Lehmputz im Keller als Schlafraum?

04.09.2006



versuche schon seit langem ein paar Infos zu feuchtigkeitsregulierendem Lehmputz in Kellerräumen zu bekommen. Ich hoffe, ihr könnt mir da ein paar Tips geben…?.
Ich wohne in einem Bungalow mit gegossenem Schüttbetonkeller. Da wir aus Platzgründen nun unser Schlafzimmer in den Keller legen müssen, hatte ich vor, die Wände dieses Raumes mit Lehm zu verputzen. Der Keller ist im Winter recht trocken; im Sommer kann sich an Gegenständen, die auf dem Boden liegen, schon mal Schimmel bilden, da teilweise auch Wäsche im Keller gtrocknet wird.Wenn man mit 2 Personen dort schläft, wird ja noch mehr Feuchtigkeit im Keller produziert!
Kann man mit Lehmputz die Feuchtigkeit im Kellerschlafraum so regulieren, dass man keinen Entfeuchter/Bautrockner braucht?Lüften von Kellerräumen ist ja im Sommer bekanntlich problematisch!
Wie muß so eine Lehmputzwand aufgebaut werden?( Schichtdicke ect…) -Oberfläche: eine verputzte Betonwand-.
Wie muß die Betonwand vorbehandelt werden?

Vielen Dank im voraus!
t.schrage



Wo kommt die Feuchtigkeit her?



Hallo T.Schrage,
Der Aufbau vom Lehmputz beträgt ca.2cm auf einem Zemnetvorspritzer.
Also, Zementvorspritzer, 1,5 cm Putz eventuell mit Gewebe. Austrocknen lassen, dann nochmal 0,5 cm Oberputz. Bei diesem Aufbau kann man auf Betokontakt und wie die Chemiekeulen alle heißen verzichten.
Aber, woher kommt die Feuchtigkeit, dass im Sommer Gegenstände die auf dem Boden leigen anfangen zu schimmeln? Kommt das nur vom Wäsche trocknen oder ist sonst noch etwas nicht in Ordnung. Das sollte auf jeden Fall abgeklärt werden. Zur unterstützung beim Wäschetrocknen,könntet Ihr vieleicht mal einen Ventilator aufstellen.
Gruß
HG



Keller lüften, aber wie?



Ich glaube, dass wir falsch und zu wenig gelüftet haben.Das versuche ich nun zu ändern!! Dazu kommt noch die Feuchtigkeit aus der Wäsche!
Wie sollte man den Keller im Sommer lüften? Eigentlich kann man ja nur nachts lüften, sodass kalte Luft einströmt, sich erwärmt und somit Feuchtigkeit aufnehmen kann? Ansonsten hat man ja wieder einen gegenteiligen Effekt!
Hilft der Lehm die Feuchtigkeitsspitzen im Keller auszugleichen, oder kann er bei zu viel Feuchtigkeit auch anfangen, zu schimmeln?(die Faserstoffe zumindest)



Woher soll der Lehmputz wissen, weiviel Feuchte er wann aufnehmen darf?



Egal welcher Putz aufgebracht wird, keiner reguliert ein Klima!
Viele Phrasen und und Märchen. Das Klima im Raum muss anderweitig reguliert werden. Dazu dient zunächst ein gutes Messgerät mit Feuchte,- und Temperaturangaben, sowie einer Min. und Maximumangabe für die Kontrolle. Diese Geräte gibt es sehr preisgünstig z. B. bei www.Messgeräte-Matzner.de
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Dann muss auch noch richtig geheizt und gelüftet werden.
Dazu:

