Komplizierte Schimmelprobleme auf dem Dachboden

17.01.2010



Hallo!

Mein Benutzername stammt nicht von ungefähr, ich bin eher nicht das, was man als "Bauexperte" bezeichnen kann. Mein Fall ist dazu noch etwas kompliziert und ich weiss nicht, ob ihr mir helfen könnt.
Zunächst zur Grundsituation: Da ich kein guter Handwerker bin, würde ich am Liebsten Profis mit der Problemlösung (später mehr zum Problem) beauftragen. Jetzt kommt der Haken: Das Haus, in dem ich unter dem Dach (bzw unter der obersten Geschossdecke) wohne, gehört nicht mir. Das Familienoberhaupt hält nichts von Profis bzw von den Kosten. Stattdessen wird mit Teilwissen oder selbst aufgestellten Theorien unter dem Dach herumgemurkst. Ich kann stelenweise EIN WENIG auf die Herangehensweise einwirken, habe aber die ganze Geschichte leider nicht unter Kontrolle.
Zum Haus: Die Hälfte ist ca. 50 Jahre alt (leidergottes KEIN Fachwerk), die andere Hälfte ca 30 Jahre. Der Dachboden ist begehbar und zu den Ziegeln hin ist das ganze total ungedämmt.
Im neueren Teil des Hauses lag jahrelang weisse, zusammengesunkene Glaswolle zwischen den Sparren, während sich unter dieser Dämmung bereits die Holzdecke der Wohnräume befand.
Vor ungefähr 5 Jahren wurde die alte Glaswolle entfernt, MiWo eingebracht und über einer kräftigen Aufdopplung eine Schicht Spanplatten aufgebracht.
Ich weiss aus heutiger Sicht, was daran alles verwerflich war -damals hab ich einfach mitgemacht. NATÜRLICH ist die Unterseite dieser Spanplatten mittlerweile weiss und feucht (zumindest im Winter) und muss wieder runter.
Und am Rand der Bodenkonstruktion, wo die Spanplatten auf die Fusspfette treffen, ist die einzige "Entweichmglichkeit",wo das Ganze besonders feucht ist. Die kleinen Spanplattenstücke, die ich bis hinaus auf die Ziegeln ragend auf die Fusspfetten genagelt hatte, um Nagetiere aus meiner Wohnraumschräge fernzuhalten, waren in jeder Farbe geschimmelt und die Pfette darunter natürlich nass. Schon eine Woche nach dem Entfernen dieser kleinen Platten hatte sich die Pfette aber wieder erholt.
Dass dieser Raum erneut sanierungsbedürftig ist, ist auch dem Hausherrn seit letztem Jahr klar. Und dass das Ganze mit Spanplatten nicht funktioniert, ist auch angekommen. Deshalb wurde beim letztjährigen Renovieren der alten Haushälfte auf Rauhspund umgestellt.
Für diejenigen, die hier im Text bisher die Dampfsperre missen: Vor 5 Jahren bei der Erneuerung der neuen Haushälfte einfach unterschlagen, sollte sie letztes Jahr im alten Hausteil dann doch eingesetzt werden: Eine namenlose eBay-PE-Folie, die festgetackert (!) und mit Latten angenagelt werden sollte....PanzerTape sollte auch zum Einsatz kommen....
Mal ganz angesehen davon, dass das alte Haus UNMÖGLICH mit einer funktionierenden Dampfsperre ausgestattet werden könnte, da alles schief, krumm und unfassbar unübersichtlich und (luft-)undicht ist, konnte diese auf Teilwissen basierende Konstruktion ja nur in die Hose gehen. Ich konnte den Hausbesitzer (wie sich viele bereits denken: Meinen Vater) nicht vom Wahnsinn dieses Planes überzeugen, hatte aber das Glück, dass ihm zufällig ein Dachdecker (der das Haus aber nie selbst sah) davon abbringen konnte. Ich plante daraufhin das auf Internet-Recherche basierende "Projekt Rauhspund": Die alte Isolation, die aus Zeitungen, Glaswolle, Styroporkugeln, Luft und Nichts bestand, wurde durch neue MiWo (oder neue Glaswolle) ersetzt. Die Balken wurden mit Dachlatten aufgedoppelt, darauf kamen Rauhspundbretter.
Das erschien mir -in Verbindung mit dem ungedämmten Ziegeldach- als etwas hoffnungsvoller als die PE-Folien-Geschichte...wenn auch umstritten.
Durch die Aufdopplung ergab sich eine schöne Unterlüftung, die später noch durch mehrere Lüftungsöffnungen im Rauspund unterstützt werden sollte.

