Schimmel an der Wand

01.11.2006



Hallo,
wir haben ein neu aufgetretenes Schimmelproblem in einer Ecke unseres Fachwerkhauses. Die Wand wurde vor ca. 7 Jahren nur abgewaschen (alte Farbe runter) und mit irgendeinem (mineralischem?) Putz verputzt und dann mit Silikatfarbe gestrichen. Vor einem Jahr haben wir neue Fenster bekommen, die nach neuem Standard gut abdichten. Nun haben wir vor kurzem den Schimmel in einem Eck entdeckt. Er erstreckt sich 1,5 m in jede Richtung aus dem Eck heraus und ist fleckig von oben bis unten wie verspritzt. Die eine Seite ist von außen mit "schlechtem" Putz verputzt, der sowieso runter soll, die andere Seite ist aber mit Sichtfachwerk...
Nun meine Frage: wie kann das sein (vor allem an der offenen Wand)? Und was kann man tun???
Würde mich über Meinungen und Anregungen freuen!
A. M.



schimmel



hallo

Mit Ihrem Schimmelproblem stehen Sie nicht allein. Der Einbau von gut gedämmten und dichten neuen Fenstern führt dazu, dass durch den niedrigeren Energieverbrauch plötzlich andere Bauteile kälter sind als die Fenster. Dort schlägt sich dann auch Tauwasser nieder, wenn die Oberflächentemperatur dieser Bauteile niedrig genug. Des Weiteren wird oft der Fehler gemacht mit dem Einbau der dichten Fenster das Lüftungsverhalten umzustellen. Der 3. Grund für Schimmelbefall sind oft auch falsche Baumaterialien (organische, saure Materialien). Wir empfehlen in diesem Zusammenhang den befallenen Putz zu beseitigen und mit Kalkputz wieder aufziehen und darauf dann Kalkfarbe.
Als letzter Grund ist auch noch die Sparsamkeit (zu wenig Heizen) zu nennen.

Grüße

Jochen Engelhardt



Danke!



Da haben Sie bestimmt recht. Nun habe ich aber eine Frage zum Lüften: mir ist inzwischen klar, daß man, wenn die Heizung an ist, stoßweise Lüften soll, mehrmals am Tag. Wie verhält es sich aber, wenn die Heizung noch nicht an ist? Kann man dann das Fenster auch dauerhaft gekippt lassen, oder ist das schädlich? Ab welcher Außentemperatur sollte man die Heizung optimalerweise anschalten?
Und: Könnte man statt Kalkputz und -farbe auch Lehm nehmen?
Danke nochmals!
A.M.



Das Lüften



Richtiges Lüften bedeutet, 3-4mal täglich stoßzulüften, d.h. 3-5min Durchzug. Da wird nur die Luft ausgetauscht, die Wände bleiben warm. Lange Zeit angekippte Fenter hingegen bringen nichts.

Vielleicht sind Euere Wände aber auch einfach sehr dünn (dazu kommen beim Fachwerk immer auch Stellen mit besonders guter Wärmeableitung) und eine zusätzliche Dämmung täte not?

Jedenfalls scheint Euer Problem ein bauklimatisches zu sein, die Ecken sind immer am kältesten (Ist's vielleicht gar eine Nordecke?). Andere Baustoffe (Lehm statt Kalk) lösen das Problem alleine nicht. Auch wenn es anfangs dann nicht schimmeln würde, reichert sich in der Wand Kondenswasser an, die Wand dämmt dann noch weniger, also noch mehr Kondenswasser... Irgendwann beginnt dann der normale Hausstaub, der sich dort absetzt, zu schimmeln, sebst wenn alle Baustoffe ok sind.

Grüße

Thomas W. Böhme



Schimmel-Lüften-Dämmung



Ergänzend zu den bereits gut durchdachten Ratschlägen, wäre noch das richtige Dämmmaterial zu nennen, dieses auch gleichzeitig in der Lage ist Schimmel zu egalisieren:

Wohnklima - System Innen für Feuchteprobleme und Schimmelbefall von EPASIT und Calsitherm.

