Vollwaermeschutz an Fachwerkwand?

03.07.2006



Hallo,
was muss ich beachten, wenn ich einen Vollwaermeschutz an einer Fachwerkwand mit Lehmausfachung anbringen moechte?
Muss diese mineralisch und difussionsoffen sein und welchen Aussenputy sollte man dann verwenden?
MfG



VWS auf Fachwerk



Wenn es schon VWS sein muß, würde ich auf Holzweichfaserplatte zurückgreifen, Firmen: Pavatex oder Gutex. Den Rest dann nach Herstelleranweisung. Allerdings würde ich bei der Endbeschichtung dann einen durchgefärbten Edelkratzputz nhmen (Dickschichttechnik z.B. von Weber - Brouton).

Alles andere wäre doch reichlich wesensfremd.

Grüße vom Niederrhein



Nachtrag



Ich hätte vielleicht erwähnen sollen, dass im ganzen Haus nur ein Teil einer Aussenwand aus Fachwerk besteht, dieses freizulegen würde optisch nicht dem Erscheinungsbild entsprechen, deshalb habe ich den VWS gewählt.
Gruß Brittzel.
PS: Worin bestehen die Vorteile eines durchgefärbten Edelkratzputzes?
Danke!



DHD Doser-System



Der Antwort von Mitglied Herrn Beckmann stimmen wir so erst einmal zu.
Trotzdem gibt es weitaus mehr Hersteller, die dazu auch noch innovativere Systeme anbieten und auch im Preisspiegel etwas günstiger sind.
Dies wäre da die Stufenfalzplatte von DHD Doser, die als zugelassenes WDVS-System am Markt präsent ist.
Ca. 40 Farben als mineralische Putzbeschichtung möglich.
Trotzdem sollte eine Wärmedurchgangsberechnung vorgenommen werden, um den Taupunkt genau zu definieren.

Grüße Udo Mühle



WDVS



mit Dickbeschichtung (Edelkratzputz) haben die Eigenschaften, sich "echter" anzufühlen und beim Klopfen auch nicht so hohl zu klingen. Sie sind für alle tierischen Schädlinge eine unüberwindbare Barriere und stellen auch Pilzen keine verwertbaren Kohlenwasserstoffe zur Verfügung. Die Dünnbeschichtungen werden von Spechten, Papageien (die gibt es im Umfeld einiger Großstädte) und von Eichhörnchen und Siebenschläfern gerne zerstört um sich warm einzunisten.

Grüße vom Niederrhein



Marmorit Mineralwollplatten (Volamit oder Lamelle)



Hallo,
vielen Dank für die Antworten,
aus preislicher Hinsicht (im Vergleich zu Gutex) würde ich evtl. von Marmorit die Mineralwoll-Lamelle oder Volamit Platten verwenden. Anschleißend nach dem Gewebe einen mineralishen Scheibenputz oder einen Silikonharzputz auftragen.
a)Gibt es dahingehend irgendwelche Einwände bzw. Bedenken?
b)Lohnt sich der Mehrpreis des Silikonharzputzes?
(Kratzputze sind in unserer Region eher untypisch)
MfG



Steinwolleplatten



Wenn Sie nur über die Preisschiene es abhandeln wollen, dann keine Mineralwolleplatten, sondern dann Steinwolleplatten.
Die Putzsysteme von Marmorit oder gleichwertigen Anbietern sond leider alle kunststoffvergütet oder mit sogenannten Plastifizierern versetzt.
Diese bewirken eine Minderung der Diffussion und bei einer Lehmkonstruktion werden sich in einigen Jahren Bauschäden ei8nstellen.
Gutex ist natürlich sehr preisintensiv, doch zu Ihrem Vorhaben könnten wirt Ihnen ja auch ein kongretes Angebot einmal erarbeiten.
Holzweichfaserdämmungen haben sehr gute Diffussionseigenschaften, gute thermische Verhaltensweisen und die dazugehörigen Putzsysteme sind ohne jeglicher Zusatzstoffe (chemische Beimengungen).

Grüße Udo Mühle



Supi Udo!



Wennste uns dann noch den Unterschied zwischen Stein- und Mineralwolle erklären möchtest.

Kleine Nachhilfe: http://de.wikipedia.org/wiki/Steinwolle

Gruß Lukas



Also Lukas..



Udo schrieb doch,
daß der Unterschied auf der Preisschiene liegt.
Jetzt bin ich neugierig geworden - muß doch gleich
mal Tante Wiki fragen.
-
lernwillige Grüße
A. M.



Nu Andreas,



dann gucke und lerne. ;-))

Grüße Lukas



@Lukas



Danke auch für solche Tipps, die bei "Tante WIKI" zu finden sind!
Miwo ist bei mir immer das gelbe Zeug's und die Steinwolle die hartgepreßten grauen Platten.
Leider geben wir uns mit diesm Zeugs kaum ab, doch irgend einmal habe ich natürtlich stets mit derartigen Materialien zu tun.
Trotzdem bleibt die Tatsache bestehen, daß diese Materialien an einer bestehenden Lehmkonstruktion nicht's zu suchen haben, da die diffussionsbedingten Eigenschaften sehr schlecht mit dem Lehm harmonieren.
Holzweichfaserprodukte sind da wirkliche Alternativen.
Und übrigens: Miwo (gelbe Materialien!!) brennt (schmilzt) in einem rasanten Vorgang. Und setzt auch noch übelriechende Dämpfe frei.

