Giebelhinterlüftung mit einer oder zwei Latten (Hinterlüftung)

11.10.2007



Hallo liebes Forum,
wir haben Meinungsverschiedenheiten mit dem Zimmermann der unseren Giebel verkleidet hat. Dieser hat nur eine Latte auf die DWD Platte angebracht und daran dann die Eichenbretter.
Leider ist uns das erst im Nachhinein gesagt worden, dass man das so eigentlich nicht macht. Der Zimmermann ist jedoch auch Fachwerkerfahren und wirbt da sogar mit. Er macht alle Bauten so. Wir sind nun etwas verunsichert, ob wir uns nun sorgen müssen, dass die schweren Eichenbohlen uns nach ein paar Jahren auf den Kopf fallen und was noch schlimmer wäre, die Feuchtigkeit, die durch die Bretter dringt, irgendwann innen ankommt. Also der Aufbau noch mal: von Innen nach Außen Holzständerwerk, DWD Platte, Lattung , Eichenbohlen mit Luftschlitz (der kommt jetzt automatisch) und das ganze ist gedämmt mit Celluloseflocken.
Was meint ihr?



Hinterlüftung



mit einer Latte funktioniert nur bei einer Boden-Deckel (Kriecher-Decker) Verbretterung.


Gruß aus Dortmund
Harald Vidrik



hallo



ob eine Hinterlüftung mit einer Latte reicht hängt von der Verschalung ab. Bei einer senkrechten Verschalung (auch Kriecher/Decker) benötigt man (meinem Wissen) eine Konterlatte und eine Traglatte, um eine ausreichende Lüftung gewährleisten zu können.



Ist es eine Horizontal-Verkleidung?



Wie groß sind die Luftschlitze?
Wie dick ist die Lattung?
Schöne Grüße.
Jürgen Maier



Noch ne dumme Frage:



Wie sind denn die - wahrscheinlich horizontal verlegten - Traglatten angebracht ?
Man kann mit versetzter Latte durchaus eine ausreichende Hinterlüftung sicherstellen und vermeidet den nachteil des zu großen Hebels bei Trag- und Konterlattung.

Grüße vom Niederrhein



Stets Konterlattung!



Es sollte außen, wie auch innen stets eine Konterlattung errichtet bzw. angebracht werden.
Im Außenbereich hat es etwas mit der Ablüftung der Diffusion zu tun.
D.h., es muß ein gewisser Ströhmungsquerschnitt (Abstand von Dämmplattenoberseite zu Verschalungsunterseite; mind. 30 mm) sich ausbilden. Dies erreicht man mittels zweier Latten (25 mm) als Kreuzlattung erstellt. Die untere Lattung muß stets senkrecht verlaufen, damit die sogenannte Ströhmungebene entsteht.
Unterseitig wird dann ein Insektenschutzgitter angebracht und oberseitig ebenfalls. Dort wird es dann durch den darüberlaufenden Verschalungsbelag (schräg hinterschnitten!) überdeckt.
Dies bedeutet also, daß an den oberen Dachanbindungsbereichen eine Luftaustrittsmöglichkeit ausgebildet wird (Bretter dürfen somit nicht bis an die Dachkonstruktionen herangeführt werden, um die ungehinderte Ablüftung zu ermöglichen; max. 2-3 cm!).
Werden aber nur Querlatten angebracht, so entstehen nur partielle Felder, die eine wesentlich schlechtere Diffusionssituation ergeben.

Grüße Udo



Aufbau der Giebelverschalung



Hallo an alle die geantwortet haben.
Die Lattung besteht aus einer 4 cm Querlattung. ich füge ein Bild mal mit an.
Wir hatten einen Termin mit einem öffentlich bestellten Gutachter, der hat gesagt, dass das geht und so in Ordnung ist. Nach den Regeln des (DHZ oder so). Alle auch Ihr, sagen es muss gekontert werden oder zu sein. Könnt Ihr mir sagen wo das steht? oder auf was ich mich da beziehen kann? Ich habe die Sorge, dass mir die Eichenbohlen dann (natürlich nach Ablauf der Garantie ) auf den Kopf fallen- bzw. die Feuchtikeit nach innen wandert.
Da ist guter Rat angesagt.
Grüße
Jutta



und noch ein photo



so sieht das aus, wenn mal so ein Giebelbrett weg ist. man sieht "schön" wo das Wasser gestanden hat, weil es ja von der Eiche gefärbt ist.
Jutta



Diese



Art der Verbretterung nur mit Konterlattung!

Gruß aus Dortmund

Harald Vidrik



Wüßte nicht warum es hier anders sein soll?



Vielleicht hilft eine DIN zum konstruktiven Holzschutz.
http://www.tischler.de/Normensuche/din68800-2.htm
Auch wenn die Eiche-Verkleidung länger der Witterung standhält, wird sich hinter der Schalung ein feuchtes Milieu entwickeln.
Dieser öffentlich bestellte, der offensichtlich den gesunden Menschenverstand verloren hat, sollte mal einen genauen Hinweis auf eine entsprechende Norm o.ä. nennen.
Ist doch das Mindeste...
Schöne Grüße. Jürgen Maier