Bezugsquelle: www.naturbaudirekt.de
Alexander Müller-Kühnel





Danke für die vielen Tips, aber könnte noch mal jemand den Unterschied im Lüften zwischen Sommer und Winter und Heizung an und aus erläutern?
Und: gibt es noch andere Materialvorschläge für die Wand?



Vorsicht mit einfach ....Platten drauf!



Alle diese Platten sind nichts anderes wie eine innenliegende Wärmedämmung.
So wird das Problem nicht gelöst!
Aber wie soll es denn in der Ecke warm werden?
Wo ist die Heizung angebracht?
Gibt es dazu auch Fotos?
Und noch zum Thema richtig lüften:
Feuchtigkeitsschäden und Schimmelpilzbildung auf der Innenseite von Außenwänden bewohnter Räume sind immer wieder Anlass für kontroverse Meinungen.
Häufig wirken beim Auftreten solcher Schäden verschiedene Ursachen zusammen.
Dem Entstehen von Tauwasser und Schimmelpilzen auf der inneren Oberfläche von Außenwänden bewohnter Räume liegt ein einfacher physikalischer Vorgang zugrunde: Warme Raumluft kühlt an kälteren Wandoberflächen so weit ab, dass in der Raumluft enthaltener Dampf auf der Wand zu Wasser kondensiert was sowohl von Möbeln als auch den Wänden „aufgesaugt“ wird. Diese Feuchtigkeit und „Nahrung“ (z.B. Tapetenleim) sind die Grundlagen für die Entwicklung von Schimmel.
Es muss noch nicht einmal flüssiges Wasser vorliegen. Sogar schon eine relative Feuchtigkeit von > 60 % reicht aus.
Dazu kommt: Feuchte und nasse Baustoffe haben eine wesentlich schlechtere Wärmedämmung als trockene.
Anhand der nachstehenden Tabelle kann man erkennen, dass mit zunehmendem Feuchtigkeitsgehalt die Wärmedämmung deutlich absinkt.

Tabelle: Veränderung der Wärmedämmung
Leider nur auf meiner Homepage bei Schriften Nr. 35 zu sehen.

Mit Zunahme der Feuchte sinkt die Wärmedämmung erheblich!

Die innere Wandoberfläche darf deshalb nicht so weit abkühlen, dass es bei normaler relativer Luftfeuchtigkeit von ca. 50 bis 60 % im Zimmer zu 80 % relativer Feuchtigkeit oder sogar zu Schwitzwasserbildung kommt.
Dicht vor den Außenwänden aufgestellte Möbel, Vorhänge usw. erschweren oder verhindern eine ausreichende Erwärmung der verdeckten Bauteile. Es wird zwar eine ausreichende Luftumwälzung - aber nicht der Feuchtigkeitszutritt behindert.

Richtiges Lüften
Es gibt eine Menge von unklaren Ausdrücken und Erklärungen. Was bedeuten z. B. Ausdrücke wie "Stoßlüften", "Dauerlüften", "Feuchte- oder temperaturabhängiges Lüften", etc.?
Wichtig zu wissen ist, warme Luft kann wesentlich mehr Wasser aufnehmen als eine kalte.
Z.B. kann eine 20° C warme Luft maximal 17,3 Gramm Wasser enthalten, jedoch nur 4,5 Gramm bei 0° C. Aber 4,5 Gramm ergeben bei 20 Grad Wärme nur ca. 35 % relative Luftfeuchte.
So ist auch klar, warum wir im Winter in unseren Wohnräumen eine sehr trockene Luft haben können. Zwar soll die "verbrauchte" Luft erneuert werden, doch muss durch gezieltes und regelmäßiges Lüften die relative Luftfeuchtigkeit niedrig gehalten werden. Besonders bei modernen dichtschließenden Fenstern erfordert das größere Aufmerksamkeit.
Richtig lüften heißt; die Luft auszutauschen und dies abhängig von der Temperatur und der relativen Luftfeuchtigkeit.