Jetzt das Problem: Diese alte Haushälfte ist seit wenigen Monaten fertig.
Während die neue Haushälfte mit ihren Spanplatten weterhin schimmelt und vor dem Rausriss steht, war ich sehr glücklich mit der alten Haushälfte und ihrem Rauhspund-Boden. Dass die Astlöcher bei dem kalten Wetter feucht waren, erschien mir logisch und ich wollte bald in gewissen Abständen grosszügige LüftungsVierecke ausschneiden, die ich mit Nagergitter verschliessen wollte, um der Feuchtigkeit genügend Austritt zu gewähren.
Gestern stieg ich vom Dachboden herab und blickte zufällig in die einzige noch einsehbare Unterlüftungs-Ebene der Konstruktion, welche sich direkt neben der (ungedämmten) Luke erstreckt. Nahe der Fusspfette bildet sich "Fell", ein paar schwarze Punkte gibt es auch schon....DER RAUSPUND SCHIMMELT.
Wenn ich an einer anderen Stelle, wo man noch mit der Hand unter den Rauspund greifen kann, die Unterseite der Bretter abtaste, bemerke ich nichts. Und das, obwohl diese besagte Stelle über dem Schlafzimmer liegt, als erstes mit Rauspund abgedeckt wurde und nur über wenige Zentimeter Unterlüftung verfügt (die Schimmelnde Fläche neben der Luke hat Baubedingt ca 25 cm Unterlüftung...mehr, als der Ganze Rest des Bodens). Das kann aber täuschen, da ich nicht darunterschauen kann.

Kurzum: Ich weiss nicht, ob es beim Rauspundschimmel vielleicht einen Zusammenhang mit der naheliegenden Luke gibt oder der Gesamte Boden bald genauso aussehn wird wie in dem Raum mit den Spanplatten....ich weiss nur, dass der Hausbesitzer in keinster Weise bereit ist, die neue angebrachten Rauspundbretter zu entfernen. "Im Winter schimmelts halt.Da kann man scheinbar nix machen" :eek:
Ich hoffe, ihr versteht, wie sehr mir bei der Sache die Hände gebunden sind und wie besorgt ich bin.

Hier nun meine Frage:
Ich würde gern in der neueren Haushälfte folgendes tun:
Spanplatten rausreissen und auch nicht grossflächig ersetzen, sondern nur in der Mitte des Raumes einen "Steg" aus Rauspund bauen. Die restliche Fläche würde ich mit Nagergitter bedecken.
Dies würde ich auch gerne im Rauspund-Raum umsetzen. Allerdings verweigert sich hier der Besitzer, da der Ausbau viel Zeit und auch einiges an Geld verschlungen hat. Also wollte ich hier zunächst die Geschichte mit den Lüftungs-öffnungen umsetzen und abwarten, ob das Besserung bringt.

Was sagt ihr zu diesen Plänen? Zeitverschwendung? Ich weiss, dass sie nicht das Optimale sind. Aber mir bleibt nicht viel Spielraum...
Ich bedanke mich schon jetzt für eure Hilfe und auch das Verständnis, dass man für diese verzwickte Grundstuation aufbringen muss.



Dämmung DG- Decke



Hallo Patrick,
das mit dem Schimmel würde ich nicht überbewerten.
Die Ursache vermute ich auch in der ungedämmten und sicher ungedichteten Dachluke, hier zieht warme, Feuchte Luft in den kalten Dachraum.
Die Luftfeuchte fällt regelrecht als Kondensat auf die Bretter, Schimmel bildet sich.
Die Bodenluke sollte gedämmt und mit Dichtungen nachgerüstet werden. Wenn das nicht geht, dann tauscht Sie gegen eine anständige aus.

Viele Grüße



Luke



Danke für den Tipp. abgedichtet habe ich sie bereits. ich habe mir darüberhinaus überlegt, die unterlüftung, die von der luke aus einzusehen ist, von der Luke aus luftdicht zu machen und zu beobachten, was passiert.