Deckenrosetten

07.03.2005



Bin gerade dabei unser Haus aus dem Jahre 1902 zu renovieren. An den Decken existieren teilweise noch Stuckrosetten. Leider nicht wie mir aus Berln bekannt aus Gips, sondern aus Pappmache oder ähnlichem Material.
Im Laufe der letzten Jahre haben sich nun diverse Mietergenerationen mit Dispersionsfarbschichten darauf verewigt:-(, welche ich in mühevoller Arbeit per Hand und Dremmel entferne.

Frage an die Experten/ Restauratoren: Gibt es Literaturtips zwecks Farbgebung im Original? (Süddeutschland/ Raum Mannheim); Falls ich mich zur weißen Farbe entschließe- Wahrscheinlich wurde früher Kreidefarbe verwendet, oder?

Ja, und ich weiß, das es in Baumärkten billig Rosetten aus Schaumstoff gibt. Aber die überlasse ich Leuten, die Laminat in alte Häuser legen...

Für hilfreiche Hinweise im Voraus schon mal vielen Dank...





Hallo Boogie,
grundsätzlich finde ich Deine Haltung gut und vorbildlich.
Es ist eher selten, daß sich jemand so viele Gedanken zur ursprünglichen, zur originalen Farbgebung seines Hauses macht. Im IGB-Forum www.igbauernhaus.de wird auch gerade ein ähnliches Thema diskutiert.
Wie Du schon schreibst: Es ist um 1900 beides möglich: Stuckgips und Pappmaché, um räumliche Strukturen an Decken und Wände zu bringen. Echter Stuck ist freilich nicht aus Pappe.
In der Regel wurden die (ohnehin immer als Massenware schon vorgefertigten) Elemente auch schon unten am Tisch (in der Regel mit heißem Leinöl getränkt) bemalt und dann erst an Wand und Decke geklebt. Das macht auch die Schwierigkeit und den deutlichen Mehraufwand bei der Restaurierung sichtbar. Nachfolgend (immer) über Kopf zu arbeiten ist nun mal anstrengender.
Die Originalfarbgebung kann man herausbekommen, indem man die einzelnen Schichten der Anstriche untersucht und einander zuordnet. Das kann man aber wirklich nur als Hobby betreiben. Für eine restauratorische Befundung dieser Art gibt kaum jemand Geld aus, denn das ist auch aufwendig und zeitintensiv - vor allem dann, wenn das aus denkmalpflegerischem Grund als Dokumentation geliefert werden soll.

Die Frage nach regionalen Unterschieden und Zuordnungen in Abhängigkeit vom Zeitgeschmack kann man nur sehr schwierig beantworten. Auch damals gab es Musterbücher und Anleitungen für Maler. Aber wer hat solche über mehrere Generationen hinweg aufgehoben.?? Das wären heute antiquarische Kostbarkeiten.

Zur Anwenung kamen sowohl Leimfarben als auch Ölfarben. Letztere sind in der Regel besser erhalten und auch einfacher nachweisbar. Leimfarbenmalereien wurden oft schon beim nächsten Anstrich bis zur Unkenntlichkeit zerstört oder verändert. Aber man könnte vieles noch herausfinden, wenn man ein Mikroskop zu Hilfe nimmt. Ohne Mikroskop ist keine restauratorische Befundung seriös.
Die Zeit um 1900 war einerseits noch gründerzeitlich geprägt mit teilweise schwerer, drückender Farbgebung, teilweise aber auch schon von heiteren Pastelltönen des Jugendstils. Hier kann & muß ich aber auf eine weitere Stilkunde leider verzichten.

Restauratorengrüße sendet
D.Fr.



Danke



Erst mal "Danke", Dietmar für die ausführliche Antwort. Wollte eigentlich keine Wissenschaft aus der Farbgebung machen (Mikroskop), das der finanzielle und zeitliche Aufwand für ein 200% Restauration zur Zeit utopisch ist, ist leider auch klar.
Wie mir Deine Antwort bestätigt, war das scheinbar die erste Massenware, wobei man diese im Vergleich zum aktuellen Material noch reparieren kann. Ist das nun Fortschritt?
Da ich auch nur vereinzelt Farbflecken gefunden habe, werde ich auf dieser Grundlage die Farbgebung auf anderen Jugendstilvorlagen bezeiehen, bzw. den Räumen angemessen mit Kreide farbe weißeln.

