Luftkalkputz oder Wasserkalkputz




Hallo

Ich habe Kalkhydrat CL 80, möchte einen Oberputz herstellen, soll ich den Kalk besser einsumpfen oder mit Kalkydrat den Putzmörtel herstellen? Kann es sein, dass Wasserkalkputz druckfester ist als Luftkalkputz aus Sumpfkalk? Ich habe auch gelesen, dass man Kalk Gips Putz auch verarbeitet, so 80% Kalk und 20 % Gips, ist dieser Putz empfehlenswert und wird er fester als reiner Kalkputz?Danke





Für die Putzherstellung das Kalkhydrat nicht einsumpfen. Sumpfkalke haben wegen des höheren Wassergehaltes eine geringere Druckfestigkeit.

Die "Wasserkalke" können sehr viel höhere Druckfestigkeiten ausbilden, für Innenputze ist das aber alles ohne Nutzen.

Hier reicht ein Zusatz von 5 Prozent zum Bindemittel schon aus um Effekte zu bewirken. Gut bewährt hat sich aber der Zusatz von max. 10 Prozent Ziegelmehl zum (Weiss-)Kalkputz der dadurch teilweise hydraulisch erhärtet.

Ein Kalkputz mit Gipszusatz kann die Haftung verbessern, steift schneller an und ist so besser modellierbar. Das kann bei Decken- oder Rapitzverputzen helfen.

Da streut man etwa 1/4 der Kalkmenge in den fertigen Mörtel, lässt das zwei Minuten sumpfen und rührt das dann kräftig durch.

Wie bereits gesagt, für einen Innenputz reicht ein "einfacher" Kalkputz aus Kalkhydrat und Sand. Die Sieblinie macht die Geschmeidigkeit.



Kalk Gips Putz



Normale Kal- Oberputze haben eine Druckfestigkeit von 1 n/mm2. Es gibt Gipsputze, mit einer Druckfestigkeit von 6 n/mm2, würde somit ein Kalk Gips Putz viel druckfester als ein normaler Kalkputz? Z.B. für die Verwendung in den Fluren oder an anderen beanspruchten Flächen und hätte dieser Putz die gleichen Eigenschaften wie ein reiner Kalkputz bzw. irgendwelche Nachteile? Leider komme ich nciht an Ziegelmehl oder Hydraulischen Kalk nicht heran.





Praktisch ist das wohl nicht relevant. Solange du da keinen Gabelstaplerverkehr hast, geht da jeder Innenputz. "Kritische Ecken" kann man rund ausbilden.



Oberputz/Gips



Kann man mit Kalk Kasein Farbe eigentlich Gipskartonplatten(und Gipsspachtelmasse) streichen, und wäre die Farbe Wischfest? Wäre diese Farbe auch auf Gips oder Beton streichbar?





Ja, geht auch auf matten "Ölsockel" oder Dispersion.

Gips und Gipskarton grundiert man mit verdünnten Bindemittel vor.



Kaseinfarbe



Kennen Sie die Rezeptur für die Grundierung und muss man auch Beton grundieren?

Ist dieses Mischverhältnis für Kaseinfarbe korrekt:

1.Kasein in Wasser auflösen 1 :15, also 100gr auf 1,5 Liter Wasser, danach 100 gr. Sumpfkalk verrühren und aufschliessen.

2.Separat Kalkmilch aus Sumpfkalk herstellen, 1:4, z.B. 1 Liter Sumpfkalk in 4 Liter Wasser auflösen. Dieser Kalkmilch die oben beschriebene Flüssigkeit bzw. den Leim ca (4-6% von Kalkmilch) also ca 200-300 Milliliter beimischen, danach erhält man ca 5,3 Liter Kalk-Kaseinfarbe?

Danke





Das Rezept ist für eine Kalkfarbe mit Kaseinzusatz. Die Übergänge sind da fliessend.

Man kann so eine (einfache) Farbe auch herstellen, indem man fettarme Milch mit zur Verdünnung zugibt (so bis 20 Prozent vom Wasser).

