U-Wertberechnung / Tauwasseranfall

15.02.2007



Ich bin gerade über der U-Wertberechnung der geplanten Wandaufbauten (Wärmedämmmaßnahmen).
Im OG ist ein Wandbereich mit folgendem Schichtaufbau angedacht:

2 cm Kalkputz
11,5er Vollziegelwand (vorh.)
10 cm Luftschicht (vohr.)
11,5er Vollziegelwand (vorh.)
5 cm Strohlehm (300kg/m³)
11,5er Leichtlehmziegel (800 kg/m³)
3 cm Lehmputz 2-lagig (hier Wandheizung eingebettet)

Nun meine Frage:

Mit welchem Lambdawert muss ich die 10 Luftschicht berücksichtigen?
Oder ist dieser Wert=0 und damit entfällt diese Schicht bei der Berechnung?

Wie sieht es eigentlich bei diesem Wandaufbau mit Tauwasseranfall in der Luftschicht aus?
Kann man diesen aufgrund der vorgesetzten Lehmschale und des diffusionsoffenen Wandaufbaus praktisch vernachlässigen?

Vielen Dank für alle Antworten im Voraus.

Katrin



wenn die 10 cm Luft KEINE stehende Luftschicht darstellt,



muß diese Schicht in der Tauwasserberechnung nicht berücksichtigt werden.



U-Wetbeechnung- Tauwasseranfall



Unabhängig von der Frage habe ich mal die geplanten Schichtdicken zusammengerechnet und komme auf ca. 55 cm Wandstärke. Ist das nicht ein bisschen viel, auch im Hinblick auf die Belichtung?
Wo willst Du die ca. 20 cm Innendämmung draufstellen? Auf die Dielung? Das sind bei ca. 2,5 m Raumhöhe ca. 350 kg/lfd. m!
Ich empfehle Dir mal über das nachträgliche Ausblasen des Sparmauerwerkes mit Dämmstoff nachzudenken und/oder eine leichtere Innendämmung wie Schilf bzw. eine gedämmte GK- Wandvorsatzschale in Betracht zu ziehen



U-Wertberechnung- Tauwasseranfall



Unabhängig von der Frage habe ich mal die geplanten Schichtdicken zusammengerechnet und komme auf ca. 55 cm Wandstärke. Ist das nicht ein bisschen viel, auch im Hinblick auf die Belichtung?
Wo willst Du die ca. 20 cm Innendämmung draufstellen? Auf die Dielung? Das sind bei ca. 2,5 m Raumhöhe ca. 350 kg/lfd. m!
Ich empfehle Dir mal über das nachträgliche Ausblasen des Sparmauerwerkes mit Dämmstoff nachzudenken und/oder eine leichtere Innendämmung wie Schilf bzw. eine gedämmte GK- Wandvorsatzschale in Betracht zu ziehen.

Viele Grüße
Georg Böttcher



Die Luftschicht...



ist meiner Meinung nach stehend, da Sie nicht durchlüftet wird (fast allseitig geschlossen, oben leicht offen).
Wie sieht es nun mit dem Lambda-Wert aus? Was ist dann mit dem Tauwasseranfall?

Im EG, unter dieser Außenwand welche sich im OG befindet, steht eine 62er Bruchsteinwand, welche ebenfalls mit einer zusätzlichen Vorsatzschale aus Blähtonziegeln gedämmt werden soll. Wegen der Lasten also keine bedenken.

Katrin



Die Luftschicht



ist min. schwach belüftet und hat damit einen Lambdawert von 1,1111 W/mK.
Damit fällt in der Leichtlehmschicht (300 kg/m³) ca. 0,7 kg/m² Kondensat an. Wird die Luftschicht belüftet 0,85 kg/m². Nach DIN muss das Kondensat Dämmstoffen auf 5 Gew% begrenzt werden. Das macht 300,00 * 0,05 * 0,05 = 0,75 kg/m².
An der Ziegelwand wäre der Anfall von Feuchte auf 0,5 kg/m² zu beschränken.
Leichtlehm 300 kg/m³ ist mehr Stroh als Lehm. Ist das jetzt ein Dämmstoff oder nicht? Jetzt bin ich gespannt, ob jemand weiß, wie das zu bewerten ist.
Alles nicht so einfach. Man hat nach der Berechnung eine Menge Zahlen, aber was fängt man damit an? Eine Simulation bei einem solchen Wandaufbau wäre sicherlich eine interessante Sache.



