Lücke zwischen Fensterrahmen und Fensterbrett - wie dichten?



Lücke zwischen Fensterrahmen und Fensterbrett - wie dichten?

Hallo,

in unserem denkmalgeschützten Haus hat während der Jahre, in der das Haus unbewohnt war, das Kondenswasser einigen Fenstern (Eiche, Manufaktur) keinen Gefallen getan. Das sieht man daran, dass die Beschläge Rost haben und dunkle "Rotznasen" unterhalb der Beschläge im Holz sind.

Das eigentlich schlimme: Aufgrund der Feuchte hat das Holz am Übergang vom Fensterstock zum Fensterbrett stellenweise auch etwas gearbeitet, siehe Bild (sorry, etwas unscharf). An kalten Tagen wie momentan merkt man deutlich, wie hier kalte Luft einströmt (der Fensterflügel ist abgedichtet, der kann es nicht sein).

Meine Frage ist: wie dichtet man eine solche Fuge korrekt ab?

- Ponal Duo (und dann abeschleifen)?
- Acryl?
- dünn ausfräsen und eine Leiste einleimen?
- ...?

Vielen Dank für Eure Ratschläge!
Simon



Spalt abdichten



Wie ist die Situation auf der anderen Seite, also außen ? Solbank, Fensterblech etc? Die Diskussion über innen dichter als außen gab es vor kurzem hier im Forum. Ich hatte das gleiche Problem, habe Hanfgewölle in die Fuge mit einer kleinen Spachtel gedrückt, die Flanken gereinigt und anschließend ein Abschlussfuge mit Leinölkitt gezogen, allerdings habe ich Leinölfenster. Habt Ihr vor, Eure nochmal aufzuarbeiten? Die Fügefugen im Rahmen und teils auch im Flügel habe ich etwas aufgeschnitten und gleichfalls mit Kitt verschlossen und nach Aushärtung geschliffen und mit Leinöl gestrichen, hält nun schon seit 3 Jahren





Hallo,

das ist ein sehr interessanter Hinweis. Auf die Idee, das Problem auch von außen anzugehen, bin ich noch nicht gekommen.

> Wie ist die Situation auf der anderen Seite, also außen ? Solbank, Fensterblech etc?

Außen sind Fensterbleche. Wie es darunter aussieht, kann ich Dir ehrlich gesagt nicht beantworten. Kann aber gut sein, dass da gar nichts abgedichtet ist.

Verstehe ich richtig, dass Du also von _außen_ die Hanfwolle unter dem Blech eingedrückt hast? Und das ganze dann mit Leinölkitt verschlossen?

> Habt Ihr vor, Eure nochmal aufzuarbeiten?
Das ist letztes Jahr erst passiert. 40 Fenster... aber halt nur von außen und leider ohne Fokus auf die Dichtigkeit bzw. was unter dem Fensterblech los ist.

> Die Fügefugen im Rahmen und teils auch im Flügel habe ich etwas aufgeschnitten und gleichfalls mit Kitt verschlossen und nach Aushärtung geschliffen und mit Leinöl gestrichen

Damit meinst Du die Innenseite, also im Prinzip die Fugen, die sich auch bei unseren Fugen ergeben haben? Wie schneidet man die auf? Bist Du da mit einem Oszi (Multimaster o.ä.) rein?

Und noch eine dumme Frage: Warum hast Du für innen und außen jeweils Leinölkitt verwendet? Was spräche zum Verschließen der Fugen innen gegen einen Holzreparaturspachtel wie Ponal Duo? (Mit dem haben wir bei der Renovierung der Fenster gute Erfolge gehabt; das Holz war z.T. extrem rissig...)