Oberstes Gebot: je kürzer lüften, um so besser, dafür noch mal wiederholen!
Und aufpassen, wenn es Tagsüber warm wird sollen in diesen Fällen die Fenster zu bleiben.
Eine Beschleunigung des Luftaustausches kann auch dadurch erreicht werden, indem wir für eine sogenannte Querlüftung sorgen. Dabei wird der Effekt ausgenutzt, dass beim Öffnen gegenüberliegender Fenster (oder Türen) die Luftströmung besonders hoch ist.
Achten Sie dabei auf Zugluft, damit keine Scheiben zu Bruch gehen!
Danach dauert es eine Zeit, bis sich die Luft wieder erwärmt hat und auch Feuchtigkeit aufnehmen kann. Dabei wird auch u.a. gespeicherte Feuchtigkeit von Oberflächen aufgenommen, d.h. die Oberflächen wirken als Puffer. Praktische Messungen haben ergeben, dass dies bis eine 1/2 Stunde dauert, d.h. das nächste Lüften, sollte auch davon abhängig gemacht werden.
Längeres Lüften, wie in der „Fachliteratur“ oft zwischen 10 und 15 Minuten angegeben, bedeutet, dass die Gegenstände in den Zimmern und auch die Oberflächen der Wände mehr abkühlen. Dieses mehr bedeutet, dass mehr Energie durch Heizen wieder nachgeführt werden muss.

Wie lange lüften?
Der menschliche Körper ist ein sehr gutes "Messgerät". Es kann folgendes Experiment durchgeführt werden: In der Frühe reagieren wir noch sehr empfindlich auf Temperaturunterschiede. Stellen Sie sich
an die entlegenste Stelle - gegenüber dem zu öffnenden Fenster. Nun bittet man jemand, Fenster oder Türe ganz zu öffnen. Das Kippen der Fenster reicht nicht aus! Sobald man empfindet, dass die kalte Luft an einem vorbeistreicht, stoppt man die Zeit. Sie werden überrascht sein, denn es vergehen nur wenige Sekunden, meist handelt es sich um 5 -10 Sekunden. Diese Zeit hängt auch davon ab, wie stark der Wind weht und welche Öffnungen vorhanden sind. Je größer desto schneller. Ich gebe die Empfehlung, das fünf- bis zehnfache der Zeit zum Lüften anzusetzen, dann kann man davon ausgehen, dass der größte Teil der Luft ausgetauscht ist.
Leider wird oft verwechselt, dass nur ein kalter Raum „frisch“ wäre.

Eine Kontrolle ist einfach.
Nun kann man am Hygrometer ablesen, dass die relative Luftfeuchtigkeit in der Regel absinkt und nach einer bestimmten Zeiteinheit wiederum ansteigt. Dies deswegen weil die kalte Außenluft wenig Feuchtigkeit beinhaltet und im Raum die Temperatur relativ schnell wieder ansteigt. Dies geschieht durch Wärmeabgabe der Wände, Einbauteile und der gelagerten Gegenstände.
Deswegen sollte keinesfalls zu lange gelüftet werden, da sonst die Oberflächen und Gegenstände in der Wohnung unnötig abkühlen.
Dabei ist zu beachten: 1 Grad mehr, also statt 20 z.B. 21 Grad bedeutet ungefähr 6% mehr an Energiekosten!!!
Bitte bedenken Sie: All die Energie die unnötig zum Fenster hinausgelüftet wird, muss wieder nachgeheizt werden!
Und Energie kostet Geld - und wer wirft das schon gern sinnlos aus dem Fenster...



Also...



...damit ist das Thema Lüften umfassend dargestellt und ich kann mich dem nur anschließen.

Was spräche dagegen, dünne Fachwerkwände innen mit einer passenden zusätzlichen Dämmung, ggf. als Vormauerschale, zu versehen? Auf der Denkmalmesse letzte Woche haben mir die Produkte von Haacke gefallen (www.haacke-cellco.de).

Außerdem gäbe es die Möglichkeit, die Ecke z.B. mit Heizleisten in Bodennähe System "Radiatherm" besser zu temperieren (Hallo Herr Dangl, wo sind Sie?)