Wobei eine Kalk-Kaseinfarbe jetzt aus einem Bindemittel aus Milcheiweiß besteht , dass mit Sumpfkalk aufgeschlossen wurde. Als Pigment dient dann ungebrannter Kalkstein als Kreide oder Marmormehl.

Ein Rezept hatte ich da schon mal aufgeschrieben. Die Grundierung besteht dann aus dieser vierprozentigen Leimlösung, die nochmals mit 8 Teilen Wasser weiter verdünnt wurde.



Kaseinfarbe



Ist eigentlich Kalk-Kasein Farbe noch alkalisch? Das Eiweiß wird wahrscheinlich in einen anderen Stoff umgewandelt, wird dieser Stoff von Schimmel befallen?

Muss man noch Kreide untermischen, ist der Sumpfkalk nicht weiß genug?





Technologisch unterscheiden sich die Kalkfarbe und Kaseinfarbe voneinander.

Kalkfarbe ist ein verdünnter Löschkalkteig, wo der Kalk Bindemittel und Pigment ist.

Kaseinfarbe wird durch einem Leim aus Milcheiweiß gebunden, technisch eine Art Dispersion. Pigmente können hier nach belieben zugegeben werden soweit sie gegen Alkalien beständig sind. Als Weißpigment verwendet man zweckmäßig Kalksteinmehle wie Kreide oder Marmormehl, auch weiße Tonerde wird oft in Mischungen verwendet. Bei wässrigen Anstrichstoffen kann auf Titandioxid verzichtet werden.

Der Kaseinleim wird aus Milcheiweiß gewonnen, dass entweder als Pulver was technisch ausgefällt und getrocknet wurde oder direkt aus Milch oder besser Magerquark gewonnen. Durch zufügen von Alkalien wie Kalk, Soda, Borax, Pottasche oder Hirschhornsalz, wird das Eiweiß wasserlöslich und bekommt so auserordentlich hohe Bindekraft.

Ein Gehalt von vier Prozent in der Farbe reicht schon. So das die Farbe wie Dispersionsilikatfarbe auch noch als mineralische Farbe ausgelobt werden kann.

Einer Kalkfarbe kann ohne weiteres auch Kaseinleim zugesetzt werden, dies führt zu besserer Haftung und Wetterbeständigkeit. Allerdings steigt mit dem Kaseingehalt die Oberflächenspannung der Farbe, so das die Farbe bei höheren Zusätzen immer mit Füllstoffen abgemagert werden sollte.

Die Kalk-Kaseinfarbe ist auch noch alkalisch. Verschimmelt ist mir noch nichts. Die günstigen Eigenschaften ergeben sich zusammen mit dem Untergrund. Der Anstrich selbst ist ja sehr dünn. Der Anstrichfilm ist offenporig und kapillar leitfähig. Ohne Kunststoff wird der Anstrich auch nicht elektrostatisch aufgeladen und nimmt nicht so viel Staub auf.

Die Kalk-Kaseinfarbe kann auch als Grundierung für reine Kalkanstriche auf schwierigen Untergründen als "Aufbrennsperre" gestrichen werden.





Technologisch unterscheiden sich die Kalkfarbe und Kaseinfarbe voneinander.

Kalkfarbe ist ein verdünnter Löschkalkteig, wo der Kalk Bindemittel und Pigment ist.

Kaseinfarbe wird durch einem Leim aus Milcheiweiß gebunden, technisch eine Art Dispersion. Pigmente können hier nach belieben zugegeben werden soweit sie gegen Alkalien beständig sind. Als Weißpigment verwendet man zweckmäßig Kalksteinmehle wie Kreide oder Marmormehl, auch weiße Tonerde wird oft in Mischungen verwendet. Bei wässrigen Anstrichstoffen kann auf Titandioxid verzichtet werden.

Der Kaseinleim wird aus Milcheiweiß gewonnen, dass entweder als Pulver was technisch ausgefällt und getrocknet wurde oder direkt aus Milch oder besser Magerquark gewonnen. Durch zufügen von Alkalien wie Kalk, Soda, Borax, Pottasche oder Hirschhornsalz, wird das Eiweiß wasserlöslich und bekommt so auserordentlich hohe Bindekraft.

