Feuchtigkeit durch einen undichten Rollokasten?

23.01.2006



Hallo, wir haben von 4 Monaten eine Wohnung bezogen und haben in den kalten Tagen stets nasse Fenster - aber nur im Schlafzimmer.
Ich lüfte morgens ziemlich lange den Raum und stelle nach dem Schließen die Heizung auf den Mond (zwischen 1 und 2). Ein paar Stunden später sind die Fenster stets nass. Inzwischen habe ich an der Wand direkt am Fenster (quasi am Rollokasten) Schimmel. Das Haus ist eigentlich verklinkert. Daher bin ich total irritiert, woher die Feuchtigkeit kommt. Kann mir jemand einen Tip geben?



Feuchtgkeit



Guten Morgen,

Es reicht, morgens für 5 Minuten eine Stoßlüftung vorzunehmen. Danach stellen Sie bitte die Heizung nicht auf "Mond", sondern auf 2-3.
Grund: Wenn Sie auf Mond stellen, bleiben die Wandoberflächen kalt und vorhandene Feuchtigkeit kondensiert. Warme, fechte Luft aus anderen Räumen schlägt sich dann im Schlafzimmer nieder, dort sind die fenster dann die kältesten Stellen.
Sie verschwenden dadurch auch keine Energie, denn die restlichen Heizkörper müssen nicht mehr so viel Wärme liefern.

Grüße



Ave Kondensat !



Ave Birgit,
Sie sollten bei disen Temperaturen da draußen auf keinen Fall ziemlich lange Lüften, Stoßlüftung ist jetzt angesagt.

Maximale Lüftungszeit ca. 5-10 minuten, so daß die Feuchte und verbrauchte Luft durch friche Luft ersetzt wird, aber die Raumwände nur um ein Minimum abgekühlt werden.

Um Schimmel zu vermeiden sollte, die Raumtemperatur Mindestens 18°C betragen, und die Raumluft regelmäßig ausgetauscht werden.

Übrigens, Sie können zum Klimaschutz das Rollo auch runterlassen, und in den Rollokasten legen Sie Dämmung.
Fugendichtungsbänder für Fenster und Türen gibt es in jeden Baumarkt, den gerade in Wärmebrückenbereiche kommt es verstärkt zu Kondensatbildung.
Mfg.
Haupt



Warum schreibt immer einer vom anderen ab?



Um diese Zeit reicht im Regelfall eine Minute.
Warum sollte denn etwas kühler werden als notwendig?
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Richtiges Lüften
Es gibt eine Menge von unklaren Ausdrücken und Erklärungen. Was bedeuten z. B. Ausdrücke wie "Stoßlüften", "Dauerlüften", "Feuchte- oder temperaturabhängiges Lüften", etc.?
Wichtig zu wissen ist, warme Luft kann wesentlich mehr Wasser aufnehmen als eine kalte.
Z.B. kann eine 20° C warme Luft maximal 17,3 Gramm Wasser enthalten, jedoch nur 4,5 Gramm bei 0° C. Aber 4,5 Gramm ergeben bei 20 Grad Wärme nur ca. 35 % relative Luftfeuchte.
So ist auch klar, warum wir im Winter in unseren Wohnräumen eine sehr trockene Luft haben können. Zwar soll die "verbrauchte" Luft erneuert werden, doch muss durch gezieltes und regelmäßiges Lüften die relative Luftfeuchtigkeit niedrig gehalten werden. Besonders bei modernen dichtschließenden Fens-tern erfordert das größere Aufmerksamkeit.
Richtig lüften heißt; die Luft auszutauschen und dies abhängig von der Temperatur und der relativen Luftfeuchtigkeit.

Oberstes Gebot: je kürzer lüften, um so besser, dafür noch mal wiederholen!
Eine Beschleunigung des Luftaustausches kann auch dadurch erreicht werden, indem wir für eine so-genannte Querlüftung sorgen. Dabei wird der Effekt ausgenutzt, dass beim Öffnen gegenüberliegender Fenster (oder Türen) die Luftströmung besonders hoch ist.
Achten Sie dabei auf Zugluft, damit keine Scheiben zu Bruch gehen!
Danach dauert es eine Zeit, bis sich die Luft wieder erwärmt hat und auch Feuchtigkeit aufnehmen kann. Dabei wird auch u.a. gespeicherte Feuchtigkeit von Oberflächen aufgenommen, d.h. die Oberflächen wirken als Puffer. Praktische Messungen haben ergeben, dass dies bis eine 1/2 Stunde dauert, d.h. das nächste Lüften, sollte auch davon abhängig gemacht werden.
Längeres Lüften, wie in der „Fachliteratur“ oft zwischen 10 und 15 Minuten angegeben, bedeutet, dass die Gegenstände in den Zimmern und auch die Oberflächen der Wände mehr abkühlen. Dieses mehr bedeutet, dass mehr Energie durch Heizen wieder nachgeführt werden muss.
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Wie lange lüften?
Der menschliche Körper ist ein sehr gutes "Messgerät". Es kann folgendes Experiment durchgeführt werden: In der Frühe reagieren wir noch sehr empfindlich auf Temperaturunterschiede. Stellen Sie sich
an die entlegenste Stelle - gegenüber dem zu öffnenden Fenster. Nun bittet man jemand, Fenster oder Türe ganz zu öffnen. Das Kippen der Fenster reicht nicht aus! Sobald man empfindet, dass die kalte Luft an einem vorbeistreicht, stoppt man die Zeit. Sie werden überrascht sein, denn es vergehen nur wenige Sekunden, meist handelt es sich um 5 -10 Sekunden. Diese Zeit hängt auch davon ab, wie stark der Wind weht und welche Öffnungen vorhanden sind. Je größer desto schneller. Ich gebe die Empfehlung, das fünf- bis zehnfache der Zeit zum Lüften anzusetzen, dann kann man davon ausgehen, dass der größte Teil der Luft ausgetauscht ist.
Leider wird oft verwechselt, dass nur ein kalter Raum „frisch“ wäre.
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Eine Kontrolle ist einfach.
Nun kann man am Hygrometer ablesen, dass die relative Luftfeuchtigkeit in der Regel absinkt und nach einer bestimmten Zeiteinheit wiederum ansteigt. Dies deswegen weil die kalte Außenluft wenig Feuchtigkeit beinhaltet und im Raum die Temperatur relativ schnell wieder ansteigt. Dies geschieht durch Wärmeabgabe der Wände, Einbauteile und der gelagerten Gegenstände.
Deswegen sollte keinesfalls zu lange gelüftet werden, da sonst die Oberflächen und Gegenstände in der Wohnung unnötig abkühlen.
Dabei ist zu beachten: 1 Grad mehr, also statt 20 z.B. 21 Grad bedeutet ungefähr 6% mehr an Energiekosten!!!
Bitte bedenken Sie: All die Energie die unnötig zum Fenster hinausgelüftet wird, muss wieder nachgeheizt werden!
Und Energie kostet Geld - und wer wirft das schon gern sinnlos aus dem Fenster...