Logischerweise müsste doch eine neue Dämmung bei Holzwurm helfen?




Hallo liebe Häusle Sanierer und Fachbetriebe!

zum einen werden jetzt immer mehr Leute fragen bzgl. der Holzwurmbekämpfung stellen, weil die Generation, die in den 50er und 60er gebaut hat ein entsprechendes Alter erreicht hat und verstirbt.

Diese früere Generation war froh überhaupt Baumaterial zu haben (Nachkriegszeit) und so kam auch oft heimisches Holz mit Rinde incl. Holzwurm zum Einsatz. Jetzt kommen die neuen Besitzer und Selbermacher (wie Ich) ans Werk wollen dämmen vergrößen etc. und siehe da der Holzwurm ist vor uns eingezogen.

Wenn der Holzwurm doch bei 55 Grad Hitze stirbt, unter 10 % Luftfeuchtigkeit stirbt und bei Frosttemperaturen von minus 18 Grad stirbt, müsste der doch längst tot sein, wenn das Dach mindestens richtig abgedichtet und trocken ist oder?

Also wir hier in Bayern hatten 2015,2016 Sommertemperaturen von 45 Grad auf freier Fläche, da wird es doch locker unter dem Dach 55 Grad gehabt haben?
Jetzt ist es schon tagelang saukalt minus 15-20 Grad also entgültiger Tod des Wurms?
Wenn ich jetzt noch richtig dicht isoliere ist das Dach staubtrocken und der Wurm tod?

Ich mein Denkansatz richtig ?????
Meine eigener Denkansatz wäre!

alles schadhafte Holz, hier und da haben wir Stellen 7- 8 Balken vom beschädigten Holz befreien,
Anstatt neue Balken haben wir gleich schöne große Dachfenster genommen und die Balken entfernt :-) der Rest wird dann isoliert und dann müsste ich doch Ruhe haben???

Also die Dachdecker haben mir folgenden Vorschlag unterbreitet: Krankes Holz entfernen, ggf austauchen und fertig. Ausserdem sagte mir ein Fachbetrieb: bis der Holzwurm meinen Dachstuhl ruiniert hätte, würden schon die Urenkel hier rumhüpfen, ist der Holzwurm wirklich so lahm?

Man bedenke ja auch, man baut nicht für die Ewigkeit, sondern allenfalls für sich selbst wer Glück hat für die nächste Generation und die wollen dann auf einmal ein Flachdach!!!

Liebe Grüße an alle Sarnierer!
und freue mich auf seriöse antworten auf meinen Denkansatz



Holzwürmer,



sprich Anobien, Bockkäferlavfen, und... gab es schon vor beheizten Häusern, und es gab auch schon früher heftigen Frost. Mit Auswintern ist also nix.

Mit Austrocknen (bei einem Dachstuhl, Fachwerk etc.) auch nicht. Die Holzfeuchte sinkt vielleicht bei Ihrer Kommode dauerhaft unter die 10% HF, nicht aber bei den allermeisten Konstruktionshölzern. Und dem Bockkäfer z.B. ist die Holzfeuchte nicht so wichtig.

Mit "Totkochen" durch Sonnenscheinauch nicht. Wärme wie Kälte dringen in das Holz nur zögernd vor, Holz ist ein hervorragender Dämmstoff.

Wenn Sie Ihr Dach "richtig" isolieren, verhindern Sie jeglichen Luftwechsel nach draußen. Es wird also im Dachraum feuchter durch aus Wohnräumen aufsteigende Luft.

Pauschalaussagen wie die des letzteren Fachbetriebes (Dachdecker?) sind Unsinn. Der Befall sollte von einem Sachverständigen oder Zimmermann mit ausreichend Sachverstand bei Altholz besichtigt werden. Ein paar Anobienlöcher sind kein Problem, und auch einzelne Fraßgänge des Bockkäfers nicht. Aber das meiste spielt sich knapp unter der Holzoberfläche ab, so daß eine rein optische und offenbar auch oberflächliche Betrachtung leicht falsch sein kann. Ob ein Befall noch aktiv ist, ist ebenfalls nur schwer einschätzbar. Besonders Holzverbindungen sind oft schwer einsehbar.

