Mal wieder Fußbodenaufbau über Kappendecke

18.03.2021 walliver

Mal wieder Fußbodenaufbau über Kappendecke

Hallo zusammen,
ich habe hier bereits viel über ähnliche Projekte gelesen, aber irgendwie scheint doch jedes Objekt anders zu sein und oft bin ich mir unsicher, ob die Vorschläge auch für unser Projekt passen. Es geht dabei um ein Haus welches 1902 gebaut wurde, einschaliges Ziegelmauerwerk, Kappendecke mit Schüttung aus einem Gemisch aus Dreck , Stroh, Schutt etc, darauf Balken mit Dielen darauf.
Es geht z.B. damit los, daß unsere Kappen nicht -wie scheinbar oft- gemauert sind, sondern aus einer Art Beton gegossen sind. Viellecht kann mir jemand die richtige Bezeichnung des Baustoffes nennen? Ich lade ein Foto von der Kellerseite hoch.
Der Plan ist bisher, eine gebundene Schüttung und Trockenestrichplatten einzubringen um eine geeignete Fläche für Vinyl herzustellen. Aufgrund der maximalen Schütthöhe von ca 18 cm bin ich auf die Trockenschüttung leicht von fibotherm gekommen. Für mich stellte sich zunächst die Frage, ob raumseitig eine Dampfbremse notwendig ist, da die Schüttung ja auch eine Dämmwirkung gegenüber der Kälte vom Keller hat. Bei meiner Recherche hier im Forum bin ich dann auf Thermozell bzw. Thermobound gestoßen und habe mich gefragt, ob das nicht für unser Projekt geeinet ist, um eine bessere Dämmung zu erreichen, da der Boden im Winter echt kalt werden kann.
Es wäre toll, wenn ich Eure Einschätzung lesen könnte, ich liefer auch gerne Infos nach.



Auf dem Foto



ist nichts zu erkennen, was für die Beantwortung der Frage relevant wäre. Handelt es sich um eine scheitrechte Kappendecke ? Wie ist der Zustand der Stahlträger ?
Hast Du auch die PDF in der Sondersammlung von Georg Böttcher oben unter dem Menüpunkt Lesestoff studiert ? Dort ist der Aufbau eigentlich genau beschrieben. Ein gebundene Schüttung ist machbar. Wie sind Temperatur und Luftfeuchte im Keller? Bei 18 cm wäre auch eine Fußbodenheizung interessant. Wie ist der Boden jetzt aufgebaut? Vinyl trägt nicht gerade zu einem warme Fußbodengefühl bei, zudem ist es ja bereits dampfdicht, wozu dann eine Dampfbremse? Ich würde die Dämmung der Kellerdecke von unten in Erwägung ziehen, ist das von der Höhe her machbar? Es gibt auch Trockenestrichelemente mit aufkaschierter Dämmlage.



Das Foto


Das Foto

bezog sich auf das Material der Kappe, da ich hierfür den Begriff nicht kenne. Ist das Leichtbeton, über den ich in einigen Beiträgen gelesen habe?
Was ist mit einer "scheitrechten" Kappendecke gemeint? Bezieht sich das auf die Form der Kappe? Ich lade ein Foto hoch, das diese von oben zeigt.
Die Stahlträger haben Oberflächenrost aber nicht dramatisch, ich habe vor, diese bei der Gelegenheit zu behandeln, habe die Empfehlung von Leinöl gelesen.
Auch die PDFs habe ich gelesen, und viele Beiträge im Forum, aber war mir nicht sicher, was und wie ich die beschriebenen Details auf unser Projekt beziehen kann.
Der Keller ist unbeheizt, die Luftfeuchtigkeit pendelt sich meist auf ca 70 % ein, wenn ich diese beobachtet habe.



