Loggias undicht, Zimmer darunter nass, neuer Belag, welcher Untergrund?

03.06.2010



Hallo,
ich habe 4 Loggias, gefliest und mit Abflußrohr. Die Zimmer darunter haben immer mal wieder Wasserflecken. Wir haben zuerst vermutet, die Dichtung zwischen Abflußrohr und Fliesen ist undicht und das Wasser läuft statt im Rohr nach unten außen am Rohr entlang. Wir haben die Dichtungsmasser ersetzt und es war 2 Jahre Ruhe. Dann hatten wir den Verdacht, daß die Nässe dort reingeht, wo die Randfliese an den Putz anstößt. Daraufhin haben wir dort verfugt und dann gings wieder 1 Jahr gut.
Jetzt sind wieder Wasserflecken in den darunterliegenden Zimmern und dieses Mal sind die Fugen der Fliesen schuld. Man sieht die weißen Kalkablagerungen in den Fugen und die Fugenmasse ist durch den letzten Winter ziemlich brökelig. Vor dem nächsten Winter müssen wir dringend was tun. Wir wissen aber nicht, was unter den Fliesen für ein Untergrund ist. Wir denken Estrich - das Haus ist Baujahr 1983.
Jetzt haben wir Fragen:
Wie können wir feststellen, ob der Estrich auch schon beschädigt ist?
Neue Fliesen oder Zinkblech und Dielen drauf?
Hier gleich noch die Frage - geht Zinkblech nicht auch kaputt? Ich bin ziemlich schwer und es sollte schon stabil sein? Wie ist das mit dem Putzen? Ist es nicht sehr laut, wenn es auf das Blech regnet? Wer kann mir ein Foto schicken, wie so was fertig aussieht? Macht das wer? Ein Spangler?
In der Hoffnung, das ich nicht zu viele dumme Fragen gestellt habe
Melli71



Loggias undicht



Hallo,

ich nehme mal an, dass Sie als Rohkonstruktion eine Betonplatte haben.
Bei deren Abdichtung sind eine Vielzahl von Fehlern möglich: in der meist unterlassenen Planung derselben genau wie bei der Ausführung und schließlich der fehlenden Überwachung.
Mehrere grundsätzlich unterschiedliche Vorgehensweisen sind möglich:
1. Ausführen des Betons als Hochleistungsbeton mit Gefälle von mindestens 2-3% ohne weitere Abdichtung (gab es 1980 noch nicht)
2. Ausführen einer Abdichtung aus Bitumenschweißbahnen mit aufgestelzten Platten (Standard 1970 - 1980)
3. Alternative Abdichtung (nicht genormt) z.B. mit Produkten von Schlüter, mit Dichtungs- und Drainageschicht, Anforderung an zweite Entwässerungsebene.
Gefälle mindestens 2%, kann verfliest werden.
4. Aufbringen eines Gefälleestrichs mit nachfolgender Polyurethanbeschichtung ohne weitere Verfliesung.

Merke: Fliesen sind nicht dicht, die Dichtung liegt darunter.

Wenn Sie die hohen Kosten einer Balkonsanierung vermeiden wollen, bauen Sie einen neuen Balkon als Fertigbalkon.
Grund: Ein neuer Fertigbalkon aus Stahl ist ab 4.500 € zu bekommen, die Sanierung einzelner Balkone (Kleinbaustellenzuschläge) wird ab 6.000 € angeboten !!

Bei Loggien geht das natürlich nicht.
Deshalb schlage ich vor, Sie beantworten die folgenden fragen:
Muß wieder gefliest werden oder reicht eine wasserdichte und begehbare Schicht ?
Kann man den Wasseranfall vermindern, z.B. durch Loggienverglasung ?

Zum letzten teil Ihrer frage: "Wer macht das?"

Ich beauftrage dafür nur Fliesenleger. Eventuell müssen nebenarbeiten vom Spengler gemacht werden.

Grüße vom Niederrhein





an Dieter Beckmann

Danke für die Antwort. Es war doch sehr hilfreich, auch bezüglich des Untergrundes.
Theoretisch muß nicht gefliest werden, es würde auch genügen, wenn es begehbar ist. Habe auch schon gehört, dass das bei uns die Dachdecker in Verbindung mit dem Spengler machen. /die Sache ohne Fliesen.../
Die Idee mit dem Verglasen ist auch nicht ohne. Habe ein bisschen gesurft und schöne Beispiele gefunden. Mal sehen, ob es bezahlbar ist. Das Problem ist, dass unsere Loggias sehr tief sind, also wenn man drauf steht, geht die Brüstung bis Bauchhöhe. Einfach ein Fenster drauf geht also nicht, weil ich dann nicht mehr aufrecht stehen kann.
Ich werde mir jetzt verschiedene angebote einholen und dann entscheiden, ob neuer Belag oder Verglasung.
Besten Dank für die hilfreiche Info




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