Ein Gehalt von vier Prozent in der Farbe reicht schon. So das die Farbe wie Dispersionsilikatfarbe auch noch als mineralische Farbe ausgelobt werden kann.

Einer Kalkfarbe kann ohne weiteres auch Kaseinleim zugesetzt werden, dies führt zu besserer Haftung und Wetterbeständigkeit. Allerdings steigt mit dem Kaseingehalt die Oberflächenspannung der Farbe, so das die Farbe bei höheren Zusätzen immer mit Füllstoffen abgemagert werden sollte.

Die Kalk-Kaseinfarbe ist auch noch alkalisch. Verschimmelt ist mir noch nichts. Die günstigen Eigenschaften ergeben sich zusammen mit dem Untergrund. Der Anstrich selbst ist ja sehr dünn. Der Anstrichfilm ist offenporig, kapillarleitfähig. Ohne Kunststoff wird der Anstrich auch nicht elektrostatisch aufgeladen und nimmt nicht so viel Staub auf.

Die Kalk-Kaseinfarbe kann auch als Grundierung für reine Kalkanstriche auf schwierigen Untergründen als "Aufbrennsperre" gestrichen werden.



Kalk Kaseinfarbe



Vielen Dank Mario, für diese ausführliche Information.

Habe ich richtig verstanden, also bei Kalkfarbe mit Zusatz von Kaseinleim kann man auf zusätzliche weiße Pigmente verzichten, weil Kalk auch als Pigment fungiert,wenn man der Sumpfkalkmilch 1:3 oder 1:4, Kaseinleim zufügt, und es ist genauso gut und weiss, wie welche mit Füllstoffen?Aber möglichst mit wenig Kaseinleim 4-6%, damit die Oberflächenspannung gering ist?

P.S. Wieviel Prozent Kreide muss man dieser Kalkfarbe mit Kaseinzusatz zufügen?Kalksteinmehl ist bei uns leider etwas gelblich, also nicht ganz weiss, das sieht man beim direkten vergleich mit Kalkhydrat.





Bei Kalkfarbe ist das Bindemittel weiß, da braucht es kein Pigment bei weißen Anstrichen. Ansonsten ist das Bindungsvermögen auch gering, so das bei Zugabe von farbigen Pigmenten auch nur starke Aufhellungen machbar sind.

Allerdings bleibt bei der wässrigen Konsistenz nur ein sehr dünner Anstrichfilm zurück, der entsprechend wenig Deckkraft hat.
Der dünne Aufbau ist aber notwendig um gutvernetzten Anstrich zu gewährleisten. Also wird man immer mehrmalig Streichen müssen.

Bei der Kaseinfarbe hast du als Bindemittel einen wässrigen Leim, der leicht milchig transparent auftrocknet. Diesen Anstrich wird man mit Pigmenten füllen müssen. Hier kannst du aber durch Mischung der Pigmente die Farbintensität steuern oder durch Verdünnung die Deckkraft. Also Volltöne oder Lasuren sind kein Problem.

Oft wird heute Titandioxid als Weißpigment verwendet weil das eine hohe Deckkraft hat. Die Deckfähigkeit ergibt sich aus der Differenz vom Brechungsindex aus Bindemittel und Pigment.

Bei Anstrichen die ausschließlich mit Wasser verdünnten Bindemitteln arbeiten können auch Pigmente mit geringen Brechungsindex eine gute Deckkraft gewährleisten. Deswegen ist eine Feuchte Kalk- (Kasein-) Farbe im feuchten zustand durchscheinend da Wasser und Kalk einen ähnlichen Brechungsindex haben. Wenn das Wasser getrocknet ist wir erst die volle Deckkraft entfaltet.

Eine einfache Kaseinfarbe besteht aus einem auf vier Prozent mit Wasser verdünnten Kaseinleim, der aus Magerquark und (Sumpf-)Kalkhydrat hergestellt wird. Dazu kommt beispielsweise Schlämmkreide (ca. 1kg/ 1 Liter).
Damit streichst du ca. 10 Quadratmeter was dich knapp 1 Euro kostet.



