Dachbodendämmung und Mäuse

26.06.2011



Hallo,

welcher Dämmungstoff/Material wäre zu empfehlen, wenn man seinen Dachboden (alter Bauernhof) dämmen möchte? Mir ist klar, das ich Mäuse nicht komplett wegbekommen, aber einladen möchte ich sie auch nicht.

Daher brauche ich mal einen Tipp!

Gruss



Mäuse abhängig von Dämmstoff?



Meiner Meinung nach bedingt der Dämmstoff nicht das Vorkommen von Mäusen. Mäuse leben dort, wo sie (minimale Mengen) Aussichten auf Ernährung haben. Das können auch z.B. Insekten sein. Im übrigen ist das Gerücht Mäuse würden Dämmstoffe fressen Quatsch. Sie zerlegen ihn höchstens um an Ftter zu kommen oder um Nester zu bauen. Ein altes Haus baulich mäusedicht zu machen ist IMHO unmöglich. Für junge Mäuse reichen z.B. 5mm Schlitz unter der Tür locker aus. Eine Dampfsperre hält an überlappenden Klebestellen den Zähnen auch nicht lange stand. Mäuse sind aber auch nicht sonderlich problematisch, solange sie nicht in Riesenmengen oder in Lebensmittel produzierenden Bereichen auftreten. Ich lebe seit 20 Jahren zusammen mit ihnen unterm Dach. Fange hin und wieder eine (Fallenbau kann ein echter Sport werden) aber der Populationsdruck ist hoch. Die freie Stelle wird schnell neu besetzt. :-) Seit ich nicht mehr wie als Jugendlicher Chips und Kekse wochenlang rumstehen lasse ist das Nahrungsproblem aber quasi behoben. :-)
BG Nathan



Hmm



Gibt es denn unterschiede, was Mäuse bevorzugen oder eher ungern für ihren Nestbau verwenden? Gibt ja nun eine viielzahl an Dämmstoffen, zb

- Mineralwolle
- Steinwolle
- Perlit
- Styropor
- Styrodur
- usw

Perlit scheidet bei mit aber fast aus, weil ich befürchte das es irgendwo dann durchrieselt, wenn Folie o.ä. durchgenagt ist.





Glasscherben waren die tradionelle Mäuseabwehr.
Heute kann man es mit Schuamglasgranulat versuchen.

Grüße vom Niederrhein



Alle üblichen Dämmstoffe



aus Poren und Fasern sind Mist, da wäre die Mäuse noch eine geringere Plage. Die Dämmstoffe neigen nämlich zum Auffeuchten, im Umfeld von Holzkonstruktionen ist das schlimm. In Amerika wurden schon WDVS-Systeme (Barrier EIFS) an Wohnhäusern verboten, wegen der vielen Hauschwammfälle dahinter als Folge.

Machen Sie den Dachbodenausbau nach alter Väter Sitte wie bei der Knecht- oder Mägdekammer: Massiv! Dann funzts.

Konrad Fischer
Altbauer

PS. In meinen alten Beiträgen hier finden Sie viel Stoff zum Thema Dachdämmung, ...



Wie wärs mit



einer zementgebundenen Liaporschüttung der Sieblinie 6/16.
Eine solche bauen wir z.Zt. in einem Wasserschlösschen ein.
Die Dämmwirkung ist zwar nicht berauschend, aber immerhin etwas.

Viele Grüße



Interessant!



Wie lange braucht es dann, bis die Schüttung - zwischen den Deckenbalkenlagen? - wieder so trocken ist, daß keine Holzauffeuchtung mehr erfolgt? Gibt es da zuverlässige Meßwerte?

Konrad Fischer
Feuchtemesser



Hallo,



es gibt zwar keine Meßwerte, die Schüttung ist aber nach ca. 3 Tagen trocken.

Mit freundlichen Grüßen,
Gerhard Schobig



Da habe ich Beton kennengelernt,



der war oberflächlich nach einer Woche belagreif, und danach hat er an die 100 qm Bude kaputtgewölbt. CM-Messen vergessen (war gottseidank nicht mein Bier). Das Interessanteste ist das, was man nicht sieht. Weil es später überrascht.