Sie haben da ein Bisschen was gelesen und so kombiniert, daß es Ihren Erwartungen entspricht. Eher zielorientiert als logisch :-) Nur hält sich die Realität nicht unbedingt an solche Vorgaben.

Grüße

Thomas



Logischerweise müsste doch eine neue Dämmung bei Holzwurm helfen?



Schade, wäre ja auch zu schön gewesen.

Ich frag mich dann nur, wenn Holz so ein schlechter Wärmeleiter ist, wie die Fachbetriebe es hinbekommen, das dann das Holz durch und durch auf 55 Grad erwärmt wird, da sollen die Larven ja sterben. wie machen die das?

Vor allen Dingen wird ja bei dieser Behandlung nicht von wochenlangem Beschuss gesprochen???

Von einer chemischen Behandlung haben mir ALLE Dachdeckerbetriebe abgeraten, egal ob Profibetrieb oder bei eigener "Vergiftung" :-(

Letztendlich werde ich jetzt erst mal auf Wurmsuche gehen.

mit wurmigen Grüßen
Daniela



Heißluftverfahren gegen Holzschädlinge



Gerade weil Holz ein schlechter Wärmeleiter ist arbeiten Heißluftverfahren mit Übertemperaturen und entsprechender Einwirkzeitdauer.
Siehe Infos zB hier:
http://www.holzfragen.de/seiten/heissluft.html

An der Unterseite der 27 mm Dreischicht-Holzplatten unter unserem mit EPDM gedeckten Flachdach an der Südseite haben wir im Sommer knapp 60 Grad. Hier würden Schädlinge kaum überleben können.

Die Sparren kurz darunter sind schon wesentlich kühler und bei Dämmung werden die Temperaturspitzen ausgeglichen.

An einzelnen Befallstellen ist auch Mikrowellenbehandung gegen Holzschädlinge möglich.

Die Rinde wurde auch früher schon nur bei großer Nachlässigkeit an tragenden Bauteilen nicht entfernt-
dass sich direkt darunter Schädlinge einnisten war immer schon bekannt und sofort mit bloßem Auge sichtbar.

Der früher teils übliche offene Rauchabzug unter das Dach ohne Schornstein funktionierte sehr effektiv gegen Schädlinge-
auch wenn das mehr eine Begleiterscheinung als Absicht war.

Dafür sahen die Lungen der Bewohner entsprechend aus, farblich sehr den Dachbalken verwandt...
Die Lebenserwartung der Hausbewohner verhielt sich proportional wie die der Schädlinge, aber nicht nur wegen des Rauchabzuges.
Zumindest wurde das Holz gut konserviert.

Andreas Teich



Logischerweise müsste doch eine neue Dämmung bei Holzwurm helfen?



Vielen Dank für die weiteren Erklärungen und Hinweise.
Ich finde dieses Forum wirklich klasse.

Das Dach war bisher ja nicht gedämmt, also wir hatten bisher nur eine Folie direkt unter den Dachziegeln.
Kann also schon sehr heiß und trocken gewesen sein, dauerhaft...Franken war ja der heißeste Ort Deutschlands in 2015 und 2016.

Ich gehe jetzt wirklich erst Mal auf die Suche nach Wurm und Käfer,
lege schwarze Folie nach der Bereinigung unter die Balken
und horche auf Aktivitäten, es wird ja auch wärmer, vielleicht sind die Tierchen dann auch aktiver.

Also jedenfalls hab ich durch die vielen Tipps in diesem Forum gelernt, bloß keine chemische Käule sonst bin ich nicht nur die Käfer sondern später meine Kinder los, da das Zeug so giftig ist.

Schadhaftes Holz raus, wenn's geht
Entfernen der Schadstellen und Kontrolle ob Aktivitäten vorhanden sind

und evtl noch Kieselsäure zum Streichen anwenden
und zwar möglichst an allen Verbindungsstellen,
tötet vielleicht nicht alles, da die Kieselsäure nicht so stark eindringt,aber behindert die Maden ein wenig

jetzt geht es erst mal an die Arbeit

herzlichen Dank
bis zur rückmeldung Daniela