Kaseinfarbe



Wenn man der Sumpfkalkmilch 4% Kaseinleim zufügt und noch dazu Füllstoffe, dann ist das wahrscheinlich eine hochwertigere Farbe, als eine ohne Füllstoffe, und dazu verarbeitungsfreundlich? Ist diese Kombination möglich, oder entweder Sumpfkalkmilch mit Kasein, oder Kaseinleim mit Fullstoffen?

Wieviel Prozent Kreide benötigt so eine Sumpfkalkfarbe mit Kasein? Danke

Für Kalkfarben sind wahrscheinlich Pigmente aus Erdfarben geeignet(in Onlineshops als Vulkanfarbpigmente), sind diese auch für Kalkfarben mit Kaseinzusatz geeignet und wieviel Prozent maximal kommen in die fertige Farbe rein?





Es ist natürlich schwierig aus der ferne ein passendes Rezept zu entwickeln.

Probieren kannst du 1 Liter Sumpfkalkteig (unverdünnt) 2 Teelöffel Lein- oder Sonnenblumenöl einrühren, dazu 0,4 Liter vom vierprozentigen Kaseinleim.

Dazu würde ich 200 g Marmormehl oder Kreide als Füllstoff zugeben, zusammen mit 0,5 Liter Wasser. Das Kalksteinmehl nimmt dem Anstrich etwas Spannung und macht ihn fülliger, auch befördert die lockere Struktur die Carbonatisierung.

Für den Grundanstrisch diesen Ansatz mit der 3 fachen Menge Wasser verdünnen.

Die Zwischenanstriche 2 fach verdünnen. Der Schlußanstrich kann mit reiner Sumpkalkmilch (1:3 -1:4) ausgeführt werden.



Kaseinfarbe



Ich habe gerade ein Rezept im Netz gefunden, mit Quark:
- 10 kg Sumpfkalk

- 1,25 kg Magerquark

- 25 ml Distelöl/Leinöl/Sonnenblumenöl

- ca. 20 Liter Wasser

Den Quark vorher mit 1:4 aufschliessen,danach den Rest zufügen.

Ist dieses Rezept gut?





Probiere es aus! Die Mengenverhältnisse sind ähnlich. Es fehlen nur die "Füllstoffe" die ich nun wieder empfehle.

Die Verarbeitung ist das Entscheidende, da scheitern viele, gute Zutaten hin oder her. Das ist wirkliche Handarbeit, dass kann hier auch niemanden abgenommen werden.

Meine Hinweise zur Verdünnung und Anstrichaufbau solltest du beachten. Der Pinsel muss leicht über die Fläche laufen, da muss man ein Gefühl für bekommen. Nach dem zweiten oder dritten Anstrich sollte die Farbe auch länger Feucht stehen können.

Man kann in die Feuchte Grundierung streichen. Grund- und Zwischenanstriche kann man nass in feucht übereinander legen.

Entscheidend auch gute Pinsel zu verwenden. Ich nehme immer meine Pinsel mit, aus guten Grund. Es ist mittlerweile wirklich schwierig gute Pinsel einzukaufen. Ich verwende lieber größere Flächenstreicher. Da spart man gegenüber der voluminöseren Fassadenbürste Kraft, die ich mit Geschwindigkeit ausgleiche.

Das auch gute Pinsel gelegentlich Haare bei solchen Anstrichprojekten lassen ist normal, da sollte man immer einen kleinen "alten" Pinsel griffbereit haben, da mit lassen sich die verlorenen Pinselhaare leicht und schnell vom Anstrich abheben.



Kaseinfarbe



Prima, sollte man die Füllstoffe in die fertige Farbe einrühren?Also etwa 20% wahrscheinlich, die von mir erwähnte Rezeptur würde dann etwa 6 Kg Füllstoffe aufnehmen?(10 Kg Sumpfkalk, 20Liter Wasser+, 1,25 Kg Quark insgesamt etwa 30 L)
In Foren findet man nur sehr schlechte Rezepte, wie man mit Quark Kalk-Kaseinfarbe herstellt, dass 1 Teil Kalk auf 5 Teile Quark komme, das wahrscheinlich für Kaseinleim, was noch dazukommt steht leider nicht, etwas verwirrend.

