Lohnt sich eine Lüftungsanlage im sanierten Altbau

26.08.2010



Hallo,

wir sanieren gerade unseren Altbau.

Bezüglich der Wärmedämmung wird folgendes gemacht.

- Fassade aus 30 cm Bimsstein wird von außen mit 16 cm Zellulose + 3,5 Pavatex gedämmt (davor kommt dann eine Holzfassade)
- Das Dach wird mit 20-25 cm Zellulose gedämmt (Zwischensparren + Kehlbalkenlage)
- Neue Fenster 3-fach verglast (Ug = 0,7, Uf = ?)
- Kellerdecke 6 cm Calziumsilikat

Zum Abschluss der Dämmarbeiten wird ein Blower-Door-Test durchgeführt.

Es wird in den meisten Räumen eine Wandheizung mit Lehmputz installiert. Der Lehmputz sollte ja auch bezüglich des Raumklimas seit Gutes tun.

Wir stellen uns jetzt die Frage, ob eine Lüftungsanlage wie vom Energieberater empfohlen tatsächlich Sinn macht. Zumal wir dazu einige Dinge baulich anders planen müssten.

Kann uns dort jemand bei unserer Entscheidung helfen?



Lohnt sich eine Lüftungsanlage im sanierten Altbau



Unsere (3 Monate) Erfahrung aus einem 60er Jahre Reihenhaus
(beide berufstätig, können nicht alle paar Stunden Lüften ...):
Es ist ein enormer Komfortgewinn! Ein Lüfter ist vor
kurzem mal ausgefallen, es war ein merklicher Rückschritt.

Mit Stromverbrauch und Kosten der Filter auf die
Investionskosten oben drauf wird es sich für uns sicherlich
wegen der Energieeinsparung nicht lohnen, aber im
Gegensatz z.B. zu solarem Warmwasser was auf dem Papier
ähnlich liegen sollte, ist es einfach
ein enormer Gewinn an Wohnwert, im Winter sicherlich noch
mehr. In der Mietwohnung hatten wir Ärger mit Schimmel und
meine Frau reagiert da empfindlich drauf, so daß die
KWL zur Risikominimierung auch von daher einfach Pflicht für uns war.

Bei uns laufen die Rohre (sternförmige Verteilung) senkrecht
am Kamin oder an Ecken entlang, wo es nicht vom Drempel
oder Spitzboden direkt geht. D.h. keine Deckenabhängungen.



Lohnen und Kosten



Hallo

Komfortgewinn ist auch ein dickfloriger Teppich - legen Sie deshalb alles mit dem aus?

Ich würde weder diesen Teppich, noch eine Zwangslüftung nehmen; allerdings würde ich auch auf den geschilderten Dämmaufbau setzen, der Ihnen ausser Kosten nicht viel bringen wird.

Diese Zahlenspiele sind doch nur "Schall und Rauch" und vermitteln eine Sicherheit, die aber real nicht gegeben ist.

Diese Geld sollten Sie lieber in die Beauftragung meiner Person stecken - dann bekommen Sie besseres, günstigeres und nachhaltigeres.

Das Wichtigste ist eine gute Planung - mit Hirn, Hand und Fuß.

Entscheiden müssen Sie immer alleine - aber manchmal trügt der Schein der Heiligen!

Gutes Gelingen und gesundes Wohnen
wünsche ich Ihnen

FK



Lohnt sich eine Lüftungsanlage im sanierten Altbau



Hallo Herr Kurz,

man muß sicherlich nicht alles machen was geht (wir
haben uns z.B. bewußt gegen Solarthermie entschieden)
und wollen auch erstmal sehen, was WIR jetzt vor einer eventuellen Fassadendämmung an Verbrauch haben werden.

Aber ohne das Objekt zu kennen pauschal zu behaupten,
daß das alles nur Kosten bringt ist genauso blauäugig.

Und ein dickfloriger Teppich ist für uns kein
Komfortgewinn, da wir Parkett vorziehen.