GRüße

Thomas W. Böhme



Tolle Ausführung zum Lüften!



Somit ist mir das Thema Lüften im Winter jetzt eigentlich denke ich klar. Im Sommer oder Frühjahr noch nicht ganz...
Außerdem frage ich mich noch, ob der Schimmel an meinen Mineralputzwänden nun einfach verschwindet, oder ob ich "sanieren" MUss??? Wenn es echt nur die falsche Lüfttechnik war, würde dann ein starkes austrocknen und gutes Absaugen o.ä. (gibt´s da Profimethoden?) reichen?
Danke!!!



Nein, wirklich...



...nur die falsche Lüftungstechnik war's nicht. Der Einbau von "dichten Fenstern" ist ein massiver Eingriff in das Klima Eueres Hauses. Auch wenns unbequem und teuer ist, trotzdem über Dämmung nachdenken.

Schimmel verschwindet nicht ohne Weiteres, Ihr könnt ihn z.B. mit 12% Wasserstoffperoxid bekämpfen. Wenn sich die Bedingungen nicht ändern, kommt er aber wieder...

Gutes Gelingen
wünscht

Thomas W. Böhme



Hmm...



...mir war echt nicht klar, daß man neue Fenster nicht in ein ungedämmtes Haus bauen sollte! Könnte man aber mit Schilfmattendämmung und Lehmputz und guter Lüftungstechnik ein gutes Raumklima erreichen, oder spricht da was dagegen, gibt es bessere Alternativen (z. B. Kalk? Und warum?)
Wo kann man denn mehr über die Wasserstoffperoxidbekämpfung erfahren? (Auch wenn Dämmung ökologisch sinnvoll wäre, wäre mir aus Zeitgründen im Moment schon geholfen, wenn der Schimmel weg wäre!)



Ungedämmt geht auch...



man muss, wie Hr. Bromm ausführlich beschrieb, die Luftfeuchtigkeit halt um so genauer im Auge behalten, weil kalte Wandflächen das Wasser aus der Luft "anziehen".

Aber dämmen ist natürlich besser - das mit den Schilfmatten wird häufig gemacht und sorgt "feuchtetechnisch" gesehen für eine höhere Innenwandtemperatur und damit für ein geringeres Feuchte=Schimmelrisiko. Insofern hat Hr Bromm vielleicht nicht ganz recht, wenn er schreibt, dass das Problem nicht "gelöst" wird, wenn eine Innendämmung angebracht wird (extrem ausgedrückt: bei 95% Luftfeuchte gibts in jeder Bude Schimmelprobleme, bei 30% in keiner, unabhängig vom Dämmstandard).
Kalkputz ist zusätzlich noch fungizid.

Übrigens, weil es noch keiner gesagt hat: das Feuchteproblem bekommt man mit einer kleinen Lüftungsanlage mit Wärmetauscher bestens in den Griff.

(komisch, daß die Heizleistenverkäufer sich noch nicht gemeldet haben...)



Es geht nicht darum ob ich recht habe, sondern ob die Physik noch passt



Auch bei 30% kann Schimmel entstehen. Es ist doch nicht entscheidend - ob draußen oder auch innen die Luft "nur" 30% aufgenommen hat, sondern welche Oberflächentemperatur die Wand/Bodenbereiche aufweisen.
Und wenns eben zu kalt ist, kommt Tauwasser zustande.



Grundsätzlich richtig, Herr Bromm, aber...



wie kalt muss die Innenoberfläche der Außenwand sein, damit bei 30% relativer Luftfeuchte es zu besagter Kondensation kommt, und ist das für einen Wohnraum selbst mit schlecht gedämmten Außenwänden noch realistisch?

Insofern halte ich es für äußerst ungewöhnlich, dass Schimmel bei 30% rF entsteht (man kann mir jetzt noch mit Wandteppichen etc kommen... ;) ).



/))/)==???