Kappendecken



es gibt leicht gewölbte Kappendecken, da gibt es in der Mitte zwischen den Trägern und dem Scheitelpunkt einen Höhenunterschied. Bei scheitrechten Kappendecken ist die Fläche zwischen den Träger eben, ohne Wölbung, eben ( Richt)-scheit (ge) recht.Bei Dir sieht es wie eine gewölbte kappendecke aus. Es wird ein grober Beton sein, jedenfalls kann das Foto mit der "Geschwulst" nicht sicher zur Identifizierung des Materials beitragen, dies ist anhand von Fotos eh schwierig. In so einer Konstruktion wäre auch Leichtbeton wahrscheinlich auch schon bauzeitlich nicht verwendet worden sein.
Wie siehst Du die Dämmung der Kellerdecke von unten?
Im Übrigen hat G. böttcher den Aufbau im Kapitel " Decken und Fußböden", Teil 2 , Fußböden über Keller auf Seite 7/8 beschrieben. Leichtbeton aufbringen, 2 cm über die Träger, planeben abziehen, Feuchtesperre ( folie), entweder Schüttung ( z.B. cemwood) und dann Trockenestrich oder falls die Höhe schon erreicht ist kaschierte Trockenestrichplatten.



Vielen Dank schonmal!


Vielen Dank schonmal!

Jetzt versteh ich schonmal, was mit einer scheitgerechten Decke gemeint ist.
Aber richtig, unsere ist leicht gewölbt!
Das Abziehen mit Leichtbeton, was für ein Produkt ist da gemeint? Ist das z.B. Thermobound?
Das hätte ja auch schonmal einen ganz guten Dämmwert.
Eine Dämmung von unten hatte ich auch schonmal in Erwägung gezogen, hatte aber davon Abstand genommen, da ich gelesen hatte, daß sich das negativ auf die Stahlträger und Korrosion derselben auswirken kann.



Material



Moin,
vielleicht kannst du mal etwas mehr aufkratzen. Ich vermute eine Ausmauerung aus Bimssteinen.



Thermobound



das Produkt habe ich noch nicht verarbeitet, ich dachte eher an eines aus dem Betonwerk in der Nähe. Weiß ja auch nicht, um wieviel Quadratmeter es sich bei Dir handelt. Zur Egalisierung nach den Schriften von Georg kannst Du auch mit normalem Beton die Zwickel über den Trägern bis zum Kappenscheitel füllen.
Das Träger rosten unter einer Dämmung der Kellerdecke kann ich mir nicht erklären, habe ich auch noch nicht erlebt. Eine Rostschutzbehandlung mit Leinölfirniß oder Owatrol sollte natürlich stattfinden.



Material


Material

Hallo ,
ich habe gestern eine Teilfläche von oben gründlichst abgesaugt und genauso von unten freigemacht.
Mörtelfugen habe ich keine gefunden. Macht auf mich den Eindruck , daß es gegossen wurde und dann mit einem grobem, schwarzen Material ( Foto) abgestreut wurde. Das gleiche Material scheint auch im eigentlichen Beton enthalten zu sein.



Kappen Oberseite


Kappen Oberseite

Es sieht so aus, daß die Balken auf denen die Dielen verlegt waren in die noch frischen Kappen gelegt wurden, da sich hierdurch teilweise Mulden gebildet haben ( s. Foto).



Fortschritt



Man hat ja neben dem Projekt noch einen Beruf und der nimmt in letzter Zeit seeehr viel Zeit in Anspruch,
aber um nach Feierabend den Kopf frei zu kriegen, war das gründliche Saugen der Kappenoberseiten - wie Herr Böttcher es rät- die perfekte Therapie. Dies ist nun geschehen und es müssen nur noch 2 Stahlträger mit Leinölfirnis behandelt werden.
Danach geht es an den Neuaufbau.
Ich habe mich nun entschlossen, statt der ursprünglich favorisierten losen Blähtonschüttung die gebundene Schüttung Thermobound zu verwenden.
Ich werde den Zwickelbereich über den Stahlträgern mit Zementestrich auffüllen und dann auf einer Folie die gebundene Schüttung aufbringen. Darauf dann Trockenestrichplatten mit Mineralwollekaschierung.
Am liebsten würde ich zwar einen Holzboden darauf verlegen, aber da es ich um eine Mietwohnung handelt, wird es wohl Vinyl werden.
Gibt es irgendwelche Einwände gegen diesen Aufbau?



Zementestrich



Sollte ich eigentlich - wenn ich den Zementestrich über den Stahlträgern einbringe Randdämmstreifen an den Anschlüssen zu den Wänden einbringen?