Grüße Udo



Siehste Udo,



da kannste noch dazulernen, bei den "bösen" Baustoffen.
Die Gelben sind Glaskram.
Oder kennst Du einen Stein, der nicht mineralisch ist? :-)

Gruß Lukas



Noch Einen.



Ich gehe mit Dir konform, daß das Zeug in Lehmkonstruktionen wohl nix zu suchen hat.
Aber bei den "Diffusionseigenschaften", der Miwo alleine, liegste wohl auch falsch. Das hängt wohl nur von der Beschichtung ab.
Der Schmelzpunkt dieser nichtbrennbaren Materialien liegt bei über 1000°C. Da möchte man weit weg sein, wenns stinkt und dämpft.
Aber mögen, nicht daß der falsche Eindruck entsteht, tu ich das Zeug auch nicht.



@Lukas



Das schöne ist, daß der Mensch ein Lerntier ist, soweit er dafür offen ist!
Danke für derartige Info's.

Grüße Udo



Diffussionsverhalten



Miwo selbst nimmt wahnsinnig schnell Wasserdampf auf, aber gibt wesentlich langsamer ab.
Die Faser selbst kann die Feuchte nicht halten und transportieren (sorptionsfähig), sondern diese wandert stets nach unten und wird in absehbarer Zeit dort zu entstehender Feuchte entwicklung führen.

Grüße



Ein Zitat



>>Glaswolle ist leicht zu Verarbeiten und vielseitig einsetzbar. Sie ist diffusionsoffen, nichtbennbar und gegen Schimmel, Fäulnis und Ungeziefer resistent. Glaswolle besitzt eine gute Wärmeleitfähigkeit, jedoch geringe Wärmespeicherfähigkeit, kann keine Feuchtigkeit aufnehmen und die Dämmfähigkeit wird durch Feuchte stark herabgesetzt.<<
von da: http://www.waermedaemmstoffe.com/htm/mineralwolle.htm

Gruß Lukas



Ehh Lukas, und Micha,



kennt Ihr noch das hartnäckigige Gerücht, welches in der DDR kurz vor der Wende kursierte ?
Hilfestellung : Der symbolische Händedruck auf dem SED -
Parteiabzeichen sollte durch zwei neue Symbole ersetzt werden.
Und zwar durch eine Ziege und eine Taube.
-
Nur wer jetzt herzhaft lachen kann, ist ein waschechter Ossi.
-
Seid schön gegrüßt !
-
Andreas



@all



Iss ja toll zu lesen,
aber könnt ihr bitte beim Thema bleiben oder einen eigenen Thread öffnen.
So viel schlauer bin ich nun auch nicht geworden.
Im übrigen ist die Fachwekwand verputzt, und eigentlich sollte es so sein, daß der Taupunkt durch das Isolieren doch eher nach außen geht, somit dürfte es doch auch keine Feuchtigkeitsschäden geben, oder?
Fakt ist, dass auch die Volamit Platte difussionsoffen ist.
Meines erachtens wird in dem Fachwerk kein Problem auftreten, hab mir sogar sagen lassen, dass es sogar auch möglich wäre eine Styropordämmung bei einer Fachwerkwand zu verwenden, obwohl diese difussionsdicht ist.
Ich habe die Vorteile einer Holzfaserplatte erkannt, aber nicht jeder gibt freiwillig 10 Euro pro qm mehr aus.
Gru





So jetzt habt ihr`s . Immer schön hart am Wind segeln, gelle?

Den Ossi-Witz versteh ich net, vielleicht könnt ihr einem Wessi mal auf die Sprünge helfen.

Ach ja, noch ein „themenbezogener“ Einwand. Die Firma „Steico“ bietet Holzfaserprodukte preiswert an.



@Brittzel



Ihre Informatiker hinsichtlich Styroporsysteme oder Steinwolle-WDVS-Anbieter haben für ihre Betrachtungen natürlich erst einmal Recht.
Das ist wie mit den Verpackungsaufschriften, Papier ist geduldig und die Hersteller wollen nur verkaufen!
Gewährleistungen oder Produkthaftungen sind schwer nach 7- mehr Jahren einklagbar, wenn sich Bauschäden eingestellt haben.
Und die werden sich einstellen, wsie hier fast täglich in der Plattform von betroffenen berichtet wird.
Und wenn Ihre Fachpartner dazu noch "behaupten", daß es auf Lehmfachwerkfassaden problemlos funktionieren würde, so müßte man diese auf Lehrgänge über Bauphysik schicken.
Holzweichfaser ist in der Gesamtheit der Betrachtung zur Langlebigkeit, Funktionalität und Energieeffizienz zu Ihrem Gebäude kaum zu überbieten.
Wichtig ist nur, welcher Anbieter ausgewählt wird.
Sollte Ihrerseits ein Interesse bestehen, so können wir Ihnen gern ein Angebot zur Materiallieferung einmal unterbreiten, damit Sie vergleichen können.
Wichtig ist aber immer wieder, daß eine Wärmedurchgangsberechnung erstellt wird, die die präzise Aufbaustärke des Dämmmaterials festlegt.

Grüße Udo Mühle



ok



Hallo Udo,
richte bitte dein Angebot über 190qm , Stärke 8cm, altenativ 6cm, an:
britt.email@gmx.de
Danke
PS: evtl. mit einem difusionsoffenenen Scheibenputz u. geeigneter guter Farbe.