Wärmepumpe? Wohnraumlüftung?

24.05.2005



Wir haben ein ca. 1820 erbautes kleines ehemaliges Bauernhaus ("Einhaus") im Westerwald erworben. Die Sanierung liegt in der Hand eines Architekten - und ich mache auf diesen Seiten hier ein wenig zusätzliche Spionage.

Wir werden dieses Haus nicht ständig bewohnen. Ein Energieberater empfiehlt uns als Heizung eine Luft-Wasser-Wärmepumpe. Außerdem empfiehlt er - unabhängig vom Heizsystem - eine Wohnraumlüftung. Das Haus wird entsprechend dem KfW-CO-2-Gebäudesanierungsprogramm gedämmt. Auch deshalb sei - neben anderen Vorteilen - eine mechanische Wohnraumlüftung eigentlich unverzichtbar.
Was ist von dieser Auskunft zu halten? Das Häuschen hat eine Wohnfläche von 90 qm, die Deckenhöhen betragen 1,90 bis 2,10 m, das wird auch nach der Sanierung so bleiben. Meine Frage ist: Wird mit diesem Aufwand für eine Heizung in einer so kleinen Bude nicht mit Kanonen auf Spatzen geschossen?





Lieber Herr Seifert, danke für die Antwort.

wie ist der ist-zustand des hauses?
Sanierungskosten ca. 120.000,- Euro.

welche zusätzlichen dämmmassnahmen sollen geschehen?
Entsprechend "Niedrigenergiehaus im Bestand."

wie sieht die aktuelle Heizungsanlage aus?
Keine Heizung, drei Kohleöfen.

wo befindet sie sich gegebenensfalls?
Sie wird künftig in einer Remise untergebracht.

gibt es einen schornstein?
Ja, aber der wird für den künftigen Kaminofen gebraucht.
Für eine konventionelle Heizung würde ein zusätzlicher Schornstein (Stahlrohr) in der Remise notwendig.

gibt es alternativen zur stromheizung (z.b. gasanschluss)?
Gasanschluß gibt es dort nicht und wird es nie geben.

gibt es lagermöglichkeiten z.b. für pellets?
Schlecht.

wie gross soll ihr kfw-kredit werden?
22.000,- , CO-2-Kredit.

wieviel co2 wird mit dem augenblicklichen vorschlag eingespart?
Mindestens 40 kg/qm.

wieviel tage im jahr nutzen sie das haus?
80 Tage.

welche jahreszeit?
Gleichmäßig über alle Jahreszeiten verteilt

wieviel personen?
Drei.

Lieber Herr Seifert, ich glaube, ich kann mein Problem so zusammenfassen: Welche Erfahrungen gibt es mit Fachwerkhäusern, die entsprechend den Vorgaben für "Niedrigenergiehaus im Bestand" gedämmt worden sind und keine mechanische Raumlüftung besitzen?

Mit beinahe schon Mitternachtsgrüßen
Thomas Daum



mir tut



das haus leid.
ein Fachwerkhaus in ein niedrigenergiehaus umwandeln, oh ha.
mal ganz abgesehen von der kosten-nutzen-seite bei nur gelegentlicher nutzung.
ihnen ist schon klar, das Holz das konstruktive element ihres hauses ist, altes holz? das brauchts trocken und ansonsten luft und liebe, damits so bleibt.
ich bin sicher kein purer dämm-gegner, aber man kanns wirklich übertreiben. und dann lassen sie sich einen Grundofen setzen (holz müsste es ja genug haben im westerwald) und drücken einem lieben nachbarn (oder einer firma) paar euros in die hand, damit er hin und wieder lüftet und das ding anschmeißt, bevor sie kommen.
ihre 40kg/qm schaffen sie auch so locker (schon wegen Austausch der kohleöfen)



Lohnt nicht...



Hallo Thomas....

Auch ich habe diese Überlegungen alle angestellt und mit Angeboten untermauern lassen. Fakt ist, das Ding verbraucht Strom. Strom ist teuer... auch wenn die WP ihn vervierfacht. Die KOsten für WP, Lüftung und den ganzen Kram (evtl. noch Solar) kriegen Sie im Leben icht wieder rein. Sämtliche Amortisationsrechnungen sind meiner Ansicht nach "schöngerechnet". Was ist, wenn was kaputt geht?

Ich hab mich nach allem hin und her für Holzpelltes entschieden. Das ist teuer genug. Ca. 11.000 € mit Warmwasser.
Hätten wir einen Gasanschluss gehabt, wäre es Gas geworden. Aber WP haben wir wieder zu den Akten gelegt.

Hoffe, das hilft ein bisschen bei der Entscheidung.

Liebe Grüße Kathrin