Luftfeuchte im Keller gestiegen

09.07.2010 willi



Hallo,
ich habe mal wieder ein Problem.
Ich hate im Keller unseres Reihenhauses der einen Wasserschaden hatte, den gedämmten Teil des Estriches komplett rausgehauen - das waren Treppenhaus und ein Gästezimmer, 26 m2, aus gesundheitlichen Gründen war dieser Zustand ein Jahr so, der Keller ist trocken - nun habe ich einen neuen Fußbodenaufbau eingebaut, allerdings bruscht ich eine gesammthöhe von 13 cm um an die anderen Räume eben anzustoßen.
Aus Ökogrunden habe ich mich für einen Bodenaufbau aus Holz entschieden:
Rohbetonplatte wurde mit Wasserglas eingestrichen (trockenen)
Darauf eine Katja Sprint Folie
Darauf 8 cm Holzweichfaserplatten
Darauf 2 cm OSB Platte
Darauf 0,4 cm Holzweichfaser Trittschalldämmung
Darauf 1,1 cm Parkett lakiert

Nun beobachte ich seit einigen Tagen eine erhöhte Luftfeuchtigkeit 60-70 %, vorher waren es um die 45 %
Kann das am Holzaufbau liegen?





Hallo,

am Holzaufbau kann das nicht liegen, vorausgesetzt natürlich das Holz war trocken.
Es kann an dem derzeitigen warmen Wetter liegen.
Wie und wann Lüften Sie Ihren Keller?

Grüße aus Schönebeck



Normalerweise



lüften wir 2 mal am Tag, morgens und abends, stoßlüften.
Meine Frau hatte aber wohl die letzten Tage die Fenster in dem Gästezimmer auf Kippe, außerdem standen wärend des Fußbodeneinbaus auch ständig die Fenster offen.
Dazu kommt das wir eine Kellerraum, schon immer, als Waschküche benutzen, also auch Wäsche trocknen, habe extra letzte Woche im Kellerfenster (Lichtschacht) eine elektrischen Lüfter eingebaut hat am Anfang etwas gebracht, hat sich jetzt aber bei 70% Temp. 22° C. eingependelt.
Auf dem Boden sind die Zuleitungenen für die Heizkörper verlegt, sie lagen 1 Jahr offen da habe nichts gesehen das es am Betonboden einmal Nass war. Habe nur gehört wenn die Feuchtigkeit einmal drinn sitzt dauert es lange bis sie wieder draußen ist, abe permanent so hoch, ist mir ein Rätsel.





Hallo,

Also bei uns war es gestern abend um 21:00 Uhr noch 28°, das ist zum lüften des Keller deutlich zu warm.
Lieber nachts und morgens lüften.

Schauen Sie noch mal hier.

http://fachwerkhaus.historisches-fachwerk.com/fachwerk/index.cfm/ly/1/0/forum/a/showForum/146653$.cfm

Grüße aus Schönebeck



Und wenn Sie schon hohe Luftfeuchte messen,



wäre es durchaus mal interessant, wie diese sich an der kühlen Bodenkonstruktion äußert. Kondensat bis zum Abwinken, vor allem in den dafür bestens geeigneten Weichholzfaserplatten mit hoher innerer Abtaufläche?

Hoffentlich noch nicht!

Wünscht
Konrad Fischer
Trockenbauer



nur



keine Panik, im Wohnzimmer (altes Fachwerkhaus mit Bruchsteinwänden) sind zur Zeit beii 22-23°C etwa 80% Luftfeuchte (jedes Jahr) und im Winter 30%. Der hohe Wert trotz Lüftung in den Stunden nach Mitternacht und Luftentfeuchtungspatrone (hat mehr moralischen Effekt).
Messe doch mal auch die anderen Räume.



@O Olaf:



Bitte zur Selbstaufklärung hier im Forum mal lesen: Feuchtigkeit in der Unterkonstruktion vom Fußboden



danke



dank meiner Ausbildung bin ich auch schon ein wenig aufgeklärt ....
Die Frage war, ob die erhöhte Luftfeuchtigkeit im Keller (zur Zeit) am Holzaufbau liegen kann - und ich würde sagen, Nein ! diesen Wert wird man zur Zeit überall in kühleren Räumen anutreffen.