Hallo Katrin



Kleiner Link zur Errechnung von U-Werten von Luftschichten. Achtung - dort sind Übergangswiderstände(m²K/W)angegeben. Den U-Wert muss man sich erst daraus berechnen. Scheint mir im Ergebnis aber etwas zu hoch-wenn ich da richtig gerechnet habe!
http://www.neh-im-bestand.de/sixcms_4/sixcms_upload/media/1884/uebergangswiderstaende_luftschichten.pdf

Vielleicht hilft's!

Gruß Marko



Das ist genau das, was ich gesucht habe...



Danke.

Mal noch zum Taupunkt. Hat jemand eine Formel für die Berechung für mich. Ich müsste da erst in meinen alten Physikunterlagen suchen, welche aber z.Z. in Kisten verpackt in der Scheune schlummern.

Herr Heim der Lambdawert mit 1.1111 W/k*m scheint mir nach den Tabellen aus dem Link von Herr Lindner etwas zu hoch. Ich komme bei einer Luftschichtstärke von 10 cm (schwach durchlüftet) und einem Wärmedurchlasswiderstand von max. 0,15 m²*k/W auf ca. 0,66 W/k*m.
Wie wäre den der Tauwasseranfall, wenn wir die Dämmschicht 300er Strohlehm weglassen und lediglich einen homogenen Mauerwerksanschluss der 800er Leichtlehmsteine mit Lehmmörtel (ca. 1-2cm) schaffen? Oder wie bekommen wir den Taupunkt in die äußere Ziegelschicht (Wandheizung beachten)?
Eine Außendämmung wäre ja besser, aber in unserem Fall nicht mgl., da der fluchtende Außenwandbereich in eine Fachwerkwand übergeht, welche wir sichtbar machen wollen und dazu nur eine Innendämmung in Frage kommt.

Katrin



Das ist der



Lambdawert für eine schwach belüftete Luftschicht Wärmefluss horizontal.
0,28 kg/m² aber die Wand erfüllt noch nicht mal den Mindestwärmeschutz nach DIN. Vielleicht sollte man in diesem Falle doch einmal darüber nachdenken den Hohlraum zu dämmen.



Also ich bekomme



da etwas anderes raus Katrin!

Achtung hier rechnet jetzt ein Laie!

Zuerst musst du die Übergangswiderstände innen und außen mit berücksichtigen 0,13 und 0,04. Dann hattest du doch 10cm Luftschicht und nicht 10mm also komme ich dafür auf 0,18. Zusammen gibt das dann einen Widerstand von 0,35m²k/W.
Und der U-Wert ist doch dann 1/Widerstand? Damit wäre der U-Wert dann 2,86W/m²K.

Ich bitte um Kontrolle durch die Profis!-will ja auch was lernen.

Aber wie schon gesagt - scheint mir etwas zu hoch. Obwohl angeblich Werte nach DIN EN ISO 6946.

Gruß Marko



noch mehr Zahlen...



U-Wert ungedämmt 1,33 (5 cm Luftschicht horizontal, 11,5 cm Altbauziegel).

U-Wert gedämmt 0,32
mit 10 cm Einblas-Zellulose WLG 040 - Kondensatmenge 0,370 kg (90 Tagen Ti=20 Ta=-5) also unkritisch. (übliche Wärmebrückenproblematik und Luftdichtigkeit beachten)

Gerechnet mit Cond2002

Klingt doch nicht schlecht...



U-Wert Wandaufbau gedämmt-ungedämmt



Ich habe hier mal meine angesetzten Werte und die Rechnung/Formel eingestellt.
Für die gedämmte Variante habe ich zur 1. Ausf.variante den Aufbau etwas abgeändert, zwecks dem Tauwasseranfall. Vielleicht kann jemand für diesen Aufbau mal den Taupkt. (Lage) berechnen. Danke.

