Lohnt die Umschuldung von Sanierungsprojekten?

Ähnlich wie der Bau oder Kauf von Fachwerkhäusern und anderen Immobilien sind Sanierungen ein kostspieliges Unterfangen. Die wenigsten Hausbesitzer bestreiten diese mühelos aus ihrem privaten Vermögen. Stattdessen ist ein Kreditabschluss notwendig, je nach Form der Sanierung als Förderkredit. Entdeckt der Kreditnehmer während der Tilgung ein günstigeres Angebot, ist der Wunsch zum Kreditwechsel gegeben. Doch ist dieser bei gewöhnlichen oder geförderten Sanierungskrediten überhaupt möglich?

Barockes Portal im Fachwerkhaus


Kluge Finanzierung für Ihr Sanierungsprojekt

Der Werterhalt eines Fachwerks liegt den meisten Eigentümern am Herzen. Gerade wenn das Gebäude unter Denkmalschutz steht, ist eine gewissenhafte Instandhaltung unerlässlich und bringt regelmäßig Ausgaben zur Sanierung und Renovierung mit sich. Diese intelligent und kostenbewusst zu finanzieren, setzt einige Einblicke in das moderne Kreditwesen voraus.

Wenn Sie durch Anregungen auf unserem Marktplatz das richtige Objekt oder passende Ideen zur Sanierung gefunden haben, ist die Kreditsuche der nächste Schritt. Förderungen durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und andere Institutionen sind denkbar, sofern die Sanierung einem energetisch nachhaltigen Konzept folgt. Ansonsten ist ein klassischer Ratenkredit die adäquate Wahl. Ihre Immobilie dient hierbei als zusätzliche Sicherheit und nimmt oft positiven Einfluss auf den gewährten Tilgungszins.


Wann ist die Umschuldung möglich?

Finden Sie während der Tilgungsphase ein besseres Kreditangebot, ist der Wunsch zum Wechsel groß. Dieser ist bei Maßnahmen der Sanierung und Renovierung nicht zu einfach. Grundsätzlich haben Sie die Möglichkeit, laufende Kreditverträge mit einer Frist von drei Monaten zu kündigen. Allerdings verlangt Ihr Kreditinstitut eine Vorfälligkeitsentschädigung, da dem Unternehmen Zinseinnahmen entgehen. Diese Entschädigung gleicht den erhofften finanziellen Vorteil des Wechsels schnell aus.

Ansonsten können Sie jeden Kredit nach zehn Jahren Laufzeit mit einer Frist von sechs Monaten kündigen und komplett umschulden. Bei Maßnahmen zur Sanierung von Fachwerk und anderen Immobilien laufen Kredit im Regelfall nicht so lang wie bei einer klassischen Baufinanzierung. In der Praxis tritt dieser Fall selten ein.

Gleiches gilt bei der Endung der Zinsbindung, wenn Sie eine Anschlussfinanzierung bei Ihrem aktuellen oder einem neuen Kreditgeber suchen. Dies ist bei klassischen Baukrediten üblich, bei Sanierungen aufgrund der kürzeren Vertragslaufzeiten jedoch eine Seltenheit.

Die Prüfung einer lohnenswerten Umschuldung der laufenden Baufinanzierung oder Sanierung gelingt im Internet mühelos. Unabhängige und namhafte Plattformen wie Verivox helfen in vielen Lebensbereichen, einen Überblick über aktuelle Tarife und Angebote zu gewinnen. Nur wenige Eingaben zum laufenden Kredit sind notwendig, um die Vorteile einer Umschuldung mit verschiedenen Finanzpartnern zu erkennen. Ein solcher Vergleich kann zur direkten Antragstellung führen, genauso kann er als Einstieg für die persönliche Kontaktaufnahme zu einzelnen Kreditgebern verstanden werden.


Wie helfen kostenlose Sondertilgungen weiter?

Eine Variante der Umschuldung ist das Auslösen der Restschuld im Rahmen von Sondertilgungen. Hier zahlen Sie Ihrem aktuellen Kreditgeber einen Teil der bestehenden Schuld zurück. Dies ist bei fast allen Kreditinstituten durch eine maximale Summe pro Jahr begrenzt, oft fünf oder zehn Prozent der Restschuld.

Es kann reizvoll sein, durch die Aufnahme eines günstigeren Alternativkredits einen größeren Teil der Restschuld auszulösen und hiernach den preiswerteren Kredit abzahlen zu müssen. Ob dies lohnt, ist stets von der individuellen Situation abhängig zu machen. Im Idealfall achten Sie schon beim ersten Kreditabschluss für Ihre Sanierung auf alle Regelungen, wann und wie Sondertilgungen möglich werden. Leider achten unerfahrene Kreditnehmer hauptsächlich auf den Tilgungszins und übersehen diese wichtigen, weiteren Aspekte eines guten Kreditvertrags.

Ein volles Auslösen der bestehenden Restschuld ist auf diese Weise kaum möglich. Umso wichtiger ist, dass die Rückzahlung eines Teils der Schuld kostenlos erfolgt. Nimmt Ihr Kreditgeber hierfür Gebühren, um die verlorenen Zinseinnahmen auszugleichen, wird sich der Wechsel in einen günstigeren Kreditvertrag kaum mehr lohnen.


Relevanz bei allen Immobilienfinanzierungen erkennen

Was für Sanierungen oft einen vier- oder niedrigen fünfstelligen Eurobetrag betrifft, wird bei einer vollständigen Baufinanzierung umso wichtiger. Da hier Hunderttausende von Euro auf dem Spiel stehen, sind alle Konditionen des Baukredits genau zu überprüfen. Der Tilgungszins hat hierbei trotz aller Konditionen eine sehr hohe Wichtigkeit, da bereits geringe Abweichungen im Sollzins durch die hohe Kreditsumme einige Hunderter oder sogar Tausender wert sind.

Durch die generell günstige, europäische Zinslage seit vielen Jahren ist eine lange Zinsbindung grundsätzlich zu empfehlen. Umso mehr sollten alle weiteren Klauseln des Kreditvertrags Ihren Vorstellungen entsprechen, damit Baukredit oder Sanierung zu besten Konditionen getilgt werden. Für länger zu finanzierende Projekte ist die genaue Prüfung der Anschlussfinanzierung relevant. Hier macht sich in der aktuellen Situation die frühzeitige Sicherung eines starken Forward-Darlehens bezahlt.