Herzlichen Dank & Grüße,
Simon



Fugen



Nein, ich habe die Fugen schon von innen verstopft und geschlossen. Aufgeschnitten habe ich die Fugen nur minimal, man könnte eher von säubern sprechen, dass habe ich mit einer Art Skalpell gemacht, also um die Ränder zu begradigen und den alten Lack rauszuholen. Nicht mit so schwerem Gerät wie mit einem Multimaster. Ich arbeite im Fugenbereich bei Holz fast generell mit Leinölkitt, mag kein Silikon oder Acryl. Und der Kitt läßt sich mit Leinöl gut überstreichen. In der Suchfunktion "Fachwerk nach Schlagworten" links im Menü ist auch über Fenster eindichten etwas zu finden. Die Devise innen dichter als außen besagt im Regelfall, dass das Eindringen von Feuchtigkeit aus dem Innenraum in den Fensteranschluss und damit Kondensation minimiert werden sollte und evtl eindringende Feuchtigkeit nach der offeneren Außenseite entweichen kann. Normalerweise gibt es außen in der Anschlussfuge zwischen Wand und Fensterrahmen ein Kompriband zur Schlagregenverhinderung, aber diffusionsoffen und innen eine Winddichtigkeitsebene.Diese habe ich bei meinen alten Verbundfenstern eben mit Hanf und Kitt hergestellt.



Fenster abdichten



Bist du sicher dass es durch die kleine Querfuge am Rahmen zieht?
Dort müßte eine Schlitz und Zapfen Verbindung sein.
Vielleicht ziehts hier nur vom Flügel her durch?

Wenn's schnell gehen soll kann die Fuge zwischen Blendrahmen und Fensterbank mit Acryl geschlossen werden- hier kein Silikon verwenden, da es später Probleme mit Überstreichbarkeit-auch angrenzender Bereiche- gibt.

Am besten wäre es sicher, die Fensterbank zu entfernen, den Spalt zwischen Rahmen und Mauer/Fachwerk komplett mit Hanf auszustopfen, nach innen hin luftdicht zu verschließen, damit kein Kondensat dahinter ausfallen kann und dann die Fensterbank wieder einzusetzen.

Gegen Wärmebrücken kann es je nach baulicher Situation günstig sein, den Bereich unter der Fensterbank
(zumindest den direkt ans Fenster angrenzenden Bereich) zu dämmen.

Andreas Teich





Hi Andreas,

> Bist du sicher dass es durch die kleine Querfuge am Rahmen zieht? Dort müßte eine Schlitz und Zapfen Verbindung sein. Vielleicht ziehts hier nur vom Flügel her durch?

Das kann ich ganz sicher ausschließen. Der Flügel ist im unteren Bereich zusätzlich noch mit Dichtungsklebeband (W-Profil) abgedichtet. Da kommt nichts durch.
Wenn ich mit den Fingernägeln in die Lücke greife, merke ich am Nagelbett die Kälte. Greife ich in die Lücke zwischen Fensterflügel und -rahmen, nichts.

> Am besten wäre es sicher, die Fensterbank zu entfernen, den Spalt zwischen Rahmen und Mauer/Fachwerk komplett mit Hanf auszustopfen, nach innen hin luftdicht zu verschließen, damit kein Kondensat dahinter ausfallen kann und dann die Fensterbank wieder einzusetzen. Gegen Wärmebrücken kann es je nach baulicher Situation günstig sein, den Bereich unter der Fensterbank
(zumindest den direkt ans Fenster angrenzenden Bereich) zu dämmen.

Ok... klingt aber, also ob wir das - zumindest momentan - nicht stemmen können. Die Fensterbank ist insbesondere auf West- und Nordseite tatsächlich auffallend kalt. Ich merke mir Deinen Rat auf jeden Fall!

Danke Euch!

Simon



Fensterabdichtung



Wenn das schnell gelöst werden soll ist Acryl am simpelsten anwendbar und eine leicht reversible, schnelle Lösung.

Besser erst einmal etwas einfaches und dafür mehr Zeit haben, an anderer Stelle grundlegende Verbesserungen herbeizuführen.

Wenn zB später einmal innen Winterfenster davor gebaut werden und sich dadurch eine Art Kastenfenster ergibt ist etwas Belüftung durchaus sinnvoll.

Andreas Teich





Herzlichen Dank, Andreas!
vg
Simon