Manchmal schüttelt man nur noch den Kopf




Hallo liebe Mit-Fachwerksanierer.
Manchmal sitzt man hier und schüttelt nur noch den Kopf. Früher hab ich gedacht mit der Zeit werden sie es alle lernen. Gerade die, die sich mit diesem Fachwerkforum beschäftigen und hier statt bei FB posten, werden auch offen sein, mit den richtigen Materialien, gute und dauerhafte Lösungen zu finden.
Aber Woche um Woche habe ich den Eindruck es werden eher immer mehr Leute die einfach nur ihre vorgefaßte Meinung bestätigt haben wollen. Die weder mit einer Suchfunktion hier, mit langen Texten dort oder mit Informationen aus Büchern irgendetwas anfangen können oder wollen.
Oft verliert man den Spaß dazu etwas zu schreiben. Manchmal juckt es mir in den Findern sie nur noch zu satirisch zu bestätigen das "Reh"-gips und OSB genauso das Allheilmittel ist wie Bauschaum und Silikon.
Keine Ahnung wie das mal weitergehen soll.
Danke aber jedenfalls an alle die meist mehr Geduld und Ausdauer haben und den Leuten trotzdem noch gute Ratschläge geben. Es hilft wenn man sieht das es nicht nur Deppen gibt.

Einen schönen dritten Advent - M.Mattonet



zeichen der Zeit



lieber Markus,
ja, mir geht es ähnlich. Ich halte es für ein Zeichen der Zeit: Alles ist für Jeden machbar; Der Werbeslogan: "Geht nicht, gibts nicht!" hat sich so in den Köpfen festgesetzt, dass Manche ein Größenselbst entwickelt haben, mit Hilfe ein paar Google-Klicks das zu lösen, wozu der Fachmann eine 3-Jährige Lehre oder ein 5-jähriges Studium gebraucht haben. Aber was ist die Lösung ? Das muss jeder für sich entscheiden: Entweder ich reagiere nicht auf Beiträge, die mir zu unsinnig sind oder ich versuche, geduldig und gelassen zu antworten. Was die Satire betrifft: Um Sarkasmus zu verstehen, muss man wenigstens ein Mindestmaß an Mentalisierungsfähigkeit- und willen besitzen. Aber da haben wir das nächste Manko unserer Zeit...



Also!



Das heißt doch USB - Platte, und was ist denn falsch an "Reh"-Gips? Da hat schon ein Dichter von geschrieben:

"Im Park
Ein ganz kleines Reh stand am ganz kleinen Baum
still und verklärt wie im Traum.
Das war des Nachts elf Uhr zwei.
Und dann kam ich um vier
Morgens wieder vorbei.
Und da träumte noch immer das Tier.
Nun schlich ich mich leise - ich atmete kaum -
gegen den Wind an den Baum,
und gab dem Reh einen ganz kleinen Stips.
Und da war es aus Gips.

Joachim Ringelnatz

Ich hatte unlängst einen Anästesisten als Kunden, der mir lässig zu verstehen gab, daß er meine Arbeit mal eben so mit machen würde. Soll er doch, ich schlafe ja auch ohne seine Hilfe ein.

In diesem Sinne, nicht den Humor verlieren.

Vielleicht ist auch in Zeiten, wo es am allerwichtigsten zu sein scheint, "Haltung zu zeigen", das Wissen und Können nicht mehr so wichtig? Die Generation Pippi Langstrumpf malt sich ihre Welt, wie sie ihr gefällt. Man kann das völlig verfehlt und schädlich finden, man kann aber auch darüber lachen.

Eine schöne Weihnachtszeit wünscht Euch

Thomas



IHR



Ihr bringt mich immer wieder zum nachdenken...

Danke dafür.

Micha

Ps: jetzt traue ich mich gar nicht mehr ein aktuelles Problem anzusprechen ;)



Der ...



filosofische Teil ist doch die Spielecke.

Hauptsächlich geht's hier doch immer noch um's Fach(hand)werk.

Nur Mut, manche Frage wurde wirklich noch nie gestellt :-)

Grüße

Thomas



Gelassen bleiben



Ich würde da einfach völlig gelassen bleiben. Prinzipiell habe ich mehr Achtung vor Leuten, die sich einfach etwas trauen, auch wenn es in meinen Augen die Hose geht, als vor Leuten, die sich aus Angst, einen Fehler zu machen, gar nix zutrauen. Natürlich gibt es Grenzen. Die sind da erreicht, wo man sich oder andere gefährdet.

