Mansardenisolierung

21.11.2007



Hallo,

mein Haus (Villa, Baujahr ca. 1914) hat ein Mansarddach. Der Dachboden ist nicht ausgebaut und soll auch nicht ausgebaut werden. Die Mansarde bildet ein Obergeschoß das ich zur Zeit renoviere. Der frühere Eigentümer hatte vor einigen Jahren das gesamte Dach neu gedeckt. Dabei hatte er an einer Seite der Mansarde das gesamte "Füllwerk" zwischen den Balken entfernt und durch Glaswolle etc. ersetzt. Also von außen Dachpfannen, dann Isolierung, von innen hatte er häßliche Paneele angebracht. Da er auch die Decken abgehängt hatte, habe ich die Paneele entfernt, um die ursprüngliche Raumhöhe wiederherzustellen.
An dieser Seite muß die Mansarde daher neu von innen her isoliert werden und von Anobien befallene Balken ersetzt bzw. verstärkt werden.
Auf der anderen Seite der Mansarde hat der Voreigentümer
das "Füllwerk" nicht entfernt, vor den bröckeligen Schilfputz aber auch seine geschmacklosen Bretter gesetzt (sah billig und mehr nach Jugendherberge als nach Villa aus).
Nach deren Entfernung stellt sich für mich nun die Frage wie ich dort vorgehen soll.
Den bröckeligen Schilfputz entfernen und auf den darunter liegenden Brettern Gipskartonplatten anbringen oder auch die
Bretter entfernen und von innen her neu dämmen und darauf die Gipsplatten anbringen ?
An der Mansarde stört mich die von innen sichtbare Dachschräge. Eine begradigte Wand wäre aber auch nicht massiv. Sind die Außenwände einer Mansarde hinsichtlich
Lärm- und Feuchtigkeitsschutz gegenüber massiven Wänden minderwertig oder läßt sich Gleichwertigkeit erreichen ?





Sehr geehrter Herr Pelzer,
die Besonderheit eines Mansarddaches sind nun mal seine Mansarden, seine Dachräume mit Schrägen. Diese sind Bestandteil der Dachkonstruktion und können nicht mit einem massiven Bauteil verglichen werden. Ihre Form entspringt der Dachstuhlkonstruktion und hat ihren Ursprung wohl wg. steuerlicher Gründe, da zu einer bestimmten Zeit die Grundsteuer nach Anzahl der Vollgeschoße berechnet wurde.
Nun monieren Sie verständlicherweise die Ausbauarbeiten, die der frühere Eigentümer vorgenommen hat, stellen aber zu gleich die Konstruktionsart in Frage. Da bin ich etwas verwundert!
Wurde denn mit Erneuerung der Dacheindeckung auch eine diffusionsoffene
Unterspannbahn eingebaut? Dann würde es sich anbieten, daß die Dachfläche mit einer Zellulose-WD ausgeblasen wird. Innenseitig sollte dann eine Luftdichtungs- und Dampfbremsbahn angebracht werden, z.B. pro clima DB+. Eine bessere Ausbauart werden Sie wohl kaum anders, insbesondere bezüglich Wärmedämmung (auch sommerlichen Wärmeschutz) usw., herstellen können.
Mit freundlichen Grüßen
Bernd Kibies
P.S.: Mein Tipp lt., schalten Sie Fachleute ein.