Da sehen Sie es



Hallo

"Und ein dickfloriger Teppich ist für uns kein
Komfortgewinn, da wir Parkett vorziehen."

Komfortgewinn ist kein Argument sondern eine Meinung eine Ansichtssache - Ich habe auch lieber Parkett als Teppich - obwohl ein Teppich höheren Komfort für die Füsse bietet.
Ich mache auch lieber ein Fenster auf, als mich auf die Keimfilter einer Anlage zu verlassen.
Machen sie doch nach einem oder 2 Jahren mal eine Rev.Klappe auf und machen ein Abstrich vom Blech und schicken das zu einer Untersuchung ein!

Schimmelpilze haben auch ein anderes "Komfort-Empfinden" als wir Menschen!

FK





Hallo Florentine,

welche Art von Lüftungsanlage hat der Energieberater den empfohlen?

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Vielen Dank..



... für die bisherigen Antworten.

Über die Sinnhaftigkeit unserer Dämmmaßnahmen würde ich hier nicht diskutieren. Das wäre ein anderes Thema und wir haben uns nach sorgfältigen Abwägen (auch mit "Ziegelphysiker"-Gedanken) dazu entschieden.

Der Energieberater "empfiehlt" eine zentrale Lüftungsanlage it Wärmerückgewinnung. Wobei es eher eine Amortisationsrechnung gemäß der EnEv ist. Und genau damit sind wir uns unsicher. Zum Einen kann man das Thema sicherlich nicht ausschließlich wirtschaftlich betrachten, zum anderen sind halt auch aufwendigere Baumaßnahmen / Umplanungsmaßnahmen nötig.



Meiner



Meinung nach ist sowas bei einem luftdichten und dampfdichten Haus notwendig.

Aber sowas habt Ihr nicht. Ganz im Gegenteil!!

Grüße aus Koblenz



Nur noch eines:



mein momentanes Lieblingszitat:

Die Ursachen, die bei einem Bau zu Mängeln und zu Schäden [ … ] führen können, sind sehr vielseitig.
Sie lassen sich in 3 Hauptgruppen einordnen.
- Planungsfehler
- Gütemängel der verwendeten Baustoffe, fehlerhafte Verarbeitung
- mechanische, chemische oder biologische Einflüsse auf konstruktiv und stofflich einwandfreie Bauteile

Es ist ein weit verbreiteter Irrtum zu glauben, dass Planungsfehler ausschließlich in den Verantwortungsbereich des Architekten gehören. Es können auch schuldig oder mitschuldig sein:
- der Bauherr
- die Sonderfachleute (Ingenieure für Statik, Sanitär, Elektrik, Lüftung, Akustik, …
- der ausführende Unternehmer
(Baubehörde, unausgereifte Verordnungen und Gesetze)

Ohne genaue Kenntnis der Baustoffe, ihrer Eigenschaften und Eigenheiten kann kein Bau technisch und wirtschaftlich einwandfrei errichtet werden. Mangelhafte Kenntnis kann zu Verlusten an Geld, Baustoffen und Arbeitsaufwand führen. Zu geringe Anforderungen an die Baustoffe, ihre falsche Anwendung ohne Berücksichtigung der Konstruktion und der äußeren Einflüsse sind Ursache von vorzeitigem Verschleiß, Mängeln und Schäden; übertriebene Anforderungen führen zu Vergeudung von Material und Arbeit.

Der Bauherr begeht große Fehler, wenn er
- der Planung und der Bauausführung zu wenig Zeit lässt
- mit der Planung keine geeigneten Fachkräfte beauftragt (Firmenvertreter sind keine geeigneten Fachkräfte)
- am falschen Platz sparen will
- ohne genügende Planung zu Bauen beginnt
- während des Bauens ändern lässt oder sich in das Baugeschehen unzweckmässig einmischt

Zitat aus: Max Hartmann: Taschenbuch - Hochbauschäden und -fehler - Stuttgart, 1964 -
ehemals: Frankh'sche Verlagsbuchhandlung, W. Keller & Co. - Franckh-Kosmos Verlag

Gebe ich nur zu Bedenken.

