Luftkalkmörtel braucht wieviel Wasser und wieviel Mörtel braucht die Wand?




Hallo,

Wir müssen am Wochenende mehrere Gartenmäuerchen mauern.
Wir haben 1400 Ziegelsteine im Reichsformat.
2,9 Kubikmeter Wand muss gemauert werden. Wanddicke: 24cm
Oberste Schicht ist immer eine Rollschicht.

Wir möchten nach dem Rezept: 2,5 Schippen Kies und 1 Schippe Kalk - vorgehen, also nach dem Verhältnis 2,5:1, sowie eine Kellenspitze Ziegelmehl.

Meine (sehr dringenden) Fragen an einen Fachmann sind:
1) Wieviel Wasser muss dann zugefügt werden?
2) Wieviel Liter Mörtel brauchen wir für 2,87 Kubikmeter Wand (24er) + Vollziegel im Reichsformat?

Tausend Dank im Voraus!



der



Wasserverbrauch richtet sich auch nach der Sandfeuchte, Rechne über das Volumen der Fugen Deinen Mörtelbedarf, Verdichtung Kalkmörtel als Nassmörtel 0,7

nach Rätzer: für 1 m3 NF-Mauerwerk 24 cm = 0,238 m3 Mörtel,

für 1 m3 fertigmörtel benötigt man: 90 dm3 Wasser (siehe oben), ca 0,5 t Kalkteig, ca 1 m3 Sand (1:2,5)



an Brücke - Hartmut



Änderungen am Text werden trotz 2x Versuch nicht angenommen.

- Kommando zurück - man muß die Seite komplett neu laden - ungünstig gemacht !!!





Vielen Dank für die schnelle Antwort, Olaf!

Vor allem habe ich aus Ihrer Antwort gelernt, dass sich ein Volumen nicht einfach aus der Addition verschiedener Volumenanteile zusammenrechnen lässt.

Ein paar kleine Rückfragen habe ich noch:
1) Ist Kalkteig das Gleiche wie Weißkalkhydrat?
2) Ist Ihre Formel auch für Reichsformatziegel anwendbar oder sind die Abweichungen vernachlässigbar?
3) Die Volumenverdichtung ist in Ihren Angaben der letzten Zeile mit eingerechnet, nicht wahr? Daher mehr Volumen der Ausgangszutaten als dessen, was dann herauskommt (der fertige Mörtel)?
4) 90L Wasserzugabe sind eine Faustregel, von der es je nach Sandfeuchte Abweichungen geben kann, richtig?



sorry



wenn ich so trocken das Regelwerk zitiert habe - dort gibt es kein Reichsformat mehr (ist aber eigentlich vernachlässigbar - Vergleiche hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Mauerziegel#Reichsformat) Wie gesagt, die Maße der Fuge sind maßgebend - wenn Ihr dann zu dünn oder zu Dick auftragt, haut es auch nicht hin. Teig ist schon feucht, Weißkalkhydrat ist trockene Sackware - dort 340 kg Pulver für 1m3 (Weißkalk sumpfe ich gern ein paar Tage vorher ein - dann ist es natürlich weniger und schwerer)

in der Lehre gelernt: 1 m3 Trockenmörtel : 4 Teile = 3 Teil Sand mit 1,8 t/m3 (feucht( und 1 Teil Bindemittel mit 1.0 t/m3 Kalkpulper (1,2 für Zement). Nach Wasserzugabe hast Du nur noch 70% Volumen = 700 Liter. Die Wasserzugabe erfolgt eigentlich immer nach Augenmaß, daß sind theoretischen Angaben, die nur in Mischanlagen wirklich angewendet werden. Ist auch abhängig, wie trocken die Steine sind - poröse trockene Steine sollten surchaus vorm dem Vermauern kurz getaucht werden - aber das sollte der Maurer wissen. Wenn Ihr selber mauern wollt und noch keine Erfahrung habt - dann habe ich Bedenken bei Sichtmauerwerk !! Obere Rollschicht etwas Gefälle geben !