Konrad Fischer
Spekulator

PS. Übrigens: Zementmörtel hält Feuchte zehnmal länger als Kalkmörtel. Grund: seine innere Oberfläche ist eben wesentlich größer und hält das anhaftende Wasser zurück. Einfach mal nach Cadiergues googlen, der hat da Meßwerte publiziert, die auch im Poroton-Handbuch zu finden sind.
PPS. Die nur scheinbar einfachsten Lösungen machen später oft die größten Schwierigkeiten ...



wegen



der Mäuse und dem möglichen Beschädigen von Dampfbremsen würde ich Hanf oder Zellulose nehmen. Holz als "massive" Dämmung wäre denkbar, dau habe ich aber keine Erfahrung beim nachträglichen Einbau. Mineralwolle udgl. würde ich nicht mehr nehmen !! Und Katzen gehören auf den Hof !



Nochmals:



Faserstoffe und Porenstoffe (exkl. Glasschaumplatten) feuchten auf, wenn sie beim Abkühlen zwangsweise unter den Taupunkt kommen. Austrocknen tun sie schlecht, da ohne Kapillarität. Und dann hat man die Feuchte im Gebälk. Wie oft denn noch? Jetzt habe ich schon so viele nasse Dämmungen ausgepackt und auch hier präsentiert - nein, es soll nicht sein, was nicht sein darf!

Konrad Fischer
Windmühlenangreifer



Nun



Herr Fischer, ich habe Ihnen schon mehrmals angeboten, nach 10 Jahren Standzeit meine WDV-fassade auf Feuchtigkeit hin zu untersuchen. Auch mit Öffnen. Dann bin ich gern bereit, Ihre Ergebnisse nur aufs Dämmen zurückzuführen. Bis jetz ist mir nur bekannt, dass bei fehlerhafter Verarbeitung solches Ergebnis zustande kommt ... und das können schon kleine Fehler sein. Das ist richtig. Aber auch bei massiver Bauweise kann es zu Bauschäden kommen.



Wie lange steht sie denn schon,



Ihre Dämmfassade? Da ich gerade mit zwei Qualitätssendern WDVS-Filme konzipiere, bei denen nicht nur Augen, sondern auch WDVS "geöffnet" werden sollen, wäre das vielleicht was.

Beim Amazon gibt es billige Feuchtigkeitsmeßgeräte. Ja, ich kenne deren Einschränkungen. Aber bei Dämmfassaden funktionieren sie recht gut. Lieber Olaf, die 10-15 Euro sollten Sie investieren und mal fünfe frühs und viere nachmittags an der Oberfläche messen. Ost, Süd, West und Nord. Dann her mit den Daten. Und dann sehen wir weiter. So sparen Sie sogar den dahergelaufenen Sachverständigen. und kriegen selber mal was mit. Und dann macht Ihnen niemand mehr was vor, jedenfalls was WDVS betrifft.

Bild: Dämmfassade mit dickem Dämmputz, Ostseite (BW), ausgeführt unter den Augen und mit Zuschuß des Denkmalamts, baugeleitet vom Qualitätsarchitekten, vom Qualitätshandwerker ausgeführt penibel nach Qualitäts-Herstellervorschrift, und dann? Von oben bis unten naß, früh und abends, tags und nachts - weitere Erläuterungen dazu wo? Klaro, auf meiner Seite ...



Herr Fischer



das war doch mal ein konstruktiver Vorschlag. Werde mich mal um ein entsprechendes Meßgerät kümmern.
Da wäre sogar die Option, ein Vergleichsobjekt ohne Dämmung mit gleicher Lage und Ausrichtung einzubeziehen.
Werde mich dazu wieder melden !!
Sie Fassade steht seit 2003 und letzte Arbeiten wurden 2004 ausgeführt, nach Ihrer Theorie eine hinreichend lange Zeit.



Herr Olaf,



falls es Ihnen und anderen noch nicht aufgefallen ist: Es ist immer konstruktives Erfahrungswissen, was ich bringe. Nur meistens das Gegenteil zur Massenhalluzination, das macht es den Fanatisierten so schwer, das zu bemerken. Und auch die Humorbrechstange kommt da oft nicht gegen an.

Konrad Fischer
Konstruktivist



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....Mein Mäuseproblem ist aber leider immer noch nicht gelöst :)

Also, wie kann ich den Dachboden am besten dämmen, ohne geht nicht.

