Luftwärmepumpe und SANCAL Heizleisten in einem ungedämmten Haus - GEHT DAS?

28.02.2020 Christian


Guten Tag,
Ich möchte gerne mein Einfamilienhaus mit ELW (150 + 50qm) von einer Ölheizung auf eine Luftwärmepumpe umrüsten. Als Heizverteiler habe ich eine SANCAL Heizleisten Heizung. Das Haus wurde 1984 mit einem Poroton 36er Mauerwerk und mit 2-fach verglasten Fensterscheiben erstellt. Ich verbrauche in etwa 3200 Ltr. Heizöl, je nach Wintersituation.
Bei einem Vortrag der Fa. Weisshaupt wurden Bestandhäuser vorgestellt, die eine jährliche Heizkosten Ersparung von ca. 1000 € pro Jahr erzielen (170 qm, Radiatoren, ungedämmtes Haus, Baujahr 1970).
Einen. BAFA Zuschuss von bis zu 45% der Investitionskosten wird gewährt, wenn die Wärmepumpe mindestens mit einer Jahresarbeitszahl (JAZ) von 3,5 arbeitet und eine Ölheizung ersetzt wird.
Meine Frage an die Community ist:
a) Ist diese JAZ realistisch und erreichbar ohne Aussendämmung und neue Fenster?
b) Wer hat bereits Erfahrung mit Luft Wärmepumpen im Bestandsbau gemacht?
c) Kann die Vorlauftemperatur von ca. 50 Grad bei ca. 0 Grad Aussentemperatur durch techn. Massnahmen
gesenkt werden (z.B. hydraulischer Abgleich, Erweiterung der Heizregister )?
Als Dämm-Massnahmen plane ich noch die Dämmung der Kellerdecke und das Dachbodens.
Für Euere Erfahrungsberichte und Empfehlungen wäre ich Euch dankbar.



Gewiss nicht.



Ihre Heizleisten brauchen eine hohe Vorlauftemperatur.

Diese liefert die Wärmepumpe gar nicht. Und wenn doch, arbeitet sie unwirtschaftlich.

Vielleicht beziehen Sie Pellets und Gas in Ihre Betrachtungen ein?

Die Gier nach den Fördergeldern verstellt oft den Blick auf den Sinn der Investition. Erinnert mich ein bisschen an die Abwrackprämie für Autos, die noch bestens in Schuss waren. Das war ein Förderprogramm für die Autobauer, nicht für die Autofahrer.

Grüße

Thomas



60 Grad Celsius



Wie Thomas schon schrieb, brauchen Sie eine recht hohe Vorlauftemperatur. Ich würde mindestens 65° bei 0 °C Außentemperatur erwarten.

Selbst bei den aktuellen Neubauten kommen die Wärmepumpen sehr schnell an ihre Grenzen. Häufig muss, um beispielsweise im Bad eine angenehme Temperatur erreichenzu können, zusätzlich mit Strom nachgeheizt werden.

Die Förderprogramme machen in den seltensten Fällen wirklich Sinn. Häufig müssen Sie viele tausend Euro zusätzlich ausgeben, um ein paar wenige Euro zurück zu erhalten.

Denken Sie, wie auch mein Vorredner schon sagte, über eine wirtschaftliche Brennwerttechnik nach. So können Sie wahrscheinlich ihren Energieverbrauch 10%, vielleicht sogar 15 % reduzieren.



Heizsystem für Altbau



Heizleisten sind für ein derartiges System ungeeignet wie dir schon mitgeteilt wurde.
Sieh dir mal www.grabenkollektor.at an, wo erdwärmepumpen zu den Kosten von Luftwärmepumpen angeboten werden, aber mit viel höherer Effektivität und geringeren Stromkosten.
Ob das geeignet ist hängt von der grundstücksgröße ab und den gesamten Randbedingungen.
Der Wärmebedarf deines Gebäudes muß ermittelt werden.

Der Brennwertbereich wird generell nur bei geringen Vorlauftemperaturen erreicht-
bei Gas könnten die höher sein als bei Öl.
Wenn Erdwärme nicht möglich ist evt Pelletheizungen berücksichtigen-
allerdings ist der Aufwand größer. Schornstein, Lagerraum etc berücksichtigen.
Ein Heizsystem muß langfristig wirtschaftlich sein-
einmalige Förderungen sind nicht unbedingt ausschlaggebend.

Wenn ein Schornstein vorhanden ist könnte ein Grundofen o.ä. die Spitzenlast abdecken.

Du benötigst in jedem Fall ein Flächenheizsystem, wobei mehrere kombinierbar wären
(Wand, Boden, Decke).
Was am wirtschaftlichsten ist müßte vor Ort festgestellt werden.

Evt kann Innendämmung eingebaut werden, wenn der U-Wert zu schlecht sein sollte.

Wo steht dein Gebäude und gibts Übersichtsfotos inkl Grundstück?



Unrealistisch



Wir haben bei der Auswahl der Heizung damals auch Wärmepumpe mit einbezogen.
Uns wurde davon abgeraten.
Haus ist bei uns noch schlechter gedämmt wie bei dir.
Wärmepumpe wäre bei dir dann faktisch eine Stromheizung mit Zusätzlicher Wärmepumpe.
Im Bestand hast du zwei Möglichkeiten laut unserem Heizungsbauer.

Flächenheizung(wand oder Fußboden) mit niedriger Vorlauftemperatur Und einen Heizkreis mit Radiatoren.
Oder
Normale Heizkörper

Man könnte evtl die Vorhandene Heizung durch einen wassergeführten Ofen (Pellets oder Scheitholz) unterstützen. Oder einen zweiten Heizkreislauf für Flächenheizung mit Wärmepumpe nutzen und die bestehende Ölheizung nur für Die Unterstützung nutzen.
Am besten mit Heizungsbauer und Energieberater klären.
Die braucht man so oder so wenn man die Förderung erhalten will.