Etwas anderes ist, ob diese Luftfeuchte als Kondensat sich irgendwo niederschlagen kann. Darauf hatten sie richtig hingewiesen, allerdings für Willi fachlich nicht so einfach zu verstehen mit Begriffen wie "hoher innerer Abtaufläche", wobei sich mir diese Wortgruppe auch nicht so richtig erschliest. Kann aber an regionalen sprachlichen Besonderheiten oder meiner Unkenntnis liegen. Bin ja kein Bauphysiker, sondern Handwerker.



Abtauen



kann Luftfeuchte nur, wenn sie an eine eine den Taupunkt unterschreitende Fläche auftrifft. In luftigen Leichtbaustoffen ist der für diese innere Kondensation erforderliche Flächenanteil im Unterschied zu aecht massiven Baustoffen sehr viel höher.

Hoffe, daß das nun besser zu verstehen ist ;-)

Wenn die verwendeten Baustoffe recht feucht eingebaut wurden, kann ihre Abtrocknung selbstverständlich auch die Raumluftfeuchte nach oben pushen. Wobei schwüle Sommerluft in kühlen Kellern den justament gleichen Effekt auslöst.

Und wenn der "trockenen Wasserglas" dann dennoch eine in Wasser gelöste Wasserglaslösung war, und damit die Betonplatte ordentlich sattgetränkt wurde, kann ich mir schon vorstellen, was beim Austrocknen der zunächst nur oberflächig abgetrockneten Bodenplatte in den danach eingebrachten Bodenaufbau passiert.

Es grüßt
Konrad Fischer





Danke für die Antworten, nun was soll ich sagen, Kondenswasser am Boden? oder nicht? soll ich jetzt den Boden aufreisen und nachschauen? habe heute mal eine Randleiste weggemacht und ein Digitales Tempraturmessgerät reingesteckt 18°C, Raumtemperatur 24°C, Luftfeuchte ca. 55% - allerdings habe ich seit 4 Tagen einen Einhell Luftenfeuchter in Betrieb - wie wardas nochmal mit dem Taupunkt? Anmerken möchte ich noch folgendes, auf die Idee eines solchen Aufbaues hat mich ein Holzhändler, bei dem ich den Parkett gekauft habe gebracht, er hat beim Bau seiner Halle bzw. beim Ausstellundsraum auf den nackten Betonboden eine Plastikfolie! reingelegt darauf zweilagen a 2cm Holzweichfaserplatten, darauf OSB Platte, darauf den Holzboden, soweit so Gut. Nächster Punkt: Ich habe mit steico ( dem Holzweichfaserplattenhersteller) telefoniert, Ich habe 2 Fehler gemacht 1. hätte ich die Platten auf eine Ausgleichschicht mit Sand legen sollen - hätte der Sand etwas von der "Kältebrücke" Bitumenbahn Plate genommen? - der Betonböden war aber eben so habe ich keine veranlassung dazu gesehen, 2. ich hätte nach dem Verlegen der OSB Platte zwischen Wand und OSB Platte ein Band Kleben müssen damit keine Feuchtigkeit in die Unterkostruktion gelangen kann. Die einzige möglichkeit dei ich nachträglich noch habe ist die randleisten mit Silikonfugen abzudichten, da ich den Klickparkett zusätzlich noch verleimt habe und er lakiert ist denke ich mal das nur noch sehr wenig Dampf eindringen kann.
Desweitern möchte ich noch anmerken, die Katja Srint Folie ist meiner meinung nach nach auch eine sehr gut Kälte abschirmende Folie sie ist in der Mitte mit einer Glasfaser und Alufolie eingelassen. Als ich die Folie so im April verlegt hatte iat allen im Haus aufgefallen das plötzlich keine Kälte mehr von Unten hoch kam, es war um einiges wärmer, eine normale PVC Folie wäre sicher kälter, von daher bete ich zum lieben Gott das der taupunkt weiter in die Richtung verschoben wird wo nichts passiert.
Gut möglich das die Weichfaserplatten in der zeit des Einbaus auch einiges an Luftfeuchigkeit aufgenommen haben, da sich die Aktion über ein paar Wochen hinzog.
Insbesondr Ärgert es mich das ich Herrn Fischer nicht auch zu diesem Thema angefragt habe, die telefonische Beratung bezgl. meiner Dachdämmung hat mir einiges klar gemacht und ohne hier Schleichwebung machen zu wollen, das Geld dafür war gut Investiert, auch wenn er in seinen Ansichten manchmal radikal ist, das wird vielleicht auch auf den Fußbodenaufbau zutreffen :-), werden ich unser nächstes Haus, das wenn ich Gesund bleibe, in ein paar Jahren kommen wird, mit seiner Fachkentniss planen, ohne Plastik, Mineralwolle und Styropor.