Ihr Rezept war mit Kaseinpulver, 1 Liter Sumpfkalk, 200 gr. Füllstoffe und 400 ml von 4% igem Kaseinleim..





Beim rechnen muss man aufpassen!


(1 Liter Sumpfkalkteig = 1,34 kg)

10 Liter Sumpfkalkteig (13,4 kg)

100 ml Lein- o. Sonnenblumenöl

4 Liter Kaseinleim zugeben (1,5 kg Magerquark + 400g Sumpfkalk (intensiv!) verrühren, dann mit ca. 3,2 Liter Wasser auf insgesamt 4 Liter Volumen verdünnen.

2 kg Marmormehl + 4 Liter Wasser (eingesumpft) zugeben. ... rühren !

oder für

10 kg Sumpfkalkteig (7,5 Liter)

75 ml Lein- o. Sonnenblumenöl

3 Liter Kaseinleim zugeben (1,1 kg Magerquark + 300g Sumpfkalk (intensiv!) verrühren, dann mit ca. 2,4 Liter Wasser auf insgesamt 3 Liter Volumen verdünnen.

1,5 kg Marmormehl + 3 Liter Wasser (eingesumpft) zugeben. ... rühren !


Diesen Farbansatz dann mit der 3 fachen Menge für Grundanstrich und der 2 fachen Menge für Zwischenanstriche weiter mit Wasser verdünnen.

Farbe muss gelegentlich immer wieder gut aufgerührt werden !

Bemessen auf die 10 Liter Sumpfkalkteig ergibt sich insgesamt eine Menge von ca. 21 Litern Farbansatz (großen Kübel nehmen).

Von diesem Vorrat schöpft man dann immer mit einem Gefäß in dem Farbeimer und füllt dann die zwei oder drei fache Menge Wasser auf. Rühren!

So das man insgesamt mindestens 60 Liter Farbe erhält



Kaseinfarbe



Ich nehme an, dass man keine Kalk-Kasein Farbe herstellen kann, die der Dispersionfarbe ähnelt, also dickflüssig und deckend ist?

Ohne die 2 fache Verdünnung würde der Farbansatz wahrscheinlich abplatzen?





Doch da nimmst du unseren Kaseinleim

(1,5 kg Magerquark + 400g Sumpfkalk (intensiv!) verrühren, dann mit ca. 3,2 Liter Wasser auf insgesamt 4 Liter)

und schüttest auf die 4 Liter 4 kg Piment (Kreide etc.) dazu. Länger intensiv rühren schadet hier nichts!

Diese Kaseinfarbe lässt sich frisch zubereitet am besten verarbeiten. Der Farbansatz neigt zur "Thixotropie" hier hilft kräftiges rühren.



Kaseinfarbe



In welchem Arbeitsabschnitt kommen die Farbpigmente im Einsatz? Muss man bei der letzten Variante, die 4 Kg Kreide oder Marmormehl durch Farbpigmente ersetzen, oder kommen die Erdfarbpigmente noch dazu, also 4 kg Kreide, plus eingeteigte Pigmente?

und bei der Kasein-Kalk Farbe, wenn man den Farbansatz herstellt und was davon abschöpft und in 2 faches Wasser verdünnt, kommen hier erst Farbpigmente rein, oder kommen die in den Farbansatz? Oder ersetzt man die 1,5 Kg Marmormehl durch Farbpigmente?





Die Kaseinfarbe ist fertig. Nicht weiter verdünnen! Bestenfalls bis 10 Prozent.

Ein paar Prozent Pigment kann man noch (eingesumpft) in die fertige Farbe geben. Bei größeren Mengen sollte der Anteil an Weißpigment entsprechend reduziert werden. Je nach Pigment und Zugabe muss die Bindung der Farbe geprüft werden. Also Probeanstriche machen, wenn der Anstrich glänzt oder gar Risse bekommt weniger Leim oder mehr Pigment zugeben, wenn der Anstrich kreidet mehr Leim oder weniger Pigment zugeben.