Gutes Gelingen

FK



Der Energieberater empfielht...



...das Vollprogramm, warum nicht, bringt ja richtig Kohle!
Ob es den Bewohnern etwas bringt ist mehr als zweifelhaft.
Wie hoch sind die Kosten der ganzen Maßnahme?
Die ungekärte Frage, der Lüftungsanlage zeigt leider die ganze Unsicherheit von heutigen Kunden.



Kosten KWL



Bei uns fallen etwa 70 Watt an Strom an, das sind dann
etwa 120 Euro und nochmal perspektivisch 70 Euro/Jahr
für Filter, d.h. finanziell rechnet sich das sicherlich nicht.
Für Fördermittel kann es energetisch natürlich der
entscheidende Baustein sein. Warum hinter dem F7 Filter
bei geringer Feuchtigkeit (sprunghaft ansteigende
Temperatur der Zuluft hinter dem Wärmetauscher) massiv
Schimmelpilze wachsen sollen, erschließt sich mir nicht und
wir haben im Vorfeld auch keine dokumentierten Problemfälle
im Netz gefunden.
Die Rohrverkleidungen hab ich selber gemacht, keine
Idee, was man da sonst nochmal drauflegen muß. Für
uns war es einfach die Vorbedingung für die anderen
Maßnahmen. Und wenn das Wetter paßt und wir daheim sind, machen wir auch die Fenster und Balkontüren auf, warum auch nicht.



Warum...



... ist eine Luftdichtigkeit bei uns auf keinem Fall gegeben?

Die Fassade wird komplett außenrum Luftdicht gedämmt, das Dach wir luftdicht gedämmt... Wieso soll das bei einem Altbau nicht ähnlich möglich sein, wie bei einem Neubau?





das Thema gab es vor kurzem schonmal, ich sehe Lüftungsanlagen als letzte Möglichkeit, damit Zuklebfetischisten auch weiterhin Atmen können.
Zuerst wird mit allen mitteln versucht kein Lüftchen mehr ins Haus zu lassen, dann merkt man das sich daß langsam zum problem entwickelt und dann wird notgedrungen nach einer kostenintensiven Notlösung gesucht, die dann automatisch das selbe macht, was ein gesunder Menschenverstand auch von selber regeln kann.

Auf dem Papier wollen alle möglichst viel Energie einsparen, dies geschieht mit Wahnsiniger Dämmung, Luftdichtigkeit und nachträglicher Lüftungsanlagen, wo soll denn da Energie eingespart werden? Das genaue gegenteil passiert bei solchen "Planungen"


http://www.bauen.com/haustechnik/lueftung/BDH_Das_perfekte_Paar/index.php



@ Florentine



es gibt einen großen Unterschiede zwischen lufdicht oder windicht und dampfdicht. Winddichtigkeit ist nich nur aus ernergetischen Gründen wichtig.

Bei einer Dampfdichten Konstruktion ist gerade heute im Neubaubereich eine Lüftung notwendig.

Grüße



Puhh,



die Unterschiede sind mir nicht wirklich geläufig.

Kann mir die jemand nennen?

Bspw. das Dach:
nach außen: Unterspannbahn
nach innen: Feuchtevariable Dampfbremse

oder

die Außenwand:
nach außen: Weichholzfaserplatten
nach innen: Putz

Was ist da nun winddicht, dampfdicht oder luftdicht?



Lassen Sie sich doch nich meschugge machen.



Hallo

dampf, luft, sonst was dicht....

Zitat:
Winddichtigkeit ist nich nur aus ernergetischen Gründen wichtig.

Aber nur wenn man warme Luft fabriziert mit Konvektionsheizungen!
Der Strahlung ist es egal ob nun Luft reinkommt oder überhaupt da ist.