Anmerkung



das ist es wieder - das 2. Haus für den Freund und erst das dritte für sich selber ... kein Motto, sondern eine Bauweisheit.
Nur für die, die über meinen Spruch mal gelästert haben.





Jetzt muss ich doch noch mal nachfragen, auch wenn ich große Stücke auf Fischer halte.

Wenn man im Dachbereich zur Dämmung Holzweichfaserplatten verwendetwerden diese durch Temperutschwankungen ja auch kälter als im Wohnbereich, wo ist da der Taupunkt und was passiert da?

Wenn nun meine Kellerdämmung durch OSB Platte, verleimtem Parkett und abgedichteten Randfugen halbwegs dicht für äußeren Wasserdampf gemacht habe muss das doch funktionieren.

Das WDVS an unserer Hauswand ist auch noch nicht abgesoffen, hat zwar einige der bekannten Probleme aber auch nur deshalb weil die Kreisbau Ulm den falschen (Mineralputz anstatt Slikon-Kunstharz) aufgebracht hat.

Herr Fischer polarisiert sehr stark, was soll ich denn nun machen, den Boden wieder rausreißen???





>>“Das WDVS an unserer Hauswand ist auch noch nicht abgesoffen, hat zwar einige der bekannten Probleme aber auch nur deshalb weil die Kreisbau Ulm den falschen (Mineralputz anstatt Slikon-Kunstharz) aufgebracht hat.”

Schon möglich, das das WDVS nicht abgesoffen ist genau weil ein mineralischer Putz drauf ist und kein Kunstharz.

Grüße aus Schönebeck



Lieber Herr Struve,



Sie begeistern mich! Die neueste Masche der Naßbaukunstfassade heißt ja "Hydrophilie" - nässesaugende mineralische Fassadenbeschichtungen zur Vermeidung der typischen Feuchteprobleme der wasserabweisenden Systeme. Und Sie kennen das schon!

Es wird ewig brauchen, bis die Bauchemiefanatiker das gelernt haben, was die Kalkfassade schon seit ewig auszeichnet ...

Plus drei Tage!



Zum ( vorläufigen ) Abschluß



möchte ich noch etwas beisteuern.
HAbe am Freitag mit einem technischen Berater der Firma Steico, den ich eine Mail geschikt hatte, (Rückruf) telefoniert. Ja ich weiß schon was kommt, aber er machte einen sehr kompetenten Eindruck.

Grundsätzlich stimmt es wenn man sagt, Holzweichfaserplatten als Dämmung im Keller sind kritisch anzusehen. Insbesonder hier ist es Entscheident in welchen Zustand, Baujahr etc. der Keller überhaupt ist, wenn, so wie bei uns der keller schon Bauseits als Wohnkeller konzipiert ist bsw. Wasserdichter Beton etc. verwendet kommt die Bodenplatte nie in den Temperaturbereich das sich Kondenswasser bilden kann, auch im Winter. Das kann bei Gebäuden aus den 70ern rückwärts schon der Fall sein.

Die (anfänglich) hohe Luftfeuchtigkeit ist nach Einbau von Holzweichfaserplatten anscheinend bekannt. Der Luftenfeuchter den ich zur Zeit betreibe sei OK, nach einigen Monaten sollte sich dann die Luftfeuchte bei 50-60% einpendeln ( ohne Entfeuchter), das ist zwar höher als vorher liegt aber am Material und ist im Rahmen.
Ebenfalls wichtig ist das richtige Lüften, der Tip von Herrn Fischer: " draußen wärmer wie drinnen, Fenster zu, draußen kälter wie drinnen Fenster auf" war Goldrichtig!