„Richtiges Lüften“
Feuchtigkeitsschäden und Schimmelpilzbildung auf der Innenseite von Außenwänden bewohnter Räume sind immer wieder Anlass für kontroverse Meinungen.
Häufig wirken beim Auftreten solcher Schäden verschiedene Ursachen zusammen.
Dem Entstehen von Tauwasser und Schimmelpilzen auf der inneren Oberfläche von Außenwänden bewohnter Räume liegt ein einfacher physikalischer Vorgang zugrunde: Warme Raumluft kühlt an käl-teren Wandoberflächen so weit ab, dass in der Raumluft enthaltener Dampf auf der Wand zu Wasser kondensiert was sowohl von Möbeln als auch den Wänden „aufgesaugt“ wird. Diese Feuchtigkeit und „Nahrung“ (z.B. Tapetenleim) sind die Grundlagen für die Entwicklung von Schimmel. Es muss noch nicht einmal flüssiges Wasser vorliegen. Sogar schon eine relative Feuchtigkeit von > 60 % reicht aus.
Dazu kommt: Feuchte und nasse Baustoffe haben eine wesentlich schlechtere Wärmedämmung als tro-ckene.
Anhand der nachstehenden Tabelle kann man erkennen, dass mit zunehmendem Feuchtigkeitsgehalt die Wärmedämmung deutlich absinkt.
Die Tabelle ist auf meiner Homepage unter Schriften bei richtig lüften enthalten.
Mit Zunahme der Feuchte sinkt die Wärmedämmung erheblich!

Die innere Wandoberfläche darf deshalb nicht so weit abkühlen, dass es bei normaler relativer Luft-feuchtigkeit von ca. 50 bis 60 % im Zimmer zu 80 % relativer Feuchtigkeit oder sogar zu Schwitzwasserbildung kommt. Dicht vor den Außenwänden aufgestellte Möbel, Vorhänge usw. erschweren oder verhindern eine ausreichende Erwärmung der verdeckten Bauteile. Es wird zwar eine ausreichende Luftumwälzung - aber nicht der Feuchtigkeitszutritt behindert.

Richtiges Lüften
Es gibt eine Menge von unklaren Ausdrücken und Erklärungen. Was bedeuten z. B. Ausdrücke wie "Stoßlüften", "Dauerlüften", "Feuchte- oder temperaturabhängiges Lüften", etc.?
Wichtig zu wissen ist, warme Luft kann wesentlich mehr Wasser aufnehmen als eine kalte.
Z.B. kann eine 20° C warme Luft maximal 17,3 Gramm Wasser enthalten, jedoch nur 4,5 Gramm bei 0° C. Aber 4,5 Gramm ergeben bei 20 Grad Wärme nur ca. 35 % relative Luftfeuchte.
So ist auch klar, warum wir im Winter in unseren Wohnräumen eine sehr trockene Luft haben können. Zwar soll die "verbrauchte" Luft erneuert werden, doch muss durch gezieltes und regelmäßiges Lüften die relative Luftfeuchtigkeit niedrig gehalten werden. Besonders bei modernen dichtschließenden Fenstern erfordert das größere Aufmerksamkeit.
Richtig lüften heißt; die Luft auszutauschen und dies abhängig von der Temperatur und der relativen Luftfeuchtigkeit.

Oberstes Gebot: je kürzer lüften, um so besser, dafür noch mal wiederholen!
Eine Beschleunigung des Luftaustausches kann auch dadurch erreicht werden, indem wir für eine so-genannte Querlüftung sorgen. Dabei wird der Effekt ausgenutzt, dass beim Öffnen gegenüberliegender Fenster (oder Türen) die Luftströmung besonders hoch ist.
Achten Sie dabei auf Zugluft, damit keine Scheiben zu Bruch gehen!
Danach dauert es eine Zeit, bis sich die Luft wieder erwärmt hat und auch Feuchtigkeit aufnehmen kann. Dabei wird auch u.a. gespeicherte Feuchtigkeit von Oberflächen aufgenommen, d.h. die Oberflächen wirken als Puffer. Praktische Messungen haben ergeben, dass dies bis eine 1/2 Stunde dauert, d.h. das nächste Lüften, sollte auch davon abhängig gemacht werden.
Längeres Lüften, wie in der „Fachliteratur“ oft zwischen 10 und 15 Minuten angegeben, bedeutet, dass die Gegenstände in den Zimmern und auch die Oberflächen der Wände mehr abkühlen. Dieses mehr bedeutet, dass mehr Energie durch Heizen wieder nachgeführt werden muss.
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Wie lange lüften?
Der menschliche Körper ist ein sehr gutes "Messgerät". Es kann folgendes Experiment durchgeführt werden: In der Frühe reagieren wir noch sehr empfindlich auf Temperaturunterschiede. Stellen Sie sich
an die entlegenste Stelle - gegenüber dem zu öffnenden Fenster. Nun bittet man jemand, Fenster oder Türe ganz zu öffnen. Das Kippen der Fenster reicht nicht aus! Sobald man empfindet, dass die kalte Luft an einem vorbeistreicht, stoppt man die Zeit. Sie werden überrascht sein, denn es vergehen nur wenige Sekunden, meist handelt es sich um 5 -10 Sekunden. Diese Zeit hängt auch ab, wie stark der Wind weht. Ich gebe die Empfehlung, das fünf- bis zehnfache der Zeit zum Lüften anzusetzen, dann kann man davon ausgehen, dass der größte Teil der Luft ausgetauscht ist. Leider wird oft verwechselt, dass nur ein kalter Raum „frisch“ wäre.