Is doch lachhaft!

Vor lauter Grenzwerte und Formeln und Vorschriften und super Ideen vergessen die Bauherren den Blick aufs Wesentliche.

Vor ein paar Jahrzehnten gab es das schon mit den Fenstern die superhyperdicht erfunden wurden - dann gingen die Öfen aus und man erfand wieder Schieberchen und Löcher in den Fensterramenteilen um wieder Luft reinzubekommen.

Das ist wie wenn ein Bauer seine Milch an die Industrie verscherbelt und dann günstig Milchpulver kaufen kann um die mit Wasser verdünnt seinem Rindviehnachwuchs verabreichen kann ....

Hallo!

Aufwachen!

Merken Sie nicht als Bauherr, dass man Sie ver………?

mfG

FK



Erfahrungsbericht



Habe vor 9 Jahren neu gebaut. Dichtigkeitstest mit Blower-door, Wandheizung + Kachelofen. Lüftungsanlage wurde uns als dringend notwendig empfohlen wegen vermeintlicher Feuchtigkeitsschäden in dem dichten Haus. Fakt ist: wenn der Ofen im Winter in Betrieb ist, sinkt die Luftfeuchtigkeit im Raum unter 40%! Es ist so trocken, dass wir nachfeuchten müssen. Die Lüftungsanlage nehmen wir nur in Betrieb, wenn viele Personen zu Besuch sind und wir im Winter nicht die Fenster öffnen möchten. 95% des Jahres ist die Anlage ausgeschaltet. Wir hätten darauf gut verzichten können.





Fraglich ist bei der Wohnraumlüftung auch der Wirkungsgrad der immer angegeben wird, 90% Wirkungsgrad schafft ein Rotationswärmetauscher mit Mühe und Not, wie das die Kreuzstromwärmetauscher (Plattenwäremtauscher) die in den meisten super Wohnraumlüftern verbaut sind schaffen sollen ist mir ein Rätsel, diese haben einen Wirkungsgrad von 50-65%...kann mir das mal einer der Herren Energieberater erklären?

Noch was zum lesen,

http://werner-tegethoff.blog.de/2010/02/21/dramatischer-wertverfall-altimmobilien-energiespar-daemm-hysterie-8048402/

die Folgebeiträge sind auch sehr aufschlussreich



und noch ein link



Ich lese ja gerne die Handwerker, da wird da auch heftig drüber diskutiert (nach KWL suchen)

http://www.haustechnikdialog.de

dann zu Forum

http://www.haustechnikdialog.de/Forum/46/Haustechnikforum

stt



Vielen Dank...



@Doesche, ich kannte diese außerordentlich aufschlussreiche Seite noch nicht.
Unter: www.werner-Tegethoff.blog.de schreibt ein Finanzcoaching und Finanzberater, der allein an Zahlen dieses verdammte Dämmsystem und andere Energiesparmaßnahmen an den Pranger bringt.
Da kann man mal sehen, wieviel Menschen es gibt, die den Menschen wirklich reinen Wein einschenken.
Es kostet nichts und spart den Menschen Zehntausende Euros.
Man muss nur lesen und verstehen, den nächsten Urlaub buchen und dann überlegen, wie das Geld in echte Wertsteigerungen investiert werden kann.



Achja...



...ein echte Wertsteigerung kann sein, wenn man keine Billigfliese nimmt, sondern echten Naturstein.
Bei vielen Menschen, die das Vollprogramm (Energiesparmaßnahmen) abspulen bleibt für die wirklich schönen Dinge kaum noch Geld.
Solange der Energieberater nicht haften muss für seine Energiespareinschätzungen wird sich an dem Greuel auch nichts ändern.
Aber der Planer haftet 30 Jahre, für dass was er plant!





