Lüftungslöcher für HBD in Fassade

21.10.2014



Moin moin, es gibt einige Stadtvillen (Hochpaterre)um die Jahrhundertwende rum, bei denen auch die Deckenbalkenlage des Erdgeschosses durch ein vergittertes Loch in der Fassade belüftet wurde. Nicht nur, wie i.d.R. bodennahe FB.

Wie sinnvoll ist es diese zu schließen im Bezug auf Feuchte- und Wärmeschutz bei intakter Belüftung?!

Danke für Eure Antworten.

B.W.





In der Regel wird man die Dinger schließen. Es gibt verschiedene Ausführungen:

- Nur Gitter => Permanentbelüftung. Früher gerne genommen bei nichtunterkellerten Bereichen. Nachteil: Tauwasserausfall im Sommer führt zum allmählichen Weggammeln der Balken, im Winter trocknet das dann ab, führt aber zum Festfrieren der Füße am Boden.

- durch Schieber oder Drehknopf regulierbares Gitter => Sommer Zu / Winter auf: Die Balken halten etwas länger, die Füße frieren trotzdem fest. Winter zu / Sommer auf: Balkenverrottung wie "Nur Gitter" aber die Füße bleiben warm. Nach mehrmaligem Anstrich werden die Dinger aber ohnehin zur Permanentbelüftung.

So richtige Vorteile vom Beibehalten liegen da nicht auf der Hand. Auch sind die Raumtemperaturen heute höher (und vor allem Konstanter) als zur Jahrhundertwende.

Es gibt aber eine Ausnahme: Manche Häuser verfügen über zweischalige Außenwände. Diese sind nicht immer sofort zu erkennen, da früher oft die Innenschale Dünner ausgeführt wurde als die Außenschale. Hierbei dient das Gitter der Luftzufuhr zum Abtransport von in der Luftschicht ausgefallenem Kondensat. Die Luftschicht entlüftet in den Dachraum oder manchmal in Tonrohre auf dem Dachboden. Solche Öffnungen sollte man tunlichst offen halten.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer