizsysteme mit niedrigen Vorlauftemperaturen. all das muss aufeinander abgestimmt sein. Eine Beratung vor Ort und entsprechende Berechnungen sind unumgänglich.
Das Wort Passivhaus sollte man in diesem Zusammenhang getrost vergessen.



Mensch Marko...



...ich persönlich bin um jeden froh, der sich ein altes Haus antut. Dein Tip mit dem Fachmann und natürlich auch die von Fred sind richtig und wichtig, aber wir solltem Markus eher ermutigen, sofern er es richtig machen will und nach sorgfältiger Planung es der finanzielle Spielraum zuläßt, es zu tun. Ein altes Haus mehr, daß nicht leer steht.
Ich selbst hätte mit der Investion in mein Haus im nur unweit angrenzenden Neubaugebiet mir die schönste Hütte hinstellen können, eine unter vielen. Jetzt ist ein Haus im Dorfkern wieder zum Leben erwacht (naja, noch nicht ganz, außen ja, innen dauert es noch ein bißchen).
Markus, von einem guten Bauleiter durchplanen und kalkulieren lassen, checken, ob der finanzielle Spielraum es zuläßt und dann machen. Gescheit gemacht wird es halt so teuer wie neu (meist, plus minus..)
Unsere Dörfer und Städte verlieren ihr Gesicht ohne die alten Häuser...

Gruß Patrick.



Gebe dir ein bisschen recht Patrick!



Ein altes Haus ist etwas für Leute die Spaß daran haben. Wenn es aber erstmal komplett saniert ist, außen dick gedämmt, innen Dampfbremse, die Decken und Böden wärme- und schallgedämmt, neue Fenster drin sind, ist dies dann noch ein erhaltenswertes altes Haus? Es könnte an seiner neuen Oberfläche auf alt getrimmt sein. Aber nur um zu wissen, dass hinter dem neuen Wandoberflächen eine alte Mauer ist, braucht man kein altes Haus. M.E. ist dann vom dem alten Haus außer dessen Statik nichts mehr übrig. Wenn man ein Ytonghaus z.B. auf Baustil 1930 trimmt merkt das, außer ein richtiger Fachmann, kein Mensch. Es gibt dann bei Aussehen und Nutzung zwischen vollsanierten Altbau und alt-getrimmten Neubau praktisch keinen Unterschied. Doch einen wichtigen, beim Neubau kann man die Raumaufteilung viel besser beeinflussen.
Wenn du bei deinem Haus es für wichtig hältst, dass die Statik alt ist und der Rest nur so aussieht, ok. Dies hat aber m.E. nichts mit dem "erhalten" der alten Häuser zu tun.
Stell dir mal vor, jemand würde Schloss Sancoussie nach EnEV sanieren und die Fassade und Innenwände mit PS 1:1 wieder herstellen. Ist dies dann noch das selbe Kulturgut?
Nee Patrick, mit Vollsanierungen wird bildlich gesprochen ein "Kunstdruck" vom Orginal gemacht und nicht mehr. Der kulturelle Wert ist m.E. verloren.

Gruß Marko



Ich gebe dir sogar mehr als ein bißchen recht, Marko...



...was du angesprochen hast, stimmt natürlich. Fritzens Domizil (bin zwar gebürtiger Schwabe, habe aber preußische Wurzeln) ist aber ein Denkmal der besonderen Art. Generell sehe ich auch bei normalen Denkmälern so wie du, denoch müssen Denkmäler bewohn- (und beheiz-)bar sein, sonst will sie niemand mehr auf längere Zeit. Aber ich denke, es wird Zeit, daß ich mal ein paar Bider einstelle. Bei uns hier war es in den 60/70ern normal, die Häuser bis zur Unkenntlichkeit umzubauen, aufszustocken, Fensteröffnungen zu verändern und so weiter. Eine Eternitfassade an einem Bauernhaus war noch die kleinste Sünde.
Ich habe zwar aus einem fast hundert Jahre alten Bauerhaus ein Niedrigenergiehaus im Bestand gemacht, aber es wieder zurückgebaut. Neben dem Eternit (das kleinste Problem) wurden auch die neuen Fensteröffnungen auf die alten zurückgebaut. Weiter wurden die alten Oberlichtfenster als neue rekonstruiert (es gab Beweise für die ersten Fenster und deren Einteilungen), wenngleich auch drei neue Dachfenster dazu gekommen sind.
Selbst die Remise wurde in Höhe und Dachform zurückgebaut und eine angebaute Garage wieder abgerissen.
Bei uns gibt es in ihrer Ursprungsform nur unrenovierte Häuser, der Rest ist abgerissen oder wie gesagt bis zur Unkenntlichkeit umgebaut.
Mein Haus ist das einzigste im Dorf, daß dergleichen saniert ist. PS und Kunststoffenster hin oder her, es sucht bei uns seinen Vergleich. Bewohn- und beheizbar wäre diese Riesenhütte ohne die Maßnahmen für einen Normalverdiener nicht. Sie sollte aber abgerissen werden und deshalb habe ich kein schlechtes Gewissen, verstehe aber deine Meinung sehr gut.

Gruß Patrick.