Hallo,

nachdem hier die meisten Beiträge ja völlig am Thema Lüftung ja oder nein vorbeigehen, einige grundsätzliche Anmerkungen:

1. Man unterscheidet Wohnungslüftung mit und ohne WRG
2. Eine Amortisationsrechnung nach BAFA-Art gibt nicht den meisten Sinn (Amortisationszeiträume). Besser ist es, die Kosten einer zusätzlich eingesparten Kilowattstunde Endenergie - sg.Grenzkosten - miteinander zu vergleichen.
Selbstverständlich, nachdem vorher die Ziele (z.B. EneV - 40% oder ähnlich) gesetzt wurden. Excel hilft dabei gewaltig, der Energieberater selten.
3. Als Ergebnis wird man feststellen dass Lüftung mit WRG so ziemlich die teuerste Maßnahme ist und in aller Regel ausscheidet.
4. Lüftung ohne WRG ist möglich, setzt aber entsprechende energiesparende Lüftermotoren voraus, die bedarfsgesteuert geführt werden.
5. Als Kosten können Sie 30 - 45 €/m2 Wohnfläche ansetzen, was aber stark von den Grundrißgegebenheiten beeinflut wird.

Im Übrigen haben wir seit Juli 2009 eine neue DIN 1946 Teil 6(Entwurf), die bedarfsgeführte Wohnraumlüftung verlangt.
Mein Eindruck nach Einbau : nie wieder ohne.
Das ist keine Komfortfrage sondern eine Hygienefrage. Und wenn sich das erst einmal bei Mietern herumgesprochen hat, das man Frischluft verlangen darf, wird es zur Rechtsfrage.

Alles klar ?

Grüße vom Niederrhein



Wenn man sich das mal ....



...ausrechnet.
Für meinen persönlichen Komfort wäre es mir zu teuer.
Und so was auf die Miete umzulegen, ob das wohl funktioniert? Wenn nicht, lohnt sich Vermietung im Privatbereich wohl nicht mehr. (Ich rede natürlich vom Bestand) Aber Gott sei Dank ist es ja noch nicht in ein Gesetz gegossen.

Ein schönes Wochenende
Jörg



Wenn



ich das recht verstehe, geht die DIN 1946, Teil 6 davon aus, dass die Menschen in diesem Lande zu blöde sind, ein Fenster auf- und zuzumachen?
Naja, wenn ich mir viele Dinge in diesem Lande angucke, kann´s schon stimmen ;-)).
MfG
dasMaurer



Wenn sich bei...



...den Mietern erstmal herumspricht, dass eine zusätzliche
Wärmedämmung, Fenster wechseln oder andere Energiesparmaßnahmen sich nicht rechnen und sie zu unrecht eine höhere Miete bezahlen müssen, dann wird dies eher zur Rechtsfrage.
Fragwürdige DIN-Normen haben wir schon genügend, es heißt ja auch "Deutsche-Industrie-Norm".
Bei Frischluftbedarf mache ichs Fenster auf, bei vorhandener Strahlungsheizung eh kein Problem!



Lüften



> Wenn ich das recht verstehe, geht die DIN 1946, Teil 6
> davon aus, dass die Menschen in diesem Lande zu blöde
> sind, ein Fenster auf- und zuzumachen?

Vielleicht geht sie ja auch davon aus, dass viele einfach
zeitlich nicht in der Lage sind, alle 2h für 5 min zu
lüften weil man arbeiten muß oder schläft oder einfach
nicht der Sklave einer Wohnung sein will, die nicht
vollständig durchdacht und geplant wurde.



Wobei ...



... diesem Personenkreis es vielleicht auch ausreicht, während der Anwesenheit vernünftig zu Lüften.
Wenn ich nicht zu Hause bin, verbrauche ich keinen Sauerstoff und gebe keinen Wasserdampf ab ;-)
In absolut luftdichten Gebäuden mit geringer Heizlast mag eine KWL mit WRG notwendig und vernünftig sein, im Bestand, na ja, vielleicht etwas überreguliert und realitätsfremd.

Grüße
Jörg



Au weia!