Bis zu welchem Punkt an Selbstherrlichkeit oder Ignoranz auf der Gegenseite man jemandem noch einen Rat gibt, kann jeder frei für sich entscheiden. Keiner muss sich damit so lange beschäftigen, bis sein persönlicher Siedepunkt erreicht ist. Man hat es also selber in der Hand, ob man sich ärgert, oder nicht.

Das einzige, wo man sich immer wieder die Haare raufen kann, ist die Qualität der Antworten auf manchen Portalen. Aber auch da kann man sich einfach vor Augen halten, dass man nicht der Retter der Welt ist und räumt einfach das Feld.

Viele Grüße
Tilman



Es gibt sie noch...



...die Menschen abseits von OSB, Rie(reh)gips, Trockenbauprofil, Glasswollenliebhaber und und und...
Und diese Menschen wissen den Rat und die Meinung von erfahren Handwerkern oder langjährigen Fachwerkbesitzern zu schätzen.
Wenn sich diese erfahrenen, grade diejenigen die bereits etwas zu diesem Beitrag geschrieben haben aus diesem Forum zurückziehen, so wäre das ein herber Verlust.

Einen schönen dritten Advent



Keine Ahnung wie das mal weitergehen soll.



Zitat von: Ingenieurbüro Bergisches Land - Markus Mattonet , als Titel benutzt (finde ich gut)
Ziemlich treffend wie ich finde...

Das Internet ist das Wissen von Generationen...

Wer hats geschrieben?

Das Forum fand ich schon immer interessant, weil man sich speziellen Themen, welche sich ursprünglich, hauptsächlich dem Fachwerkerhalt widmete, ratsuchenden mit gutgemeinten Ratschlägen eventuell weiterzuhelfen, neue Gedanken aufzunehmen um forthin weitere Fragen aufzuwerfen.

Es ist sicherlich schwierig für jemanden etwas logisch darzulegen, ich meine die eigene Erfahrung, wenn; das moderne, alles zu wiederlegen versucht, mit Formeln der Physik und Chemie -- alles zu tun um das althergebrachte in Zweifel zu stellen.

Die moderne denken:

Wie kann man jemandem erklären wie man einfach von A nach B kommt, wenn derjenige gar nicht in Betracht zieht auch zu Fuss das Ziel erreichen zu können.

Viele Grüße

Mladen Klepac



Ich bekomme bald Nackenstarre



Nur noch mal so ... Interessant ist, das jedes zweite Posting hier begleitet wird von mindestens ein, wenn nicht mehr Postings in Gruppen a"sozialer" Netzwerke.
Was ich mich frage, was macht ein Fragesteller der ein statisches Problem hat mit 30 Nachfragen und 15 Ratschlägen. Am Ende muss der doch genauso schlau sein wie vorher.
Bei den Postings die hier nur wenige aber eindeutige Antworten bekommen, taucht zwei Tage später die gleiche Frage bei Facebook auf und man fragt sich erneut ob einfach noch nicht die gewünschte Antwort gekommen ist. Es scheint die Frage ist eher nicht dazu gedacht eine Antwort zu bekommen sondern Mitleid oder Bewunderung.



Tatsächlich?



Ich bin da nicht unterwegs, fachwerk.de reicht mir völlig. Ist aber interessant wie auch bezeichnend für die allgegenwärtige Realitätsflucht.

Die Akzeptanz der Handwerke schwindet. Wer irgendeinen Mist wie zum Beispiel eine wacklige Krücke von einem Bücherregal bei einem der boomenden Möbeldiscounter kauft und kaum die Aufbauanleitung versteht, wie soll der auf die Idee kommen, sich ein Büchrregal aus z.B. Kirschbaumholz bauen zu lassen, in Gestalt, Maßen, Oberfläche nach seinem Geschmack. Er hat ja gar keinen Geschmack.

Wozu soll man ein massives Parkett in handwerklicher Verarbeitung in Auftrag geben, wenn des doch im Baumarkt des Vertrauens superschönes Laminat im Dekor "Eisbirne" gibt, das Papa an einem Samstag vormittag gleich auf den verkleckerten Teppichbelag "verlegt". Es knirscht und klappert zwar vom ersten Tage an, aber in drei Jahren ist sowieso ein neuer Trend angesagt, "Feuerlandkirsche" oder "Mooreiche" ...