Ziegelmauerwerk gedämmt

Material Lambda in W/m*k Wandstärke s in m
Kalkzementputz 0,87 0,02
Vollziegel 0,81 0,115
Luftschicht schwach belüftet, horiz. (0,15 m²k/W)
0,66 0,1
Vollziegel 0,81 0,115
Leichtlehm-Mauermörtel (1000 kg/m³)
0,35 0,04
Leichtlehmziegel (800 kg/m³)
0,25 0,115
Lehmputz 0,66 0,13

U= 0,80 W/m²k


Ziegelmauerwerk ungedämmt

Material Lambda in W/m*k Wandstärke s in m
Kalkzementputz 0,87 0,02
Vollziegel 0,81 0,115
Luftschicht ruhend, horiz. (0,15 m²k/W)
0,66 0,1
Vollziegel 0,81 0,115
Lehmputz 0,66 0,03

U= 1,48 W/m²k


Meine zusammengebaute Formel:
U= 1/(Rse+ s1/Lambda1 + S2/Lambda2 … + Rsi)
Rsi= 0,13 m²k/W
Rse=0,04 m²k/W


Katrin



Kondensat



@Katrin
Ihre Rechnung ist für mich genau so nachvollziehbar, "mein" Altbauziegel hatte eine Wärmeleitfähigkeit von 0,59, mit den obigen Werten kommt dann bis aufs Komma das gleiche heraus (Anmerkung zum Rechnen Luftschicht: bei Schichtdicke kleiner 25mm kann man mit einem festen Wert analog zu Rse Rsi rechnen).

In der Materialdatenbank von Cond2002(Demo) ist kein Leichtlehmziegel, aber mal einen normalen Ziegel (ist ja so was ähnliches ;) ) vorgesetzt und niedrigere Wärmeleitfähigkeit eingetragen. Damit entsteht bei Simulation während 90 Tagen Dauerfrost kein Kondensat.
[Anm.: im eingeschwungenen Zustand T gegen oo ergibt sich gerade so ein Hauch, in Zahlen 0,072 kg/m2 (Einstellzeit 2 Jahre!) - also nicht der Rede Wert].

Für mich stellt sich die Frage: warum sich mit einem so bescheidenen Ergebnis bei so viel Aufwand zufrieden geben?
Wenn nun absolut keine Kerndämmung erwünscht (m.E. das Allerbeste), könnte man innen zumindest mit anderen Materialien wie Mineralschaum arbeiten - das Ergebnis der Kerndämmung wird man kaum erreichen.



@Herr Schillberg



Sie hatten mir ins Profil geschrieben, ob das mit dem Mineralschaum ein Faschingsscherz sei.
Ich beliebe nicht zu scherzen, nehme aber an, Sie haben das noch nie verarbeitet.
Da Sie ja von der ganzen U-Wert-Rechnerei / Dämmerei nicht viel halten, wie Sie mir mal früher erklärten, und dann vermutlich auch einer Feuchtesimulation nicht aufgeschlossen gegenüberstehen: was haben Sie denn gegen meinen "Faschingsscherz" sonst einzuwenden?



@Herrn Göb zum Thema Mineralschaum/Mineralschaumplatten



Bei vielen Altbausanierungen mit Mineralschaum/ Mineral-schaumplatten in Außenwänden stoße ich immer wieder auf Bauschäden. Die Bauschadensursachen liegen erfahrungsgemäß sehr oft am schlechten hygroskoischen Verhalten von Mineralschaumprodukten.



Rundumschlag gegen Mineralschaum



"aliquid haeret"...
Bauschäden bei monolithischem Ziegelmauerwerk mit Mineralschaum? Womöglich auch noch bei Außendämmung?
Reden wir vom gleichen Material? Mineralschaum wird nicht so häufig eingesetzt, insofern verwundert mich, dass Sie es immer wieder antreffen.

Was soll denn die "hygroskoische" Eigenschaft bewirken? Diffusionsoffen sind wir mit Mineralschaum, die Kapillarität ist hier ausreichend, das Ganze kann man noch direkt einem Lehmputz versehen werden, das ist doch ganz nach Ihrem Geschmack. Wo soll denn bei o.g. Mauerwerk bitte ein Bauschaden entstehen?



@Herr Schilberg



lassen Sie doch bitte mal die Formulierung "Bei vielen Altbausanierungen" oder " bei meiner 25 jährigen Erfahrung", wenn die Wahrscheinlichkeit das Sie wissen um was es geht praktisch null ist.



@Herrn Meurer: carnevalistischen Dank für Ihre Aschermittwochs



-Ratschläge.