Lüftungsanlage in Altbau 1910

27.04.2019



Hallo Fachwerker,

wir wohnen in einem Backsteinaltbau und müssen nun im Dachgeschoß die Geschoßdecke neu aufbauen.
Da somit der Boden entfernt wird und genug Platz in der Decke wäre, könnten wir so also recht einfach eine Lüftungsanlage zusätzlich vorbereiten und das Stockwerk darunter direkt mit versorgen.

Wie sinnvoll ist so etwas im Altbau durchzuführen? Außendämmung wird in den nächsten Jahren kommen.
Gibt es Besonderheiten wegen Brandschutz und Schallschutz zu beachten? Ich würde jeden Raum separat zu einer zentralen Stelle im Dachboden führen. Welches Rohrsystem empfehlt ihr?

Gruß,
Altbausanierer



Wozu eine



Lüftungsanlage in einem Altbau, fürs Lüften gibt es doch Fenster? Schade um das alte Haus - so es denn einen entsprechenden Charme hat und als solches erlebbar und bewohnbar ist. Ich finde es immer wieder schrecklich, wie "Sanierer" aus alten, funktionierenden Häusern irgendwelche UFO's machen, vollgestopft mit Technik und Problemen. Denn es wird doch nie ein Neubau sein, nie ganz barrierefrei werden, mit Tiefgarage und modernem Schnitt, begrünter Fassade und Dachterrasse. Ein altes Haus sollte auch ein altes Haus bleiben dürfen. Gescheite Fenster, gescheites Dach - fertig. Der glückliche Bewohner kommt von ganz alleine.



Danke



Danke für Ihre Antwort und Meinung.

Genauso wie es fürs Heizen im Altbau doch Holzöfen gibt, 2-adrig ausgeführte Elektrik die über 50 Jahre zuverlässig und ohne Unfälle funktioniert hat usw. Hier ist immer die Frage was modernisiert man, was lässt man, welchen Komfort baut man sich noch ein.

Sie können ja auch mal den EnEv Leuten den Hinweis geben das alte Häuser undicht ausgelegt sind und nicht in dickem Styropor verkleidet werden sollten, da sich dadurch die komplette Bauphysik ändert.

Es ging eher um die Frage ob jemand damit Erfahrung gemacht hat, da es ohne großen Aufwand für zwei Stockwerke vorbereitet werden könnte.

Gruß,
Altbausanierer



Modernisierungsfrage



Ich würde die Bauphysik eines Altbaus nach Möglichkeit so belassen, wie sie damals erschaffen wurde, denn ich will ja nicht nur in einem Altbau leben, weil er schöner aussieht, sondern auch wegen seinem typischen und in meinen Augen angenehmeren Klima.

Das bedeutet, auf Dämmung und dampfsperrende Schichten so weit es irgend geht zu verzichten. Das heisst nicht, dass man auf jeglichen Komfort verzichten soll. Nur sollten wärmedämmende Maßnahmen gut durchdacht und moderat eingesetzt werden, um das Raumklima weitgehend zu bewahren. Damit ist die Frage nach dem Rattenschwanz an Belüftung, Wärmerückgewinnung und Steuerung auch obsolet.

Eine alte Elektrik ist etwas anderes, denn auch wenn sie 50 Jahre funktioniert hat, ist sie stark risikobehaftet. Mit einer Elektrik nach neusten Sicherheitsstandards ändere ich zudem nichts an der Bauphysik.

Viele Grüße
Tilman



Bauhysik



da stimme ich zu das man die Bauphysik möglichst wenig anfassen sollte... Die alten Häuser waren gar nicht so schlecht und mich würde nicht wundern wenn die die ganzen Neubau-Hocheffizienzhäuser überleben (und damit im Endeffekt doch keine so schlechte Energiebilanz aufweisen... für einen mehrfacher Hausbau kann man sicherlich viele Jahre Ineffizienz heizen...)