Andere Gewerke betrifft das genauso: Wozu eine Wand putzen lassen, wo es doch die tollen "Reh-Gips" - Platten gibt... Ganze Häuser werden ja schon lange Zeit in einer Art und Weise gebaut, die die Frage aufdrängt, ob man das Haus erst beziehen soll, oder besser gleich abreisst. Kaum Jemand baut für lange Zeit, für Generationen, nach einem wohlbedachten Plan.

Für die Sanierung bedeutet das, daß durch Selbstüberschätzung, Dummheit und Ignoranz heute weitaus mehr alte Bausubstanz beschädigt und zerstört wird, als durch Alterung und Verschleiß. Dagegen kämpft auch fachwerk.de vergeblich an.

Wer also einen missionarischen Ansatz verfolgt, muss verzweifeln. Man suche sich also besser "seine" Nische und ausgewählte Kunden. Bei dieser Auswahl ist für mich inzwischen nicht mehr die reine Gewinnspanne der wichtigste Punkt. Eine anspruchsvolle Bauaufgabe, ein aufgeschlossener Bauherr, ein respektvolles Miteinander von Auftraggeber und Auftragnehmer auf gleicher Augenhöhe...ich arbeite nur noch da, wo ich mit Freude am Werke sein kann.

In diesem Sinne einen herzlichen Gruß an Alle, die diese Zeilen verstehen.

Thomas



Differenziert betrachten



Hallo Thomas,

da möchte ich Dir bedingt widersprechen. Ich verstehe durchaus sehr gut, was Du meinst. Ich habe eine große Vorliebe für Nachhaltigkeit und Qualität und war schon immer bereit, dafür auch etwas mehr Geld auszugeben. Das von Dir beschriebene Phänomen lässt sich aber nicht einfach auf den Verbraucher abwälzen. Fachleute wie Du sind eine absolute Ausnahme und schwer zu finden. Die Mehrheit ist nur am Umsatz interessiert und leider entweder nicht fähig oder willens, dafür auch eine saubere Arbeit abzuliefern, zu der man guten Gewissens stehen kann.

Hätte ich nicht das Glück, sehr viel selber machen zu können, könnte ich mir die Nachhaltigkeit und Qualität nicht leisten und damit meine ich nicht nur das Finanzielle. Ich fahre z.B. eine mittlerweile 36 Jahre altes Auto. Das ist heute noch in besserem Zustand und technisch zuverlässiger, als so manches 5 Jahre alte Auto. Ich wüsste jedoch in ganz Deutschland gerade mal eine Handvoll Betriebe, denen ich mein Auto anvertrauen würde. Zu Mercedes kann ich es nicht bringen, denn dort hat man weder die Ahnung von älteren Modellen, noch darf ich da ordentliche Arbeit erwarten. Auch dort gilt ganz klar die Prämisse: Wenn die Reparatur ein paar Jahre hält, ist es gut, denn welches Auto wird schon länger als 10 Jahre genutzt?

In unserem Haus habe ich drei Mal erwogen, Handwerkern einen Auftrag zu erteilen. Der erste hätte die komplette Installation einer Heizung mit Pelletbrenner umfasst und ist schließlich daran gescheitert, dass man sich nicht darauf einlassen wollte, die Aufputz-Kupferrohre zu löten und auch mich diese Arbeit nicht machen lassen wollte. Ich hatte die Wahl zwischen Komplettauftrag mit verpressten Rohren (für über 30.000 €) oder nichts. Ich habe mich für nichts entschieden.

Der zweite Auftrag ging an einen hier etablierten Fliesenfachbetrieb, bei dem wir uns Feinsteinzug für das neue Bad ausgesucht hatten. Da ich zwar normale Fliesen aber noch nie so große und schwere Feinsteinzug-Platten verlegt hatte, habe ich den Auftrag zum Verlegen erteilt. Abgesprochen war ein fliesenfertiges Bad und ein ungefährer Termin, zu dem ich mit den Vorarbeiten (Wasser- und Elektrik-Installation, verputzen, FHB verlegen, Estrich gießen und Duschgefälle ausarbeiten) fertig sein wollte. Als ich 3 Tage nach meinem geplanten Ziel dort anrief, bekam ich zur Antwort, dass man die nächsten 3 Monate keinen Handwerker frei hätte, obwohl man dort wusste, dass wir bis dahin weder Dusche, noch WC oder überhaupt ein Waschbecken mit Warmwasser hatten. Nach 3 Monaten kam ein Handwerker, der feststellte, dass man für den Boden die falschen Fliesen bestellt hatte. Also nochmal 4 Wochen warten. Letztendlich wurde die Arbeit dann in weniger als einem Tag gemacht. Der Handwerker selber hat sich gewundert, warum man einen so kleinen Auftrag nicht vorher als Lückenfüller genommen hat. Die Arbeitsqualität ist mittelmäßig. Alle Abweichungen sind innerhalb der DIN-Toleranzen aber im Nachhinein habe ich mich geärgert. Ich hätte es nicht nur 4 Monate früher, sondern auch ordentlicher machen können. Der Rechnungsbetrag fiel gegenüber dem Angebot übrigens nochmal um fast 400 Euro höher aus. Man hatte die vorher grob errechneten Laufmeter und Quadratmeter pingelig auf Zentimeter ausgerechnet, um uns ohne finanziellen Verlust dann "großzügig" einen Nachlass wegen der Verzögerung geben zu können.

