Innen Dämmung eines Fachwerkhauses

11.04.2012



Wir renovieren ein Fachwerkhaus und müssen eine Innen-Dämmung vornehmen. Gleichzeitig installieren wir eine Wandheizung. Bei der Berechnung von geprüften Modellen von Pavatex, Gutex und anderen Holzfaseranbietern stossen wir immer auf sehr hohe Tauwassermengen zwischen Mauer und Dämmung und auf geringe Dämmwerte. Nun fragen wir uns ob eine kontrollierte Lüftung mit Wärmetauscher diese Menge an Tauwasserbildung verringern kann.
Fragen:
1. Wie viel niedriger wird die Tauwasser-Bildung mit einer kontrollierten Lüftung mit Wärmetauscher?

2. Macht eine Lüftung überhaupt Sinn, wenn wir die Wände mit Lehm Verputzen (5cm Schicht)?

3. Ist der Nutzen einer Lüftungsanlage so gross, dass sich eine solche Investition lohnen würde?

4. Man sagt das die schwache Punkte einer Innendämmung bei den Übergängen und Ecken einer Mauer sind; ist es sinnvoll oder sogar ratsam an diesen Punkten mit mehr Wärmeleistung (durch Wandheizung) entgegen zu wirken?

Besten Dank für Eure Erfahrungen und Meinungen.



Berechnung nach Glaser ??



Hallo Leonardo,
Wandkonstruktionen bedürfen laut DIN 4108-3 eines Feuchteschutznachweises zur Begrenzung des Tauwasserausfalls innerhalb der Konstruktion.
Für den rechnerichen Nachweis bedient man sich des „Glaserverfahrens“.
Das ist aber ein vereinfachtes Verfahren, das nur Wärmeleitung und Dampfdiffusion unter stationären Randbedingungen berücksichtigt.
Wärme- und Feuchtespeicherung werden ebenso vernachlässigt, wie der Flüssig-und Kapillartransport.

Das Glaserverfahren ist für die Berechnung kapillaraktiver Innendämmungen ungeeignet!!
Geeignet sind nummerische Simulationsverfahren, die von der DIN 4108-3 ausdrücklich zugelassen werden.

viele Grüße



Innendämmung FWH



Hallo,

so isses. Platt gesprochen, ist das Glaser-Verfahren auf Basis des 2.Strahlensatzes programmiert und kann insofern von jedem mit Dreieck und Lineal nachvollzogen werden, ein rein geometrischer Ansatza also, der mit der Stofflichkeit nichts zu tun hat.
Nun ist aber Diffusion ein ganz langsamer Vorgang, Kapillartransport ein ganz schneller, wie Sie selber mit einem Schwämmchen beobachten können. Beides arbeitet zugunsten einer trockenen Wand gegeneinander. Aber konkret zu Ihren Fragen:
1. Den Wärmetauscher können Sie weglassen, weil der noch immer zu teuer ist. Günstiger geht die kontrollierte Lüftung ohne WT, z.B. von aereco. Die Tauwasser-Bildung können Sie vergessen.
2. Ja, sie ist mittlerweile nach DIN 4106 T.10 seit juli 2009 auch Stand der Technik (Entwurf), alles andere ist ein Verstoß für Planer.
3. Ja, es gibt entsprechene Wirtschaftlichkeitsberechnungen;
siehe auch www.aereco.de
Sie müssen bei bis zu 150 m² Wohnfläche mit Kosten von brutto 3.500 bis 4.200 € rechnen. Darüberhinaus brauchen Sie in aller regel einen 2. Motor, ca. 650,00 €.
4. Nein, die Heizflächen sollten mölichst gleichmäßig verteilt sein, bevorzugt Außenwände, manchmal geht das aber nicht.

Nehme übrigens gerade meine 4. Lüftungsanlage in Betrieb, bisher zur Zufriedenheit der Bewohner, die sich allerdings an immer frische Luft erst gewöhnen müssen.



Hallo Leonardo,



bei einer Fachwerkkonstruktion steht das möglich anfallende Tauwasser in keine Verhältniss zur möglich anfallernden Wassermenge durch eine Schlagregenbelastung.
Die Wassermenge durch Schlagregen kann um den Faktor 100 höher sein als die Wasserbildung durch den Taupunkt.

zu1) Nein wieso?

zu2) wirtschaftlicht nicht, wenn man in der Lage ist ordentlich zu lüften

zu3) siehe 2

zu4) Wandheizung erzeugt Strahlungswärme und hebt auch in den kritischen Zonen die Oberflächentemperatur an. Ich knn das nur empfehlen.

Grüße