Sie schreiben:
Vielleicht geht sie ja auch davon aus, dass viele einfach zeitlich nicht in der Lage sind, alle 2h für 5 min zu lüften weil man arbeiten muß oder schläft oder einfach nicht der Sklave einer Wohnung sein will, die nicht vollständig durchdacht und geplant wurde.

Moderne Sklaverei - ist nicht die Bewohnbarkeit von einer Wohnung mit Fenstern sondern der Schmarrn, der in immer kränker werdenden Köpfen von Reglementierungsfetischisten entsteht und von nicht minder gesunden Vollstreckern für gut befunden und propagiert wird.

Bald kommt wieder der Blockwart in die Strasse, der die Fenster auf und zu oder die Lüftung an oder aus Macherei überprüft und diejenigen anzeigt, die sich dagegen stellen oder es einfach nur vergessen.
Wahrscheinlich wird dann das energieökologische Standrecht geschaffen, dass diesen Aufpassern erlaubt, gleich die Verfehler hinzurichten.

Früher gab es Wände, Decken und Dächer, Türen und Fenster und Kamine und Menschen, die wohnen durften.

Jetzt gibt es Wadelbeisser die schon schreien, wenn man kein Energiesparleuchtmittel einkauft, nur weil man kein Sondermüll in der Wohnung haben will. (haben Sie sich mal die Handlungsanweisungen angesehen, die laut Gesundheitsamt angewendet werden sollen, wenn eine Energiesparlampe auf den Boden gefallen ist??)

Aber alles in Allem geht es darauf hinaus: Wer damit Kohle macht, der propagiert es - die anderen MÜSSEN damit leben!

… und es ist noch nicht Fasching / Karneval.

FK





@Jens,

genau. Man hat erkannt, dass Mieter zwar stoßlüften sollen, das aber aus naheliegenden Gründen (Urlaub, Krankheit, Schlaf, sonstwie bedingte Abwesenheit) nicht können, sich also in einem Fall subjektiver Unmöglichkeit befinden.
Weiter hat man daraus geschlossen, dass sie auch nicht für Schimmelpilzbefall verantwortlich gemacht werden können, denn eine moderne Wohnung hat eben diese bedarfsgesteuerte Lüftung zu haben. Fehlt die, hat der Planer was vergessen, was einen Haftpflichtfall auslösen wird. Also Kollegen: nie wieder ohne bedarfsgesteuerte Lüftung. Die ist ruhig, wenn niemand da ist und legt los, wenns feucht wird.
Apropos "Noch kein Gesetz", ab Entwurf der DIN-Norm kann hierauf zurückgegriffen werden, oder genauer, ab jetzt ist sie anerkannte Regel der Technik. Fehlende Lüftungsmöglichkeiten gehen ab sofort zu Lasten des Hauseigentümers bzw. seines Planers.

Grüße vom heute recht feuchten Niederrhein mit kräftiger Westlüftung



"Eine moderne Wohnung...



...hat eben eine bedarfsgesteuerte Lüftung zu haben".
Basta!
Da sieht man die ganze Arroganz dieses Planers!
Da bestimmt wieder jemand was anerkannte Regeln der Technik sind.
Aus dem Buch "Richtig Bauen" von Prof. Meier, Seite 307,
"Naturgesetzliche Zusammenhänge und logische Schlußfolgerungen sind die Basis technischen Handelns. Wird diese Plattform verlassen, geht vieles in der Technik daneben, Fehler und Schäden sind programmiert. Diesem Fehlverhalten nun auch noch ein rechtmäßigen Anstrich zu geben, werden fragwürdige Aktivitäten oft in Gesetzen, Verordnungen und Vorschriften festgeschrieben. Sie bekommen damit einen offiziellen Charakter- und suggerieren damit Richtigkeit. Mit irreführenden Vorschriften aber betritt man strafwürdiges Terrain."
"Wegen der vielen Fehler in den DIN-Normen durch übertriebene Kooperation mit der Wirtschaft und großen lobbyistischen Einfluß der Industrie müssen DIN-Vorschriften mit großer Zurückhaltung und Vorsicht angewendet werden."





