Holzwurmbekämpfung




Guten Tag,ich wohne auf einen Bauernhof, der im Stallgebäude und der Scheune mit Holswurm befallen ist.An wenigen Stellen gibt es noch gelbe Bohrmehl-Haufen, ansonsten sieht man keine Aktivität.->Heißt das,dass der Wurm tot ist oder bohrt er weiter? Welche Bekämpfungsmasnahmen könnten sonst großflächig und einigermaßen kostengünstig eingesetzt werden?





Hallo, Jens Wojtyschak,
wenn sich von allein Holzmehlhäufchen bilden, dann ist das meist ein sicherer Beweis, daß der Holzwurm (Anobien) noch aktiv ist.! Da wäre eine örtliche Behandlung möglich. Und auch nötig. Ob Hinzebehandlung oder Begasung sinnvoll sind, kann man aus der ferne schwer sagen. Das läßt sich bei der Größe der Nebengebäude auch nicht alles nach Do-it-jourself erledigen.
Vielleicht melden sich die Holzschutzfachleute hierzu auch - oder mailen Sie mal Martin Malangeri hier im Forum an.
Viel Erfolg wünscht
D.Fr.





Hallo Jens

Wie vom Kollegen Dietmar Fröhlich angekündigt, melden sich hier die Holzschädlingsspezialisten. Er hat auch recht, wenn sich Häufchen bilden, dann ist der Holzschädling aktiv.

Bitte schildere Genaueres, vielleicht mit Fotos !


Gruß

L. Parisek



Bestätigung



Hallo Jens Wojtyschak,
Nochmal ´ne Bestätigung der Kollegen.
Außerdem wäre zu klären, welche Anobie es wohl ist, manche treten gerne in Zusammenhang mit Pilzvorschädigung auf.
Übrigens sind die Schurken nicht durch sibirische Kälte aus dem Weg zu räumen. *gefrorenesgrinsenbeiminuszwölfgrad*.
Grüße aus Leipziger Innenstadt
Martin Malangeri



Thüringer Waid



ist ein wirkungsvolles, vorbeugend und nachhaltiges, uraltes Holzschutzmittel, rein auf pflanzlicher Basis.
Es riecht im ersten Moment etwas streng nach vergohrenem
Pflanzenmaterial, aber das vergeht.Es läßt sich durch sprühen oder pinseln einfach aufbringen.



@Andreas Breuer



Thüringer Waid wird vielleicht nicht zu unrecht als vorbeugendes Holzschutzmittel eingesetzt, habe da zu wenig Erfahrungswerte. Meinen Nachforschung nach nützt es jedoch nix als bekämpfendes Mittel.
Und das sollte man unterscheiden!
Mit freundl. Grüßen
Martin Malangeri



@Martin Malangeri



Waid-Holzimprägnierung mit den Eigenschaften lt. techn. Merkblatt:-fungizid wirksam gegen Basidiomyceten,
-insektizid wirksam gegen z.B. Hausbocklarven,
und weitere positive Eigenschaften.



@Andreas Breuer - nochmal-



Ich habe gerade mal gegoogelt.
Einer der gefundenen Hersteller scheint pleite zu sein:
http://www.thema-denkmal.de/thema/2002_02/som02_6.php
Würden Sie mir das techn. Merkblatt mal durchfaxen (0341/3025937)? Das interessiert mich jetzt. Wenns klappt, herzlichen Dank.
Grüße
Martin Malangeri




Anobium punctatum - Gewöhnlicher Nagekäfer (Larve)

@Andreas Breuer

Lieber Andreas

1. Sag mal, wie kommt die Waid-Holzimprägnierung eigentlich an die fresssende Hausbocklarve ran ?

2. Ich verstehe noch nicht ganz was eigentlich passiert, wenn der Hausbocklarve dieser doch eigentlich vollkommen ungiftige und biologische "Waidwirkstoff" denn doch munden sollte.

3. Was ist hier eigentlich der Wirkstoff ?

4. Was passiert im Körper der Larve? Kommt es zur Abtötung ?

5. Wurden hier ernsthafte Versuche durchgeführt (z.B. an Prüfkörpern mit Waid getränkt) und was passierte dabei genau ?

6. Wie funktioniert dies bei tiefer sitzenden Holzwurmlarven ?

7. Was passiert mit den Eiablagen ?

8. In welcher Konzentration (gr/m²) muß das Mittel aufgetragen werden a) vorbeugend b) bekämpfend

9. Verkaufst du das Mittel? Wenn ja, was empfiehlst du dem Käufer zur Vorgehensweise ?




Mit besten Grüßen

L. Parisek



Wir driften ab von der Fragestellung...