Nun das dachte ich mir bereits, viel Gutes und viel für den Laien verwirrendes, darum zur bereits genannten Firmen
EPASIT und Calsitherm. Dort auf die Plattform gehen neutral beraten lassen. Gerne helfen wir dann weiter



www.naturbaudirekt.de
Alexander Müller-Kühnel



Um den Taupunkt zu ermitteln, gibt es doch ausreichend Tabellen



Dazu noch die richtigen Messgeräte und das Wissen von Wärmeleitfähigkeit; Temperatur und Zuordnung.
.
Und noch zu Herrn Alexander Müller-Kühnel es merkt kaum jemand, dass Sie "ihre" Platten verkaufen wollen.
Nur es bleibt weiter fraglich ob dies dann zum Erfolg führt, dazu habe ich weiter oben schon einiges erläutert.
Aber auch noch ein Bild dazu. Aufgenommen ein Jahr nachdem die von Ihnen genannten Platten aufgebracht wurden.
Wenn Sie schreiben...alles verwirrend, ja dann behaupte ich - genau dies wollen manche anderen Menschen glauben machen - um so leichter ihre Geschäfte abwickeln zu können.
Hier ist nichts verwirrendes beschrieben, sondern es sind nur logisch nachvollziehbare Fakten.
Jetzt beende ich diesen Beitrag, sonst wirds peinlich.



toll.....



wirklich toll. Verweise auf Firmen, die hier täglich mit diesen Problem zu tun haben (Epasit+Calsitherm) - und stelle zwei zur Auswahl (Das sind nicht meine Platten). Was auch immer gekauft wird bzw. werden soll, egal - DAS WAR EIN BAUBIOLOGISCHER RAT + Erfahrung. Das von meinem Kritiker gesendete Bild glaube ich erst, wenn von einem der Calziumsilikat-platten-hersteller dies bestätigt wird. Aber wem nützt das -niemand!



Wasserstoffperoxid



wird in 12%iger Konzentration auf die Wand aufgetragen (Pinsel ohne Metallbindung, Handschuhe, Augen schützen). Sicher ist es sinnvoll, vorher die betroffenen Farbschichten mit einer Spachtel abzustoßen. Wasserstoffperoxid zersetzt sich rasch, es hat also keine Langzeitwirkung. Länger wirken Lithium-Wasserglas (von Fa.Kremer) oder Capatox (Fa. Caparol, Wirkstoff: Alkyldimethylbenzyl-ammoniumchlorid). Aber das löst nicht das Problem und ist nur Interimswerk.

Anstatt eher dünner Platten würde ich unter dem oben schon gegebenen Link nachschauen (nein,ich verkauf's nicht) und zusätzlich für mehr Wärme in der Ecke sorgen: Heizkörper verlegen, zusätzliche Heizleiste etc. Ein Bekannter hat den Rücklauf seines Heizkörpers in solch eine Ecke eingeputzt und nur mit schwacher Dämmung ummantelt. Denn auch wenn die Wand gedämmt wird - die Ecke bleibt der kälteste Punkt dieser Wand.

Viel Erfolg

Thomas W. Böhme



(Na na, Hr. Bromm & Hr. Müllerkühnel, wer wird denn gleich...)



Ich glaube, wenn es, wie von Anja Mayer beschrieben, um kondensierende Feuchtigkeit geht, werden die Platten (es sind ja genaugenommen Platten aus Calciumsilikat) funktionieren, die Hr. Müller-Kühnel verkaufen will.
Ich habe selbst schon damit gearbeitet und kann nur Gutes berichten.

Aber, Herr Müller-Kühnel, wenn man nicht nur an den Sympthomen kurieren will, wird's sehr teuer! Die CaSi Platten sind vom Dämmwert eher bescheiden, die EnEv wird man damit nicht erfüllen. Hier sollte man man vergleichen was eine andere Innendämmung im Vergleich dazu kostet, sie können da doch sicher auch was anderes anbieten ;)...

Ein stinknormaler Dämmputz, beispielsweise, wie wär's denn damit?



Dämmputz?



Was ist das denn genau? Und was ist mit den Schilfmatten???



Schilfmatten...



sind vermutlich (hier bin ich Laie) nicht besonders homogen in Ihren Dämmeigenschaften, was denn ein Nachteil wäre.