Herr Beckmann ich habe die Befürchtung das Sie auch noch jubeln werden wenn die Realitätsfremden in Berlin bzw. irgend ein Lobbyist es zum Gesetz machen bzw als Stand der Technik deklarieren das man seinen Po nur noch mit 5 lagigem Klopapier wischen darf....

....sämtliche Hauseigentümer werden inzischen durch ENVE, DIN usw entmündigt, dass ich weder eine luftdichtes Haus noch eine damit verbunde Zwangslüftung haben möchte interessiert niemanden, ein Brennwertkessel lass ich mir ja noch gefallen, aber bei den geforderten Regenrativen Energien bei Neubauten gehts dann schon los, ich will das alles doch gar nicht, ist das die Freiheit welche man in Deutschland hat? Na dann guten Nacht Deutschland.

@Florentine: Ich würde weder den Dämmwahnsinn im ersten Beitragausführen lassen, noch den Blow-Door-Test machen, noch eine Lüftung einbauen...soviel dazu.


Edit: Uhhiii da kann jemand nicht mit Kritik umgehen...scheinheilig solche Leute, Argumente scheinen sie ja nicht mehr zu haben....tzzz



Tja,



da hat man dem Bundesdeutschen Bürger mal wieder ein wenig selbstständiges und eigenverantwortliches Handeln abgenommen ;-)). Find ich doch nett.
Mal sehen, wann aufrechter Gang und selbstständige Atmung untersagt werden. Dann sind wir alle mit ´nem direkt aus dem Innenministerium ferngesteuerten Rollstuhl mit Beatmungsgerät unterwegs.
Was freu ich mich auf die Zukunft.
MfG
dasMaurer



Jeder hat es selbst in der Hand...



...Dämmbaustil oder Baumeisterkunst!
Heute im neuen Okötest!
Rohstoffe: "Die Angst vor dem Ende"
"Der Rohstoffboom nimmt immer beängstigendere Ausmaße an.
Dabei ist längst klar: So wie bisher kann es mit der Ausbeutung des Planeten nicht weitergehen. Mit technischen Fortschritt allein ist das Problem nicht zu lösen. Die Menschen müssen lernen, mit Verzicht zu leben."
Vielleicht sollte man einfach auf die Lüftungsanlage verzichten, dann auf die Styropordämmung, auf die 3-Fachverglasung und und...
Es geht einfacher, günstiger und nachhaltiger!
Irgendwann werdens auch manche Planer einsehen!



Nochmals Danke...



... für die vielen Antworten.

Ich persönlich bin der Meinung, dass Dämmung durchaus seine Berechtigung hat. Auch wenn ich nicht wirklich an die Zahlen glaube, die bei den Berechnungen gemäß EnEV herauskommen, so hat die Praxis schon gezeigt, dass in vielen Altbauten alleine durch Dämmmaßnahmen der Verbrauch an Gas oder auch Heizöl beträchtlich gesunken ist.

Aber es ist schön, verschiedene Meinungen dazu zu lesen. Wenigstens trägt es dazu bei, ein wenig in die andere Richtung zu gucken und nicht nur Schwarz oder Weiss, sondern auch mal ein wenig Grau sehen zu können.

Nach diesem Thread und unserem derzeitigen Standpunkt werden wir weiter bei den Dämmmaßnahmen bleiben. Auch, weil wir eine neue Fassade haben möchten (das Haus hat keine schöne oder erhaltenswert alte) und in diesem Zuge die Dämmung mit Zellulose weder fürchterlich umweltverschmutzend noch so teuer ist. Auf die Lüftungsanlage werden wir aber wohl verzichten. Wir haben auch vorher schon oft und viel gelüftet und uns sind die Kosten einfach für den Komfortgewinn zu hoch. Auch mit unserer Wandheizung, den Lehmputz werden wir den Wohnkomfort beträchtlich steigern. Wenn wir das Geld für die Lüftungsanlage stattdessen in Fliesen, Bodenbelägen, netten Detaillösungen usw. stecken, wird sich die Wohnqualität auch und vielleicht sogar in einem größeren Umfang verstärken.