Eine Kontrolle ist einfach.
Nun kann man am Hygrometer ablesen, dass die relative Luftfeuchtigkeit in der Regel absinkt und nach einer bestimmten Zeiteinheit wiederum ansteigt. Dies deswegen weil die kalte Außenluft wenig Feuchtigkeit beinhaltet und im Raum die Temperatur relativ schnell wieder ansteigt. Dies geschieht durch Wärmeabgabe der Wände, Einbauteile und der gelagerten Gegenstände.
Deswegen sollte keinesfalls zu lange gelüftet werden, da sonst die Oberflächen und Gegenstände in der Wohnung unnötig abkühlen.
Dabei ist zu beachten: 1 Grad mehr, also statt 20 z.B. 21 Grad bedeutet ungefähr 6% mehr an Energie-kosten!!!
Bitte bedenken Sie: All die Energie die unnötig zum Fenster hinausgelüftet wird, muss wieder nachge-heizt werden!
Und Energie kostet Geld - und wer wirft das schon gern sinnlos aus dem Fenster...





Ich kann dies nur begrüßen und glaube auch, dass es eine entsprechende wirkung hat. Sollte der Keller verputzt sein, kann der alte Putz als Träger benutzt werden, es sollten kleine Löcher mit einem spitzen Gegenstand hineingeschlagen werden, etwa mit der Rückseite eines Hammers. Das reicht damit ein Putz von 3-4 cm dicke hält. Es sollte eine Mischung von 1 Lehm 1 halb Sand und 1 halb liapor, feine Blähglas Kügelchen, wie Gries aber grau in der Farbe. Dort würde ich Kunststofffasern zusetzen aus alten Pinseln oder Besen zurechtschneiden, etwas 2 cm lang, insgesamt einen liter auf 50 ltr. Gesamtmasse. Das Zeug Schimmelt nicht so einfach. Der Putz muß lange trocknen, kann 6 Wochen dauern. In dieser Zeit kann man schon erkennen, ob sich Schimmel überhaupt entwickelt, der dann aber nach dem Austrocknen wieder verschwindet.Ich glaube schon,dass der Lehm weiß wieviel er aufnehmen und wieviel er abgeben muß. Es gibt keine bessere Lösung für deine Idee.Zum Abschluß bringt man noch einen etwas feineren Putz auf. Gesiebte Lehmbrühe mit ganz feinem Sand. Liapor ist natürlich auch keine Bedingung.Lehm Sand und Fasern reichen aus.Trägerkonstruktionen sind nach meiner Auffassung überflüssig. Selbst an der Decke haftet der Lehm bestens, wenn der Untergrund mit hunterten kleiner Löcher vorbereitet ist.



Wäschetrocknen...



...im Keller ist schlicht falsch, das sollten Sie anders lösen (draußen, Abluft- oder Kondenstrockner...). Innenräume in Altbauten mit ungenügender Dämmung sind dafür völlig ungeeignet, noch dazu ein allenfalls mäßig beheizter und gelüfteter Kellerraum. Da können Sie auch gleich einen Zimmerspringbrunnen installieren.

Und natürlich die Ratschläge zum Lüften von Edmund Bromm beachten. Lehm ersetzt keinen Entfeuchter.

Grüße

Thomas