PS: Katzen und sogar ne Eule in der Scheune ist vorhanden.

Gruss



Idee?



Mal ne Idee.

Der Dachboden hat eine Dielenboden, durch einzelnde Spalte kann ich eine Etage tiefer gucken.

Wäre sowas Sinnvoll:

- Balken 100x50 im Abstand von 1m auflegen/schrauben
- Flies drüber legen
- Perlit zwischen die Balken
- MDF Platten drüber (Wie dick am besten?)

Könnte das gehen? OSB soll ja wie ne Dampfspeere wirken.

Gruss



die



Dampfbremse/Sperre soll immer an der warmen Seite der Dämmung liegen MDF-Platten oben zum kalten Dachboden gehören da nicht hin, oben Dielung, unten OSB wäre zumindest die richtige Reihenfolge.

Willst Du nun den Dachboden dämmen oder die Decke zum Dachboden. Deine letzte Bemerkung scheint etwas anderes anzudeuten.

Zu Dämmung gab es mehrer Vorschläge - eine einheitliche Meinung wirst Du hier nie finden, entscheiden mußt Du selber. Lehm wäre ja auch möglich ......



Freilich gibt es viele Meinungen



zur Dämmfrage, aber Wissen, Verstand und Erfahrung zählen trotzdem am meisten. Kämpfen Sie sich mal hier bis zum Zitat von Fraunhofer- Künzel durch, dann steigen die Chancen auf Pfuschvermeidung trotz Basteltipps:

Schadensfall Sommerkondensat im Dach und Fachwerkforum

Doch Lesen und Verstehen sind durchaus zweierlei ... ;-)

Konrad Fischer
Gut bedacht



Decke



Die Decke zum Dachboden soll von oben gedämmt werden.

Keine Ahnung wie am besten. OSB soll ja eher ne Dampfspeere sein, daher möchte ich es nicht verwenden



dann



beschreiben Sie mal, was sie unter "MDF-Platten" verstehen. Decke von oben dämmen hieße ja auf die alte Dielung drauf - wörtlich genommen, so auch die Beschreibung unter 169784. Ich habe Angst, dass es aufgrund ungenauer Beschreibungen zu Mißverständnissen kommt .....
Flies ? Es gibt bei den Herstellern einen zugelassenen Rieselschutz.
Noch etwas zum prüfen: Hat der so verleibende Hohlraum in der Decke Verbindung zu weiteren Räumen oder nach Außen (ich meine Ritzen, Fugen, nicht nur sichtbare Öffnung!)?



Zum Verständnis



Ja, die Dämmung soll auf die alte Dielung.

Aufbau jetzt:
Querbalken (Abstand 1-2m), dadrauf Dielenbretter
Dielen von oben und unten sichtbar.

Aufbau geplant:
Lattung von unten an die Bretter und Fermacell drunter. Balken sollen sichtbar bleiben.

VOn oben dann Balkenlage auf die Dielenbretter und dann Dämmung rein (Perlit). Dann Holzplatten (MDF oder was anderes, sollte aber Dampfoffen sein) auf die Balken, damit begehbar.

Hoffe man versteht was ich meine. Hier mal ein Bild von dem Boden (Ansicht von unten).


Gruss



Als



Dämmung Perlitte ist fraglich, drunter müsste aber noch die Bremse. Oben aber Dielung statt MDF-Platte (Mitteldichte Faserplatte = verleimt = nicht diffusionsoffen).
Material der Dämmung ist eine Frage des Geldbeutels und des Standpunktes. Lehm wäre eine Option, aber auch vieles andere möglich.



was ist denn richtig?



dachte alles bis sd=0,5 kann als diffusionsoffen bezeichnet werden?!?!?

µ-Wert von MDF hat, wenn ich den Angaben im Netz glauben kann, einen Wert von 11. Wollte 20mm Platten nehmen, also komme ich auf einen sd-Wert von 0,22m.

Oder habe ich da einen denkfehler? Wie auch immer, würde mich über Ideen freuen.

Gruss



die



Grundregel lautet: Innen dichter als außen. Also innen über diesen Wert bleiben. Momentan sehe ich da eine "0". das ist das Problem.



Vorschläge



Kann mir denn einer sagen, wie man es am besten macht?

Gruss