Wenn noch weitere Meinungen oder so hier geschrieben werden, freuen wir uns darüber. Wir sind aber auch über die bisherigen Antworten schon sehr dankbar.



Viel Erfolg bei der Sanierung



Wenn Ihr mit dem Lüften auch so klar kommt, ist es auch
gut. Mit der Wandheizung und Dämmung, die potentielle
Kaltstellen unter dem Taupunkt verhindern und Lehmputz
in ganzen Haus (wir haben in drei Räumen auch einen
Lehmstrukturputz, primär weils gefällt), der Feuchtigkeitsspitzen
abfängt, sollten sich potentielle Schimmelprobleme auch
erledigen.



Mit WH und Dämmung...



...braucht Ihr sicher keine aufwendige Lüftung, wenn Ihr Küchen und Bäder effektiv, also bedarfsgesteuert, ablüften könnt.

Im sanierten Altbau ohne Dämmung/ WH sieht das alles etwas anders aus, und der Bauherr ist gut beraten, sich statt von der auch hier auftretenden Baupolemik vom gesunden Menschenverstand leiten zu lassen. Eine Wärmerückgewinnung wird sich selten "rechnen", aber eine bedarfsgesteuerte Lüftung würde ich in jedem Fall empfehlen. Vor rund 15 Jahren habe ich mein MFH saniert, und durch Streit in der damaligen Eigentümergemeinschaft und kleines Budget wurde lediglich Abluftventilatoren in den Bädern und Anschlußmöglichkeiten für Küchenabsaughauben geschaffen. Das war zu wenig, und ein Nachrüsten im Bestand macht mir schon einige Zeit Kopfschmerzen. Hier arbeiten alle tagsüber, lüften nach Kräften, und dennoch gibt es problematische Ecken mit Kondensatausfall.

Den pauschalen Verriß des Lüftungsthemas durch einige hier halte ich somit für nicht angemessen.

Grüße

Thomas



Erfahrungen:



Wir betreiben selber eine Lüftungsanlage mit Rückgewinnung in einem sanierten Altbau seit 5 Jahren. Die Anlage (damals Kosten 1900 Eur) läuft auf niedrigster Stufe, das sind bei uns gemessene 20 Watt, die Rohrführung wurde stark vereinfacht (ohne Weitwurfdüsen, die Auslässe direkt über Tür). Im Sommer ist sie häufig aus. Das Ergebnis ist immer das Gefühl sich in frisch gelüfteten Räumen zu bewegen, keine muffige Luft wie sonst immer besonders im Winter. Die Anlage hört man nicht. Seitdem auch keine Schimmelecken mehr (übrigens auch nicht in den Filtern oder der Anlage - so ein Quatsch...).

Ich halte das vor allem für einen Komfortgewinn und würde es jederzeit wieder machen. Aber jeder nach seinem Geschmack. Vor allem sollte man es mal erlebt haben, das scheint mir nicht bei jedem hier der Fall zu sein...

@florentine: Du wirst auch ohne Anlage Luft bekommen, es ist noch keiner in einem luftdichten Haus erstickt :-), wirst halt nur ein bisschen mehr lüften müssen, aber das müssen die andern auch.

Grüße aus dem Odenwald...



KWL...



...mit Wärmerückgewinnung, Leitungen, etc. für €1900,-.
Sowas habe ich bis jetzt noch nicht gehört, wenns das gibt, dann sieht die Kosten/Nutzen Gegenüberstellung natürlich anders aus.
Hier würden mich schon ein paar Details zur Anlage/Leitungsführung und Betrieb unter welchen Rahmenbedingungen interessieren!

Viele Grüße
Jörg