Zum anderen kann ich nun auf ein paar Wochen mit dem neuen Fußbodenaufbau zurückblicken, im Vergleich zum alten Boden, der Aufbau war: Betonplatte, PVC Folie, 5 cm Styropor, 6 cm Betonestrich, 0,5 cm Kork gelebt ist der neue Boden vom empfinden her absolut warm und angenehem man kann jederzeit Barfuß rumlaufen, was beim alten, auch im Sommer, nie möglich war.

Würde ich das nochmals so machen? ja, allerdings würde ich zur Sicherheit auf die Bitumenfolie 1 cm Styrodur legen bevor die Holzweichfaserplatten drauf kommen.

Ich werde das Ganze jetzt mal über den Winter beobachten





Hallo Willi,

>>>“wenn, so wie bei uns der keller schon Bauseits als Wohnkeller konzipiert ist bsw. Wasserdichter Beton etc. verwendet kommt die Bodenplatte nie in den Temperaturbereich das sich Kondenswasser bilden kann, auch im Winter“<<<

Auch wenn Ihnen das der PRODUKT Berater von Steico so gesagt hat ist es trotzdem falsch.
Kondensatausfall hat mit dem Baustoff nichts, aber auch überhaupt nichts zu tun.

Grüße aus Schönebeck



Sehr sinnvoll



zum Verständnis des Kondensatproblems ist die Grafik, die man bei der Bildsuche nach hx-Diagramm bzw. Mollier-Diagramm erhält. Scheint für Naßkellerbesitzer ein echter Geheimtipp zu sein.



Jetzt



werde ich aber langsam kirre.

An was, ausser lüften, und das machen wir - jetzt fachgerecht - liegt's den sonst noch?

Warum ist dann bsw. bei älteren Häusern die neue Fenster bekommen plötzlich der Schimmel da? liegt das etwa nicht am Baustoff?





Hallo Willi,

im Prinzip ist es genau das gleiche, nur ganz anders.
Bei den Fenstern verschiebt sich der Taupunkt von der alten Einfachverglasung (Glas schimmelt nicht) zur jetzt kälteren Laibung.
Im Keller sind immer die massiven Wandoberflächen kondensatanfällig, daran ändert auch eine derartige Innendämmung nichts, die wird das Problem (Kondensat) eher verschlimmern.


Grüße aus Schönebeck





Danke Herr Struve,
testweise habe ich mal Reste der Holzweichfaserplatte auf den kalten Betonboden der Garage gelegt 1x ohne, 1x mit Bitumenfolie, mal schauen.
Über die Schimmelproblematik habe ich auch mit einem Baustoffvekäufer (Baywa) gesprochen er meinte, das es schon erstaunlich ist was Leute alles in ihren Keller einbauen ohne das etwas passiert.

Ich warte jetzt einfach mal ab, wenn sich Kondensat bildet wird man das früher oder später am muffigen Geruch erkennen. Die Luftfeuchte behalte ich ebenfalls im Auge.



Wenn in der Garage



auf dem Beton ein Teppich läge, erschiene der "gefühlt warm". Obwohl er genau so kalt wäre, wie der Betonboden.

Wenn testen: Feuchtemeßgerät, IR-Thermometer. Die fühlen nicht falsch. Jedoch: "Wer mißt, mißt Mist." Alte Bauregel.





Wollte nur noch mal mitteilen was sich ergeben hat.
Habe einen Luftentfeuchter gekauft der läuftpraktisch immer Nachts und zwar in der angrenzenden Waschküche wo meine Frau auch immer die Wäsche zum trocknen aufhängt.

Die Luffeuchtigkeit hat sich bei 53-63% bei 20-22°C gelegentlich läuft der Entfeuchter auch einige Tage nicht, eingependelt, damit kann man leben meine ich.



Holzweichfaser im Keller



ist nix, ich werde vermutlich den ganzen Krempel rausreißen.
Muffiger Geruch und Unwohlsein im Zimmer das kann es nicht mehr sein. Leider haben trozdem mehrer Experten gemeint das es gehen muss, egal.

Also 1500 Euronen in den Sand gesetzt.

Frage: ca.11 cm Fußbodenaufbau im Keller sollen wie ausehen?

Ich will nur kein Styroform, Styrodur o.ä. bis auf die Katj Sprint Bitumenfolie soll absolut kein organisches Material verwendet werden.

Gruß

Willi



Ganz klar:



Splitt. Sand. Stein. Mörtel. Reihenfolge nach Bedarf.

Konrad Fischer
Mineralogist