Dämmputz...



ist ein mineralsicher Putz mit Dämm-Zuschlagstoffen, wer's ganz ökologisch mag, nimmt einen mit Perlit. Für das Erreichen der EnEV ist das zwar auch nix, aber für eine Erhöhung der Wandoberflächentemperatur und damit eine Minderung der Schimmelgefahr preiswertes Verfahren.

Schilfmatten mit 5 cm sind sicher ausreichend "homogen", was wie meinten Sie das genau, Herr Böhme?

Nachtrag zu Hr. Bromm: auf dem Foto ist für mich erkennbar, dass hauptsächlich die Decken (womöglich noch Stahlbeton?) Schimmelbesatz aufweist, ist hier etwa nicht mit Dämmkeilen o.ä. gearbeitet worden? Das wäre natürlich Murks, da die Innendämmung das Problem an der Decke dann verschärft.



Homogen



bedeutet: gleichmäßig zusammengesetzt.

Warum ausgerechnet Schilfmatten? Ich glaube nicht, das da besonders gute Dämmeigenschaften der Entdeckung harren. Statt vieler kleiner gut dämmender luftgefüllter Poren wie z.B. bei Leichtlehmsteinen sind dort wenige große Hohlräume im Rohr. Als Wandaufbau ist so was ja wohl nicht besonders gebräuchlich, an der Decke dient das Rohr ja auch eher als Putzträger auf der Schalung, denn als Dämmaterial.

Hat einer der Sanierungsexperten im Forum eine solche Dämmung mit Schilfmatten ausgeführt oder gar berechnet?

Grüße

Thomas W. Böhme





Wir haben das bisher noch nicht in unserem Haus, kennen es nur von frisch samierten anderen Fachwerkhäusern... Gibt´s noch andere Meinungen dazu? Sonst mache ich vielleicht nochmal eine neue Frage zu diesem Thema auf.



Richtig Herr Göb, alles andere war doch schon gesagt



Bei all den Diskussionen sollte immer klar sein - erst die Ursache finden d.h. eine Diagnose erstellen.
Aber Herr Böhme hat schon mehrmals auch das Thema "heizen" erläutert. Dies ergibt doch Sinn. Wenn schon einer einen guten Vorschlag unterbreitet, dann sollte dies doch ausreichend sein. Evtl. könnte dann noch darüber (intern) diskutiert werden. Aber man sollte nicht immer noch einen draufsetzen wollen. Dafür gibt es doch die Möglichkeit einer Nachricht auf der eigenen Seite. Wenn dann eine wirkliche Verbesserung erreicht wird, ja dann kann man den Fragesteller doch gemeinsam diesen Verbesserungsvorschlag unterbreiten.
.
Und alle Versuche an der Innenseite (mit welcher Art auch immer) bleiben eine sehr fragwürdige Maßnahme. Auch völlig gleich,ob Wand oder Decke.
Der Hersteller hat damit auch nichts zu tun - dem ist es völlig Wurscht. Hauptsache die Materialien werden gekauft und verarbeitet. Oder hat schon jemand erlebt , dass ein Hersteller von Kalziumsilikatplatten eine Garantie für Schimmel und Tauwasserfreiheit an allen Objekten gleich mitliefert?
Aber auch - oft ist es nur eine Frage der Zeit, wann sich herausstellt, dass es eine falsche Maßnahme war.
.
Es wurde geschrieben: außen ist schlechter Putz, tja dann ergibt es sicher Sinn, auch die Dämmung zu verbessern.
Denn innenliegende Dämmungen oder Verkleidungen lösen dieses Problem oft nicht.
Dann müssen halt erstmal diese Maßnahmen durchgeführt werden. Ansonsten wird immer der zweite Schritt vor dem ersten gemacht.



Darf ich nochmal zusammenfassen:



Wenn ich das Problem in den Griff kriegen will, muß ich
- besser lüften
- den verschimmelten Putz auf jeden Fall abtragen
- neuen, am besten Kalkputz oder Dämmputz auftragen
- Isolieren (wäre eine Außenwanddämmung besser als eine
Innenwanddämmung?
- die Stellen an denen von außen "schlechter " Putz ist neu verputzen
Stimmt das so?