Leider gibt es aber nun mal die EnEV und wenn wir die Nordfassade machen bedeutet das Haus dämmen oder Bußgeld riskieren... ob das ganze Wirtschaftlich ist oder langfristig wirklich Energie spart interessiert die EnEV Leute ja nicht... Hauptsache auf dem Papier ist es effizient und vor allem schafft man Arbeitsplätze über Jahrzente... ich will nicht wissen wie diese Chemie-Styropordämmungen nach 30 Jahren aussehen und die Umwelt belastet haben...

Mit der Lüftungsanlage bin ich gerade einfach zufällig drauf gestoßen, wenn die Decke eh offen ist macht es kaum mehr Arbeit da Schläuche reinzulegen. Insbesondere für Küche und Bad sicherlich eine Komfortsteigerung!?

Gruß,
Altbausanierer



Die EneV



lässt aber auch Ausnahmen zu, niemand kann ernsthaft sagen, die EneV zwingt einem zum Dämmen, obwohl es sich nicht rechnen würde. Sowohl § 24 EneV bietet die Möglichkeit, sich vom Dämmzwang befreien zu lassen, nämlich wenn Ihr Gebäude für das Stadtbild bedeutsam ist. Dazu muss es kein Denkmal sein. Letztlich bietet § 25 EneV die Möglichkeit, sich von einem Sachverständigen die fehlende Wirtschaftlichkeit berechnen zu lassen. Denn das Gesetz darf den Eigentümer nicht zwingen, eine unwirtschaftliche Maßnahme durchzuführen, die demzufolge wohl auch sinnlos ist. Und wenn ich mir vergegenwärtige, dass eine gute Dämmung auch ein dichtes Fenster erfordert, das wiederum eine dichtes Dach, dichte Türen und eine Lüftungsanlage braucht, dann bin ich doch ganz schnell dabei, dass sich das Ganze womöglich nicht rechnet. Das ist sicherlich auch ein Grund, weswegen es immer heisst sanieren sei teurer als neu bauen. Klar, wenn am Ende nur noch die Wände bleiben wie sie sind. Also ich würde das gründlich durchdenken und schauen, dass ich nicht die Büchse der Pandora aufmache. Mit einer Dämmung fängt es an, am Ende kommen immer weitere Zusatzmaßnahmen hinzu, wo man sicherlich schnell sagt dafür hätte man neu bauen können.



Die EneV



lässt aber auch Ausnahmen zu, niemand kann ernsthaft sagen, die EneV zwingt einem zum Dämmen, obwohl es sich nicht rechnen würde. Sowohl § 24 EneV bietet die Möglichkeit, sich vom Dämmzwang befreien zu lassen, nämlich wenn Ihr Gebäude für das Stadtbild bedeutsam ist. Dazu muss es kein Denkmal sein. Letztlich bietet § 25 EneV die Möglichkeit, sich von einem Sachverständigen die fehlende Wirtschaftlichkeit berechnen zu lassen. Denn das Gesetz darf den Eigentümer nicht zwingen, eine unwirtschaftliche Maßnahme durchzuführen, die demzufolge wohl auch sinnlos ist. Und wenn ich mir vergegenwärtige, dass eine gute Dämmung auch ein dichtes Fenster erfordert, das wiederum eine dichtes Dach, dichte Türen und eine Lüftungsanlage braucht, dann bin ich doch ganz schnell dabei, dass sich das Ganze womöglich nicht rechnet. Das ist sicherlich auch ein Grund, weswegen es immer heisst sanieren sei teurer als neu bauen. Klar, wenn am Ende nur noch die Wände bleiben wie sie sind. Also ich würde das gründlich durchdenken und schauen, dass ich nicht die Büchse der Pandora aufmache. Mit einer Dämmung fängt es an, am Ende kommen immer weitere Zusatzmaßnahmen hinzu, wo man sicherlich schnell sagt dafür hätte man neu bauen können.