Materialbedarf



Pro m³ Mauerwerk 430 Steine und 260 Liter Mörtel.
Pro m² 100 Steine und 70 Liter Mörtel.
Angaben aus dem Wienerberger Baukalender.
Das mit dem Mörtel sollten Sie nicht so eng sehen. Der Wasserbedarf richtet sich nach Temperatur, Zuschlagfeuchte, Steinfeuchte. Die Konsistenz des Mörtels wird nach Gefühl eingestellt.
Zum Mischen:
Zuerst etwas Wasser in den Mischer,
dann Zuschlag und Bindemittel abwechselnd bis auf eine Schippe Zuschlag,
mischen, Konsistenz mit der letzten Schippe und etwas Wasser einstellen.
Zur Rezeptur:
Mauermörtel im Freien sollte, genau wie die Steine, frostsicher sein. Ich hoffe Ihre Reichsformatsteine sind es.
Wenn Sie es sind dann mit frostsicherem Kalkzementmörtel mauern. Mischungsverhältnis zwei Raumteile (oder Schaufeln) Kalkhydrat aus dem Sack, 1 Teil Zement, 8 Teile Sand 0-4 (kein Kies!). Nehmen Sie keinen Zement der Gruppe 1 (CEM I) und keinen wo hinter der Zahl (42,5 oder 32,5) ein R steht.





Danke auch für die letzten 2 Antworten.
Verstehe das alles.

Nur mit dem Zement war mir noch nicht klar, ich habe jetzt leider für die "Angstkelle" Weisszement CEM I Dyckerhoff 42,5 R-dw bestellt. Mir wurde (Rezept stammt vom Ziegelkontor, siehe auf dortiger Website) nur gesagt, guter Zement und möglichst weißer.

Könntet Ihr mir kurz erklären, warum nicht dieser, sondern anderer genommen werden muss?

Schönen Gruß!



Mörtel



Diese Zementart wird vorzugsweise in der Vorfertigung wie z.B. für Terrazzo und für Fertigteile eingesetzt. Weißzement ist Bestandteil von Putzen, so bleiben sie möglichst hell.
CEM I bedeutet Zementgruppe 1, das sind reine Portlandzemente.
Bei Weißzement werden zur Herstellung bestimmte Rohstoffe eingesetzt die keine dunklen Eisenmineralpigmente enthalten.
42,5 ist die Festigkeit des Zementsteins in N/mm², ein sehr festwerdender und hochwertiger Zement.
R (Rapid) bedeutet frühhochfest, das Zeug wird schnell sehr hart.
Zum Mauern denkbar ungeeignet, es sei denn Sie wollen schneeweiße Fugen und sind sehr fix beim Mauern.
Die anderen Zementgruppen enthalten neben Portlandzement mehr oder weniger viel latenthydraulische Zumahlstoffe wie Kalkstein, Trass, Puzzolane, Hochofenschlacke, Filterstäube, Asche, Ölschieferabbrände... Sie erhärten langsamer, spannungsärmer, mit weniger Wärmeentwicklung.





Taudend Dank, Herr Böttcher,
Ich hatte Ihnen auch schon blind vertraut und gleich die Bestellung geändert. Jetzt kommt ein Trasszement.
Es ging uns schon um das schnellere Aushärten, weil Bodenarbeiten (mit Rüttler) sich bald anschließen, aber nach allem, was Sie schreiben, ist das ja doch ungeeignet. Raten Sie dazu, gleichzeitig noch etwas Ziegelmehl, als weiteren hydraulischen Zusatzstoff zuzufügen (eine Kellenspitze), oder reicht dann der Trass-Zement?



Mörtel



Der Zement reicht.
Die Rezeptur die ich angegeben habe ist seit vielen Jahrzehnten bewährt, sie stammt aus der DIN 1053- 1. Je nach Mahlfeinheit kann man mit etwas Ziegelmehl die Geschmeidigkeit des Mörtels ändern, das kann erforderlich werden wenn der Mörtelsand zu wenig Feinkorn enthält.