Nachtrag



Jetzt muß ich doch nochmal nachfragen, denn im Archiv bin ich auf "neue" Infos gestoßen. Dort heißt es zum Teil (beim Thema Schimmel auf Lehmputz), gut trocknen, mit Essig abreiben, absaugen, Schimmelknacker (hat was mit Wasserglas zu tun?) drauf, oder doch Wasserstoffperoxid, und dann ist eigentlich alles gut. Da waren sich auch alle Profis recht einig, daß das nicht sooo tragisch ist.
Könnte man nicht auch so (wenn ja: wie genau?) anfangen? Ich denke nämlich schon, daß das hauptsächlich am Lüften lag, der Wandaufbau ist nämlich schon seit 7 Jahren so, und Schimmel gibt´s erst jetzt, wo wir viel zu 3. oder 4. in dem Raum geschlafen haben ( und gelüftet hab ich echt nicht sehr gut...)
Was meinen die Profis?



@a.m.



preiswertestes Vorgehen: gut lüften - das schadet nie;)
Schimmel entfernen (dazu gibts hier jede Menge Infos), und danach Luftfeuchtigkeit kontrollieren (wenn mit Hygrometer, nicht das billigste), wenn zu hoch wieder lüften...
Wenn's vorher keinen Schimmel gab, ist der wieder weg. Putz abtragen: wenn mit Silikatfarbe gestrichen wurde, ist vermutlich eine kalkhaltiger Putz drunter, den würde ich nicht ohne Not entfernen, da von Natur aus fungizid (hab ich übringens noch nicht erlebt, Schimmel auf Silikatfarbe, aber Hr. Bromm hat sicher mehr gesehen...)

Dämmen: von außen ist *immer* besser, manchmal kann man halt nicht, wenn, dann aber gleich "richtig". Dämmputz ist nur ein Notbehelf.



@Herr Bromm, ich führe es nicht weiter aus, aber



"[dämmen] innen immer eine fragwürdige Maßnahme", sehe ich nicht so, es muss nur richtig gemacht werden. Natürlich ist's von außen immer besser, aber wenn's anders nicht geht, gibt es doch echte Alternativen heutzutage.



Hallo Anja,



es steht nun doch eigentlich alles ausführlichst da.

Auch wenn der Wandaufbau 7 Jahre so ist, schon vergessen, daß Ihr vor einem Jahr neue Fenster eingebaut habt? Lüften ist immer gut, aber manchmal erreicht man die "Schmerzgrenze" (zwischen all dem Lüften wollt Ihr doch auch mal heizen, oder) und es schimmelt immer noch.

Die wichtigen Infos zur Wandklimatisierung und -dämmung stehen da, zur Schimmelbekämpfung auch. Mit all den Schimmelmitteln bekommt Ihr die Wand aber nicht trocken und das Problem nicht gelöst.

Schimmel auf Silikatfarbe ist nicht ganz ungewöhnlich, handelsübliche fertige Silikatfarben enthalten immer ein paar Prozente dipergierte Acrylate (auch die eifrig beworbenen Farben von KEIM) und "atmen" damit nur eingeschränkt.

Also...


Grüße

Thomas W. Böhme



Kirche im Dorf lassen, Herr Böhme



Ich finde auch eine Dispersionssilikatfarbe (von der A.M. übringends nicht geschrieben hat) ist, wenn Sie so wollen, die zweitbeste Alternative (und nicht zweitschlechteste) zu einer Dispersionsfarbe, und mit dieser absolut nicht gleichzusetzen.
Die fungizide Wirkung und Dampfdiffusionsfähigkeit bleibt auch nach mehreren Anstrichen erhalten.
Wir sollten hier nicht die Selbermacher, für die eine Dispersionssilikatfarbe eine sinnvolle Alternative zum "Alpinaweiss" ist, nicht noch verunsichern!