Nochmals Danke





Ja - wir leben heute in einer Wegwerfgesellschaft, die auch oftmals auch nicht vor wertvollen Details unserer Vergangenheit halt macht. Heutige Materialien später einmal sachkundig Restaurieren zu müssen wird eine Strafe sein. Doch das ist wohl ebenso gewollt.
Ich empfehle: Immer wieder genau hinschauen bei alten Originalen. Wie haben die es damals gemacht. Die Farben dürfen sich nicht "beißen", sondern müssen harmonieren miteinander. Auch die flächige Verteilung, Linien gegen Fläche u. ä. spielen dabei eine Rolle.
Alles wird gut
wünscht
Dietmar



Technik - Frage für die Stuckreinígung



Hallo ich habe eine Frage zur Reinigungstechnik für den Pappmache-Stuck,
welche Technik hat sich denn als schonendste und gleichzeitig effektiv herausgestellt - abkratzen, vorsichtig mit wasser / Wasserdampf vorgehen ? Oder gibt es sogar einen erprobten chemischen Zusatz, der das Pappmache nicht zerstört?
Danke für eine Antwort.
Ka



Handwerk in Reinform



Hallo Ka;

ich habe die Erfahrung gemacht, das sich die "Papprosetten" am Besten manuell (scharfes Stecheisen und "Dremmel" mit verschiedenen Aufsätzen) entfernen läßt.
Allerdings waren es bei mir diverse Schichten von Dispersionsfarbe, welche runter sollten und abgebröckelt sind.

Von Wasser würde ich die Finger lassen, da diese die Rosetten wahrschenlich zerstören; bzw. sparsam einsetzen, wenn Du Kreidefabe abzuwaschen hast. Anschliesend trockentupfen / -föhnen.
Gleich noch die Warnung: Ist eine Arbeit für kalte , lange Winterabende.

Viel Erfolg



Nervig in Reinform



@Boogie
Schade eigentlich, dass du deinen lesenswerten Beitrag durch die gefakte EMail-Adresse abwertest. Wenn Dir die Forumsregeln - und dazu gehört eine korrekte EMail-Adresse - nicht passen, schreib einfach nicht.

Gruß
Hartmut Stöpler



Fake



Hallo Hartmut

...Habe Deine/ Eure Forumsregeln nicht gelesen. Nach nervigen Erfahrungen mit Werbemails gebe ich prinzipell in freien Diskusionen/ Foren meine Adresse spam@spam.de ein. Werde dies auch weiterhin tun. Falls dies hier unerwünscht ist, gebe ich mein Wissen halt nicht mehr weiter...

Und Tschüß,



Versteh ich nicht



Hallo Boogie,
aber da stand doch vorher: boogiemail(...) ist die auch nicht echt? Oder jetzt zugemüllt?
Es gibt inzw. halbwegs guten Spamschutz.
Ich will ja nicht werben aber z.B. mit meiner Mailadresse ist das ganz gut beherschbar obwohl ich da kein Geheimnis draus mache.
Grüße Lukas



@Lukas



Der Fachwerk.de-interne Spamschutz hilft nichts, wenn du die EMail im Klartext hier veröffentlichst ;-). Ich habe mir erlaubt das zu ändern.

@Boogie
Es steht dir frei, eine EMail-Adresse anzugeben, die in den Orkus führt. Aber!, diese EMail-Adresse sollte:

1) wirklich existieren
2) dir gehören

Da dir die Domain spam.de nicht gehört, besteht das Risiko, das die Domain Fachwerk.de auf den Spam-Filter kommt. Das, lieber Boogie, fände ich dann gar nicht witzig. Der Eigentümer der von dir angegebenen Domain findet das sicherlich auch nicht witzig.

Das gleiche gilt übrigens auch für I.S. Mal darüber nachdenken.

Gruß
Hartmut Stöpler



@ Hartmut



hallo,
ich meinte auch nicht den Spamschutz bei fachwerk.de oder anderen Foren sondern bei web.de oder jedem anderen mail-Anbieter.
Das zu Deckenrosetten :-)
@ I.S. registrieren tut nicht weh.
Grüße Lukas