Hauskauf, Mängel und Temperieranlagen




Hallo an alle,

ich bin neu hier, kenne mich nicht aus, aber versuche mein Glück hier.
Wir, mein Mann und ich möchten uns ein Bauernhaus von 1927 kaufen. Leider haben wir einige offensichtliche Mängel festgestellt, z.B.:
- Wasser in Flurwand (die Wand ist auch im Wohnzimmer, dort kein Wasser gesehen)
- Küchenboden besteht aus Holzboden, Wasserflecken und komplett verschimmelt.
- keine Heizung, bei uns besteht Interesse an einer Temperieranlage, wo gibt es sowas?
- Einfachverglasung der Fenster, Restaurierung dieser
- Energiepass
-





Hallo,

Sie sollten das Haus durch einen Altbau erfahrenem Fachmann begutachten lassen.
Der wird ihnen auch Angaben zum finanziellen Sanierungsaufwand machen können.


Grüße aus Schönebeck



Ein paar Vorschläge:



1. Wasser in Flurwand: Hört sich nach lokaler Nitratbelastung an.
2. Küchenboden: Dort könnte die Nutzung zur überhöhten Luftfeuchte geführt haben, die dann jede Nacht in den verhältnismäßig kühleren Boden eingewandert ist und dort erst zur dauerhaften Feuchteeinlagerung und dann zur Vermorschung führte.
3. Temperieranlagen gibt es vielerlei, wichtig ist das stetige Heizen. Und dann muß man die Kosten und die Gestaltung betrachten, da gibt es dann bei jedem andere Schnittstellen.
4. Einfachverglasung ist ok, und Restaurieren dieser kann eigentlich jeder Maler/Schreiner/Glaser/Schlosser, wenn richtig angeführt. Oder eben auch ein Bauherr mit etwas Zeit und handwerklichem Geschick.
5. Energiepass - Das tu ich mir jetzt net an, nur soviel: EnEv § 25 - Befreiung!

Glückauf!

Konrad Fischer
Bausparer



Na denn



Wasser nur auf einer Wandseite - eventuell ist auf der anderen Seite ein wasserdichter Putz. Einseitige Salzbelastung wäre natürlich theoretisch möglich, aber woher sollte die in einem Wohnraum kommen? IN Ställen ist Belastung durch Tierurin nahezu unvermeidlich aber doch nicht im Vorhaus! Salze können auch theoretisch durch aufsteigende Feuchte aus dem Boden ins Mauerwerk eingetragen werden, allerdings läge meiner laienhaften Meinung dann nahe, daß die Schäden auf beiden Seiten gleich wären. Ich bleibe bei Sperrputz.

- Schimmel auf dem Holzboden: entweder Kondensation, Wasser von oben (lecke Wasserleitung, Dachrinne, Dach,... oder zu oft zu naß aufgewaschen). Undichtes/zerbrochenes Fenster in der Vergangenheit käme auch in Frage.

- Temperieranlage: solange mir niemand erklären kann, was sich hinter diesem Begriff technisch versteckt sage ich nichts dazu, außer daß es mir komisch vorkommt, was diese Anlagen alles an Wundern vollbringen sollen. Ich bin ein Fan von Warmwasser-Zentralheizung mit Heizkörpern an der Wand.

Einfachverglasung: als Mensch der mit einer Mischung von Kastenfenstern (zwei einfache Fenster hintereinander) und Einfachfenstern aufgewachsen ist, bin ich absolut für Doppelverglasung, entweder durch Einbau zusätzlicher Innenfenster/ äußerer Vorsatzfenster für den Winter oder Ersatz der alten durch Verbundfenster (zwei nur zum Putzen trennbare Fenster) zu ersetzen, je nach Zustand der alten Fenster. Schall- und Wärmeschutz verbessern sich drastisch.



Woher das Salz in einem Wohnraum kommt?



Na durch kackende und strullende Haustiere, und die sind hin und wieder sogar in Hochhauswohnungen zu beobachten. Wobei in Nachkriegszeiten die Sau außerhalb eines Saustalles ebenso wie Ziegen oder Schafe keine absolute Seltenheit waren. In München hatte ich einen Fall, wo ein Fuhrunternehmer seine Gäule anstelle im weggebombten Hinterhof-Pferdestall einige Zeit in der Parterrewohnung hielt. Um sie nicht den umherstreifenden Verhungernden als Abendessen anbieten zu müssen. Selbst wohnte er im 1. OG, darüber waren ebenfalls ausgebombte/ausgebrannte Wohnungen, das Dach offen.

Auch in Wien fand ich am Ring schon Nachkriegs-Schweinshaltung in Mietshäusern, die niemals für Bauern bzw. deren Schweine gebaut waren.

Nur aufsteigende Feuchte fand ich nie.

Konrad Fischer
Sucher



Moin Umbela,



ist der Flur bzw. das Haus unterkellert? Wenn ja, wie siehts da aus mit Feuchte?

Da das Haus anscheinend lange unbeheizt war, sollte man erstmal klären, was nach dem Abtrocknen der Kondensfeuchte von dem Nässeproblem übrigbleibt.

Energiepass ist mittlerweile Pflicht, den rechnerisch mieserablen Dämmwert bei alten unrenovierten Häusern, kann dir aber bald jeder so sagen.....spielt m.E. in eurem Fall nichtmal für die Preisverhandlungen eine wesentliche Rolle, solange ihr nicht mehr als Bodenrichtwert + Rohbau bezahlen sollt.

Falls ihr hingegen ein KfW-Darlehen aufnehmen wollt und die erreichten Dämmwerte nachweisen müsst, ist eure Hütte schonmal im Rechner und ein paar Kosten gespart. Von einem fähigen Energieberater mit Altbauerfahrung könnt ihr auch gute Tipps für die Beheizung kriegen.

Was eine Temperieranlage sein soll, weiss ich auch nicht, im Altbau rechnet man übern Daumen 100W/qm Heizleistung, in gedämmtem Zustand 50W/qm. Da ist dann aber nix mit Einfachverglasung......

Gruss, Boris



KfW-Darlehen und-Zuschüsse



setzen fallweise irre Aufwendungen voraus, die sich trotz finanzieller Vergünstigung niemals amortisieren. Und trotzdem fallen viel zu viele drauf herein, wer rechnet schon selber nach?

Eine Temperieranlage will "temperieren" statt "heizen". Das Wort kommt aus dem musealen Umfeld, wo Kondensat/Raumklimaschwankungen durch falsches oder fehlendes Heizen zu Exponatschäden führten. Das Temperieren will mittels Aufrechterhaltung geringer Temperatur Kondensat verhindern und das Raumklima stabilsieren. In unserem aktuellen Projekt für Schloß Brühl sollen dadurch die ausgiebig vorhandenen klimabedingten Schäden an den wertvollen Raumhüllen und Objekten verringert werden.

Im Wohnbereich geht es beim "Temperieren" um mehr Strahlungsanteil, geringeren Heizenergieverbrauch und Verringerung der technisch, gesundheitlich und energetisch nachteiligen Effekte der vorzugsweise mit Heizluft funktionierenden Konvektionsheizung. Auf meiner Webseite gibt es ansonsten über 100 Druckseiten zum Thema.

Doch wer hat heutztag noch Zeit zum Lesen?

Gruß

Konrad Fischer
Leser