Kalkfarbe



Vielen Dank Mario, es ist sehr angenehm, Ihnen zuzuhören.

Haben Sie versucht, Sumpfkalk mit Kalksteinmehl 1:3 zu vermischen, etwas dickflüssig anzumischen, wie eine Dispersionsfarbe. Bei Bedarf das Mehl durch Farbpigmente entsprechend zu ersetzen, das wäre doch eine gut deckende, einfache aber hochwertige Farbe?Und vor allem für ewig haltbar.( Einziges Problem wäre, dass die Farbe abkreiden könnte, wenn sie nicht ordentlich auskarbonatisiert, also vor dem Streichen vornässen und nach dem Streichen ein Paar Mal anfeuchten, aber es könnte trotzdem schiefgehen?Womöglich hilft da 10% Kaliwasserglas?)





Man kann eine Kalkschlämme anrühren aus 1 Raumteil Sumpfkalk plus 0,5 Raumteile Kalksteinmehl und 2,3 Raumteilen Wasser gemacht werden.

Diese haftet am besten auf frischen Kalkputzen und sollte in maximal 1mm Stärke angebracht werden.

Die Kaseinfarbe ist wie eine Dispersionsfarbe zu verwenden. Mit 1 bis 3 Prozent Distelöl in der Haftung verbessert werden.

Damit kann man auch Holzmöbel Streichen ("milk paint"). Um diese offenporigen Anstriche vor Schmutz zu schützen sollten diese noch mit einem Wachsüberzogen werden.



Kalkfarbe



Habe gerade auf Inhaltsstoffe von "Kreidezeit Sumpfkalkfarbe" geguckt, sie besteht aus Cellulose, Sumpfkalk und Marmormehl. Kann man bei allen Farben als Füllstoff, anstatt Marmormehl, Kalksteinmehl verwenden?

Mittlerweile habe ich es so verstanden, dass je feiner das Korn, desto mehr Bindemittel wird benötigt, somit müsste in der oben genannten Farbe wahrscheinlich Sumpfkalk zu Feinsand 1:1 , 1:1,5 oder wie Sie gesagt haben 1:0,5 sein. Warum machen Heimwerker nicht eine solche Farbe? Die ist doch bestimmt gut deckend und angenehm zu arbeiten, als eine wässrige Farblösung nur aus Sumpfkalk, ohne Steinmehle?





Natürlich kannst du dir auch so eine Kalkfarbe basteln. Die Würde man als "Glutolinleimkalkfarbe" deklarieren. Das ist eine Mischung vom Leim- u. Kalkfarbe, die sich auch technisch ebenso verhält.

Mit der tradierten Technik der Kalkmalerei hat das erstmal nicht mehr viel zu tun.

Da besorgt man sich eine Packung des schon erwähnten Farbenleimes "Glutolin L".

Was den Zusatz von Marmormehlen und -sanden anbelangt so bekommt man das auch raus. Die Dichte der Farbe (1,6kg/Liter) steht ja auf dem Merkblatt.

Und Sumpfkalkteig hat eine Dichte von 1,34 kg/Liter und anwendungsfertig verdünnt, so 1,1 - 1,2 kg/Liter, dass hatten wir auch schon besprochen.

Wenn man jetzt noch die Dichte von eingesumpften Marmorsand bestimmt, was mit Messbecher und Küchenwaage kein großer Aufwand sein sollte hat man es fast raus.

Der Anteil wir aber unter 1 : 0,5 Raumteilen liegen.

Allerdings gehört zur Produktion schon noch etwas Know-how, der gute Marmorsumpfkalk wird in der Fabrik im Dissolver gerührt und die feinen Kalkagglomerate noch weiter zerteilt und mit den übrigen Zutaten innig dispergiert. Ob das zu Hause für übliche Anstricharbeiten darstellbar wäre muss man dann auch überlegen.