...aber ist ziemlich spannend, daher hier noch ein paar Infos zum Thüringer Waid.
Zuerst mal Dank an Andreas Breuer für die Zusendung der beiden Informationsblätter (wobei es sich hier noch nicht um ein techn. Merkblatt im herkömmlichen Sinne handelt, sondern mehr um eine Allgemeininformation).
Ich habe mal mit dem GF und Techn. Leiter telefoniert.
Ich gebe mal hier die Aussagen von Herrn Krämer in zusammengefasster Form wieder, ohne das Ganze irgendwie zu werten.
Die Thüringer Waid GmbH ist aufgekauft worden von www.bita-gmbh.de.
Nach anfänglichem Desinteresse des neuen Besitzers ist die Erforschung des Wirkstoffes mit seinen Möglichkeiten aber dann doch nochmal in die Forschung gegangen und es ergibt sich anscheinend ein Vielzahl an Anwendungsmöglichkeiten für verschiedene Bereiche. Fungizid, insektizid, stabilisierend und brandhemmend Wirkungen auf Holz ist da nur ein Teilbereich. Bei der Vergärung enstehende Eigengerüche wurden inzwischen unter Kontrolle bekommen. Im Holz entsteht nach einer abgeschlossener Polymerreaktion eine Stickstoffbildung (Sauerstoff wird dadurch verdrängt) und es kommt zu einer bisher nicht auslösbaren Oxydationsverbindung im Holz. Fungizide und insektizide Wirkung im vorbeugenden und bekämpfenden Holzschutzbereich konnten unabhängig von verschiedenen Instituten nachgewiesen werden.
Die Prüfverfahren zur bauaufsichtlichen Zulassung wurden inzwischen eingeleitet, aber man steht noch am Anfang.
Bita möchte zunächst mal alle chem. Eigenheiten des Waids genau austesten, um sich überhaupt anschließend erst der sicherlich kontroversen Diskussion um einige verblüffende Eigenschaften stellen zu können.
Wirklich marktfähige Produkte mit allen dazugehörigen Zulassungen und angeschlossenem Händlernetz sind noch nicht vorhanden. Es wird auch eher keine "Baumarkt"-vertriebsschiene geben.
Wer auf dem Laufenden bleiben möchte, darf sich gerne per Email im Verteiler der Firma anmelden.
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Bin noch nicht überzeugt, aber zumindestens sehr neugierig (dafür ist auch noch zu früh, Herr Krämer machte auf mich auch eher den Eindruck eines seriösen Forscher und Skeptikers seines eigenen Produktes).
Womit wir wieder bei Herrn Wojtyschak wären: Für ihn ist das Mittel vielleicht irgendwann eine brauchbare Alternative, aber momentan zumindestens noch keine baurechtlich zugelassene Möglichkeit, zumal es auch für Einbringverfahren, Wirkungsweisen und Händlernetze keine allgemein veröffentlichten Informationen gibt.
Trotzdem, Andreas Breuer, guter Tipp, ich werde mich mal weiter damit beschäftigen.
Grüße
Martin Malangeri





@ Hallo Martin Malangeri,

Hab mit Interesse Deinen Bericht zum Waid gelesen.
Natürlich ist Skepsis und Hinterfragen immer angebracht.
Ich bin ebenso ganz auf der Linie von Andreas Breuer, auch ein gutes, engagiertes IGB-Mitglied im Weimarer Raum.

Die IGB beschäftigt sich auch schon länger mit diesem Thema Waid, seit Jahrhunderten bekannt mit seinen vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten.! Und es kamen neue hinzu.
Wir sind froh, daß dieses Wissen im Zuge der Technisierungen und Kunststofffarbentwicklungen jüngst nicht verloren ging, daß diese Pflanze weiter angebaut wird und daß die Firma in Neudietendorf (bei Gotha) wieder eine Zukunft hat.!

Wir schätzen auch sehr die vielfältigen Eigenschaften und Einsatzmöglichkeiten von Waid. Freilich war das Produkt um einiges teurer als der Durchschnitt im Baumarkt. Dort hab ich es aber auch schon gekauft als Konservierungsmittel.
Doch auch als Farb- und Holznstrichstoff hat es sehr gute Eigenschaften. Und eine eigenwillige Farbpalette kann damit erzielt werden.
Von den günstigen fungiziden, insektiziden und Brandschutz-Eigenschaften dieser Pflanze hab ich schon viel Gutes gehört.
Bei direktem, akuten Schadensbefall - das war ja oben die Frage von Jens Wojtyschak - reicht ein Waidextrakt vermutlich nicht aus zur Bekämpfung.
Aber schön wäre es dennoch, weil Naturprodukt.

Grüße nach Leipzig
D.Fr.



Thüringer Waid



Schönen Dank den beiden vorschreibern,
ich freue mich über das große Informationsbedürfnis zum Waidsaft.Es ist eben eine total interessante Pflanze, die viel kann.Zu den Fragen des dritten Vorschreibers ist sehr viel geantwortet worden. Zu 9. möchte ich nur noch schreiben, das ich die Holzimprägnierung in meinem Laden verkaufe und meine praktischen Erfahrungen mit dem Waidsaft zur Argumentation nutze. Obwohl es keine bauaufsichtliche Zulassung für den Waidsaft gibt, kaufen trotzdem einige Kunden das Material.Eben reine Natur.