Ob ein Pilz wächst, ist übrigens nicht von den "Acrylaten" abhängig, sondern vom ph-Klima auf der Wandoberfläche!

mit freundlichem Grüssen



Herr Göb ich stimme Ihnen sehr gerne zu, wenn Sie schreiben. Es geht auch von innen....



wenn man es kann!
Innenliegende Dämmung ist zunächst überhaupt kein Problem. Nur meistens wird dabei einiges vergessen (oder man kann es nicht) und dann geht es oft schief.
Hier war mein Beitrag so zu verstehen, dass wenn der Verputz außen schon "schlecht" ist und erneuert wird - evtl. auch gegen eine Wärmedämmung ausgetauscht werden soll, an der Innenseite die Dämmung mit Kalziumsilikatplatten eine sehr fragwürdige Maßnahme ist. Ich gehe auch davon aus, dass es übertrieben ist bei Schimmelbefall den Verputz zu erneuern.
Ich hoffe da können Sie (und hoffentlich auch alle anderen Fachleute) mir zustimmen. Wo kein Nährboden vorhanden und der PH-Wert nicht passen, da hat auch der Schimmel keine Lebensgrundlage. Bis auf wenige Ausnahmen - auf die ich hier nicht weiter eingehe. Dazu habe ich schon öfters Stellung genommen.
Ich bin auch gerne bereit - auf meiner Seite mit Jedermann/frau weiter zu diskutieren.
.
Noch etwas sollte etwas ergänzt werden. Es ist wichtig, dass ein Thermohygrometer mit Min.- und Maximumangaben angeschaft wird, weil man sonst nicht sieht wie sich das Klima z. B. in der Nacht verhält.
Und weiter: Schimmel kann auf fast jeder Oberfläche entstehen. Auch auf Kalkanstrichen und auch auf Kalziumsilikatplatten. Es ist nur die Frage - wie?
Es können Sporen und Pollen bei den "richtigen" Temperaturen und der Feuchte auf den Staubablagerungen auch versuchen zu keimen. Man denke nur an die vielen Kunstofffenster.
Wenn jedoch nicht genügend Nährsubstanz vorhanden ist geht das Zeug ein und fault. Weiter kann überall wo Hausstaub (und/oder organisches Material) unter den "richtigen" Bedingungen sich festhalten kann, auch Fäulnis entstehen. Dann kann auch hier Schimmel entstehen.



Vielen Dank an Alle!



Diese konstruktive Diskussion hat mir sehr geholfen! Ich werde nun in Ruhe überlegen, wie ich genau vorgehe...
Danke!
A. M.



Hallo Christoph,



aus gutem Grunde lasse ich die Kirche im Dorf und halte mich bevorzugt an Fakten:

Anja hat von Silikatfarbe geschrieben.
Fertige Silikatfarben enthalten Anteile von Kunstharz-dispersionen (Ich lasse mir gerne ein gut verarbeitbares Produkt ohne diese Anteile empfehlen). Also Anja: War's das rote Eimerchen von Keim?

Herr Bromm hat überzeugend ausgeführt, daß es auf fast jeder Oberfläche schimmeln kann. Als ich (kurz nach der sogenannten "Wende") anfing, meine Wände zu pinseln, tat ich das mit KEIM Biosil und der festen Überzeugung, damit den Kampf gegen den Schimmel gewonnen zu haben. Inzwischen hat sich das etwas relativiert. Das Produkt ist gut, besser als andere, und es hat Grenzen. Wieso sollte ich einen "Selbermacher", der ja hoffentlich auch ein "Selberdenker" ist, mit der Botschaft verunsichern, daß es bei mir im Keller auf Keim Biosil und Kalkputz schimmelt (jedoch noch? nicht unter identischen Bedingungen: Nachbarraum, gleicher Putz, aber reine Kalkfarbe).
Es liegt auf der Hand, daß die der Verarbeitbarkeit wegen beigemischten Dispersionsanteile einer handelsüblichen Silikatfarbe den Feuchtigkeitsaustausch behindern, und daß diese Farben weniger gut atmen als reine Silikatfarben.

Grüße

Thomas W. Böhme