Ansonsten kann man ja alles mögliche in die Kalkfarbe kippen Titandioxid, Casein, Harzseifen, Kunststoffdispersionen etc. Wie man bei solchen Produkten im Handel am Preis erkennen kann, steht dem aber auch immer ein zusätzlicher Aufwand gegenüber.



Kalk Oberputz



Hallo Mario

Ich hätte noch eine Frage bezüglich Kalk Oberputz, zwar es ist schwierig hier im Ausland pasenden Sand für Kalkputz zu finden, ich habe jetzt gemahlenen Kalkstein, ziemlich fein also wie Mehl. Wäre es möglich, dieses Material für Kalk Oberputz zu nehmen 1:3, oder muss es unbedingt auch 0,5 mm Körnung dabei sein? Der Putz wird wahrscheinlich nur mit Kalksteinmehl zu weich und es entstehen Schwindrisse?





Aus solchem Kalksteinmehl kannst du eine feine Kalkglätte herstellen. Das Mischungsverhältnis 1:3 kannst du vergessen. Das ist für groben Putzsand.

Je feiner der Sand desto mehr spezifische Oberfläche besitzen die Körner. Diese müssen allesamt vom Bindemittel überzogen sein um einen geschmeidigen Mörtel zu ergeben. Je mehr feine Körner vorhanden sind desto besser werden Hohlräume im Korngerüst ausgefüllt.

Also müssen erst den richtigen Sand und dann das richtige -Mischungsverhältnis mit Kalk finden.

Als Faustwert Sand/Kalkteig 0-8 mm 1:3; 0-1 mm 1:2; kleiner 0,1mm 1:1.

Auch werden traditionell die Putzlagen mit absteigenden Korn auch von mager nach fett aufgebaut um Materialspannungen zu vermeiden.

Für den Anfang empfehle ich die Mischung 1 Liter Steinmehl, 1 Liter Kalkteig, plus etwas Wasser, 25 g Lein- oder Sonnenblumenöl, 20 g Farbenleim.

Die Auftragsstärke sollte 1mm nicht übersteigen (3 fache Kornstärke ideal, mindestens 2 fache, maximal 5 fache Putzdicke).



Kalkoberputz



Ich habe zwei Räume, die wurden leider (Grundputz) mit Zementputz verputz, jetzt versuche ich, mit Kalkputz ein gesundes Wohnklima zu schaffen, ob 1 mm Putzstärke das Raumklima positiv beeinflussen kann bezweifle ich leider, oder doch?





Das richtige Wohnklima wird zuallererst durch Heizen und Lüften bestimmt.

Was die viel diskutierte Regulierung der Luftfeuchtigkeit, durch "atmen der Wände", anbelangt sind die Effekte wohl praktisch eher weniger von Bedeutung.

Im Zweifel haben Natur(bau-)stoffe hier dir günstigeren Eigenschaften. Aber eben auch ein Teppich aus Schurwolle kann die Raumluftfeuchte in gewissen Grenzen regulieren.

Diese Effekte spielen sich aber mehr nur an der Oberfläche ab, so das größere Schichtdicken kaum mehr eine Rolle spielt.

Unbestritten ist die positive Wirkung von kapillar leitfähigen Baustoffen beim auftreten von Feuchtigkeit im Bauteil. Hier sind Kalkputze sicher im Vorteil.

Auch eine höhere Schimmeltoleranz.

Wichtig ist sicherlich das durch Baustoffe in der Oberfläche nicht weitere Schadstoffe eingetragen werden, die flüchtig sind.

Also ich nähere mich immer von der ästhetischen Seite, die ohne Schimmel sicher auch immer besser ist.

Da aber sieht der Kalkspachtel auf Zementputz genauso aus.

Was die Wirksamkeit von Sumpfkalken in dünner Schichtstärke anbelangt, so kann man sich beispielsweise dieser Untersuchungen vergegenwärtigen.

http://www.bsv-bublik.de/home/raumluftqualitaet-durch-sumpfkalkputz

Wobei das vielleicht auch mehr Werbung ist, ein Vergleich mit Zementputzen wird deswegen wohl niemand anstellen.