Der dritte Auftrag bestand darin, ein VA-Rohr in unseren Schornstein einzuziehen. Handwerker A zieht im EG das Ofenrohr im einzigen bewohnten und sauberen Zimmer ab und Handwerker B beginnt daraufhin im Dachboden mit Brecharbeiten. Nach wenigen Sekunden sah es hier im Wohnzimmer aus, als wenn der Vesuv ausgebrochen wäre. Es war ausnahmslos alles schwarz. Nachdem ich in den Dachboden ging, um Bescheid zu geben, stelle ich fest: Der Handwerker steht mit seinen Arbeitsschuhen im Schutt auf dem neuen Weichholz-Dielenboden. Lapidare Antwort: "Normalerweise legen wir Gummimatten aus, doch die waren auf einer anderen Baustelle und wenn wir die geholt hätten, hätte das nochmal eine Stunde Zeit gekostet."

Sorry, eigentlich bin ich mit meinen 50 Jahren in einem Alter, wo ich mir nicht mehr immer beweisen muss, dass ich es selber kann. Ich mache nur jedes Mal wieder die enttäuschende Erfahrung, dass ich gar keine Alternative habe. Natürlich kann man nicht alle Dienstleister über einen Kamm scheren, doch ich habe einfach keine Lust mehr auf das Risiko eines weiteren Reinfalls. Für mich gilt die ganz klare Regel: "Willst Du es ordentlich, mach es selber".

Ich habe meine Werkstatt lieber um einen Frästisch ergänzt, damit ich unsere alten Holzfenster selber sanieren und defekte Profile nachfertigen kann, als diese Arbeit in Auftrag zu geben. Beim Putz innen hatte ich eine genaue Vorstellung von der Struktur aber nur eine grobe Ahnung, wie es gehen könnte. Bevor ich einen Handwerker beauftrage, übe ich lieber selber und kratze den Putz zwei Mal wieder von der Wand, bis ich den Dreh heraus habe.

Thomas, Du bist leider eher die Ausnahme, als die Regel. Das zeigt sich selbst hier im Forum: Wie oft kommt es vor, dass ein Fragesteller Fotos von seinem durch einen Fachbetrieb sanierten Fachwerk einstellt, auf denen mit Acryl oder Silikon gepfuscht wurde und das Gebälk mit diffusionsdichten Anstrichen versehen wurde? Ich will gar nicht bestreiten, dass oftmals das Budget des Bauherren oder seine irrigen Vorstellungen eine qualitativere Sanierung verhindert, doch das ist nur die halbe Wahrheit. Mit Liebe und Gewissen arbeitet kaum noch ein Fachbetrieb und das kann man dem Kunden nicht in die Schuhe schieben.

Viele Grüße
Tilman



Lieber Tilman,



Du hast mir doch gar nicht widersprochen.

Selbstverständlich gehe ich NICHT davon aus, daß nur der Handwerker gute Qualität am Bau liefern kann. Auch ich kenne reichlich handwerklichen und sogar handwerksmeisterlichen Pfusch. Und ich habe auch den größten Respekt vor den (Fachwerk)- Sanierern im eigenen Auftrag, die sich ernsthaft und umfassend mit dem Thema auseinandersetzen und dann, oft über Jahre und neben ihrer Arbeit, ein Haus in bewundernswerter Akribie Restaurieren und oft genug einen echten Schatz, der schon über den Jordan gegangen zu sein schien, zurückholen in's Licht. Für diese schreibe ich ja auch bei fachwerk.de

Mir geht es in diesem thread nicht um diesen vorgenannten und höcht respektablen Menschenschlag. In diesem thread schreibe ich über Pfuscher, sowie oberflächliche und / oder überhebliche Leute, die ich hier lächerlich finde und mir im echten Leben so gut als möglich vom Leibe halte.

