Nicht nur Haus, sondern auch Deckenmalereien gefunden...

07.06.2008



In unserem Haus, Bj 1908, habe ich nach dem Entfernen der Deckentapeten Malereien gefunden, die vom Erbauer dort angebracht wurden - das Haus wurde in Verbindung mit einer Malerwerkstatt erbaut. Diese Deckenmalereien möchte ich jetzt erhalten. Hierzu folgende Fragen:

1. Wie bekomme ich neuere Farbreste und Tapetenleim von den Malereien, ohne diese zu beschädigen?
2. Wie konserviere ich die Malereien am besten oder einfach "natur" lassen?
3. Kann ich die Farben auffrischen (aber nicht durch neu ausmalen)?
4. Den Rest der Decke möchte ich "altweiss" anlegen. Welche Farbempfehlung gibt es?

Danke im voraus & Gruss

Michael

PS: Ein Bild stelle ich noch ein.



Malereinen erhalten



Hallo!

Tolle Entscheidung die Malereien zu erhalten! Das Ablösen wird recht schwierig, da der Untergrund meißt aus Kalkfarbenbasis besteht. Wenn man nun Tapeten ablöst, reißt man oft die darunterliegenden Farbschichten mit weg.
Vorsichtiges anlösen der Tapeten mit Tapetenablöser könnte funktionieren, da kann man aber nur Experimentieren.

Die Farben später fixieren und auffrischen ohne sie zu überpinseln, sollte mit Wasserglas funktionieren. Dieses 1:4 mit wasser verdünnen und überpinseln. Das festigt den alten Farbauftrag und frischt die Farben wieder auf. Am besten an unauffäliger Stelle testen.

Viel Erfolg beim ausprobieren.

Auf die Fotos bin ich gespannt.

Gruss,

Oliver Rust



Und wenn dann durch Wasserglas...



...eine Schalenbildung eintritt und alles abfällt, Besen nehmen.

Die Sache mit dem Wasserglas sollten sie nicht weiter verfolgen, wie überhaupt diese Aufgabe in Restauratorenhände gehört. Wenn Sie sich ein wenig umhören, finden Sie ja vielleicht einen, der Eigenleistungen des Bauherren (so überhaupt möglich) in die Arbeit integriert.

Grundsätzlich rate ich aber davon ab, auf der Basis von Forum-Tips an Ihren Gemälden herumzukratzen. Hier werden die Grenzen einer Online-Beratung überschritten. Keiner der Tipgeber hat das Ganze gesehen oder gar (unverzichtbare) Untersuchungen angestellt, und nicht jeder selbsternannte Forenexperte hat hinreichende Kenntnisse zu den Themen, zu denen er schreibt.

Grüße

Thomas



Deckenmalerei



Hallo Michael,
Ich sehe das genauso wie Thomas W. Böhme.
In unserer Kirche wurden in den letzten Jahren die Wand-und Deckenmalereien restauriert.
Wichtigste Aufgabe war dabei einen "Schutzanstich" aus dem Jahre 1920 zu entfernen. Dieser bestand aus transparentem Kasein und hat zu Oberflächenspannungen geführt.
Gearbeitet wurde mit Wattestäbchen, die Tagesleistung waren manchmal nur 2 qdm.
Das Ganze hat am Ende 2,8 Mio Euro gekostet.
viele Grüße



Wandmalereien



Hallo zusammen!

Deshalb habe ich ja auch geschrieben " an unauffälliger Stelle ausprobieren". Wenn es sich um Supererhaltenswerte Gemälde handeln würde, dann täte ich auch einen Restaurationsbetrieb mit diesen Aufgaben betrauen.

Ich denke aber mal, daß Michael gerne nur seine alten Schabloniermalereien erhalten möchte ( sehen wir dann ja auf den Fotos) und nicht Unsummen von Geld investieren will. Da ich gerne auch Ausprobiere und selber mache, viel mir das mit dem Wasserglas ein. Welche Tips hätten die Experten denn, außer " da lass mal nen Fachmann dran"? Ich glaube dafür brauchen wir nicht so ein Forum wenn alles eh vom Restaurator gemacht würde.

Aber lassen wir da mal den Besitzer selber entscheiden.

Viele Grüße und schönes sonniges Wochenende,

Oli Rust



Entscheiden kann doch nur richtig,



wer sachkundig ist, oder? Und mit ein bisschen ausprobieren ist es nicht getan - bei einer falschen Überarbeitung kann sich auch nach Jahresfrist ein Schaden einstellen.

Von Schablonenmalerei stand da nichts. Wenn Sie, lieber Oliver, schon im Voraus die Bilder sehen, die noch nicht eingestellt sind, versuchen Sie's doch 'mal mit den Lottozahlen :-). Dann könnten Sie Michael auch ganz locker eine fachgerechte Restaurierung sponsern.

Aus den o.g. Gründen gebe ich nur zwei Räte: Restaurator kommen lassen, Angebot erbitten.

Wenn's jetzt dafür nicht reicht, später Freilegen (wenn's das denn wert ist).

Selbstverständlich sind auch Restauratoren keine Götter, die in dem Normalsterblichem unzugänglichen Revieren wandeln. Die waren alle auch mal Laien. Wen's ernshaft interessiert, der wird sich Fachliteratur kaufen, mit Fachleuten reden, Erfahrungen sammeln. Das ist aber ein langwieriger Lernprozess, wo wie auch immer geartete Foren nicht wirklich weiterhelfen. Schnellschüsse aus der Ferne richten mehr Schaden als Nutzen an.

Das hat nichts mit Besitzstandswahrung zu tun. Ich sehe einfach zu oft dillettantisch zerstörte oder schwerstgeschädigte Originalsubstanz.

Sonntägliche Grüße

Thomas