Auch wenn ich kein Forenharmoniker bin, so denke ich doch, daß wir in diesen Fragen an der selben Seite des Taues ziehen.

Grüße

Thomas

P.S. Was Deine Erfahrungen mit dem Fliesenbetrieb betrifft, so ist die zeitliche Umsetzung natürlich katstrophal. Allerdings ist es üblich und verständlich, daß in einem Angebot die Mengen nur grob ermittelt werden. Viele Bauherren holen sich berechtigterweise mehrere Angebote ein, ein detailliertes Aufmaß macht allerdings einige Arbeit, die nur im Auftragsfall nicht umsonst ist. Auch ändern sich zwischen Angebot und Ausführung mitunter die Baumaße. Deshalb ist es üblich, eine Abrechnung mit den verbindlich vereinbarten EP's und einem Aufmaß nach Fertigstellung durchzuführen.



Lieber Thomas,



> Du hast mir doch gar nicht widersprochen.

Sorry, dann habe ich Dich missverstanden. Das kam bei mir so nicht rüber.

> Auch wenn ich kein Forenharmoniker bin, so denke ich doch,
> daß wir in diesen Fragen an der selben Seite des Taues ziehen.

Passt, da sind wir uns wohl ähnlich. ;)

> P.S. Was Deine Erfahrungen mit dem Fliesenbetrieb betrifft, so
> ist die zeitliche Umsetzung natürlich katstrophal. Allerdings ist
> es üblich und verständlich, daß in einem Angebot die Mengen
> nur grob ermittelt werden.

Das ist prinzipiell auch völlig in Ordnung. Es wirkt nur im Kontext der vorangegangenen Geschichte äußerst befremdlich, wenn man Kleinigkeiten wie Silikonfugen noch auf den Zentimeter ausrechnet. Der anschließende Nachlass rettet die Situation dann auch nicht mehr. Wir reden hier nicht von Materialwerten. Die Fliesen hatte ich eh mit ordentlich Überschuss bestellt, falls irgendwann einmal etwas repariert werden muss. Der Preis stand daher ungeachtet der tatsächlich verbrauchten Menge fest.

Die gesamte Arbeitszeit in dem 7qm-Bad betrug mit Sperrgrund streichen, Fliesen legen und verfugen kaum mehr als einen halben Tag. Ich bin selber seit bald 20 Jahren Unternehmer und weiß daher durchaus beide Seiten einzuschätzen. In so einem Fall rechnet man nicht mehr mit aufgerundeten Viertelstunden, wenn man den Kunden nicht vollends verärgern will.

Viele Grüße
Tilman



Naja,



da stimme ich Dir zu. In diesem Zusammenhang wirkt das etwas randständig...

Naja immerhin, Dein Bad ist ja nun fertig. Schwimm nicht zu weit 'raus :-)



Und ich denke, dass es nicht nur an der einzelnen Leistung liegt, sondern...



es fehlt oft die „ordnende Hand“. Die Zusammenarbeit (Planer und Handwerker) lässt zu wünschen übrig.
Es mögen oft die Einzelleistungen gut sein aber das Gesamtwerk wird mangelhaft abgeliefert.
Im Moment habe ich als Sachverständiger mehrere Objekte zu bearbeiten bei denen eigentlich die Einzelleistungen wenig Grund zu Beanstandung geben und doch wächst der Schimmel und es „fault“ vieles vor sich hin.
Ich denke auch daran, dass dies oft eine Sache von unsinnigen Ausschreibungen und Einzelvergaben ist.
Es ist leider üblich geworden – insbesondere bei öffentlichen Ausschreibungen, dass der „Billigste“ und nicht der Preiswerteste den Zuschlag erhält.
Prüfungen der Angebote und deren Leistungen unterbleiben oft. Abgesehen von der Qualität der Mitarbeiter und der ausgeführten Objekte.
Ja nun, wie soll da etwas Anderes als harmonisches und qualitativ wertvolles Miteinander entstehen?
Beispiele von Murks gibt es genug. da hilft auch kein Kopfschütteln. es ist wie oben erwähnt ein Zeichen der Zeit.
Manche Handwerker wissen diesen Umstand auch als positives Element zu bewerten. Man muss sich heute auf die Sanierung der Sanierung konzentrieren - leider ist dies so.